Zugausfälle am Frankfurter Hauptbahnhof
Am Frankfurter Hauptbahnhof fuhren am Donnerstag rund eine Stunde keine Züge. Bild © picture-alliance/dpa

Mehrere verletzte Menschen, gesperrte Bahnstrecken, ausgefallene Flüge: Ein heftiges Unwetter ist am Donnerstag über Hessen hinweggezogen. Im Zugverkehr hatte es auch einen Tag später noch Folgen.

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Nach der Hitze kam der Sturm: Die Deutsche Bahn musste am Donnerstagnachmittag wegen eines Unwetters den Betrieb am Frankfurter Hauptbahnhof für rund eine Stunde stoppen. Gegen 16.30 Uhr lief der Betrieb allmählich wieder an. Auswirkungen des Sturms waren zum Teil aber auch noch am Freitag zu spüren.

Es könne vereinzelt noch zu Verzögerungen kommen, hieß es aus der Bahnzentrale. Probleme gab es zunächst noch auf der Regionalstrecke Frankfurt-Limburg, wo Verspätungen und auch Zugausfälle gemeldet wurden.

Sowohl der Fern- als auch der Regionalverkehr waren am Tag zuvor rund um den Hauptbahnhof komplett eingestellt worden. Neben der Strecke zwischen Frankfurt und Limburg war auch die zwischen Frankfurt und Biblis/Worms/Mannheim gesperrt worden. Bäume waren umgekippt.

Bäume blockieren Straßen und Bahnstrecken

Auch im S-Bahn-Verkehr kam es zu Problemen. "Es kommt zu Ausfällen und Verspätungen wegen einer Streckensperrung nach einem Unwetter zwischen Niedernhausen und Eppstein", teilte der RMV mit. Dort fährt die S2. Im Frankfurter Ostend stürzte ein Baum auf eine Oberleitung, wie die Feuerwehr berichtete.

Der Straßenverkehr wurde ebenfalls durch umgestürzte Bäume behindert, vor allem im Westen und Süden Hessens. Unter anderem auf den Bundesstraßen 8 und 42 bei Limburg kam es zu Fahrbahnsperrungen. Auch im Taunus und im Odenwald fielen vielerorts abgebrochene Äste auf die Straßen.

Umgestürzte Bäume blockierten die A3 zwischen Frankfurt-Süd und Seligenstädter Dreieck (Offenbach). Die Autobahn wurde am Nachmittag in Fahrtrichtung Würzburg komplett gesperrt. Der Verkehr staute sich zeitweise auf einer Länge von mehr als 20 Kilometern.

Verletzte durch abgerissene Jalousie

Mehrere Menschen wurden beim Durchzug der Unwetterfront verletzt. In Bad Vilbel (Wetterau) löste sich eine 20 Meter lange Jalousie an einem Café und verletzte drei Menschen, einen von ihnen schwer, wie die Polizei berichtete.

In Marburg stürzte ein Baum auf ein Auto. Hier wurde entgegen ersten Annahmen niemand verletzt. Insgesamt zählte die mittelhessische Polizei wegen des Unwetters 40 Einsätze innerhalb einer Stunde.

Bei Weiterstadt-Gräfenhausen in Südhessen wirbelte der Sturm Sand und Erde auf.
Bei Weiterstadt-Gräfenhausen in Südhessen wirbelte der Sturm Sand und Erde auf. Bild © Einsatzreport Südhessen

Auch in Osthessen waren Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz. In den Kreisen Fulda, Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg stürzten etliche Bäume oder Gegenstände auf Straßen, wie ein Polizeisprecher sagte. "Wir hatten innerhalb von Minuten 40 Einsätze."

Flughafen rund 30 Minuten dicht

Die Gewitterfront stoppte auch den Betrieb auf Deutschlands größtem Flughafen am Nachmittag für rund 30 Minuten. Zwischen 15.20 Uhr und 15.50 Uhr habe es keine An- und Abflüge gegeben, wie ein Fraport-Sprecher mitteilte. Die Abfertigung auf dem Vorfeld wurde gestoppt, um die Arbeiter vor Blitzschlägen zu schützen. Knapp 150 Flüge fielen aus.

Bäume auf Straßenbahn- und U-Bahn-Gleise gefallen

Abgebrochene Äste auf parkenden Autos in Frankfurt
Abgebrochene Äste auf parkenden Autos in Frankfurt Bild © Sibylle Boshammer (hr)

U- und Straßenbahnen in Frankfurt waren ebenfalls von Sturmböen betroffen. "Auf allen Linien gibt es Fahrplanabweichungen", sagte eine Sprecherin der Verkehrsgesellschaft VGF. Zwei Bäume seien auf Gleise gefallen: zum einen im Bereich Hessencenter auf den Linien U4 und U7, außerdem auf der Linie 17 bei Neu-Isenburg, die nur noch bis Louisa fuhr.

Nach Angaben der Frankfurter Feuerwehr stürzten wegen Sturmböen im Stadtwald Bäume um. Im Frankfurter Nordend wurde laut Feuerwehr ein Dach durch Sturmböen beschädigt und teilweise abgedeckt. Ein Polizeisprecher berichtete von rund einem Dutzend Meldungen in Frankfurt über Schäden durch Bäume oder auch umgestürzte Bauzäune.

Die Stadt warnte, dass die Gefahr von Astbrüchen in Parks und Grünanlagen wegen der Windböen erhöht sei. Landesweit sind die Äste der Bäume ausgetrocknet und können deswegen bei Windböen leicht brechen.