Verunglückter Jaguar bei Bad Hersfeld

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat ein Unfall mit einem Elektroauto die Feuerwehr vor Probleme gestellt. Aus Angst vor einem Stromschlag konnten die Einsatzkräfte bei Bad Hersfeld zunächst nichts machen.

Es sah zunächst nach einem "gewöhnlichen" Unfall aus: In einem Waldstück in Bad Hersfeld landete am Donnerstagabend ein dunkles Auto im Straßengraben. Der 66 Jahre alte Fahrer aus den Niederlanden hatte in einer scharfen Linkskurve die Kontrolle über sein 80.000 Euro teures Gefährt verloren. Er überfuhr eine Warnbake und einen Leitpfosten und kam im Graben zum Stehen. Den Schaden an dem Neuwagen schätzt die Polizei auf 15.000 Euro. Die Fahrerin und der Beifahrer konnten das Auto verlassen und wurden leicht verletzt.

Als die Feuerwehr den Wagen bergen wollte, stellte sich heraus, dass es sich um ein Elektrofahrzeug handelte, wie Feuerwehrsprecher Christian Bärmann dem hr sagte. In der Dunkelheit hätten die Retter den dunklen Jaguar zunächst nicht erkannt. "Wir hatten keine Kenntnis darüber, wie die technische Struktur des Fahrzeugs war."

Kein Internet am Unfallort

Denn die so genannte Rettungskarte des Jaguar i-Pace, war nicht zu finden. Auf der Karte ist unter anderem eingezeichnet, welche Bauteile unter Hochspannung stehen. An diesen Stellen dürfen zum Beispiel keine Schneid- oder Greifwerkzeuge angesetzt werden. Deshalb muss die Stromversorgung unterbrochen werden. Autohersteller halten normalerweise die Rettungskarte im Internet zum Herunterladen bereit. Doch man sei nicht auf die Seite gekommen - weder mit dem Feuerwehr-Laptop, noch mit Privathandys der Einsatzkräfte.

Am Ende ließen sie das Auto einfach abschleppen, weil der Unterbau wohl unbeschädigt war. Dort, unter den Sitzen, ist bei fast allen E-Autos der Akku eingebaut. Fängt dieser Feuer, setzt er sehr viel Energie frei und kann dann nur noch sehr schwer gelöscht werden, wie ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr dem hr erklärt hat.

Ähnlicher Fall mit Tesla

Erst Ende Januar hatte ein Sportwagen der Marke Tesla die Feuerwehr vor ähnliche Probleme gestellt. Er war auf der A661 bei Dreieich (Offenbach) in einen Auffahrunfall verwickelt. Auch hier mussten sich die Rettungskräfte erst den Bauplan des Fahrzeugs besorgen.

Sendung: hr-iNFO, 15.02.2019, 19.25 Uhr