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"Wiener Peter" in Frankfurt festgenommen

Beamte der Bundespolizei (von hinten) laufen durch die Schalterhalle des Frankfurter Flughafens.

Bei einem Zwischenstopp in Frankfurt ist ein früherer Zuhälterkönig des Hamburger Rotlichtmilieus am Flughafen festgenommen worden. Der heute 71-Jährige war 2000 nach Österreich abgeschoben worden. Jetzt sitzt er in Hessen ein.

Die Bundespolizei hat am Frankfurter Flughafen eine ehemalige Kiezgröße festgenommen. Dabei handelt es sich nach hr-Informationen um den unter dem Namen "Wiener Peter" bekannten Josef Peter N. Auf das Konto des 71-Jährigen geht die Beauftragung mehrerer Morde im Hamburger Rotlichtmilieu.

Laut Bundespolizei wurde er am 3. April festgenommen, als er aus der Dominikanischen Republik kam und nach Wien weiterreisen wollte. Der Festgenommene sei in die nächste Justizvollzugsanstalt gebracht worden. Die Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigte, dass er in Weiterstadt (Darmstadt-Dieburg) im Gefängnis sitzt.

Mehrere Rivalen ermorden lassen

N. gehörte zu einer Zuhälter- und Drogenhändlergruppe, die in Rivalität zu anderen Gruppen um die Vorherrschaft auf dem Hamburger Kiez stand. Der Österreicher war 1989 vom Landgericht Hamburg wegen Anstiftung zum Mord und gemeinschaftlichen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil wurde im September 1990 rechtskräftig, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte N. bereits mehr als drei Jahre Jahre in Untersuchungshaft gesessen. 2000 wurde er in sein Heimatland Österreich abgeschoben. Er sei damals darüber belehrt worden, dass er die Reststrafe absitzen müsse, wenn er wieder deutschen Boden betrete.

Was der Beschuldigte in der Dominikanischen Republik machte und warum er jetzt nach Deutschland einreiste, ist unklar. Der Sprecherin zufolge wird er voraussichtlich Ende des Monats nach Hamburg überstellt. In Deutschland warten auf N. nun noch einige Jahre Haft.