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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat gegen den früheren Geschäftsführer eines Unternehmens im Hochtaunuskreis beim Landgericht Frankfurt Anklage wegen des Verdachts der Geldwäsche erhoben. Der Fall führt in ehemalige Regierungskreise in Südkorea.

Der in Frankfurt angeklagten Geldwäsche liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bestechungen zugrunde, die in Südkorea begangen wurden. Die betreffende Firma, die nicht mehr existiert, war in Schmitten im Taunus ansässig und auf Training und Fortbildung sowie Förderung von Sportlern spezialisiert. Über die Firma soll Geld aus Südkorea nach Deutschland gebracht worden sein.

Präsidentin soll Gegenleistung gefordert haben

Den Ermittlungen zufolge wandte sich der Vizepräsident von Samsung an die bis März 2017 amtierende Präsidentin der Republik Südkorea, Park Geun Hye, damit durch ihre Einflussnahme auf politischer Ebene seine Macht innerhalb des Konzerns weiter gefestigt werde.

Als Gegenleistung soll die Präsidentin eine finanzielle Unterstützung des nationalen Pferdesports gefordert haben. Besonders die Tochter ihrer langjährigen Vertrauten Choi Soon Sil sollte nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Reitsportlerin in den Genuss dieser Förderung kommen. Auch die Nationalmannschaft des südkoreanischen Reitsports sollte angeblich in Schmitten ausgebildet werden. Die Tochter soll in Hessen eine Sportfirma unterhalten haben. An diese soll Samsung entsprechend der Aufforderung der südkoreanischen Präsidentin Zahlungen in Höhe von insgesamt über 2,8 Millionen Euro geleistet haben. Der deutsche Firmensitz von Samsung liegt in Schwalbach im Taunus.

Illegales Geld auf eigene Konten abgezweigt

Die Einleitung der Ermittlungen beruhte auf einer im Januar 2016 erstatteten Geldwäscheverdachtsanzeige der Frankfurter Filiale einer in Seoul ansässigen südkoreanischen Bank, die zu der Zeit die Konten sowohl für die Schmittener Firma als auch für die beiden südkoreanischen Frauen (Mutter und Tochter) führte.

Dem 56-jährigen Angeschuldigten wird nun in Frankfurt zur Last gelegt als Geschäftsführer von diesem Geld in zehn Fällen insgesamt 25.825 Euro auf sein eigenes Konto überwiesen zu haben, obwohl er wusste, dass das Geld aus Straftaten stammte. Die 62 Jahre alte Freundin der früheren Präsidentin soll sich knapp 111.000 Euro verschafft haben, ihre 23-jährige Tochter etwa 50.000 Euro. Auch beide Frauen sollen gewusst haben, dass es sich um Bestechungsgelder handelt.

Hohe Strafen für Präsidentin und Vertraute in Südkorea

Gegen die beiden Frauen gibt es kein Strafverfahren in Deutschland, gegen sie liefen die Ermittlungen in Südkorea. Die Mutter wurde zwischenzeitlich in Südkorea zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren sowie einer Geldstrafe von umgerechnet über 13 Millionen Euro verurteilt und befindet sich in Haft, die Ermittlungen gegen die Tochter sind noch nicht abgeschlossen.

Das ursprünglich auch gegen die ehemalige Präsidentin der Republik Südkorea geführte Ermittlungsverfahren in Deutschland wurde mangels Anwendbarkeit des deutschen Strafrechts ebenfalls eingestellt. Park Geun Hye wurde 2017 wegen Korruptionsvorwürfen in Südkorea ihres Amtes enthoben und 2018 wegen Korruption verurteilt.