Zwei Winterausflügler, die am Samstag unterhalb des Gipfels der Wasserkuppe wanderten

Ein Ansturm auf die Winter-Hotspots wie noch Anfang Januar ist am Wochenende ausgeblieben. Die Sperrungen seien notwendig, sagt der Gersfelder Bürgermeister Steffen Korell. Und dennoch ist er traurig über die Lage.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Ruhiges Winterwochenende in Hessen

Ein Skifahrer lässt sich von einem Lift die Wasserkuppe hochziehen.
Ende des Audiobeitrags

Durchatmen bei den hessischen Wintersportgebieten: Am Samstag und Sonntag hat sich der Besucherandrang in Grenzen gehalten. Viele schneereiche Kommunen und Kreise hatten nach chaotischen Szenen mit massenhaft Besuchern dieses Wochenende erneut Zufahrten und Parkplätze gesperrt.

"Wir sind enorm erleichtert, es sind spürbar weniger Menschen am Samstag gekommen und es ist deutlich ruhiger geblieben", bilanzierte der Gersfelder Bürgermeister Steffen Korell (CDU) gegenüber dem hr. Die Gemeinde liegt unmittelbar an der Wasserkuppe.

"Hoffe, die Hessen merken sich unser Wintersportgebiet"

Unerfreuliche Nebenerscheinungen des Massenandrangs wie noch Anfang Januar seien ihm nicht zu Ohren gekommen. Damals sei der Besucherandrang so groß gewesen, dass einige Autos auf Privateigentum illegal geparkt und Wiesen beschädigt hatten, "inklusive unappetitlicher menschlicher Hinterlassenschaften", berichtete Korell.

Gersfelder Bürgermeister Steffen Korell

Er hält die nun ergriffenen Maßnahmen für notwendig. Und dennoch ist Korell als Bürgermeister eines Wintersport-Orts mit Langlaufmöglichkeiten auch traurig: "Wir haben in diesem Jahr wirklich einen Märchenwinter, es sieht traumhaft aus." Es sei schade, dass Tourismus und die Gastronomie von dem Traumwetter nicht profitieren könnten. "Ich hoffe, dass die Hessinnen und Hessen sich für die Zeit nach Corona merken, dass es direkt um die Ecke ein so tolles Wintergebiet gibt."

Zwölf Knöllchen, ein Platzverweis

Auch das für die Wasserkuppe zuständige Polizeipräsidium Osthessen zeigte sich am Wochenende zufrieden. "Es war sehr entspannt", sagte ein Sprecher dem hr. An gesperrten Zufahrten hätten zwar manche Autofahrer ihr Glück versuchen wollen, sich aber nach kurzen Gesprächen mit den Beamten einsichtig gezeigt und seien dann umgekehrt.

Lediglich zwölf Knöllchen hätten die Beamten verteilen müssen. Gegen eine Gruppe aus Offenbach und Frankfurt sprach die Polizei außerdem einen Platzverweis aus. Sie hatten ein Quad auf einen Anhänger geladen, um damit über die Piste zu düsen. "Das hätte die Loipen beschädigt", sagte eine Polizeisprecherin.

Willingen: Parkplätze gut besucht, kein größerer Andrang

In Willingen, dem nordhessischen Skigebiet, waren die Parkplätze gut besucht, berichtete die Polizei. Ein größerer Andrang blieb aber aus. Nur wenige Rodler hätten versucht, unerlaubt auf die Pisten zu kommen, sagte ein Polizeisprecher. In dem Skigebiet wurden sämtliche Pisten und die dazugehörigen Parkplätze bis einschließlich Sonntag gesperrt.

Rund um den Feldberg bei Königstein (Hochtaunus) hielt sich der Besucherandrang ebenfalls in Maßen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen sagte. Zwar seien im Kreis 33 Falschparker erwischt worden, das sei aber "eine geringe Anzahl". Verstöße gegen die Corona-Auflagen seien nicht festgestellt worden.

Tausende Spaziergänger in Gießen

In Gießen war am Sonntag eine vierstellige Zahl an Spaziergängern in der Nähe des Klosters Schiffenberg unterwegs, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Der Parkplatz sei voll gewesen, die Zufahrt musste gesperrt werden. Die Polizei habe mit Lautsprecherdurchsagen die Spaziergänger aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. Dabei habe es keine Schwierigkeiten gegeben, sodass der Einsatz schnell beendet werden konnte, wie der Sprecher sagte.

In Darmstadt gab es größeres Besucheraufkommen in Beerfelden und Wald-Michelbach. Polizei und Ordnungsamt machten dort ebenfalls Lautsprecherdurchsagen und leiteten den Verkehr ab. Verstöße gegen die geltenden Corona-Verordnungen gab es den Angaben zufolge aber nicht.

Sendung: hr-iNFO, 17.01.2021