Lkw-Unfall auf A5 zwischen Seeheim-Jugenheim und Darmstadt
Unfallstelle auf der A5 zwischen Seeheim-Jugenheim und Darmstadt Bild © Keutz TV-News

Ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung - so lautet das Urteil gegen einen Lkw-Fahrer, der auf der A5 in Südhessen im Vollrausch in eine Polizeisperre gerast war. Die Beamten konnten den Mann nur mit außergewöhnlichen Mitteln stoppen.

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Ein Schild mit der Aufschrift "Justizbehörden Darmstadt - Amtsgericht, Landgericht, Staatsanwaltschaft"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Urteil gegen rasenden Lkw-Fahrer

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Vor dem Amtsgericht Darmstadt ist am Donnerstag der Prozess gegen einen 42 Jahre alten Lkw-Fahrer zu Ende gegangen. Das Gericht verurteilte den wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter gefährlicher Körperverletzung angeklagten Mann zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung.

In Schlangenlinien über die Autobahn

Der Angeklagte war im Dezember 2018 im Alkohol- und Drogenrausch mit einem Sattelzug in Schlangenlinien über die A5 von Heidelberg in Richtung Norden gefahren. Dabei versuchte er, Polizeifahrzeuge, die ihn stoppen wollten, von der Straße abzudrängen, und raste mehrfach über Parkplätze.

Weil der 40-Tonner drohte, mit vollem Karacho in ein Stauende bei Weiterstadt zu rasen, errichtete die Polizei bei Seeheim-Jugenheim (Bergstraße) eine Sperre aus einem Streifenwagen und einem Streufahrzeug. Beide Fahrzeuge wurden bei dem Aufprall zerstört, ebenso der Sattelzug. Der Gesamtschaden lag insgesamt bei geschätzten 300.000 Euro.

Fahrer hat keine Erinnerung an Irrfahrt

Vor Gericht gab der Mann an, sich nicht mehr an die Irrfahrt erinnern zu können. Er habe zuvor mit anderen Fahrern auf einem Rastplatz getrunken, gab er zu. Auf die Bilder von der Unfallstelle reagierte er mit Entsetzen.

Eine wichtige Rolle bei dem Prozess spielte die Alkoholisierung des Mannes. Die Polizei hatte in seiner Fahrerkabine mehrere leere Flaschen Wodka gefunden. Laut Rechtsmedizin soll er während der Fahrt einen Blutalkoholwert von bis zu 3,2 Promille gehabt haben.

Zu betrunken, um schuldfähig zu sein?

Schon während des Prozesses stellte sich somit die Frage, ob der Mann wegen seiner Trunkenheit überhaupt als schuldfähig eingestuft werden könne. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf zumindest eingeschränkt schuldfähig.

Da dies aber nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, urteilte das Gericht im Sinne des Angeklagten und setzte die Freiheitsstrafe auf Bewährung aus. Außerdem muss der 42-Jährige seinen Führerschein abgeben und darf drei Jahre lang kein Auto fahren.