Haus in Staufenberg.
In diesem Haus fand die Polizei die Waffen. Bild © Daniel Koop (hr)

Ein Besitzer von selbst gebastelten Schusswaffen und Chemikalien für den Bombenbau ist mit einer glimpflichen Strafe davon gekommen. Das Amtsgericht Gießen hält den Waffennarren aus Staufenberg für nicht besonders gefährlich.

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Der Justizpalast mit dem Amtsgericht in Gießen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Amtsgericht Gießen verurteilt Waffenbastler

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Das Amtsgericht Gießen hat am Donnerstag einen 35-Jährigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt.

Der Vorsitzende Richter begründete das Aussetzen der Strafe auf Bewährung damit, dass der Angeklagte geständig gewesen sei und von ihm letztlich keine Gefahr für andere ausgegangen sei.

Die Polizei hatte Mitte März in der Wohnung des Mannes mehrere selbst gebastelte Waffen gefunden: Schusswaffen und einen Flammenwerfer. Außerdem hatte er einige Messer, Munition und Chemikalien, aus denen sich Sprengstoff basteln lässt, gehortet. Er begründete das mit seiner Leidenschaft für Waffen.

Staatsanwaltschaft fordert höhere Strafe

Auf die Spur gekommen war ihm die Polizei wegen einer ungewöhnlich großen Bestellung verdächtiger Chemikalien im Internet. Eine politische Motivation für das Anlegen des Waffenlagers stellten die Ermittler bei dem 35-Jährigen nicht fest.

Die Staatsanwaltschaft forderte in der Verhandlung am Donnerstag eine Haftstrafe ohne Bewährung, auch weil der Mann vorbestraft sei. Er hatte schon früher gegen das Waffengesetz verstoßen und hatte sich zudem wegen Drogendelikten verantworten müssen.

Sendung: hr4, 16.05.2019, 12.30 Uhr