"Lasermann" John Ausonius / Tatort von 1992
"Lasermann" John Ausonius beim Prozessauftakt (l.), der Tatort im Frankfurter Westend 1992. Bild © picture-alliance/dpa

Schlusspunkt nach einem Mord vor 26 Jahren in Frankfurt: Der Bundesgerichtshof hat die lebenslange Haftstrafe gegen den sogenannten "Lasermann" bestätigt. Der Schwede hatte eine Garderobenfrau auf offener Straße erschossen.

Der so genannte "Lasermann" muss für immer ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof verwarf dessen Revision und bestätigte das Urteil des Landgerichts Frankfurt, wie am Dienstag bekannt wurde.

Das Frankfurter Gericht hatte den 65-jährigen Schweden John Ausonius im Februar dieses Jahres wegen Mordes an der Frankfurter Garderobenfrau Blanka Zmigrod zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt - 26 Jahre nach der Tat.

Ausonius habe 1992 die damals 68 Jahre alte Frau auf offener Straße im Frankfurter Westend erschossen. Das Gericht berief sich für sein Urteil auf "eine lückenlose Indizienkette". Demnach habe Ausonius in der Tasche der Hotelangestellten Zmigrod sein elektronisches Notizbuch mit wichtigen Daten vermutet. Er habe sich von Zmigrod bestohlen und vorgeführt und "in seinem narzisstischen Stolz verletzt" gefühlt. Nach Überzeugung der Frankfurter Richter tötete der Schwede daraufhin die Frau "mit hohem Maß an Kaltblütigkeit" auf offener Straße mit einem Kopfschuss.

Sicherheitsverwahrung angeordnet

Das Opfer, eine Jüdin, habe die Konzentrationslager in Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt, nicht aber die Begegnung mit dem Angeklagten, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung des Landgerichts.

Eine besondere Schwere der Schuld stellten die Richter nicht fest. Jedoch sei der Schwede ein "Hangtäter" und sehr gefährlich. Dass er weitere Gewalttaten begehen würde, sei wahrscheinlich. Daher verordneten die Richter eine Sicherheitsverwahrung. Wegen der langen Verfahrensdauer gelten vier Jahre Haft als bereits verbüßt.

Von Schweden ausgeliefert

Ausonius wurde im Dezember 2016 nach Deutschland ausgeliefert. In Schweden war er bereits wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er Anfang der 1990er Jahre auf mehrere Migranten geschossen hatte. Da er dabei mehrfach ein Gewehr mit Laserzielvorrichtung benutzte, wurde er als "Lasermann" bekannt.

Sendung: hr-iNFO, 27.11.2018, 15.00 Uhr