Bienenstöcke auf einer Wiese im Winter

13 Bienenstöcke sind binnen weniger Wochen bei Breuberg im Odenwald zerstört worden - unter anderem mit Feuerwerkskörpern. Auf den benachbarten Streuobstwiesen werden im Frühjahr wohl zehntausende Bienen zur Bestäubung fehlen.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bienenstöcke in Breuberg zerstört

Bienenstöcke auf einer Wiese
Ende des Audiobeitrags

Mitten im Winter haben Bienen außerhalb ihrer schützenden Stöcke, wo sie sich gegenseitig wärmen, kaum eine Überlebenschance. Für mehrere Völker in einem Wald bei Breuberg (Odenwaldkreis) kam es daher einem Todesurteil gleich, dass sich vermutlich Menschen in purer Zerstörungslust an ihnen vergingen.

Wie das Polizeipräsidium Südhessen am Freitag meldete, hat ein Imker angezeigt, dass unter sieben seiner Bienenstöcke am Alten Grenzberg mehrere Feuerwerkskörper gezündet wurden. Der Lärm und Rauch trieben die Bienen aus ihren Kästen in die Kälte, wo sie verendeten. Pro Volk waren das tausende Tiere. Der Übergriff müsse sich zwischen 20. Dezember und 8. Januar ereignet haben, sagte der Imker der Polizei.

Vermutlich dieselben Täter

Ein Sprecher der Behörde sagte dem hr am Freitag, der Mann habe sich deswegen erst jetzt gemeldet, weil die Polizei Anfang dieser Woche von einem ganz ähnlichen Vorfall ganz in der Nähe berichtet hatte. Nur 300 Meter von dem einen Tatort entfernt stießen Unbekannte zwischen dem 16. und 20. Januar sechs Bienenstöcke um, wodurch die Tiere auseinanderstoben und schließlich erfroren. Die Täter mussten dabei über einen Drahtzaun klettern, um an die Bienen heranzukommen.

Laut Polizei lagen beide Bienenstände abgelegen am Rand eines Waldes unweit einer Streuobstwiese. "Dort kommt keiner zufällig vorbei", sagte der Sprecher. Daher sei in beiden Fällen von denselben Tätern auszugehen. Vom Ort aus sei es ein etwa zehnminütiger Fußweg dorthin.

Die Polizei macht sich keine große Hoffnungen, die Täter zu finden. Ihr Sprecher äußerte sich verständnislos über die Sinnlosigkeit der Tat: "Alle Welt spricht vom Umweltschutz, und dann macht jemand so etwas."

Zehntausende bestäubende Insekten fehlen

Weil Bienenvölker im Laufe des Frühjahrs rasant wachsen, werden rund um Breuberg bald Zehntausende von bestäubenden Insekten fehlen - was nicht zuletzt die Besitzer der Obstbäume auf der nahen Streuobstwiese merken werden.

Ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz liegt laut Polizei allerdings nicht vor, da dieses nur Gewalt gegen Wirbeltiere ahndet. Den Verlust der Imker schätzt sie im einen Fall auf rund 3.000, im anderen auf rund 2.000 Euro.

Sendung: hr4 für Südhessen, 24.01.2020, 12.30 Uhr