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Die Zeitung taz erhebt Vorwürfe gegen das Medizinunternehmen B.Braun. Zwischenhändler sollen in der Ukraine minderwertige Materialien vertrieben haben, angeblich mit Wissen der Melsunger Firma. B.Braun bestreitet Verwicklungen in den Pfusch.

Laut einem Bericht der taz sind in ukrainischen Krankenhäusern jahrelang minderwertige Verbrauchsmaterialien aus der Türkei oder Ägypten bei Dialyse-Behandlungen eingesetzt worden. Viele Patienten seien daraufhin krank geworden, weil die Filter und Schläuche verunreinigt gewesen seien.

Werbung mit deutscher Qualität

Ein ukrainischer Zwischenhändler habe diese Produkte im Namen des deutschen Herstellers B.Braun Melsungen vertrieben. B.Braun liefert über solche Zwischenhändler Dialyse-Maschinen in die Ukraine. Die Händler werben vor Ort mit der deutschen Qualität der Produkte.

Besonders eine von B.Braun als Zwischenhändler autorisierte Firma namens Medikalgrup Ukraine soll in die Machenschaften verstrickt sein und statt der deutschen Qualitätsprodukte Billig-Verbrauchsmaterialien an die Krankenhäuser geliefert haben. Die taz wirft B.Braun vor, trotz Kenntnis von den Vorgängen die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nicht beendet zu haben.

B.Braun: Zusammenarbeit nach Eigenrecherche beendet

B.Braun streitet dies jedoch ab. Gegenüber dem hr räumten die Nordhessen ein, seit drei Jahren von den Vorwürfen gewusst zu haben. Man habe daraufhin selbst vor Ort recherchiert und einen Anwalt beauftragt.

Der habe die Vorwürfe zwar nicht bestätigen können. Dennoch habe man die Zusammenarbeit mit dem Zwischenhändler ein Jahr später sicherheitshalber beendet. Seit 2017 dürfe die ukrainische Firma keine Aufträge mehr für Dialyseprodukte und -maschinen für B.Braun annehmen.

Sendung: hr-iNFO, 14.03.2019, 16.20 Uhr