Brand Birkenau
Das Wohnhaus wurde komplett zerstört. Bild © Stefanie Oemisch/hr

Nach dem Hausbrand in Birkenau und einer öffentlichen Fahndung hat die Polizei den Besitzer des bis auf die Grundmauern zerstörten Hauses festgenommen. Der mutmaßliche Brandstifter war an den Tatort zurückgekehrt.

Am Ende machte es der 59-jährige Verdächtige den Ermittlern einfach: Die Polizei hatte seit Freitag öffentlich nach dem Besitzer des komplett zerstörten Hauses in Birkenau (Bergstraße) gefahndet. Am Sonntag kehrte er zu den Trümmern seines Hauses zurück - und wurde dort von Beamten der Polizeistation Heppenheim festgenommen, wie die Ermittler mitteilten. Weitere Angaben machten die Beamten mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht.

Der 59-Jährige steht laut Polizei unter dringendem Verdacht der schweren Brandstiftung. Er lebte alleine in dem Haus, das am Freitagmorgen bis auf die Grundmauern niederbrannte - nicht zuletzt aufgrund einer heftigen Explosion. Teile des Gebäudes flogen bis zu 30 Meter weit. Durch die Detonation wurden auch angrenzende Häuser beschädigt und mussten wegen Einsturzgefahr geräumt werden.

Haus sollte zwangsversteigert werden

Brandexperten der Polizei und des LKA fanden am Freitag in den Trümmern Gasflaschen, die im Haus gelagert waren. Einige Flaschen seien entweder im Lauf des Feuers oder vor dessen Ausbruch gezündet worden, teilten die Ermittler mit. Das Haus sollte am Freitag zwangsversteigert werden. Die Ermittler prüfen, ob ein Zusammenhang mit dem Unglück besteht.

In einem anderen, weitaus tragischeren Fall, hatten im vergangenen August in Mörlenbach (Bergstraße) Hausbesitzer nach einer Zwangsversteigerung ebenfalls ihr Haus angezündet. Vor der Brandlegung tötete nach Ansicht der Polizei der Vater seine beiden Kinder. Die Eltern stehen wegen zweifachen Mordes aus Heimtücke und schwerer Brandstiftung vor Gericht. Die Ermittler gehen davon aus, dass finanzielle Probleme zu der Tat führten.

Sendung: hr-iNFO, 24.03.2019, 14.00 Uhr