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Pfarrer nach Durchsuchung im Pfarrhaus einstweilig vom Dienst freigestellt

Das Bistum Fulda hat einen Pfarrer vorerst vom Dienst entbunden. Sein Pfarrhaus im osthessischen Kalbach-Mittelkalbach war zuvor von Ermittlern für Internet-Kriminalität durchsucht worden.

Nach einer Durchsuchung der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft im Pfarrhaus von Kalbach-Mittelkalbach (Fulda) hat das zuständige Bistum Fulda den dortigen Pfarrer einstweilig vom Dienst freigestellt. Das Bistum reagierte damit am Freitag auf die Durchsuchungen vom Vortag in den Wohn- und Büroräumen des 40 Jahre alten katholischen Geistlichen.

Zu den Gründen für den Hausbesuch der Ermittler in der Pfarrei St. Kilian machte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben. Zuständig ist die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität (ZIT). Die Beamten stellten bei der Aktion elektronische Speichermedien und IT-Hardware sicher. Die Datenträger müssten nun ausgewertet werden, um zu überprüfen, ob sich ein Tatverdacht erhärte, so ein Sprecher.

"Gravierende Gründe"

Auch das Bistum Fulda hält sich bislang bedeckt: Man könne keine Angaben zu den Hintergründen machen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Es gibt aber offenbar "gravierende Gründe", die zu diesem Schritt geführt haben, wie das Bistum der Fuldaer Zeitung sagte. Bis auf weiteres wird der mitarbeitende Priester die Verwaltung der Kirchengemeinde übernehmen.

Der Pfarrer war in der Gemeinde Kalbach, 20 Kilometer südlich von Fulda gelegen, am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er halte sich aktuell nicht vor Ort auf, erklärte ein Bistumssprecher. Zur Freistellung kam es, nachdem die Bistumsleitung am Freitag mit dem Pfarrer gesprochen habe.

Der 40-Jährige wurde 2013 zum Priester geweiht und war seit vier Jahren in der Pfarrei in Mittelkalbach tätig. Aufgrund der Unruhe vor Ort hat die Pfarrgemeinde ihr für diesen Sonntag geplantes Pfarrfest abgesagt.

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