Trockener Boden neben einem Feld in Nierdersachsen
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Die ergiebigen Regenfälle in den vergangenen Tagen haben der Natur sichtbar gut getan. Aber nur auf den ersten Blick. Denn noch immer ist der Boden in Hessen viel zu trocken.

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Trotz des Starkregens in Teilen von Hessen ist weiter zu wenig Wasser im Boden. "Die tieferen Bodenschichten sind zu trocken, die Defizite sind noch nicht aufgeholt", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Zwar war am Montag und Dienstag viel Regen in kurzer Zeit gefallen. Doch der Untergrund sei zu hart und trocken. "Da kann nicht so viel Regen in die tieferen Bodenschichten eindringen." Nötig sei ein leichter Regen über mehrere Tage.

Ein Problem sind auch die sehr unterschiedlichen Niederschlagsmengen: In Schlüchtern (Main-Kinzig) beispielsweise fielen im Mai bisher 146,1 Liter pro Quadratmeter. "Normal wären 65,5, wir haben also mehr als das Doppelte." Im Frankfurter Westend dagegen sei der Normalwert von 57 Litern pro Quadratmeter - ein monatlicher Durchschnittswert aus 30 Jahren - noch gar nicht erreicht. Es seien nur 49,2 Liter gefallen.

Der große Regen ist erst mal vorbei

Am Montag und Dienstag hatte Starkregen Teile von Nord- und Osthessen unter Wasser gesetzt. Laut dem DWD wird sich die Lage aber weiter bessern: Die Niederschläge in den nächsten Tagen seien unbedeutend. "Es kann aufgeräumt werden, und die Hochwassersituation wird sich entspannen", erklärte der DWD-Sprecher.

Tief "Axel" hatte vor allem dem Nordosten des Landes heftige Niederschläge gebracht. In Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner) und Schlüchtern fielen innerhalb von 24 Stunden gut 95 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Dreiländereck Hessen-Bayern-Thüringen waren es 93 Liter, in Schotten (Vogelsberg) 91 Liter. "Hessen war damit abgesehen vom Alpenraum am stärksten betroffen", sagte ein DWD-Meteorologe.

Bis zum Wochenende bleibt's wechselhaft

Für die kommenden Tage ist laut DWD zwar weiterhin mit teils ergiebigem Dauerregen zu rechnen – "das Ärgste ist aber vorbei", sagte ein Sprecher. Am Mittwoch lockert es von Westen her auf, bis mindestens zum Wochenende bleibt es aber weiter wechselhaft. Die Temperaturen pendeln dabei ab Donnerstag zwischen 17 und 22 Grad.