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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Böller-Feuerwerk sei Dank: Kack-Vögel sind umgezogen

Vogelmist Wiesbaden Stare

Dank eines mehrtägigen Feuerwerks in der Wiesbadener Adolfsallee ist die Vogelkacke-Plage endlich bereinigt. Die rund 3.000 Stare sind umgezogen. Oder kommen sie vielleicht wieder?

Der Einsatz von Böllern gegen rund 3.000 Stare in der Wiesbadener Adolfsallee hat geholfen. Das ist die Bilanz von Oliver Weirich, dem Vogelschutzbeauftragten der Stadt. Die Vögel haben ihren Schlafplatz in die Bäume auf dem Mittelstreifen der Rheinstraße nahe dem Rhein-Main-Congress-Center verlegt. Dort seien nur einige Parkplätze betroffen. Die Vögel hätten sich zum Schlafen dicke Platanen ausgesucht, aus denen nicht mehr so viel Kot auf den Boden falle, sagte Weirich zu hessenschau.de.

Vor allem aber, sagte Weirich, werde nun der Spielplatz in der Adolfsallee vom Vogelkot verschont. Dies sei auch der Hauptgrund für den Einsatz der Böller gewesen, nicht die Verschmutzung der parkenden Autos. Ob die Vögel dauerhaft an ihrem neuen Platz bleiben werden, müsse man allerdings abwarten, so der Vogelexperte. Seit dem Ende der Aktion am Wochenende sind sie bislang jedoch nicht zurückgekehrt.

Böller-Einsatz mit Ausnahmegenehmigung

Der Einsatz der Böller war die letzte Maßnahme, nachdem andere Mittel zuvor nichts gebracht hatten - etwa Ballons. Weirich befürchtet nun, dass auch Privatpersonen auf den Geschmack kommen und selbst Böller einsetzen, etwa um Tauben zu vertreiben.

Der Vogelschutzbeauftragte weist darauf hin, dass auch die Stadt eine Ausnahmegenehmigung für den Einsatz der Böller bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragen musste. "Privates Böllern ist verboten", betonte Weirich, und werde in der Regel auch unsachgemäß durchgeführt: "Wenn man es falsch macht, riskiert man, dass sich die Vögel an die Böller gewöhnen und der Effekt gleich Null ist."

Nur wenige Stare durchschauen den Trick

Erfolgreich war demnach bereits die erste große Bölleraktion am Donnerstag vor einer Woche - dort wurden rund 15 unterschiedliche Böller in 30 Minuten gezündet. Darunter Theaterknaller, die mit dem Tablet sekundengenau ferngesteuert werden konnten, und auch solche, die in 15 Metern Höhe explodierten. An den Folgetagen wurden dann nur noch einige wenige weitere gezündet, berichtete Weirich: "Je mehr Abwechslung, desto schwerer ist es für die Stare, sich daran zu gewöhnen."

Nur wenige Vögel hätten die Aktion durchschaut, sagte Weirich: "Die wollten wohl aber nicht alleine zurückbleiben und sind ihrem Schwarm gefolgt."

Sendung: hr-iNFO, 19.10.2020, 19 Uhr