Bildkombi: Feuerwerk in Frankfurt - Polizist

Für die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sind Silvester und Neujahr Großlagen. In Frankfurt wird es Sicherheits- und Böllerverbotszonen geben. Auch andere hessische Kommunen bereiten sich auf eine "heiße Nacht" vor.

Videobeitrag

Video

zum Video Debatte um Feuerwerksverbote - das planen Hessens Städte

Ende des Videobeitrags

Für die hessischen Sicherheitsbehörden gilt sie als eine der heißesten Nächte des Jahres - nicht nur wegen des Feuerwerks. Überall in Hessen bereiten sich Polizei und Feuerwehr auf die anstehenden Dauereinsätze an Silvester und in der Neujahrsnacht vor. Dazu gehören: verstärkte Patrouillen, die Einrichtung von Sicherheitszonen und natürlich Böllerverbote.

Eiserner Steg wird zur Sicherheitszone

In Frankfurt wurde am Freitag ein Sicherheitskonzept für den zentralen Innenstadtbereich sowie das Mainufer vorgestellt. Der Eiserne Steg - ein bei Feiernden besonders beliebte Fußgängerbrücke über den Main - wird an Silvester zur Sicherheitszone. Das bedeutet, dass dort unter anderem keine Feuerwerkskörper gezündet werden dürfen. Auch Taschen mit einem Volumen von mehr als drei Litern dürfen nicht mitgeführt werden.

Bereits zuvor hatte die Bundespolizei Böller- und Waffenverbote für die S-Bahn-Stationen Konstablerwache, Hauptwache und Frankfurt-Höchst sowie die zwischen diesen Stationen verkehrenden Bahnen erlassen. Das Verbot gilt ab dem 31. Dezember 12 Uhr und endet am Neujahrsmorgen um 9 Uhr.

Hartes Durchgreifen gegen Angriffe

In der Frankfurter Innenstadt werden mehrere hundert Polizisten patrouillieren. Eine genaue Zahl gab die Frankfurter Polizei nicht bekannt. Erstmals sollen dabei sogenannte Bodycams - an der Uniform befestigte Miniaturvideokameras - zum Einsatz kommen, um Straftaten zu dokumentieren. Zudem werden mehrere Wasserwerfer in Bereitschaft gehalten.

Die Polizei in Frankfurt reagiert damit auf die Erfahrungen vergangener Jahre. So hatte es in der Silvesternacht 2018 in der Frankfurter Innenstadt drei versuchte Tötungdelikte gegeben. Ein besonderes Augenmerk gilt auch der Platensiedlung im Stadtteil Ginnheim. Dort hatten Jugendliche in den vergangenen Jahren immer wieder Mülltonnen in Brand gesteckt, Barrikaden errichtet und Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei angegriffen.

Videobeitrag

Video

zum Video Frankfurter stellt Sicherheitskonzept für Silvester vor

Ende des Videobeitrags

Die Frankfurter Polizei kündigte ein "hartes Durchgreifen" gegen solche Angriffe an. Derweil veröffentlichte die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft ebenfalls am Freitag einen Aufruf, in dem sie alle Bürgerinnen und Bürger zu Respekt gegenüber den Einsatzkräften aufrief.

Sicherheitskappen für Parkscheinautomaten

Auch andere Städte in Hessen ergreifen teils kuriose Maßnahmen, um städtisches Eigentum in der Silvesternacht vor fahrlässiger oder mutwilliger Zerstörung zu schützen. Die Stadt Kassel sichert rund 300 Parkscheinautomaten mit speziellen Schutzhauben aus Stahl. Diese sollen verhindern, dass die Automaten durch Feuerwerk beschädigt werden.

Vorteil für Autofahrer: Von Montag bis Donnerstag sind die Automaten außer Betrieb. Der Stadt Kassel entgehen dadurch schätzungweise 9.000 Euro an Einnahmen. Die Polizei in Kassel weist allerdings darufhin, dass nach wie vor die Höchstparkzeit kontrolliert werde. Autofahrer ohne Parkscheibe müssen also mit Bußgeldern rechnen.

Schutz historischer Stadtkerne

Und auch Feuerwerksverbotszonen werden in Kassel eingerichtet. So ist das Böllern rund um das Wahrzeichen Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe untersagt. Der Park hat seit 2013 den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes inne.

Ähnliche Verbote gelten für zahlreiche historische Altstädte in Hessen. So ist in Limburg Feuerwerk sowohl im historischen Stadtkern als auch auf der Domplatte verboten. Ein generelles Feuerwerksverbot - wie es die Deutsche Umwelthilfe aufgrund der hohen Schadstoffbelastung für Limburg gefordert hatte - lehnt die Stadtverwaltung jedoch ab. In Marburg herrscht Feuerwerksverbot traditionell in der fachwerklich geprägten Oberstadt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.12.2019, 19.30 Uhr