Foto von einer gefundenen, alten Kriegsbombe.

Der Kampfmittelräumdienst hat am Donnerstag bei Maintal eine Weltkriegsbombe gesprengt. Eine Entschärfung war nicht möglich. Rund 2.500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, auch der Flughafen war betroffen.

Der Kampfmittelräumdienst hat am Donnerstagabend bei Maintal-Bischofsheim eine Fliegerbombe gesprengt. Der 250-kg-Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg war mittags an der Grenze zu Frankfurt-Fechenheim bei Erschließungsarbeiten für die Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Maintal-West entdeckt worden.

Zustand des Zünders erlaubt keine Entschärfung

Nach einer ersten Beschau des Blindgängers kamen die Experten zu dem Schluss, dass eine Entschärfung wegen des Zustands des Zünders nicht möglich sei. Man entschied sich dazu, die Bombe zu sprengen.

Dazu musste ein Gebiet im Umkreis von 1.000 Metern um den Fundort evakuiert werden. Rund 2.500 Anwohnerinnen und Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Für Betroffene hatte die Stadt für die Dauer der Räumung im Bürgerhaus Bischofsheim eine corona-gerechte Notunterkunft eingerichtet. Laut Stadt machten davon 127 Personen Gebrauch.

Karte des zu evakuierenden Bereichs

Für die Sprengung musste auch der Straßenverkehr auf der A66 und der B3 gestoppt werden. Es kam zu erheblichen Staus im Berufsverkehr. Zwischen Hanau und Frankfurt fuhren keine Züge. Auch der Schiffsverkehr auf dem Main wurde eingestellt.

Am Frankfurter Flughafen wurde die Nordwestlandebahn vorübergehend außer Betrieb genommen, wie ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte. Ankommende Flugzeuge nutzten solange die beiden anderen Landebahnen.

Keine Schäden durch Explosion

Gegen 19.45 Uhr erfolgte dann die Explosion. Die Anwohner konnten wieder in ihre Häuser zurückkehren. Auch die Straßensperrungen würden sukzessive aufgehoben, sagte eine Stadtsprecherin. Über etwaige Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) dankte den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Ordnungsbehörde. "Durch koordiniertes, abgestimmtes Handeln konnte die zügige Evakuierung des betroffenen Bereichs erfolgen", sagte sie. "Mein herzlicher Dank gilt ebenfalls allen Anwohnerinnen und Anwohnern für ihr Verständnis und ihre Kooperationsbereitschaft."