Ein Mann schiebt ein Bombensuchgerät über eine Rasenfläche im Fuldaer Schlossgarten. Im Hintergund ist das Schloss zu sehen.

Im Zweiten Weltkrieg hagelte es auch auf Fulda Bomben. Bevor nun der Schlossgarten für die Landesgartenschau verschönert wird, muss der Park auf Kampfmittel untersucht werden. Das hat Folgen für Besucher.

Audiobeitrag

Audio

Blindgänger-Suche in Fuldaer Schlossgarten

Bombensuche im Fuldaer Schlossgarten
Ende des Audiobeitrags

Spätestens zur Landesgartenschau 2023 soll der dann sanierte Fuldaer Schlossgarten in voller Schönheit erstrahlen. Derzeit ist der zentrale Park zwischen Stadtschloss und dem Dom aber teilweise abgesperrt und eine Baustelle. Er muss von möglicherweise noch immer im Boden schlummernden explosiven Überresten aus dem Zweiten Weltkrieg befreit werden.

Am Mittwoch begannen dazu die Kampfmittelsondierungen in der Grünanlage, die eine beliebte Anlaufstelle für Besucher ist.

Luftbilder und Fotografien belegen unter anderem, dass der Schlossgarten bei den Bombardements der Alliierten nicht verschont wurde. Er liegt nämlich nicht weit entfernt von den Schienen-Anlagen des damals strategisch wichtigen Fuldaer Bahnhofs. Historische Aufnahmen illustrieren Zerstörungen und tiefe Krater in der Gegend.

Luftangriffe hinterließen Spuren

Stadtsprecher Johannes Heller zeigte dazu am Mittwoch Bilder und erklärte: Es gebe Untersuchungen zu Kampfmittelresten aus dem Zweiten Weltkrieg. In den Jahren 1944 und 1945 habe es Luftangriffe gegeben. "Wir gehen davon aus, dass die allermeisten Kampfmittel bereits in früheren Jahren und Jahrzehnten beseitigt wurden. Aber es ist Standard, dass bei allen größeren Baumaßnahmen im öffentlichen Raum noch mal eine Sondierung stattfindet."

Bombensuche im Fuldaer Schlossgarten

Um das Erdreich in dem Park zu untersuchen, wurde eine Firma beauftragt, die am Mittwoch ihre Arbeit demonstrierte. Ein Mitarbeiter schob dabei einen zweirädrigen, mit technischen Geräten ausgestatteten Handwagen in Bahnen über den Boden. Dabei wurde das Erdreich bis in fünf Metern Tiefe gescannt.

Mit elektromagnetischem Sensor auf der Suche

"Es wird mit einem elektromagnetischen Sensor gearbeitet", erklärte Kampfmittel-Sondierer Christian Rites. Alles was metallisch und verdächtig sei, werde in der Datenaufnahme aufgezeichnet und vermerkt. Das kann ein rostiger Nagel, irgendwelcher Schrott oder auch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg sein. Wenn etwas verdächtig ist, wird es von den Experten genauer überprüft. "Man benutzt dann eine Eisensonde und schaut, um was es sich handeln könnte."

Dieter Schwetzler, Leiter des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt, erläuterte: "Am Computer sichtet man dann die Aufnahmen und sucht nach Anomalien im Boden. Wenn diese auf Kampfmittel hindeuten, gräbt man." Wird dabei eine Bombe gefunden, tritt der Kampfmittelräumdienst in Aktion.

Größere Bomben können Jahrzehnte tief im Erdreich ruhen, ohne dass sie verrosten. Allerdings besteht bei den Zündern die Gefahr, dass sie über die Jahre korrodieren und instabil und somit zu einer Gefahr werden. Bei Kleinmunition ist die Gefahr höher, da sie meist nur bis etwa fünf Meter tief in der Erde stecken und der Witterung ausgesetzt sind. Da greifen dann irgendwann die Sicherungselemente nicht mehr, wie Schwetzler erklärte.

Schlossgarten soll hübscher werden

Der Schlossgarten wird derzeit mit Blick auf die Landesgartenschau (27. April bis 8. Oktober 2023) neu gestaltet. Boden- und Grünflächen, Wege und Brunnen sollen saniert werden. Der Park soll in seiner Anmutung optisch wieder an die Epoche des Spätbarock und Rokoko (1730-1780) erinnern. Die Umgestaltung kostet nach städtischen Angaben knapp drei Millionen Euro.

Bis Ende nächster Woche soll die Suche nach Bomben und Munitionsresten abgeschlossen sein. Teile des Schossparks bleiben für Besucher geschlossen, etwa das Areal an der Orangerie-Terrasse.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen