Lkw Brücke B40 Flörsheim-Wicker

Über vier Monate nach einem Lkw-Unfall auf der B40 bei Flörsheim ziehen sich die Reparaturarbeiten an einer beschädigten Brücke in die Länge. Das Bauwerk muss abgerissen werden. Allein: Einen Zeitplan gibt es nicht.

Audiobeitrag

Audio

zum hr1.de Audio Rückblick: Lkw bleibt in Brücke hängen

Flörsheim
Ende des Audiobeitrags

Die Bilder des Unfalls waren spektakulär. Mitte Juni blieb ein Lkw-Fahrer mit seinem aufgeklappten Anhänger an einer Brücke über die B40 bei Flörsheim-Wicker (Main-Taunus) hängen. Der Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon. Schlimmer erwischte es das Bauwerk: Unter großem Aufwand musste der Anhänger aus der Überführung herausgezogen werden.

Damit die Brücke nicht einstürzt, wurde sie durch Stützpfeiler gesichert. Die Bundesstraße musste auf Höhe der Flörsheimer Mülldeponie auf eine Spur beschränkt und eine Ampelregelung eingerichtet werden. Das ist über vier Monate her. Geändert hat sich daran bis heute nichts.

Neubau günstiger als Reparatur

Die Eigentümerin der Brücke, die angrenzende Rhein-Main-Deponie (RMD), mahnte die Autofahrer nun weiter zur Geduld. "Die Arbeiten dauern längern als ursprünglich angenommen", sagte der RMD-Geschäftsführer Heino von Winning am Dienstag dem hr.

Mittlerweile stehe immerhin fest, dass die Brücke abgerissen werde. Das sei kostengünstiger als eine Reparatur, so von Winning. Ein technisches Konzept für den Neubau liege auch schon vor. Das Problem: Weil Strom- und Wasserleitungen für die Deponie über die Brücke laufen, könne sie nicht einfach abgerissen und aufgebaut werden. Es braucht ein temporäres Bauwerk, um die Versorgung der Deponie zu gewährleisten.

An der Übergangsbrücke hängt's

Eine Prognose, wann diese Übergangsbrücke installiert werden kann, wagte von Winning nicht. Denn auch die Zwischenlösung muss wie bei einer neuen Brücke ein Genehmigungsverfahren durch Planer und Gutachter durchlaufen. Und diese sind angesichts der zahlreichen Brückenbaustellen in der Region ausgelastet, so von Winning.

Die bittere Erkenntnis: "Wir haben keinen Zeitplan", erklärte der RMD-Chef, der einen maritimen Vergleich bemühte: "Wie auf hoher See sind wir in Gottes Hand bei Genehmigungen." Zudem sei die Installation mit einer Spannweite von 40 Metern eine große technische Herausforderung.

Versicherung übernimmt Millionenbetrag

Immerhin: Die zu erwartenden Kosten von rund einer Million Euro übernehme die Versicherung. Und wenn dann mal alle Genehmigungen vorliegen, könnte es auch schnell gehen. "Der Neubau wird vormontiert und in wenigen Tagen installiert", so von Wenning. Bis dahin geht es auf der B40 weiter einspurig voran.