Laterne und Feuer

Eigentlich sind die Martins-Umzüge wegen Corona abgesagt. Nun versucht eine Frau in Groß-Zimmern einen "Lichterumzug" als Demo stattfinden zu lassen. Der Bürgermeister ist vehement dagegen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Demo als "Lichterumzug" getarnt

Laterne und Feuer
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Genau wie überall in Hessen haben Kindergärten und Kirchengemeinden auch in Groß-Zimmern (Darmstadt-Dieburg) alle Martins-Umzüge in diesem Jahr abgesagt. Schließlich dürfen sich ja zur Zeit nur Personen aus zwei Haushalten treffen. Und auch ohne Teil-Lockdown: Abstand und Maske sind beim Laternenumzug schwer hinzubekommen. Für Mittwoch ist in der Gemeinde aber trotz allem ein sogenannter "Lichterumzug" angemeldet - als Demonstration.

Bürgermeister will "Lichterumzug"-Demo verbieten

Bürgermeister Achim Grimm (CDU) hält nach eigener Auskunft gar nichts von dieser Veranstaltung, denn er kennt die Organisatorin. "Die Frau ist hier im Ort bekannt dafür, dass sie eine andere Meinung zu den Corona-Schutzmaßnahmen vertritt, als die meisten anderen." Demnach erzähle sie offensiv, dass sie in Berlin bei den Querdenken-Demonstrationen war. Auch versuche sie immer wieder, ohne Maske in Geschäfte zu gehen.

Mit der Demonstrationsanmeldung sei zwar keine politische Aussage verknüpft, so Bürgermeister Grimm, für ihn ist aber klar, dass hier zwei Dinge verknüpft werden, die nichts miteinander zu tun haben sollten. Außerdem hält er eine derartige Versammlung zum jetzigen Zeitpunkt für "verantwortungslos": Gerade seien 32 Covid-19-Infektionen in einer Groß-Zimmerner Pflegeeinrichtung bekannt geworden. Grimm will den "Lichterumzug" deshalb per Verfügung verbieten, der Bescheid sei unterwegs. Blauäugig ist der Bürgermeister allerdings nicht, er rechnet nach eigener Aussage mit Gegenwehr.

Sendung: hr4, 10.11.2020, 12.30 Uhr