Justizia Sujet Gericht Urteil

Weil sie militante Islamisten in Syrien mit Geld unterstützt haben sollen, müssen sich zwei Männer voraussichtlich vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Anklage erhoben. Einer der Männer war Anfang des Jahres in Wiesbaden festgenommen worden.

Der Vorwurf lautet Terrorfinanzierung: Zwei Männer, die militante Islamisten in Syrien über ein internationales Netzwerk mit Geld unterstützt haben sollen, müssen sich aller Voraussicht nach bald vor Gericht verantworten. Einer der beiden war Anfang des Jahres in Wiesbaden festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft hat am Stuttgarter Oberlandesgericht Anklage erhoben, teilte die Karlsruher Behörde mit.

Seit Monaten in Untersuchungshaft

Damit der Prozess beginnen kann, muss das Gericht die Anklage noch zulassen. Die mutmaßlichen Terrorfinanzierer haben beide die deutsche Staatsangehörigkeit und sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft. Einer der Männer ist ein 30-Jähriger, der in Wiesbaden wohnt und dort am 15. Januar festgenommen wurde. Der zweite Angeklagte war bereits am 7. Januar im Zuge von Razzien in mehreren Bundesländern in Ulm gefasst worden.

Bei den Razzien waren damals noch ein weiterer Mann und eine Frau festgenommen worden. Die Ermittlungsverfahren gegen sie wurden inzwischen an die Generalstaatsanwaltschaften Celle und München abgegeben.

Geld für islamistische Kämpfer und Waffen

Die beiden Angeklagten sollen zu einem internationalen Netzwerk gehört haben, das militante Islamisten in Syrien mit Geld unterstützt. Über eine Internet-Plattform sollen beide etliche Male Geld geschickt haben, hieß es nun. 

Zentrale Figur soll ein Mann in dem Bürgerkriegsland sein, der über eine Internet-Plattform zu Spenden aufruft. Diese sollten den Ermittlern zufolge unter anderem einem Zusammenschluss militant-islamistischer Terrorgruppierungen zugute kommen, der sich Haiat Tahrir al-Scham (HTS) nennt. Mit dem Geld sollten Waffen gekauft und Kämpfer unterstützt werden.

Die HTS will laut Bundesanwaltschaft Syriens Präsidenten Baschar al-Assad stürzen, um einen "Gottesstaat" zu errichten. Kern der Anfang 2017 gegründeten Gruppe ist die frühere Al-Nusra-Front. Auch die paramilitärische Gruppierung Malhama Tactical, die HTS-Kämpfer ausbilde, und die Vereinigung Junud al-Sham, die auch Nachbarländer und den Kaukasus unterwerfen wolle, seien unterstützt worden.