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Audioseite Fall Woolrec wird neu verhandelt

Woolrec

Im Prozess um das mittlerweile stillgelegte Recycling-Unternehmen Woolrec hat der Bundesgerichtshof die Urteile kassiert. Jetzt muss noch einmal neu verhandelt werden.

Der Prozess um die ehemalige Mineralfaserfirma Woolrec aus Braunfels-Tiefenbach (Lahn-Dill) wird noch einmal aufgerollt. Wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Dienstag mitteilte, hob der BGH das Urteil gegen die beiden Angeklagten aus dem Oktober 2019 mit Beschluss vom 5. August auf.

Der frühere Firmengeschäftsführer und ein Gutachter des ehemaligen Recyclingunternehmens waren vom Landgericht Gießen wegen des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen beziehungsweise Beihilfe dazu zu Geldstrafen verurteilt worden. Der hr hatte den Fall mit seinen Recherchen ins Rollen gebracht.

Falsches Mischverhältnis

Die Richter verhängten damals Geldstrafen zwischen 17.150 Euro (490 Tagessätze zu 35 Euro) und 52.500 Euro (350 Tagessätze zu 150 Euro). Einer der beiden Angeklagten hatte die Geschäftsidee, Abfälle aus gefährlichen künstlichen Mineralfasern wie Glaswolle mit Ton, Gelatine und Wasser zu binden und diese Masse als Baustoff an Ziegeleien weiterzuverkaufen.

Dabei hielten sie sich aber offenbar nicht an die von den Behörden vorgeschriebenen Mischverhältnisse und Kontrollen. Die Richter schlossen nicht aus, dass dadurch gefährliche Stoffe freigesetzt wurden.

Schöffin hätte nicht arbeiten dürfen

Der Fall wird nun an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. Im Fall des Gutachters wurde das Urteil komplett aufgehoben. Er hatte gerügt, das Gericht sei mit einer von der Dienstleistung entbundenen Schöffin besetzt gewesen. Seine Revision war erfolgreich.

Bei der Verurteilung des früheren Geschäftsführers bestätigte der BGH, dass er sich im Umgang mit gefährlichen Abfällen strafbar gemacht habe. Allerdings müsse neu bewertet werden, inwieweit es sich um 56 Einzelfälle im Zusammenhang mit Verjährungsfristen gehandelt habe.

Die Firma Wooolrec war nach langem Streit um eine mögliche Schadstoffbelastung im Herbst 2012 stillgelegt worden.

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