Ali B. wird von Beamten einer Spezialeinheit zu einem Polizeihubschrauber gebracht.

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Landgerichts Wiesbaden im Fall Susanna bestätigt. Die Einwände ihres Mörders Ali B. gegen das Verfahren seien unbegründet.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bundesgerichtshof verwirft Revision im Mordfall Susanna

Ein Hinweisschild mit Bundesadler und Schriftzug Bundesgerichtshof in Karlsruhe.
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Zwei Jahre nach der Vergewaltigung und dem Mord an der 14-jährigen Schülerin Susanna F. aus Mainz ist die Verurteilung des Angeklagten rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verwarf in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss dessen Revision gegen das Urteil des Landgerichts Wiesbaden.

Das Landgericht hatte den Iraker Ali B. im Juli 2019 zu lebenslanger Haft verurteilt und eine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Es entschied, dass nach Ende der Haftzeit eine Sicherungsverwahrung angeordnet werden kann. Ali B.s Verteidiger legte Revision ein, vor allem weil er die Umstände kritisierte, unter denen sein Mandant als Tatverdächtiger aus dem Irak nach Deutschland zurückgeholt worden war. Der Bundesgerichtshof verwarf nun die Revision als unbegründet.

Leiche zwei Wochen nach der Tat gefunden

Dem Gerichtsurteil zufolge vergewaltigte der zur Tatzeit 21 Jahre alte Ali B. die Schülerin Ende Mai 2018 und ermordete sie anschließend, um das vorherige Verbrechen zu vertuschen. An einer Böschung an der Bahnstrecke in Wiesbaden-Erbenheim vergrub er sie in der Erde. Die Polizei fand die Leiche erst etwa zwei Wochen nach der Tat.

In der Zwischenzeit floh Ali B., der als Flüchtling nach Deutschland gekommen war, mit seiner Familie in den Irak. Von dort holte ihn der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, persönlich nach Deutschland zurück - ohne ein offizielles Auslieferungsverfahren.

Im Prozess gestand B., dass er Susanna erwürgt und verscharrt habe. Er bestritt jedoch, sich an ihr vergangen zu haben. Im Oktober 2019 verurteilte ihn das Landgericht Wiesbaden in einem zweiten Prozess wegen der Vergewaltigung einer Elfjährigen zu siebeneinhalb Jahren Haft.

Sendung: hr-iNFO, 12.05.2020, 12 Uhr