Beerdigung von Walter Lübcke

Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und dessen zwei mögliche Komplizen hatten weitaus mehr Waffen als bislang bekannt: 46 wurden insgesamt bei ihnen gefunden, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Das Bundesinnenministerium bestätigte dem hr am Dienstagabend eine Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag: Demnach wurden bei dem mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) und zwei möglichen Komplizen insgesamt 46 Schusswaffen gefunden. Zuerst hatte die Online-Ausgabe der Zeitung Der Tagesspiegel darüber berichtet.

Lübcke war am 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha erschossen worden. Als mutmaßlicher Täter gilt der Rechtsextremist Stephan Ernst. Er soll Lübcke getötet haben, weil dieser sich für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt hatte. Den beiden möglichen Komplizen wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen.

Die Tatwaffe hatten die Ermittler in Kassel in einem Versteck gefunden, das Ernst ihnen genannt hatte. Darin sollen sich insgesamt fünf Waffen befunden haben - darunter die Tatwaffe mit dem Kaliber .38 sowie eine Pumpgun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi.

Weit mehr Waffen als bislang bekannt

Die Antwort auf die Kleine Anfrage zeigt, dass bei Ernst, dem möglichen Waffenlieferanten Elmar J. aus Nordrhein-Westfalen und dem mutmaßlichen Vermittler Markus H. aus Kassel wesentlich mehr Waffen entdeckt wurden als bisher bekannt war. Wo genau die Waffen gefunden wurden, teilte das Innenministerium unter Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht mit. Gleiches gelte für "weitere Gegenstände wie China-Böller, Messer und Sportbögen".

Die Linksfraktion im Bundestag hatte in ihrer Kleinen Anfrage vom 24. Juli unter anderem wissen wollen: "Welche Waffen und Sprengmittel wurden nach Kenntnis der Bundesregierung bei den Beschuldigten beschlagnahmt?"

Die Antworten des Bundesinnenministeriums auf ihre weiteren Fragen wollte die Linksfraktion im Bundestag am Dienstagabend auf Nachfrage des hr zunächst nicht öffentlich machen.

Sendung: hr-iNFO, 20.08.2019, 18.00 Uhr