Artikel der verbotenen, rechtsetremistischen "Blood & Honour"-Gruppierung.
Artikel der verbotenen, rechtsetremistischen "Blood & Honour"-Gruppierung. Bild © picture-alliance/dpa

Bei einer deutschlandweiten Razzia gegen Neonazis ist auch ein Mann aus dem nordhessischen Helsa festgenommen worden. Insgesamt vier Beschuldigte sollen versucht haben, die verbotene Vereinigung Blood & Honour neu zu beleben.

Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen ein Vereinigungsverbot hat die Polizei am Mittwoch in ganz Deutschland 15 Wohnungen mutmaßlicher Neonazis durchsucht. Dabei gab es vier Festnahmen. Einer der Festgenommenen kommt aus Helsa (Kassel), wie der hr erfuhr. Dort fand auch eine Durchsuchung statt.

Anlass für die Durchsuchungen war laut Mitteilung der federführenden Generalstaatsanwaltschaft München, dass die Beschuldigten versucht haben sollen, die verbotene rechtsextremistische Vereinigung Blood & Honour Deutschland wieder aufzubauen. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt insgesamt gegen zwölf Verdächtige.

Festgenommener Nordhesse wurde per Haftbefehl gesucht

Die Durchsuchungen fanden unter anderem in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen-Anhalt statt. Schwerpunkt der Aktion war Bayern. Die Ermittler suchten nach Beweisen zur Mitgliederstruktur und nach Rechtsrock-CDs, die die Neonazis in Deutschland verkauft haben sollen.

Im thüringischen Eisenach trafen die Beamten nach Auskunft eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft München auf zwei Männer, die per Haftbefehl gesucht wurden. Einer von ihnen stammt aus Helsa. Nähere Informationen zu den Festgenommenen gab es zunächst nicht.

Seit 2000 verboten

Das rechtsextremistische Netzwerk Blood & Honour ist seit dem Jahr 2000 verboten. Die Beschuldigten sollen neben den CDs mit verbotenen Rechtsrockliedern auch Artikel mit verbotenen rechtsradikalen Symbolen in Deutschland vertrieben haben, um damit rechtsextremistisches Gedankengut zu verbreiten.

Disclaimer: In einer früheren Version des Artikels hatte es geheißen, zwei Festnahmen seien in Helsa erfolgt. Dies wurde auf Hinweis der Münchner Generalstaatsanwaltschaft korrigiert.

Sendung: hr-iNFO, 12.12.2018, 15 Uhr