Bussard steckt im Kühlergrill fest
Der Bussard war schwerer verletzt als zunächst angenommen. Bild © Polizeipräsidium Südosthessen

Die Freude währte kurz: Nur mit einem Beinbruch hatte ein Bussard den Zusammenprall mit einem Auto überlebt. Doch die Verletzung erwies sich als weitaus schlimmer, als die Retter vermutet hatten.

Nachdem das Polizeipräsidium Offenbach am Montagmittag mitteilte, dass ein Bussard einen Zusammenstoß mit einem Auto überlebt hatte, erfuhr der hr am Abend, dass das Tier wenig später doch eingeschläfert werden musste. Zuvor hatte Bild über die traurige Wendung berichtet.

Am Samstag war ein 42 Jahre alter Autofahrer nach dem Zusammenstoß mit dem Greifvogel bei Nidderau (Main-Kinzig) von einem Wildunfall ausgegangen und zur Polizei gefahren, um den Schaden dokumentieren zu lassen. Wie die Polizei mitteilte, entdeckten die Beamten den Bussard im Kühlergrill des Wagens - und hielten ihn zunächst für tot.

Doch der Vogel begann sich zu bewegen. Daher bauten die Beamten kurzerhand den Kühlergrill aus und befreiten das Tier. Weil er ein Bein gebrochen hatte, brachten sie den Bussard, den sie inzwischen "Bussi" getauft hatten, zur Greifvogelstation nach Ronneburg - und dachten, sie hätten ihn gerettet.

Der Bussard steckt im Kühlergrill.
Der Bussard steckte im Kühlergrill fest - die Beamten befreiten ihn aus seiner misslichen Lage. Bild © Polizeipräsidium Südosthessen

Trümmerschaden im rechten Bein

Allerdings stellten Tierärzte und Falkner Walter Reinhart schnell fest: Bussi hatte nicht einfach einen glatten Beinbruch, das Bein war komplett zertrümmert. Dazu kam noch der Abriss des Gelenks. Reinhart berichtet: "Das Bein hing nur noch mit der Haut am Körper." Nicht einmal zwei Stunden nach dem Besuch der Polizei erlösten sie den Vogel.

"Hätten die Polizisten das ganze Ausmaß der Verletzung erkannt, wäre es besser gewesen, sie hätten den Vogel gleich erschossen", sagt Reinhart. Er berichtet aber, dass es häufiger Zusammenstöße zwischen Raubvögeln und Autos gebe. Vergangenes Jahr etwa sei ein Bussard in den Kühlergrill eines Lkw geraten und noch hundert Kilometer mitgefahren, mit gutem Ausgang: "Den haben wir damals sogar wieder hinbekommen. Aber hier gab es keine andere Möglichkeit."

Sendung: hr4, 16.07.2018, 18.30 Uhr