Ein Schild warnt vor Infektionsgefahr

Das Coronavirus hat Hessen erreicht. Unser Ticker-Meldungen zum Nachlesen vom 6. bis 9. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen im Ticker

MELDUNGEN VOM MONTAG, 9. MÄRZ

+++ Sieben neue Corona-Fälle am Montag +++

In Hessen haben sich insgesamt 27 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte das hessische Sozialministerium am Montagabend mit. Das Sozialministerium registrierte sieben neue Fälle:

  • In Fulda wurde das Virus bei zwei Männern im Alter von 33 und 56 Jahren nachgewiesen. Sie seien am Wochenende aus Südtirol zurückgekommen und befänden sich in häuslicher Isolation. Beide zeigen nach Angaben des Landkreises schwache Symptome. Die vier Mitreisenden seien weitgehend symptomfrei und befänden sich in freiwilliger Quarantäne.
  • Im Lahn-Dill-Kreis wurden laut Sozialministerium zwei weitere Personen positiv getestet. Beide zeigen demnach milde Krankheitssymptome und sind zuhause isoliert. Eine Person sei eine Kontaktperson der Infizierten aus dem Vogelsbergkreis, die andere habe sich bei einer Reise nach Südtirol angesteckt.
  • In Wiesbaden ist nach Angaben der Stadt eine 1967 geborene Frau erkrankt, die am 29. Februar mit grippalen Symptomen aus dem Grödnertal in Südtirol zurückgekehrt war. Ihr Mann, der mit ihr verreist war, wurde ebenfalls getestet. Das Ergebnis stand am Montag noch aus. Auch er befindet sich in häuslicher Quarantäne.
  • Im Rheingau-Taunus-Kreis hat sich außerdem die Mutter einer bereits infizierten 27-Jährigen angesteckt (wir berichteten über beide Fälle bereits am Sonntag). Beide Frauen befinden sich seit Donnerstag letzter Woche in häuslicher Quarantäne.
  • Im Kreis Marburg-Biedenkopf ist eine 50 Jahre alte Frau betroffen, wie die Pressestelle des Kreises am Montagabend mitteilte. Die Frau befinde sich mit milden Symptomen in häuslicher Quarantäne. Das Testergebnis des gleichaltrigen Ehemannes deute ebenfalls auf eine Infektion hin, eine Kontrolluntersuchung stehe noch aus. Das Paar habe sich zuvor in Südtirol aufgehalten.

+++ Herborner Arzt-Praxis unter Quarantäne +++

Wegen eines Corona-Verdachtsfalls ist eine Arztpraxis in Herborn vom Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises bis zum 20. März unter Quarantäne gestellt worden. Darüber berichtete am Montag das Portal mittelhessen.de. Es gehe um eine Person, die mit einem Infizierten Kontakt hatte. Das Gesundheitsamt will nun alle Personen ermitteln, die mit dem Verdachtsfall in der Praxis Kontakt hatten. "Wer nichts vom Gesundheitsamt hört, der muss sich keine Sorgen machen", sagte eine Sprecherin des Amts.

+++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++

Die Deutsche Bank hat ihre 150-Jahrfeier abgesagt. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus könne das Geldhaus nicht am Festakt zum Jubiläum am 21. März festhalten, heißt es in einem Brief von Konzernchef Christian Sewing und Aufsichtsratschef Paul Achleitner an die Belegschaft. Es gehe zum einen um die Gesundheit aller Beteiligten. Zum anderen sei momentan keine verlässliche Planung möglich.

Die Entscheidung sei dem Management sehr schwer gefallen, lange habe man am Festakt in Berlin festgehalten. Man prüfe nun, wie man das Jubiläum in der zweiten Jahreshälfte begehen könne. Mit dem Festakt wollte Deutschlands größtes Geldhaus an die Gründung des Instituts vor 150 Jahren erinnern. Die Konzession erhielt die Deutsche Bank am 10. März 1870.

+++ Europa-League-Spiel nicht in Basel +++

Das ursprünglich für den 19. März angesetzte Europa-League-Spiel zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt kann wegen des Coronavirus nicht wie geplant in Basel stattfinden. Die Kantonspolizei Basel-Stadt hat mit dem Krisenstab entschieden, diese Partie nicht zu bewilligen. Wo und ob das Spiel stattdessen stattfindet, ist noch offen. Mehr Infos finden Sie in unserem Artikel.

Videobeitrag

Video

zum Video Mehr Coronavirus-Infektionen in Hessen

hsk
Ende des Videobeitrags

+++ Entscheidungen über Großveranstaltungen im Einzelfall +++

In Hessen soll im Einzelfall entschieden werden, ob Veranstaltungen mit größeren Besucherzahlen stattfinden können oder nicht. Zuständig seien dafür jeweils die Gesundheitsämter vor Ort, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) in Wiesbaden. Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, sagte, bei der Bewertung solcher Veranstaltungen spiele etwa eine Rolle, ob sie im Freien oder in einem geschlossenen Raum stattfänden.

Videobeitrag

Video

zum Video Großveranstaltungen wegen Corona in Gefahr?

hsk
Ende des Videobeitrags

+++ Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Rings abgesagt +++

Wegen des Coronavirus hat die Stadt Bensheim die Verleihung des Gertrud-Eysoldt-Ringes und die Gala am kommenden Samstag abgesagt. Die Dynamik und die Entwicklungen der vergangenen Tage mache eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt unausweichlich, teilte die Stadt am Montag mit.

Die Verleihung an die Schauspielerin Sandra Hüller im Bensheimer Parktheater soll voraussichtlich im Herbst nachgeholt werden. Formal soll dies am Dienstag in einer Sondersitzung des Magistrats beschlossen werden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 1986 von der Stadt Bensheim zusammen mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für eine herausragende schauspielerische Leistung im Theater verliehen.

+++ Blutreserven halten nur noch 2,2 Tage +++

Die Blutreserven in Hessen werden knapp, aktuell gebe es noch Blut für 2,2 Tage, sagt Eberhard Weck vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). In seinen 30 Jahren Dienstzeit habe es selten so wenige Reserven gegeben, von acht verschiedenen Blutgruppen sei aktuell der Vorrat bei fünf  "gering" oder "beunruhigend gering". Viele potenzielle Spender seien wegen des neuen Virus verunsichert oder befürchten, sich anzustecken, wenn sie Blut spenden.

Empfänger von Blutspenden können sich übrigens nicht durch das fremde Blut infizieren: Corona ist eine Schmier- und Tröpfcheninfektion und wird nach bisherigem Wissensstand nicht übers Blut übertragen. 1.000 Blutspenden werden in Hessen am Tag gebraucht, um genug Vorrat zu haben.

+++ Trend-Messe in Fulda abgesagt +++

Die Trend-Messe der Kreishandwerkerschaft in Fulda wurde wegen des Coronavirus in diesem Jahr abgesagt. Das teilte der Veranstalter auf seiner Website mit. Die Messe war für den 12. bis 15. März geplant. Derzeit werde geprüft, ob die Messe zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden kann.

Videobeitrag

Video

zum Video Was wir bisher über Corona wissen

hsk
Ende des Videobeitrags

+++ Landesregierung richtet Corona-Ausschuss ein +++

Wegen des Coronavirus hat die hessische Regierung am Montag einen ressortübergreifenden Ausschuss eingerichtet. Dieser soll insbesondere die Auswirkungen auf die Wirtschaft sowie auf Universitäten, Schulen und Kindergärten koordinieren und Fragen des Verbraucherschutzes und der Sicherheitspolitik beantworten.

Dem Gremium gehören die Staatssekretäre aus sieben Ministerien und der Sprecher der Landesregierung an. Den Ausschuss leiten wird der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (CDU).

+++ Klinikverbund kritisiert "unnötige Privatnutzung von Desinfektionsmittel" +++

Der Klinikverbund Hessen hält Desinfektionsmittel auch in Zeiten des Coronavirus für unnötig, gründliches Händewaschen reiche völlig aus. "Es ist ja schön, wenn Aldi Desinfektionsmittel verkauft, vielleicht gehen dann die Diebstähle in den Krankenhäusern zurück", sagte Geschäftsführer Reinhard Schaffert am Montag.

Allerdings werde "durch die Privatkäufe und die Diebstähle das Desinfektionsmittel dort knapp, wo es wirklich gebraucht wird: im Krankenhaus, in Praxen und für immungeschwächte Personen." Durch die "unnötige Privatnutzung von Desinfektionsmittel" würden "Menschenleben gefährdet".

Im Klinikverbund sind alle hessischen Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft und die Spitzenverbände der Trägerorganisationen zusammengeschlossen.

Sogar aus Waschräumen in Krankenhäusern wird Desinfektionsmittel gestohlen.

+++ Dax und Ölpreis brechen ein +++

Der Kursrutsch an der deutschen Aktienbörse beschleunigt sich: Der Leitindex Dax verlor am Montag zum Handelsauftakt 7,36 Prozent auf einen Stand von 10.692,29 Punkten. Als Grund gilt die weitere Ausbreitung des Coronavirus und die befürchteten Folgen für die Weltwirtschaft. Zuvor waren die Börsen in Asien eingebrochen. Der japanische Leitindex Nikkei verlor gut 5 Prozent.

Als Folge der Krise fiel auch der Rohölpreis um etwa 30 Prozent. Auslöser dafür war die Nachricht, dass sich das Ölkartell Opec und seine Kooperationspartner nicht auf eine weitere Beschränkung der Rohölproduktion einigen konnten.

+++ Kein Coronavirus bei Schülern aus Lahn-Dill-Kreis entdeckt +++

Nach dem Verdacht auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus sind alle Tests bei Schülern der Lahntalschule in Lahnau auf Sars-CoV-2 negativ verlaufen. Trotzdem bleiben alle Beteiligten der aus einer Skifreizeit aus Südtirol zurückgekehrten Klassen und ihre Betreuer vorsorglich in häuslicher Quarantäne, wie der Lahn-Dill-Kreis am Montag mitteilte. Bei 52 noch am Freitag getesteten Personen mit Erkältungssymptomen seien die Befunde negativ. Der Kreis empfahl auch allen Menschen, die in derselben Wohnung oder im selben Haus wohnen und in sensiblen Bereichen arbeiten, sich mit ihrem Arbeitgeber in Verbindung zu setzen.

Die insgesamt 74 Schüler sowie 16 Lehrkräfte und Begleiter der Lahntalschule waren am Freitag aus der Skifreizeit zurückgekehrt. Südtirol gilt mittlerweile nach Angaben des Robert Koch-Instituts als Risikogebiet.

+++ Ansturm auf Aldi wegen Desinfektionsmittel +++

Wegen des Coronavirus ist die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln so stark gestiegen, dass in vielen Läden die Regale längst leer sind - oder im Internet teilweise Wucherpreise verlangt werden. Aldi Süd und Nord haben seit Montag Desinfektionsmittel im Angebot. In einigen Frankfurter Filialen bildeten sich bereits Schlangen. Nach Angaben eines Kassierers war die Ware binnen weniger Minuten ausverkauft, obwohl jeder Kunde nur drei entsprechende Produkte kaufen durfte.

Videobeitrag

Video

zum Video Ansturm auf Desinfektionsmittel

startbild-hamsterkaeufe
Ende des Videobeitrags
Leeres Regel mit der Aufschrift "Desinfektion"

+++ EZB testet Notfallplan +++

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt setzt am Montag einen Teil ihres Notfallplans um. Ihre rund 3.700 Mitarbeiter sind aufgerufen, von zu Hause aus zu arbeiten. Das hatte eine Sprecherin am Wochenende bestätigt. Mit dem Homeworking-Test soll demnach vor allem die IT-Infrastruktur der Bank getestet werden - also etwa Laptops und Datenübermittlung.

Die EZB hatte bereits vergangene Woche erste Vorsichtsmaßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus getroffen. Mitarbeiter sollen seitdem auf nicht unbedingt nötige Dienstreisen verzichten, alle nicht notwendigen Besuche sollen unterbleiben, Konferenzen in den Räumlichkeiten der EZB wurden verschoben. 

MELDUNGEN VOM SONNTAG, 8. MÄRZ

+++ Vier neue Corona-Fälle +++

Die Zahl der in Hessen mit dem Corona-Virus infizierten Personen ist am Sonntag auf 21 gestiegen. Im Landkreis Kassel befindet sich laut Sozialministerium eine Person in häuslicher Quarantäne. Genaue Details sind über diesen Fall bislang nicht bekannt. Infiziert ist auch eine Frau aus Lautertal. Wie der Kreis Bergstraße bekanntgab, befindet sie sich mit leichten Symptomen ebenfalls in häuslicher Quarantäne.

Im Landkreis Offenbach musste zudem ein 43 Jahre alter Mann aus Obertshausen mit leichten Krankheitssymptomen in stationäre Behandlung. Aktuell prüfe das Gesundheitsamt, mit wem der Mann zuletzt Kontakt gehabt hat. Der Fall stehe in Zusammenhang mit dem Corona-Fall im Umfeld der hr-Bigband. Am 2. März war die Band im Rahmen einer Probe mit einer infizierten Person in Kontakt gekommen, ein Konzert wurde daraufhin abgesagt.

Im Rheingau-Taunus-Kreis hat außerdem die Mutter einer bereits infizierten 27-Jährigen ebenfalls das Corona-Virus. Bei der Tochter wurde das Virus bereits am Donnerstag festgestellt. Das teilte das Gesundheitsamt des Kreises am Sonntag mit. Beide Frauen befinden sich bereits seit Donnerstag letzter Woche in häuslicher Quarantäne. Bei drei weiteren Kontaktpersonen der 27-Jährigen.steht das Ergebnis noch aus.

+++ Bislang kein Corona-Nachweis in Schülergruppe +++

In der in Quarantäne genommenen Schülergruppe aus Rimbach (Bergstraße) gibt es bislang keine nachgewiesene Infektion mit dem Coronavirus. Das teilte der Kreis am Sonntag mit. Dem Gesundheitsamt liege eine vorläufige Mitteilung des Labors vor, dass das Testergebnis bei sechs Teilnehmern der Klassenfahrt negativ sei. In zwei Fällen sei allerdings eine Grippe-Infektion nachgewiesen worden. Vorsorglich müssen 99 Schüler und zehn Betreuer der Martin-Luther-Schule in Rimbach vorerst zu Hause bleiben. Die Gruppe war am Freitag von einer Skifreizeit aus Südtirol zurückgekehrt.

+++ 40 Prozent der Firmen schränken Reisen ein +++

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben rund ein Viertel der Unternehmen in Hessen bereits einen Notfallplan ausgearbeitet, der bei einem Krankheitsfall in den eigenen Reihen in Kraft tritt. Das geht aus einer Umfrage des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK) hervor. Zwei von fünf Unternehmen schränken demnach bereits die Reisetätigkeit ihrer Mitarbeiter ein. Rund 34 Prozent haben nach eigenen Angaben die Teilnahme an Messen und Veranstaltungen abgesagt, rund 27 Prozent erlauben ihren Mitarbeitern, von zu Hause aus zu arbeiten ("Home-Office"). Lediglich 23 Prozent gaben an, noch keine Schutzmaßnahmen ergriffen zu haben. In die vom 4. bis 7. März dieses Jahres durchgeführte Befragung flossen die Antworten von 988 Unternehmen in Hessen ein.

MELDUNGEN VOM SAMSTAG, 7. MÄRZ

+++ Wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus +++

Videobeitrag

Video

zum Video "Gewinner" und "Verlierer" des Coronavirus

hs070320
Ende des Videobeitrags

Viele Menschen reisen wegen des weltweiten Ausbruchs des Coronavirus nicht mehr. Besonders Flüge nach Asien sind vom Kundenrückgang betroffen. Auch die Gastronomie spürt große finanzielle Einbußen. Auf der anderen Seite machen auch Unternehmen große Gewinne mit der Sorge der Bevölkerung. Die hessenschau spricht mit Betroffenen.

+++ Keine neuen Fälle bestätigt +++

Im Zeitraum zwischen Freitag- und Samstagmittag sind keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen bekanntgeworden. Das teilte das Sozialministerium am Samstag mit. Damit gibt es aktuell weiterhin 17 bestätigte Fälle. Die meisten Hessen, die sich infiziert haben, befinden sich demnach weiter in häuslicher Isolation.

MELDUNGEN VOM FREITAG, 6. MÄRZ

+++ Quarantäne für Schüler und Lehrer nach Südtirol-Rückkehr +++

Schülergruppe aus Rimbach kommt aus dem Skiurlaub in Südtirol zurück

Die Schülergruppe aus Rimbach (Bergstraße) mit 99 Schülern und zehn Lehrern ist am Freitagabend aus ihrem Skiurlaub in Südtirol zurückgekehrt. Das Gesundheitsamt ordnete bereits am Donnerstag für die gesamte Reisegruppe häusliche Quarantäne an, da ein Schüler und eine Begleitperson bereits in Italien Symptome einer Grippe zeigten.

Auch einer Schülergruppe aus Griesheim (Darmstadt-Dieburg), die ebenfalls am Freitag aus dem Skiurlaub aus Südtirol zurückkam, wurde von der Schulleitung in einem Schreiben empfohlen, vorsorglich zwei Wochen lang in häuslicher Quarantäne zu bleiben, wie es auf der Homepage der Schule hieß.

Schülern einer Schule in Kelkheim-Fischbach (Main-Taunus), die auf Skifreizeit in Südtirol waren, wurde am Freitag vom Kreisgesundheitsamt mitgeteilt, dass sie in der kommenden Woche nicht in die Schule gehen sollen. Wegen eines möglichen Kontakts zu einem begründeten Verdachtsfall während der Freizeit sei beschlossen worden, dass die Kinder zunächst für eine Woche für eine häusliche Absonderung vom Unterricht freigestellt werden, wie die Stadt mitteilte. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Das Gesundheitsamt Gießen hat einer 37-köpfigen Gruppe von Berufsschülern und Lehrkräften nach ihrer Rückkehr am Freitagabend aus Südtirol vorsorgliche häusliche Quarantäne empfohlen. Abstriche zum Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus werden vorgenommen, wenn Symptome auftreten, teilte das Gesundheitsamt mit. Die Schülergruppe hatte sich ebenfalls in den vergangenen Tagen zur Skifreizeit in Südtirol aufgehalten. Nach Behördenangaben geht es dem größten Teil der Gruppe gut. Eine Person habe leichte Erkältungssymptome.

Das Robert-Koch-Institut hat Südtirol am Freitag zum Risikogebiet für den Coronavirus eingestuft.

+++ Hessens Unternehmen spüren Corona-Auswirkungen +++

Gut die Hälfte der hessischen Unternehmen spürt einer aktuellen Umfrage zufolge wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus. Besonders betroffen sind Gastgewerbe, Reisewirtschaft, Industrie und Handel. Das geht aus den Antworten von mehr als 900 Unternehmen hervor, wie der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) mitteilte.

"Gerade für kleine und mittlere Unternehmen können diese Auswirkungen schnell zu einer existenziellen Gefahr werden", warnte HIHK-Präsident Eberhard Flammer. Probleme bereiteten unter anderem die Unsicherheiten über künftige Geschäfte, eine nachlassende Nachfrage sowie fehlende Waren und Dienstleistungen. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) warnte davor, dass die Angst vor dem Coronavirus womöglich wirtschaftlich schlimmere Folgen haben könnte als das Virus selbst. "Wir müssen die Situation ernst nehmen, zugleich aber überlegt vorgehen", so der Minister.

+++ Zwei weitere Schülergruppen waren in Corona-Risikogebiet +++

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass eine Schülergruppe aus Südhessen nach einer Ski-Freizeit in Südtirol in Quarantäne muss. Am Freitag teilte das Staatliche Schulamt Weilburg mit: Auch zwei Schülergruppen aus Mittelhessen waren im neuen Corona-Risikogebiet Südtirol. Nach hr-Informationen handelt es sich um insgesamt 122 Schüler und 18 Begleitpersonen aus drei verschiedenen Schulen im Lahn-Dill-Kreis und im Kreis Limburg-Weilburg. Das Schulamt Weilburg ist für beide Landkreise zuständig.

Der Gruppe aus Limburg-Weilburg wird bei ihrer Ankunft eine freiwillige Quarantäne nahegelegt. Auf das Corona-Virus getestet werden sollen nur Personen, bei denen Symptome auftreten. Wie das Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises verfährt, ist noch nicht bekannt. Die Busse wurden für Freitagabend zurück erwartet.

+++ Lufthansa will Zahl der Flüge um bis zu 50 Prozent reduzieren +++

Der Einbruch der Buchungen infolge der Ausbreitung des Coronavirus belastet die Lufthansa zunehmend. Der Vorstand entschied am Freitag, erst einmal noch weniger Flüge als ohnehin schon geplant anzubieten. Je nachdem wie sehr die Nachfrage weiter sinke, werde die Zahl der Verbindungen in den kommenden Wochen um bis zu 50 Prozent reduziert. Wie viele Flüge das betreffen könnte, konnte ein Sprecher auf Nachfrage von hessenschau.de nicht mitteilen. Auch die Einführung von Kurzarbeit für Mitarbeitende prüft Lufthansa derzeit in Ansprache mit der Bundesagentur für Arbeit. In den vergangenen Tagen kündigte die Airline wiederholt an, Flüge zu streichen - etwa nach China, nach Italien und nach Israel.

+++ Dritte Infektion im Kreis Gießen +++

Im Kreis Gießen gibt es einen dritten Corona-Fall. Eine 29 Jahre alte Frau aus dem Osten des Landkreises ist erkrankt, wie der Kreis am Freitag mitteilte. Sie zeige milde Symptome, sei zu Hause isoliert und werde vom Gesundheitsamt betreut.

Die Infektionskette der Frau kann nach Kreis-Angaben zu einem bekannten Fall in Berlin zurückverfolgt werden. Dort hatte sich die 29-Jährige am vergangenen Wochenende gemeinsam mit einer 21-jährigen Frau aus dem Vogelsbergkreis aufgehalten und mit dem Coronavirus angesteckt. Am Donnerstag war die Infektion der Frau aus dem Vogelsbergkreis bestätigt worden. Weil die 29-Jährige als Kontaktperson galt, wurde für sie am Donnerstag Quarantäne angeordnet, wie der Landkreis weiter mitteilte. Das Gesundheitsamt ermittele nun mögliche weitere Kontaktpersonen.

+++ Zentrale Untersuchungsstellen für Verdachtsfälle +++

Um eine effiziente Versorgung möglicher mit dem neuartigen Coronavirus Infizierter in Hessen zu gewährleisten, werden ab Montag an ausgewählten Standorten des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes zentrale Untersuchungsstellen eingerichtet. Dort sollen bei entsprechendem ärztlichen Verdacht gebündelt Tests auf das neuartige Virus Sars-CoV-2 gemacht werden, wie das Sozialministerium am Freitag mitteilte. Damit sollen Hausarztpraxen entlastet werden.

Die zentralen Untersuchungsstellen seien nur für Patienten, die nach strenger Indikation des Robert-Koch-Instituts (RKI) getestet werden sollen, hieß es in der Mitteilung weiter. Voraussetzung für einen Test sind nach den Kriterien des RKI eine akute Erkrankung der Atemwege und ein Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet.

+++ 16 bestätigte Infektionen - neuer Fall im Kreis Kassel +++

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 ist am Freitag in Hessen auf 16 gestiegen. Im Kreis Kassel gibt es einen ersten Fall. Auf Anordnung des Gesundheitsamtes befinde sich der 54 Jahre alte Mann in häuslicher Isolation, teilte der Landkreis mit. Er war demnach vor kurzem aus einem Urlaub in Norditalien zurückgekehrt und hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen dort infiziert.

Der Patient hat nach Angaben des Kreises "milde Symptome einer Atemwegserkrankung wie Fieber, Husten und Halsschmerzen". Mittlerweile gehe es ihm gut. Kontaktpersonen seien ausfindig gemacht worden. Sie befinden sich vorsorglich ebenfalls in häuslicher Quarantäne.

+++ Umfrage: Deutsche stehen Coronavirus gelassen gegenüber +++

Häufigeres Händewaschen, aber ansonsten viel Gelassenheit: Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus ist bei vielen Menschen in Deutschland weiterhin gering. Das ist das Ergebnis des neusten Deutschlandtrends, einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap unter Wahlberechtigten. Die große Mehrheit nimmt Corona trotz vieler bestätigter Fälle noch immer ziemlich gelassen.

Auch den Behörden und Gesundheitseinrichtungen vertrauen die Bürger mehrheitlich, gleichwohl die Zahlen im Vergleich zum Vormonat abgenommen haben. Zwei Drittel (66 Prozent) sind der Meinung, diese hätten die Situation alles in allem unter Kontrolle - das sind 16 Punkte weniger als im Februar.

ARD Deutschlandtrend Corona

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2019):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

Weitere Informationen

Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
Ende der weiteren Informationen
Weitere Informationen

Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

Ende der weiteren Informationen