Das Coronavirus hat Hessen erreicht. Unser Ticker-Meldungen zum Nachlesen vom 19. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen im Ticker

Die wichtigsten Meldungen:

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung in den vergangenen Tagen bereits eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Den aktuellen Stand der Verordnungen finden Sie auf www.corona.hessen.de.

MELDUNGEN VOM DONNERSTAG, 19. MÄRZ

+++ Eintracht-Profi infiziert, Team geht in Quarantäne +++

Das Bundesliga-Team der Frankfurter Eintracht hat seinen ersten Coronafall. Nachdem der namentlich nicht genannte Spieler über Unwohlsein und die typischen Krankheitssymptome klagte, wurde ein Test durchgeführt. Dieser fiel positiv aus, wie die Eintracht mitteilte. Die komplette Mannschaft sowie der Betreuerstab und einige Mitarbeiter aus dem Teamumfeld werden sich laut Mitteilung zeitnah einen Test unterziehen und in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.

"Vermutlich war das leider nur eine Frage der Zeit. Wir werden aber auch diese schwierige Situation überstehen", sagte Sportvorstand Fredi Bobic. "Es kann jeden treffen. Und deshalb auch in diesem Zusammenhang ganz klar an alle Menschen: Jeder muss Verantwortung übernehmen und zu Hause bleiben." Hier finden Sie weitere Infos zum ersten Coronafall bei der Eintracht.

+++ 89-Jährige im Kreis Offenbach gestorben +++

In Hessen gibt es den zweiten bestätigten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dabei handelt es sich nach Angaben des Kreises Offenbach um eine 89 Jahre alte Frau. Die Seniorin stamme aus Mainhausen. Sowohl die Infektionskette als auch die Kontaktpersonen der Verstorbenen seien nachvollzogen worden. Insgesamt gibt es der Mitteilung vom Donnerstagabend zufolge derzeit 50 bestätigte Infektionen im Kreis Offenbach. Bis auf zwei Patienten, die in Kliniken versorgt würden, befänden sich alle in häuslicher Quarantäne.

Der erste Todesfall in Hessen wurde am Dienstagabend vermeldet. Ein 68 Jahre alter Mann, der in einer Wiesbadener Klinik behandelt wurde, war durch das Virus an einer Lungenentzündung erkrankt.

+++ Lufthansa stellt medizinisches Personal frei +++

Die Lufthansa übernimmt ihren Teil der gesellschaftlichen Verantwortung zur Bekämpfung des Coronavirus. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, können sich Mitarbeiter mit medizinischer Ausbildung ab sofort auf freiwilliger Basis freistellen lassen, um bei Bedarf in medizinischen Einrichtungen auszuhelfen. Das Grundgehalt will der Konzern mit Sitz in Frankfurt weiter übernehmen.

"Aktuell kann niemand absehen, welche weiteren Folgen sich durch die Verbreitung des Coronavirus ergeben", heißt es in einer Mitteilung. "Sicher ist aber: Zusätzliches medizinisches Personal wird verstärkt gebraucht werden." Außerdem kündigte die Airline weitere Sonderflüge in aller Welt an, um möglichst viele Menschen schnell zurück in ihre Heimat zu holen.

+++ SVWW-Profis verzichten auf Teil des Gehalts +++  

Die Fußballprofis des Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden verzichten in den nächsten Monaten auf einen Teil ihres Gehalts. Damit unterstützen sie den Verein, dem durch die Folgen der Coronavirus-Pandemie Einnahmeverluste drohen. Auch Trainer, Sportdirektor und Mitarbeiter sowie Geschäftsführung und Belegschaft des SVWW ziehen mit. "Es zeigt, wie verantwortungsbewusst unsere Spieler, Trainer und Funktionsteam denken und sehen, dass es uns nur gemeinsam gelingen kann, diese Krise zu bewältigen", sagte Sportdirektor Christian Hock. Mehr Infos haben unsere Sportkollegen zusammengetragen.

Spieler des SV Wehen Wiesbaden rücken immer näher zusammen.

+++ Virologe Stürmer: "Die Dynamik der Corona-Krise wird jetzt sehr stark" +++

Die Zahl der Corona-Infizierten in Hessen steigt rapide. So rasch wird sich das nach Einschätzung des Frankfurter Virologen Martin Stürmer nicht ändern. "Die Epidemie nimmt an Fahrt auf, und wir kommen jetzt mitten hinein in das ansteigende Geschehen. Verglichen mit Italien hängen wir so ein bis zwei Wochen hinterher", sagt Stürmer im Interview mit hessenschau.de. Zu einer möglichen Ausgangssperre sagt er, es sei das letzte Mittel, das jetzt noch bleibe. "Man wird die Ausgangssperre meiner Meinung nach dann anwenden müssen, wenn sonst gar nichts mehr geht." Das komplette Interview lesen Sie hier.

Videobeitrag

Video

zum Video Virologe Martin Stürmer beantwortet Ihre Corona-Fragen (Teil 1)

Virologe Martin Stürmer im Skype-Interview
Ende des Videobeitrags

+++ Medienbericht: Kanzlerin und Länder beraten am Sonntag über Ausgangssperren +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Ländern wollen nach einem Medienbericht an diesem Sonntag über Ausgangssperren in der Corona-Krise beraten. Dies berichtete der SWR am Donnerstag unter Berufung auf den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Mehrere Regierungschefs hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht. "Es hängt von der Bevölkerung ab, ob wir schärfere Maßnahmen ergreifen müssen", sagte Kretschmann dem SWR. Hintergrund ist, dass viele Bundesbürger den Aufrufen, Abstand zu Mitmenschen zu halten, nicht nachkommen.

+++ Kultusministerium zu Abi: "Wir sind zufrieden mit dem Start"

Die Abiturprüfungen sind in Hessen trotz der Coronakrise ohne große Probleme angelaufen. "Wir sind zufrieden mit dem Start", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Die Vorgaben zur Hygiene und den Sicherheitsabständen zwischen den Schülern seien insgesamt umgesetzt worden. Landesweit sind rund 23.500 Abiturienten am Start. Regulärer Unterricht wird derzeit nicht mehr erteilt.

Der Philologenverband und der Landeselternbeirat erklärten, in ihren Organisationen gebe es eine heterogene Einschätzung der Lage. Es gebe viele Befürworter, aber auch viele Sorgen. Wie in der gesamten Gesellschaft gebe es auch unter den Schülern einen Teil, der die Situation nicht angemessen ernst nehme, sagte Landesschulsprecher Paul Harder.

+++ Netflix drosselt Videoqualität wegen Corona-Krise +++

In Zeiten von sozialer Isolation schnellen die Aufrufe bei Streaming-Anbietern in rekordverdächtige Höhen. Das hat nun Auswirkungen: Netflix wird die Datenmengen in seinem Video-Streamingdienst in Europa zunächst für 30 Tage drosseln, um die Netze in der Coronavirus-Krise zu entlasten. Der Marktführer reagierte damit am Donnerstag auf einen Aufruf von EU-Kommissar Thierry Breton. 

Die Netflix-Nutzer sollten trotzdem einen Dienst mit "guter Qualität" bekommen, versicherte die US-Firma. Nach Einschätzung des Unternehmens wird Netflix durch den Schritt aber 25 Prozent weniger Datenverkehr verursachen. Breton begrüßte das Entgegenkommen.

+++ Coronafall am Kreiskrankenhaus Bergstraße +++

Am Kreiskrankenhaus Bergstraße gibt es einen Coronafall. Nach Angaben der Klinik ist ein Arzt des Krankenhauses am Mittwoch positiv auf das Virus getestet worden. Es sei noch unklar, wo sich der Mitarbeiter infiziert habe. Eine Ansteckung mit dem Virus außerhalb der Klinik sei derzeit anzunehmen, hieß es weiter. Der Arzt befindet sich laut Mitteilung in einem gesundheitlich guten Zustand in häuslicher Quarantäne. Patienten, die mit dem Arzt in Kontakt gestanden hätten, seien dem Gesundheitsamt mitgeteilt worden. Auf die reguläre Patientenversorgung hat der Fall laut Kreiskrankenhaus nur geringe Auswirkungen. Es habe wenige unmittelbare beziehungsweise relevante Kontakte. Die betroffenen Personen seien unter häusliche Quarantäne gestellt worden.

Kreiskrankenhaus Bergstraße

+++ Glockenläuten und Gebet am Sonntag +++

Am Sonntag, 22. März, sollen um 12 Uhr in Frankfurt und Offenbach die Glocken läuten. Die evangelische und die katholische Kirche haben gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) ihre Gemeinden dazu aufgefordert, ab 12 Uhr für zehn Minuten die Glocken läuten zu lassen. Während dem Läuten sind alle zu einem gemeinsamen Gebet eingeladen. Täglich läuft zudem die Aktion #Balkonsingen. Jeden Abend um 19 Uhr singen und musizieren Menschen das Schlaflied "Der Mond ist aufgegangen" und posten davon Videos und Bilder auf Instagram, Facebook und Twitter.

+++ Fragen und Antworten: Das bedeutet die Corona-Krise für den Alltag in Hessen +++

Erst wurden Großveranstaltungen abgesagt, dann Schulen und Kitas in ganz Hessen geschlossen - das Coronavirus krempelt den Alltag in Hessen zunehmend um. Die Landesregierung hat inzwischen fünf Verordnungen erlassen, um die Verbreitung der Infektionskrankheit zu verlangsamen. Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.

Corona-Maßnahmen: Sitzverbot an diesem Tisch im Restaurant

+++ Kassel sperrt Goetheanlage und Stadthallengarten +++

Die Stadt Kassel hat am Donnerstag die Goetheanlage und den Stadhallengarten vorsorglich abgesperrt. Dort hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder mehrere Personen in größeren Gruppen aufgehalten und sich nicht an die Empfehlung gehalten, Sicherheitsabstand untereinander aufgrund des Coronavirus zu wahren. Bereits am Mittwoch mussten die Polizei und das Ordnungsamt dort verschiedene Menschengruppierungen auflösen.

Ein Polizeistreife steht in der bei Jugendlichen beliebten Goetheanlage. Sie sprechen gezielt Menschengruppen an, um sie vor der Gefährdung und Verbreitung durch das Coronavirus zu warnen.

+++ Fotoaktion: Was Corona mit unserem Leben macht +++

Zu bespaßende Kinder im Homeoffice, Kinos und Discos geschlossen, Balkon statt Ausflug ins Grüne: Der Coronavirus hat schon jetzt unseren Alltag umgekrempelt. Zeigen Sie uns, wie Sie diese besondere Zeit erleben.

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Leben in Zeiten von Corona: Hier können Sie Ihr Foto hochladen

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+++ Hersfeld-Rotenburg verbietet Ansammlungen mit mehr als 20 Menschen +++

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat am Donnerstag Veranstaltungen oder Versammlungen mit mehr als 20 Menschen verboten. Diese Verordnung gilt ab dem 21. März und ist erst einmal bis einschließlich 19. April gültig, wie der Landkreis mitteilte. "Die Zahl 20 ist eine Höchstgrenze, die ohne Ausnahmegenehmigung nicht überschritten werden darf", erklärte Landrat Michael Koch (CDU). "Sie sollte auch nicht zwingend ausgeschöpft und je nach Situation angepasst werden. Sind zehn Personen in einem kleinen Raum, können dies schon zu viele Personen sein."

+++ Uni Gießen bittet Medizin-Studierende um Mithilfe +++

Die Universität Gießen hat ihre Medizin-Studenten in der Corona-Krise um Mithilfe bei der Patientenversorgung gebeten. "Angesichts der sich abzeichnenden Mehrbelastungen des Gesundheitswesens bitten wir alle Studierenden mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung als Pflegekraft, sich umgehend zu melden", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Aufruf der Universität. Sollte sich die Situation im medizinischen Bereich weiter verschärfen, so werden laut Mitteilung auch Studierende ab dem abgeschlossenen zweiten klinischen Semester für die Patientenversorgung benötigt. Auch in diesem Fall sollen sich Freiwillige melden.

+++ Stadt Hanau bietet Notfall-Lieferdienst für Hilfsbedürftige +++

"Hanau lässt keinen allein" – das sagt die Stadt und bietet deshalb ab Freitag einen kommunalen Lieferservice an: Hanauer Bürger, die sich in einer Notlage befinden, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und keine Hilfe haben oder wegen Quarantänemaßnahmen die Wohnung nicht verlassen können, sollen grundversorgt werden.

Ab Morgen kooperiert die Stadt dazu mit einem Hanauer Rewe-Markt. Betroffene Personen können sich beim laut Stadt speziell gebildeten Versorgungsteam per Telefon unter 06181-2958130 oder per E-Mail an versorgung@hanau.de melden. Hier wird dann die Notfall-Bestellung aufgenommen und am Folgetag von Mitarbeitern der Stadt geliefert. Die Produktliste ist auch unter www.corona.hanau.de einsehbar.

+++ Kein Nachtverkehr mehr mit Bussen und Bahnen in Frankfurt +++

Der Nachtverkehr mit Bussen und Bahnen in Frankfurt wird ab Freitag aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt. Das teilte die Stadt am Donnerstagnachmittag mit. Die letzten Bahnen und Busse fahren demnach gegen 0.30 Uhr an ihrer jeweiligen Starthaltestelle ab, sofern sie nicht fahrplanmäßig schon früher enden. Die ersten Fahrten am frühen Morgen starten ab etwa 4.30 Uhr.

Mit dieser Maßnahme will die Nahverkehrsgesellschaft traffiQ den Tagesverkehr sicherstellen, der seit Mittwoch nach dem Ferienfahrplan verkehrt. Die Stadt weist darauf hin, dass in den kommenden Tagen der Ausfall weiterer Fahrten und Linien möglich sei. Auch stärkere Einschränkungen des öffentlichen Nahverkehrs können nicht ausgeschlossen werden.

+++ Lufthansa und Tui kämpfen in Coronakrise um Existenz +++

Die Coronakrise zwingt die Lufthansa und den Reisekonzern Tui in den Existenzkampf. Die Vorstände beider Unternehmen setzen deshalb auf einen strikten Sparkurs und Kurzarbeit für viele tausend Mitarbeiter. Angesichts komplett weggebrochener Buchungen und ungewisser Dauer der Pandemie verlangen Verbände und Politiker zudem direkte Staatshilfen. Allein die Fluggesellschaften brauchten global rund 200 Milliarden Dollar (185 Milliarden Euro) Nothilfe, wie der Airlineverband IATA am Donnerstag in Genf erklärte.

Lufthansa und ihre Töchter wollen zunächst mit einem beispiellosen Sparprogramm durch die Coronakrise kommen. Der Dax-Konzern legt nahezu die gesamte Flotte still, schickt Zehntausende Mitarbeiter in die Kurzarbeit und wirbt um milliardenschwere Staatshilfen. Bei Tui Deutschland sollen die Beschäftigten für ein halbes Jahr in Kurzarbeit gehen. Die mit dem Management vereinbarte Regelung greife für die Zeit vom 1. April bis zum 30. September, hieß es in einer Information des Konzernbetriebsrats.

+++ Gegen Quarantäne verstoßen: Ärger für Ex-Eintrachtler Jovic +++

Dem ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Stürmer Luka Jovic droht wegen des Verstoßes gegen Quarantäne-Regeln in seinem Heimatland Serbien eine Strafanzeige. Serbiens staatliche Nachrichtenagentur Tanjug berichtete am Donnerstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von entsprechenden Ermittlungen.

Den Angaben zufolge sollte Jovic nach seiner Einreise nach Serbien zwei Wochen zu Hause bleiben. Er habe seine Wohnung aber mindestens einmal verlassen und dies mit einem Gang zur Apotheke begründet, hieß es weiter. Serbische Boulevardblätter warfen Jovic vor, in der Hauptstadt Belgrad feiern gegangen zu sein.  "Hey, Junge! Willst Du uns alle töten?", fragte etwa die Tageszeitung Kurir. Jovic spielt seit dieser Saison für Real Madrid.

dpa Jovic Serbien

+++ 740 Infizierte in Hessen +++

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hessen ist auf 740 gestiegen. Das teilte das hessische Sozialministerium am Donnerstagnachmittag mit. Damit handelt es sich um den größten Anstieg innerhalb eines Tages seit Ausbruch des Coronavirus in Hessen. Am Mittwochnachmittag lag die Zahl noch bei 547. Die meisten bestätigten Fälle werden aus Frankfurt (95), dem Landkreis Fulda (62) und dem Schwalm-Eder-Kreis (52) gemeldet. Deutschlandweit ist die Zahl auf knapp 11.000 gestiegen. Hier finden Sie unsere Karte.

+++ Ordnungsbehörden kontrollieren Ladenschließungen +++

Nach der landesweiten Schließung von Geschäften, Kneipen und Freizeiteinrichtungen haben die Städte mit ersten Kontrollen begonnen. Vereinzelt wurden Läden zwangsgeschlossen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Auf die Verhängung von Bußgeldern verzichteten die Kommunen jedoch zunächst.

"Wir haben bereits am Mittwoch mit Kontrollen begonnen", berichtete ein Sprecher des Frankfurter Ordnungsamts. Schwerpunkte gebe es keine, es würden "sämtliche Bereiche kontrolliert, die in der Verordnung genannt sind". In Darmstadt verstärkte die Kommunalpolizei ihre Kontrollen. "Das Bürger- und Ordnungsamt hat den Auftrag erhalten, die vom Land Hessen veröffentlichte Verordnung zu prüfen und restriktiv umzusetzen", begründete ein Sprecher der Stadt den Schritt.

In Wiesbaden wurden die meisten Verstöße auf Sportanlagen und Bolzplätze festgestellt. Allein auf neun der 30 kontrollierten Spielplätze trafen die Ordnungshüter Menschen an. Die Geschäfte der Landeshauptstadt hielten sich den Angaben zufolge bereits am Mittwoch an die Richtlinie. "Die Geschäftsleute, die die Maßnahmen noch nicht umgesetzt hatten, folgten den Anweisungen der Stadtpolizei unverzüglich", sagte der Ordnungsdezernent.

In Fulda sprachen Polizisten Passanten an, die in Gruppen zusammenstanden. "Wenn bei Streifengängen Besonderheiten festgestellt werden, versuchen unsere Beamten, die Menschen im Gespräch für die Situation weiter zu sensibilisieren", sagte ein Polizeisprecher. In Offenbach sprachen Mitarbeiten der Stadtpolizei mit Ladenbesitzern, die sich nicht an die Schließung hielten. Auf die Verhängung von Bußgeldern verzichteten sie - auch weil die Rechtslage unklar sei. "Es wäre nach unserer Einschätzung ein Straftatbestand, der zur Anzeige gebracht werden müsste", sagte eine Sprecherin der Stadt.

+++ Schleusenzelt vor Klinikum Hanau eingerichtet +++

Wer ins Klinikum Hanau will, kommt seit Dienstagnachmittag nur noch durch ein Schleusenzelt hinein. Das betrifft sowohl die wenigen noch zugelassenen Besucher als auch Patienten, die einen Termin vor Ort haben. "Normalerweise können die Gebäude des Klinikums über 80 unterschiedliche Zugänge betreten werden", so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Damit sei bisher die Überprüfung eines potentiellen Infektionsrisikos kaum möglich gewesen.

Im Zelt fragen die Mitarbeiter jetzt nach Krankheitssymptomen oder dem Aufenthalt in Risikogebieten. In den ersten 48 Stunden seien im Schleusenzelt 2.500 Menschen gezählt worden. "Das dokumentiert besser als alles andere, wie dringend geboten der Aufbau einer Schutzzone zwischen Klinik- und Außenbereich war", so Kaminsky. Auch am Sankt Vinzenz Krankenhaus ist laut Stadt am Donnerstag ein solcher Zugang eingerichtet worden.

Zelt Hanau

+++ Hessentag in Bad Vilbel abgesagt +++  

Der diesjährige Hessentag ist wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Das bestätigte die Stadt Bad Vilbel (Wetterau) dem hr am Donnerstag. Das Landesfest sollte vom 5. bis zum 14. Juni stattfinden. "Wir müssen aufgrund der aktuellen Lage den Hessentag leider absagen. Es wäre nicht mehr möglich gewesen, den Hessentag in den Endzügen so zu organisieren und zu planen, wie es nötig gewesen wäre", sagte Pressesprecher Yannick Schwander. Die Absage erfolge von der Stadt Bad Vilbel als Veranstalterin in enger Abstimmung mit der Hessischen Staatskanzlei. "Ob es einen Nachholtermin in einem anderen Jahr geben wird oder wir uns wieder offiziell für den Hessentag bewerben müssen, dazu werden sicher Gespräche stattfinden", so der Sprecher.

Bad Vilbel

+++ Landkreis Waldeck-Frankenberg verfügt weitere Schließungen +++

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hat weitere Schließungen im Rahmen der Bekämpfung des Coronavirus angeordnet. So müssen Campingplätze, Freizeiteinrichtungen mit touristischem Hintergrund, Eisdielen, Reisebüros mit Kundenverkehr und Vergnügungsstätten geschlossen werden, wie der Landkreis mitteilte. Darüber hinaus ist Personenbeförderung, die nicht dem öffentlichen Personennahverkehr dient und der Freizeitgestaltung vorbehalten ist, ab sofort zu unterlassen. Nicht davon betroffen sind Gärtnereien, Hofläden, Bäckereien und Pizza-Lieferdienste nach 18 Uhr. Diese Geschäfte dürfen laut Mitteilung weiterhin betrieben werden.

++++ Frankfurter Polizei mit weniger Personal im Dienst +++

Wegen der Corona-Krise fährt die Frankfurter Polizei ihr Einsatzpersonal herunter. Die Zahl der im Dienst befindlichen Beamten werde auf das Notwendigste reduziert, "ohne dabei die Einsatzfähigkeit nachhaltig zu schwächen", teilte das Polizeipräsidium am Donnerstag auf Twitter mit. "In dieser besonders belastenden Zeit hat die Gesunderhaltung der Kolleginnen und Kollegen höchste Priorität", werden Polizeipräsident Gerhard Bereswill und sein Stellvertreter, Walter Seubert, zitiert. Nur so könne die Polizei ihrem gesetzlichen Auftrag weiterhin gerecht werden, die Bürger und Bürgerinnen der Stadt zu schützen. Erkrankten Beamten wünschte die Präsidiumsspitze schnelle Genesung.

+++ Darmstädter Schlossgrabenfest abgesagt+++

Die Corona-Krise trifft ein großes Fest nach dem anderen: Nun ist auch das Schlossgrabenfest in Darmstadt abgesagt, das am 28. Mai starten sollte. Wie der Veranstalter mitteilte, sei es noch ungewiss, ob es einen Nachholtermin geben werde. Hintergrund ist demnach, dass Darmstadt einen neuen Beschluss gefasst hat, der bis mindestens zum 30. Mai 2020 keine Veranstaltungen in der Stadt erlaubt. "Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir voll und ganz hinter der Entscheidung der Stadt Darmstadt stehen. Denn in diesen Zeiten ist unser aller Zusammenleben vom Corona-Virus bedroht", heißt es in der Mitteilung des Veranstalters. 

+++ Erster bestätigter Corona-Fall in Erstaufnahmeeinrichtung +++  

Bei einem 24 Jahre alten Flüchtling ist am Mittwochabend nach dessen Ankunft in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Dies ist der erste positive Befund in der Erstaufnahmeeinrichtung, wie das Regierungspräsidium Gießen am Donnerstag mitteilte. Das Gesundheitsamt Gießen sei umgehend eingebunden worden und habe angeordnet, den Mann zunächst bis zum 31. März abzusondern. Auch die möglichen Kontaktpersonen seien informiert und isoliert worden.

+++ Zwei Wertstoffhöfe schließen +++

Heute Mittag haben wir über die überfüllten Wertstoffhöfe in Frankfurt berichtet. Auch in anderen Städten scheint es ähnlich auszusehen. Darauf reagiert die Rhein-Main-Deponie GmbH jetzt mit der Schließung zweier Wertstoffhöfe für Privatkunden. Die Regelung gilt ab Samstag für die Deponien in Flörsheim-Wicker und Neu-Anspach. "Diese Vorsichtsmaßnahme dient zum Schutz der Kunden*innen und Mitarbeiter*innen und soll den Betrieb auf den immer noch sehr stark frequentierten Wertstoffhöfe einschränken", heißt es in einer Mitteilung. Eine Ausnahmeregelung gelte für Grünschnitt: Der dürfe an Samstagen weiterhin abgegeben werden.

+++ Professor: Kliniken haben Materialmangel selbst zu verantworten +++

Dass es in vielen Kliniken derzeit an dringend benötigten Desinfektionsmitteln und Atemmasken mangelt, haben die Krankenhäuser in den Augen des Frankfurter Gesundheitsökonomen Thomas Busse zum großen Teil selbst zu verantworten. Große Einsparungen bei den Materialkosten hätten dazu geführt, dass die Lager der Kliniken leer und diese somit nicht mehr ausreichend für Notlagen gewappnet seien.

Die Materialkosten betrügen "zwischen 30 und 40 Prozent eines Krankenhausbudgets", erklärte der Professor für Pflegemanagement an der Frankfurt University of Applied Sciences am Donnerstag. Um diese zu reduzieren, hätten viele Kliniken ihre Lagerhaltung massiv verkleinert. Zudem hätten die Krankenhäuser massiven Preisdruck auf die Lieferanten ausgeübt, so dass sich die Anzahl der Lieferanten reduziert haben. "Das fällt uns nun auf die Füße", so Busse.

+++ FUSSBALL 2000 ruft am Samstag zum gemeinsamen Singen auf +++

Der Eintracht-Videopodcast FUSSBALL 2000 hat dazu aufgerufen, am Samstag um 15.30 Uhr gemeinsam auf den Balkonen oder am Fenster die Eintracht-Hymne "Im Herzen von Europa" zu singen. So soll in der Zeit ohne Bundesliga-Fußball ein wenig Stadion-Atmosphäre in den Alltag gebracht werden. 

Singen FUSSBALL2000

+++ Edeka begrenzt Kundeneinlass mit Security +++  

Die Supermarktkette Edeka reagiert mit Einschränkungen beim Einkaufen auf Corona: Es werden nicht alle auf einmal reingelassen, in Kassel zum Beispiel sorgen Security und Flatterband vor einem Markt für Ordnung. Pro Einkaufswagen darf nur noch eine Person rein, verkündete die Kette am Donnerstag.

+++ Frankfurter Ferienkarussell fällt aus +++

Das Ferienkarussell in Frankfurt muss wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt werden. Das gab das Jugend- und Sozialamt der Stadt am Donnerstag bekannt. Alle geplanten Bildungs- und Freizeitaktivitäten in den Osterferien finden nicht statt, wie die Stadt mitteilte. Die Erziehungsberechtigten der angemeldeten Kinder wurden bereits über die Absage informiert. Die Teilnehmergebühren werden zurückerstattet.

+++ Eintracht-Profi kritisiert Café-Besucher +++

Eintracht-Profi Gelson Fernandes (33) hat das unveränderte Ausgehverhalten mancher Frankfurter kritisiert. Auf Twitter zeigte er am Donnerstag das Bild einer gut besuchten Café-Terrasse in der Franfurter City und schrieb dazu auf Englisch: "Keine  Disziplin! Der volle Stillstand ist der einzige Weg, wir sind dumm!"

No disciplin! full shutdown is the only way, we are stupid!

[zum Tweet mit Bild]

+++ Lilien-Ultras feuern Krankenhäuser und Supermärkte an +++

Ihr Fanblock im Stadion ist verwaist, doch die Ultras vom Fußballverein Darmstadt 98 bleiben weiter aktiv. Wegen der Corona-Krise haben sie jetzt eine Solidaritäts-Aktion vor Krankenhäusern und Supermärkten gestartet. Wie diese aussieht, haben unsere Sportkollegen zusammengetragen.

Spruchband der Ultras vor Darmstädter Krankenhäusern

+++ Frankfurter Wertstoffhöfe werden überrannt +++

In Frankfurt klagen die Wertstoffhöfe seit einigen Tagen über ein teilweise drastisch erhöhtes Besucheraufkommen. Im Moment bringen Bürger dreimal so viel Sperrmüll zu den Höfen wie sonst, berichtet eine Sprecherin der Frankfurter Entsorgungsbetriebe FES am Donnerstag. Offenbar nutzen viele Menschen die Corona-Krise, um zuhause mal so richtig auszumisten. Vor den Höfen bilden sich demnach lange Warteschlangen. Auch die Lkw der Wertstoffhöfe, die die Abfälle zu den entsprechenden Entsorgungsanlagen bringen sollen, werden wegen der Staus vor den Höfen behindert. Die FES lässt deswegen derzeit nur zehn Fahrzeuge gleichzeitig auf einen Hof und appelliert an die Kunden, nur noch wichtige Entsorgungen wie Grünschnitt vorbeizubringen.

+++ Rathäuser sollen Publikumsverkehr auf "absolutes Minimum" beschränken +++

Die Rathäuser in Hessen sollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus den Publikumsverkehr nach Empfehlung des Städte- und Gemeindebundes auf das "absolut notwendige Minimum" reduzieren. Besuche in Rathäusern sollte es nur geben, wenn sie zwingend erforderlich seien. Bürger sollten vor dem Gang aber telefonisch oder per E-Mail klären, ob ihr persönliches Erscheinen notwendig sei, teilte der Hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) am Donnerstag mit. Alle Besucher in Rathäusern sollten mit Namen und Adresse erfasst werden, um gegebenenfalls Kontaktpersonen nachverfolgen zu können, riet der HSGB weiter.

+++ Schriftliche Abiprüfungen laufen in Hessen +++

Mit besonderen Schutzmaßnahmen für die Schüler und Lehrer wegen der Coronakrise sind die Abiturprüfungen in Hessen angelaufen. Es habe keine größeren Probleme gegeben, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums am Donnerstag. Lediglich vereinzelt seien Schüler zur Sicherheit wieder nach Hause geschickt worden, die leichte Symptome einer Erkrankung aufgewiesen haben. Zudem gebe es einzelne Schulen im Land, die unter Quarantäne stehen und deshalb nicht bei den Abiturprüfungen dabei sind.

Zum Auftakt der Abiturprüfungen stehen Arbeiten im Grund- und Leistungskurs Englisch auf dem Programm. Zum Schutz vor Infektionen wurde ein ausreichender Sicherheitsabstand zwischen den Schülern eingerichtet. Die Schulen waren angewiesen, die Prüfungsgruppen so klein wie möglich zu halten, am besten unter zehn Schülern. Insgesamt sind landesweit rund 23.500 Abiturienten in Hessen am Start. Die schriftlichen Abiturprüfungen sollen bis zum 2. April andauern.

Abitur in Hanau

+++ Hanauer OB: "Asoziale Hamsterkäufe" notfalls mit Polizei verhindern +++

Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat angekündigt, notfalls auch mit drastischen Maßnahmen Hamsterkäufe verhindern zu wollen. Der Rathaus-Chef sagte dem Radiosender FFH: "Wenn es tatsächlich weiter zu solchen asozialen Hamsterkäufen kommt, dann werden wir als Stadt einschreiten. Ich kann mir vorstellen, dass mit unserer Stadtpolizei vor Ort auch ein Stück überwacht wird, dass nur in üblichen Mengen bestimmte Grundnahrungsmittel eingekauft werden." Das sei das letzte Mittel, aber er habe es "ausdrücklich ins Auge gefasst".

+++ Café-Betreiber sammeln Tipps für Selbständige +++

Die Corona-Krise trifft vor allem viele Selbständige hart: Die selbst betroffenen Betreiber des Wiesbadener Cafés "Heimathafen", das seinen Betrieb derzeit eingestellt hat, haben deswegen eine Art dynamischen und fortlaufenden Ratgeber für "Selbständige, Freiberufler, kleine Unternehmen und Kreative" erstellt. Das ist ein Online-Dokument, das laut der Initiatoren immer wieder aktualisiert wird und unter #ConquerCorona seine Runden durch die sozialen Medien dreht. Darin finden sich unter anderem Infos zu arbeitsrechtlichen Fragen, aber auch kreative Ideen und Mutmacher. Für die Inhalte sind die Autoren verantwortlich. Hier finden Sie das Dokument.

+++ Alle Jugendherbergen geschlossen +++

Jetzt sind auch die Jugendherbergen in Hessen zu: Am Donnerstag sind alle 30 Häuser geschlossen worden. Die Schließung soll vorläufig bis zum 19. April dauern, wie der Landesverband mitteilte. "In den nächsten Tagen gilt es nun für uns, faire und gute Lösungen für unsere Gäste zu finden, die im Schließungszeitraum einen Aufenthalt in unseren Häusern geplant hatten", teilte der Vorsitzende des DJH-Landesverbandes, Timo Neumann, mit.

Sämtliche Investitionen seien auf Eis gelegt worden. Der Verband müsse nun Themen wie Kurzarbeit und Überbrückungskredite aufgrund der finanziellen Notlage angehen. "Wir gehen diesen Schritt auch, weil wir darin einen großen Teil unserer sozialen Verantwortung sehen. Die Umsetzung wird uns in naher Zukunft vor große finanzielle Herausforderungen stellen", sagte Neumann. Er habe bereits die hessische Landesregierung um Unterstützung gebeten. Die ersten neun Einrichtungen waren bereits nach Verbandsangaben am Mittwoch geschlossen worden.

+++ Landesregierung stellt 7,5 Milliarden Euro in Aussicht +++

Zur Bekämpfung der Coronakrise will Hessen kurzfristig 7,5 Milliarden Euro bereitstellen. Das teilte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Donnerstag mit. Eine Milliarde Euro sind demnach "für die Bewältigung der gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie" vorgesehen. Die Wirtschaft soll darüber hinaus mit steuerlichen Soforthilfen von bis zu 1,5 Milliarden Euro entlastet werden. Davon sollen auch kleine Unternehmen und Freiberufler profitieren.

Außerdem erhöht das Land nach den Plänen von Schäfer seinen Garantie- und Bürgschaftsrahmen um 3,5 auf 5 Milliarden Euro. "Wir möchten damit schnell und unbürokratisch den Unternehmen in unserem Land – von klein bis groß - notwendige Liquidität zur Verfügung stellen", erläuterte der Minister.

"7,5 Milliarden Euro sind viel Geld. Wenn es die Situation erfordert, werden wir aber noch mehr Geld zur Verfügung stellen", kündigte Schäfer an. Für den kommenden Dienstag ist geplant, dass der Landtag den nötigen Nachtragshaushalt im Schnellverfahren verabschiedet. Dafür muss auch die Schuldenbremse ausgesetzt werden.

+++ Corona trifft Kulturszene besonders hart +++

Momentan liegt die hessische Kulturszene brach, Theater sind geschlossen, Konzerte abgesagt. Für freiberufliche Künstler und Kultur-Macher hat das schwerwiegende Folgen. Darüber haben wir mit einer Sängerin, einem Schauspieler, einer Fotografin und einer Theaterpädagogin gesprochen. Sie erzählen von Existenzängsten, aber auch kreativen Möglichkeiten, diese Situation zu meistern. Mehr dazu in unserem Artikel.

+++ Regeln merken dank "Senckenberg" +++

Kreativität in Zeiten von Corona: Auf Twitter hat das Senckenberg-Museum eine Eselbrücke veröffentlicht, um sich elf derzeit wichtige Dinge merken zu können - anhand der Buchstaben im Namen des Museums.

Senckenberg-Tweet zu Corona

+++ Flughafen sperrt Landebahn für parkende Flugzeuge +++

Am Frankfurter Flughafen wird ab Montagmorgen die Landebahn Nordwest gesperrt, damit dort Lufthansa-Flugzeuge parken können. Das sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Donnerstag. Die Lufthansa hatte zuvor mitgeteilt, dass rund 700 der insgesamt 763 Maschinen der Gruppe wegen des Coronavirus vorübergehend stillgelegt werden.

+++ Massive Kurzarbeit bei Lufthansa +++

Die Lufthansa befinde sich im Ausnahmezustand, sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt. In Deutschland sei für 31.000 Mitarbeiter der Lufthansa AG bereits Kurzarbeit beantragt, Tendenz steigend. Aktuell gebe es kaum Buchunseingänge, 700 der rund 760 Flugzeuge stünden am Boden. Sie sollen unter anderem am Frankfurter Flughafen geparkt werden. Interkontinentalflüge sollen fast nur noch durchgeführt werden, um Menschen aus dem Ausland zurückzuholen. Staatshilfe sei nach Aussage des Unternehmens im Moment nicht nötig, die Liquidität sei aktuell gesichert.

+++ Jeder zählt! Persönlichen Corona-Fußabdruck errechnen +++

Wie auch Bundeskanzlerin Merkel in ihrer gestrigen Ansprache noch einmal ausdrücklich betont hat: Bei der Eindämmung der Corona-Pandemie kommt es auf jeden Einzelnen an. Doch wie finde ich heraus, ob ich mich angemessen verhalte? Drei Freunde haben ein Tool entwickelt, mit dem jeder seinen ganz persönlichen "Pandemie-Fußabdruck" errechnen kann. Zuerst hatte das ZDF darüber berichtet. Jeder Teilnehmer muss acht Fragen rund um eigene Sozialkontakte, Hygiene-Maßnahmen oder Reisetätigkeiten beantworten. Am Ende errechnet das Tool einen Wert zwischen 1 und 1000 - je geringer, desto besser. Die Auswertung basiert nach Angaben der Entwickler auf den Empfehlungen und Vorgaben der Behörden. Es handelt sich aber ausdrücklich nicht um ein wissenschaftliches Instrument, sondern lediglich um eine Orientierungshilfe. Und hier können Sie den Test selbst durchführen.

Screenshot der Internetseite Pandemic Footprint

+++ Abschiebungen werden nicht ausgesetzt +++

Abschiebungen aus Hessen werden wegen der Coronakrise nicht pauschal ausgesetzt. "Ob die Rückführung eines Untergebrachten aktuell durchgeführt wird oder nicht, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab", teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag mit. Eine medizinische Betreuung der Menschen, die für eine Abschiebungen untergebracht seien, sei sichergestellt.

Rückführungen seien wegen der Ausbreitung Coronavirus zwar mittlerweile für bestimmte Länder, wie zum Beispiel Italien, nicht mehr möglich. Die Rechtsgrundlagen für eine Unterbringungen in der Hessischen Abschiebungshafteinrichtung in Darmstadt seien aber nicht außer Kraft gesetzt, sagte der Sprecher. Sei eine Abschiebung in absehbarer Zeit nicht möglich, würden Menschen aus der Abschiebehaft entlassen. In der zentralen Abschiebehaft in Darmstadt sitzen nach Angaben des Innenministeriums derzeit sechs Personen.

+++ Kontrolle von Sperrungen und Schließungen +++

Seit Mittwoch gelten die verschärften Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. In Kassel kontrollierte die Polizei gemeinsam mit dem Ordnungsamt am frühen Mittwochabend die Goetheanlage und weitere Parks. Dabei mussten die Beamten mehrere kleinere Versammlungen auflösen. Das verlief laut Polizei jedoch problemlos, Widerstand habe es keinen gegeben. 

Die Stadt Marburg kündigte an, das Ordnungsamt werde stichprobenartig Spielplätze und Gewerbetreibende kontrollieren, die ihre Geschäfte schließen sollen. Man appeliere an die Bürger, sich an die Maßnahmen zu halten.

+++ Diemelstadt organisiert Lieferdienst +++

Diemelstadt will seine älteren Bürger schützen und ihnen auf Bestellung Lebensmittel und Medikamente liefern. Die Einkäufe sollen zum Beispiel Erzieher und Erzieherinnen übernehmen, die momentan wegen der Schließungen der Kitas wenig zu tun haben. "Wir stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern versuchen, so gut und so lange es uns möglich ist, sinnvolle Lösungen zu entwickeln", so Bürgermeister Elmar Schröder. Für die Bestellungen ist ab Montag eine Hotline unter der Nummer 05642/9878699 geschaltet.

+++ Kinderbetreuung auch für Supermarkt-Angestellte +++

Es gibt wohl wenig Zweifel daran, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Supermärkten derzeit einen sehr wichtigen Job machen. Sie füllen die Regale auf, die von uns in Windeseile leergekauft werden. Sie bekommen den Unmut der Kunden zu spüren, wenn mal wieder kein Klopapier verfügbar ist. Und sie sind durch ihre Arbeit unter vielen Menschen grundsätzlich einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Kurz gesagt: Sie sind für die Aufrechthaltung des öffentlichen Lebens unverzichtbar.

Das hat jetzt auch das Land Hessen erkannt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel neu in den Kreis der Berufsgruppen aufgenommen, die ihre Kinder weiterhin in eine Betreuungseinrichtung schicken dürfen. Aber auch hier gilt: Beide Elternteile müssen in einer der besonderen Berufsgruppen arbeiten, ausgenommen Alleinerziehende. Das Sozialministerium hat hier alle Berufsgruppen aufgezählt, für die diese Ausnahmeregelung gilt.

Eine Supermarkt-Mitarbeiterin räumt Regale ein.

+++ Klinik Wolfhagen bleibt geschlossen +++

Die Klinik Wolfhagen im Landkreis Kassel wurde vom Betreiber GNH und der Stadt Kassel im Februar wegen Brandschutzmängeln geschlossen. Wegen der Corona-Krise gerät diese sowieso schon umstrittene Entscheidung in der Region wieder in die Diskussion. Die Linke forderte, den Betrieb des Krankenhauses "angesichts der dramatischen Zuspitzung der Lage" unverzüglich wiederaufzunehmen. "Die Gesundheitsämter beschäftigen sich landesweit damit, Hotels und Hallen als Nothospitäler einzurichten. In dieser Situation ist es unverständlich und unverantwortlich, voll funktionsfähige Krankenhäuser nicht in die Versorgung der Bevölkerung einzubeziehen", sagte der Landesvorsitzende Thomas Klein am Donnerstag.

Aktuell bestehe in der Region kein dringender Bedarf an Klinikbetten, erklärte hingegen der Sprecher des Landkreises Kassel, Harald Kühlborn, gegenüber dem hr. Patienten könnten in umliegenden Kliniken versorgt werden.

Die Klinik Wolfhagen ist nur eins von vielen Beispielen in Hessen: Am Ende liegt es am Sozialministerium, zu entscheiden, welche geschlossenen Einrichtungen oder andere Orte in Hessen als Notfall-Klinik wieder geöffnet oder umfunktioniert werden.

+++ Folgen des Homeoffice: Kläranlage verstopft +++

Die Auswirkungen des Coronavirus erreichen nun auch die erste Kläranlage. Der Grund: Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause aus und gehen somit auch dort auf Toilette statt wie üblich im Büro. Erschwerend kommt hinzu, dass vermehrt Dinge im Abfluss landen, die dort nicht hingehören. Das führt in Mörfelden-Walldorf zu verstopften Rohren. "Bei uns kommen jetzt doppelt so viele Faserstoffe aufgrund der Benutzung von zum Beispiel Feuchttüchern im Klärwerk an als noch vor zirka zwei Wochen", sagt der Leiter der Kläranlagen, Georg Lautenschläger. Auch die Pumpenanlagen könnten dadurch verstopfen und müssten von den Mitarbeitern der Stadtwerke mit erheblichem Aufwand gereinigt werden.

+++ Hilfe für Obdachlose erschwert +++

Abstand voneinander halten, soziale Kontakte meiden: In Zeiten der Corona-Krise ist das wichtig, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Doch in Not- und Übergangsunterkünften für Obdachlose, in denen es oft Zwei- oder auch Vierbettzimmer gibt, ist "Social Distancing" kaum möglich. Die Frage, die sowohl städtische Behörden als auch freie Wohlfahrtsverbände umtreibt: Kann die Hilfe für diese Menschen trotz der anhaltenden Ausbreitung des Coronavirus aufrechterhalten werden? Und wenn ja in welchem Umfang? Mehr zu dieser Problematik erfahren Sie in unserem Artikel.

+++ Landeselternbeirat: Lage ernst nehmen +++

Der Landeselternbeirat fordert Eltern auf, sich nicht in Gruppen zum Spielen oder für gemeinsame Ausflüge zu verabreden. "Wir verstehen die Not der Kinder und auch der Eltern und wir haben Verständnis, dass das vielen Menschen, insbesondere den Kindern schwer fällt. Wir verstehen auch, dass es bei dem sonnigen Wetter einladend ist, zur längst aufgeschobenen Übernachtungsparty einzuladen", schreibt Geschäftsführerin Tanja Pfenning in einem Rundbrief. Dennoch seien die Empfehlungen eindeutig und man solle die Lage erst nehmen.

+++ Abiturprüfungen beginnen +++

Mitten in der Corona-Krise starten heute in Hessen rund 23.500 Abiturienten in die schriftlichen Prüfungen. Dabei gelten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen: Schüler sollen einen ausreichenden Sicherheitsabstand untereinander einhalten, die Prüfungsgruppen sollen möglichst klein sein. Am Mittwoch hatte das Kultusministerium mitgeteilt, die Abiturprüfungen trotz der aktuellen Situation nicht zu verschieben. Sie sollen bis zum 2. April andauern.

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+++ Lufthansa: 700 von 763 Flugzeugen am Boden +++

Der Lufthansa-Konzern streicht sein Flugprogramm wegen der Corona-Krise noch stärker zusammen als bisher bekannt. Bis 19. April bleiben rund 700 von 763 Flugzeuge des Konzerns vorläufig am Boden, wie der Konzern am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Frankfurt mitteilte. Die anderen Maschinen sollen vorwiegend Deutsche aus dem Ausland zurückholen.

Zu einer Prognose für die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr sah sich Vorstandschef Carsten Spohr weiterhin nicht in der Lage. "Die Verbreitung des Coronavirus hat die gesamte Weltwirtschaft und auch unser Unternehmen in einen bislang ungekannten Ausnahmezustand versetzt", sagte der Manager. Die Folgen könne derzeit niemand absehen.

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Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (18. März 2020):
+++ Abiturprüfungen finden statt +++ Strengere Corona-Maßnahmen gelten ab heute +++ 547 Infizierte in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (17. März 2020):
+++ Erster Todesfall in Hessen +++ Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger am Frankfurter Flughafen +++ 381 Corona-Fälle +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (16. März 2020):
+++ Weitere Maßnahmen ab Mittwoch +++ Eine Milliarde Euro Soforthilfe +++ 342 Fälle in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (14. und 15. März 2020):
+++ Fallzahlen steigen um 50 Prozent +++ Gottesdienste abgesagt +++ Veranstaltungen ab 100 Personen verboten +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (13. März 2020):
+++ Kein Unterricht ab Montag, Kitas zu +++ Krankenhäuser verhängen Besuchsverbote +++ Kirchen sagen Gottesdienste ab +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (10. März bis 12. März 2020):
+++ Abiturienten vom Unterricht freigestellt +++ Absage von Großveranstaltungen bis 10. April +++ Kassel schließt Theater und Kinos +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (6. März bis 9. März 2020):
+++ Arzt-Praxis unter Quarantäne +++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++ Blutreserven halten 2,2 Tage +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2020):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

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Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
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Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

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