Das Coronavirus hat Hessen erreicht. Unser Ticker-Meldungen zum Nachlesen vom 18. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen im Ticker

Die wichtigsten Meldungen:

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung in den vergangenen Tagen bereits eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Den aktuellen Stand der Verordnungen finden Sie auf www.corona.hessen.de.

MELDUNGEN VOM MITTWOCH, 18. MÄRZ

+++ Mengerskirchen bittet dringend um häusliche Isolation ++++

Der Marktflecken Mengerskirchen (Limburg-Weilburg) hat aufgrund von sechs neu mit dem Coronavirus infizierten Bürgern die Einwohner dringend darum gebeten, "sich im häuslichen Umfeld zu bewegen, weitere direkte persönliche Kontakte zu vermeiden und die hygienischen Vorgaben anzuwenden". Dies sei als Anordnung zu verstehen.

Auf hr-Nachfrage erklärte eine Mitarbeiterin der Gemeinde, dass es sich dabei aber nicht, wie teilweise angenommen, um eine Ausgangssperre handele, sondern nur um eine eindringliche Bitte.

"Maßnahmen zum Einkauf von Nahrungsmitteln und der Gesundheitsversorgung sind nach den gültigen Vorgaben möglich. Für die tägliche Arbeit gelten die jeweiligen Maßnahmen in Verbindung mit Ihrem Arbeitgeber", heißt es in der Mitteilung weiter. Diese Nachricht wurde auch von der Feuerwehr in den Straßen per Lautsprecher verkündet, was in den Sozialen Netzwerken mehrfach geteilt wurde. In Mengerskirchen leben rund 5.700 Menschen.

+++ Grenzkontrollen im Luftverkehr ausgeweitet +++

Nachdem am Frankfurter Flughafen bereits jetzt Nicht-EU-Bürger nicht einreisen dürfen, hat das Bundesinnenministerium am Mittwochabend die Grenzkontrollen noch einmal ausgeweitet. Ab sofort würden Einreisebeschränkungen auch bei Flugreisen aus Italien, Spanien, Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz gelten, teilte das Innenministerium mit.

Für Reisende "ohne dringenden Reisegrund" bestünden auf diesen Verkehrsverbindungen ab sofort Einschränkungen im Reiseverkehr. Menschen mit dringendem Reisegrund und Berufspendler müssen Nachweise vorlegen, aus denen sich die Notwendigkeit des Grenzübertritts ergibt. Die betroffenen EU-Staaten seien vorab informiert worden. Wer aus einem EU-Staat kommt, darf aber noch auf einem deutschen Flughafen landen, wenn er von dort aus weiter in sein Heimatland reist.

+++ Merkel: "Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einer Fernsehansprache an die Disziplin der Bevölkerung appelliert. Es komme in der Corona-Krise auf jeden Einzelnen an, sagte sie. "Wir müssen aus Rücksicht voneinander Abstand halten." Den Unternehmen sicherte die Kanzlerin Unterstützung zu. Mehr dazu können Sie auf tagesschau.de lesen.

Bundeskanzlerin Merkel bei ihrer Ansprache wegen der Corona-Krise im Fernsehen

+++ Drei Handball-Nationspieler der MT Melsungen in Quarantäne +++

Drei Handball-Nationalspieler der MT Melsungen, Julius Kühn, Kai Häfner und Tobias Reichmann, haben sich in häusliche Quarantäne begeben. Wie der Bundesligist mitteilte, seien sie bei einem Lehrgang des deutschen Nationalteams vom 9. bis 13. März in der Nähe von Magdeburg gewesen. Bei einem ebenfalls anwesenden Spieler wurde nun das Coronavirus nachgewiesen. "Die Spieler der MT Melsungen zeigen aktuell keinerlei Symptome, wurden aber vorsorglich von Mannschaftsarzt Bernd Sostmann in die häusliche Isolation geschickt", hieß es in einer Mitteilung.

Tor-Garant Tobias Reichmann von der MT Melsungen

+++ AG Geldautomaten: "Bargeldversorgung ist gesichert" +++

Die Arbeitsgemeinschaft Geldautomaten (AGG) weist darauf hin, dass die Bargeldversorgung auch in Zeiten von Corona gesichert ist. Die beteiligten Dienstleister seien informiert und alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden, sagte ein Sprecher. Die AGG betreibt etwa zehn Prozent aller Geldautomaten in Deutschland. "Das Bargeld wird in Deutschland nicht ausgehen, unsere Tresore sind prall gefüllt, die Logistik stimmt", hatte zuvor auch der Vorstand der Deutschen Bundesbank, Johannes Beermann, mitgeteilt.

+++ Erntehelfer fehlen auf hessischen Höfen +++

Nicht nur Toilettenpapier und Nudeln gehen den Hessen aus, sondern in der Landwirtschaft fehlen auch personelle Ressourcen: Wegen der Corona-Pandemie kommen kaum noch europäische Erntehelfer nach Deutschland. Spargel kann deshalb nicht gestochen, anderes Gemüse nicht ausgesät werden. Der Lebensmittelhandel befürchtet keine Engpässe, fordert aber einen problemlosen Warenverkehr in der EU. In unserem Artikel erfahren Sie mehr zu diesem Thema.

Spargelstangen auf einem Feld in Weiterstadt

+++ Hanaus OB Kaminsky: "Hamsterkäufe sind asozial" +++

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat das Kaufverhalten mancher Bürger kritisiert. "Wer panisch seinen Einkaufswagen vollpackt, handelt nicht nur sinnfrei und verantwortungslos, sondern schadet auch der Gemeinschaft", so der OB. "Hamsterkäufe sind asozial." Der Wahnsinn sei, dass durch Hamsterkäufe erst die eigentlichen Probleme entstünden und manche Artikel zeitweise ausverkauft seien. "Es gibt keinen Grund, Angst davor zu haben, dass Menschen in Deutschland wegen der Corona-Krise hungern müssen oder nicht genügend Papier für den Allerwertesten haben", meinte Kaminsky. Er könne sich über das Verhalten mancher Zeitgenossen nur wundern.

+++ Applaus um 21 Uhr: Hessens lautes Dankeschön für alle Helfer +++

Ärzte, Pflegedienste, die Mitarbeiter im Supermarkt, freiwillige Helfer aus der Nachbarschaft, Postboten, Lieferdienste und noch viel mehr Menschen in Hessen: Sie alle erleichtern uns in diesen Corona-Zeiten das Leben. Auch unsere Kollegen von hr3 rufen auf ihrer Webseite dazu auf, jeden Abend um 21 Uhr den Coronahelden an offenen Fenstern und auf den Balkonen zu applaudieren.

hr3 Aktion

Am Freitag um 8:45 Uhr wollen sich übrigens zahlreiche Radio-Sender aus allen europäischen Länder zusammenschalten und den Song: "You’ll Never Walk Alone" von Gerry and the Pacemakers spielen.

+++ Schriftliche Abiturprüfungen finden statt - zwei Ausnahmen +++  

Die schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen finden ab Donnerstag statt. Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch mit. "Auch wenn die aktuelle Lage unsere Abiturientinnen und Abiturienten vor große Herausforderungen stellt, wollen wir ihnen nicht die Chance nehmen, an den Prüfungen teilzunehmen", sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Das Landesabitur beginne morgen für rund 23.500 Schülerinnen und Schüler in Hessen. Die Prüfungsgruppen sollen so klein wie möglich sein und die Abstände zwischen den Prüflingen möglichst groß. Da kein regulärer Schulbetrieb stattfindet, gibt es laut Staatskanzlei genug Personal und Räume, um die Gruppen aufzuteilen.

Es gibt aber auch Ausnahmen: An der Hochtaunusschule in Oberursel werden die Abiturpüfungen verschoben. Die Entscheidung wurde am Mittwoch in gemeinsamer Abstimmung vom Hochtaunuskreis, dem Staatlichen Schulamt und der Schulleitung gefällt, wie der Kreis mitteilte. Der Abiturjahrgang der Hochtaunusschule habe engen Kontakt zur Feldbergschule. Dort wurden die Prüfungen am Dienstag aufgrund eines Corona-Falls verschoben. Betroffen sind 30 Schülerinnen und Schüler.

Das #Landesabitur findet statt. Hessens Schulen sind trotz #Corona gut gerüstet. Ziel der getroffenen Maßnahmen ist der effektive und umfassende Schutz aller Schülerinnen und Schüler sowie der mit der Aufsicht betrauten Lehrkräfte.

[zum Tweet]

+++ 160 Menschen am Frankfurter Flughafen zurückgewiesen +++

Seit Dienstagabend gilt am Frankfurter Flughafen ein Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, man habe bis zum Nachmittag 50 Flüge mit insgesamt 11.000 Passagieren überprüft. Knapp 160 Personen seien bis zum Nachmittag zurückgewiesen worden, einige seien bereits zurückgeflogen.

Die übrigen Passagiere warteten auf der Wache oder im Transitbereich auf ihre Rückflugmöglichkeiten, zu denen die Fluggesellschaften gesetzlich verpflichtet seien. Die Passagiere kämen aus vielen verschiedenen Ländern wie den USA, Brasilien oder Thailand. Im Laufe des Tages sollen laut Bundespolizei weitere 70 Flüge mit mehreren tausend Passagieren überprüft werden.

Videobeitrag

Video

zum Video Luftbrücke gestartet - Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger

hs
Ende des Videobeitrags

+++ hr-Bildungsangebot: Schule zu? Hier geht Lernen weiter! +++

Zuhause sitzen kann schnell langweilig werden. Ob Mathe, Politik oder Religion - der hr bietet Schülern, Lehrern und Eltern auf der hr-Webseite WissenPlus Lernangebote mit Materialien zum Selbstlernen, zur Vorbreitung auf Prüfungen, Projekte und Exkursionen. Viel Spaß damit!

hr-iNFO Wissenswert

+++ Hessische Kommunen prüfen Aussetzung von Kita-Beiträgen +++

Einige hessische Kommunen haben bereits auf die Schließung von Kitas und Schulen reagiert und setzen die Gebühren für diese Einrichtungen zunächst aus. Ob das in Hessen generell möglich ist, hänge auch von den Satzungen der einzelnen Kommunen ab, teilte ein Sprecher des hessischen Städtetags mit. Unter Umständen benötige man einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Diese Regelung gilt derzeit in den einzelnen Kommunen:

  • Die Stadt Wiesbaden zieht im April keine Beiträge für die Betreuungsangebote der Kitas, der öffentlich geförderten Kindertagespflege, der betreuenden Grundschulen und der Grundschulkinderbetreuung ein, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Das gelte sowohl für städtische Einrichtungen als auch Kitas und Grundschulkinderbetreuungen in freier Trägerschaft.
  • In Bensheim werden die Gebühren für März zunächst ausgesetzt. Wie ein Sprecher der Stadt mitteilte, gilt das für alle städtischen Kitas. Man wolle mit diesem Schritt vor allem die Familien entlasten.
  • Auch aus Frankfurt heißt es, man wolle Eltern in dieser schwierigen Situation bestmöglich unterstützen. "Darum prüfen wir gerade, ob wir die Elternentgelte teilweise oder vollständig erlassen können", teilte das Bildungsdezernat der Stadt mit.
  • In Kassel steht betroffenen Eltern eine Erstattung zu, wenn die Einrichtung zur Kinderbetreuung aufgrund von "höherer Gewalt oder Streiks" mindestens fünf Tage in Folge geschlossen bleibt. Bisher müsse dafür ein Antrag gestellt werden. "Wir überprüfen nun, wie wir ein unkompliziertes Verfahren hinkriegen", sagte ein Sprecher der Stadt.
  • Die Stadt Rüsselsheim hat zunächst beschlossen, das Verpflegungsgeld auszusetzen. "Wie mit den Gebühren für Kita und Betreuungsschulen umgegangen wird, wird derzeit auf Kreisebene geklärt, um zu einer einheitlichen Regelung zu kommen", teilte die Stadt mit.

+++ Frankfurt schließt nun auch Trauerhallen +++

Ab Donnerstag sind nun auch die Trauerhallen auf den Frankfurter Friedhöfen bis auf Weiteres geschlossen. Trauerfeiern im Freien mit bis zu 20 Menschen sind laut Stadt indes möglich. "Wir möchten mit dieser Regelung die Trauernden und auch unsere Mitarbeiter auf den Friedhöfen vor Ansteckung schützen und hoffen, dass wir damit potentielle Übertragungswege für das Coronavirus minimieren können", sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Alle Beisetzungen auf den 36 Friedhöfen fänden statt. 

+++ 547 Infizierte in Hessen +++

Die bestätigte Zahl der Corona-Infizierten in Hessen ist auf 547 gestiegen. Das teilte das hessische Sozialministerium am Mittwochnachmittag mit. Damit handelt es sich um den größten Anstieg innerhalb eines Tages seit Ausbruch des Coronavirus in Hessen. Allein in Frankfurt wurden 32 neue Infektionen gezählt, im Landkreis und der Stadt Kassel 22 neue Infektionen, im Schwalm-Eder-Kreis 16 neue Infektionen. Die komplette Übersicht finden Sie auf der Seite des Sozialministeriums. Am Dienstag waren es noch 381 Infizierte in Hessen.

Das Sozialministerium wies darauf hin, dass der am 17. März in Wiesbaden verstorben Patient in der Auflistung vom Mittwoch noch nicht zu finden ist. Das liege daran, dass er von der örtlichen Behörde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Bulletins noch nicht ins Meldesystem eingepflegt wurde.

+++ FES erweitert Arbeitszeiten bei Straßenreinigung +++

Um die Ansteckungsgefahr unter Mitarbeitern zu minimieren, verändert die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) ab Donnerstag die Arbeitszeiten in der Straßenreinigung. Künftig beginnen die ersten Arbeitsgruppen schon um 5.30 Uhr, der Einsatz mit Kehrmaschinen beginnt um 6 Uhr. Für die Müllabfuhr wird eine entsprechende Maßnahme bereits seit Montag umgesetzt. Zu Wartezeiten kann es ab sofort beim Kofferraumservice auf den sechs Wertstoffhöfen kommen. Um die Zahl der Fahrzeuge und Kunden auf dem Betriebsgelände zu begrenzen, gibt es ab sofort eine Verkehrssteuerung.

+++ Strengere Corona-Maßnahmen gelten ab heute +++

Verwaiste Einkaufsstraßen und Innenstädte, geschlossene Spielplätze und Kultureinrichtungen - ab heute gelten in Hessen strengere Regelungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Welche Maßnahmen die Landesregierung konkret beschlossen hat, haben wir in unserem Artikel übersichtlich aufgelistet.

Videobeitrag

Video

zum Video Gastronomen leiden unter Corona-Krise

hs
Ende des Videobeitrags

+++ Arztpraxis im Untertaunus unter Quarantäne +++

Im Untertaunus hat sich eine Arzthelferin mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte das Gesundheitsamt des Rheingau-Taunus-Kreises. Die Frau und die weiteren Beschäftigten der Arztpraxis stünden bereits unter Quarantäne. Die Patienten, die in den vergangenen Tagen mit der positiv getesteten Arzthelferin Kontakt hatten, seien von der Praxis bereits ermittelt und dem Gesundheitsamt mitgeteilt worden. Sie sollen nun auf das Coronavirus getestet werden.

Videobeitrag

Video

zum Video Wie Hausärzte mit dem Coronavirus umgehen

hs
Ende des Videobeitrags

+++ Immer mehr Richter sagen mündliche Verhandlungen ab +++

Immer mehr Richter in Hessen sagen geplante mündliche Verhandlungen ab. Wie eine Stichprobe der Agentur dpa am Mittwoch ergab, werden an vielen Gerichten im Land nur noch Ausnahmefälle mündlich verhandelt. Man wolle so einen "Teil dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen", sagte ein Sprecher des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel. Verfahren ohne mündliche Verhandlung finden hingegen in der Regel weiterhin statt. Auch Klagen und Schriftsätze können den Angaben der Gerichte zufolge eingereicht werden und werden bearbeitet.

Das Amtsgericht Kassel gab am Mittwoch bekannt, den Publikumsverkehr bis auf Weiteres einzuschränken. Bürger werden gebeten, das Gericht nur in dringenden Angelegenheiten aufzusuchen.

+++ Nachbarn helfen Nachbarn +++

Während die Grenzen dicht gemacht werden und Menschen sich seltener treffen dürfen, bilden sich im Internet neue soziale Netzwerke. Nachbarn bieten älteren und kranken Menschen an, Einkäufe zu erledigen, mit dem Hund Gassi zu gehen oder einfach zu telefonieren, um die Isolation in den eigenen vier Wänden zu überwinden. In unserem Artikel haben wir zusammengetragen, was Hessen tun, um anderen zu helfen.

"Alles wird gut !" ist mit farbiger Kreide vor einer geschlossenen Boutique in Frankfurt auf den Asphalt geschrieben.

+++ Corona-Informationen in verschiedenen Sprachen +++

Das Sozialministerium hat aktuelle Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Hier finden Sie die entsprechenden PDFs:

+++ Linken-Forderungen für "solidarisches Miteinander" +++

Die Landtagsfraktion der Linkspartei hat einen Fünf-Punkte-Forderungskatalog für ein "solidarisches Miteinander in Zeiten der Corona-Krise" veröffentlicht. Unter anderem sollen Beschäftigte im Gesundheitswesen eine Gehaltszulage bekommen, auch als Anreiz für eine zeitweilige Berufsrückkehr. Inhaber kleiner Geschäfte oder Freiberufler und Künstler in prekärer Lage sollen ein Pandemie-Überbrückungsgeld beziehen können. Zwangsräumungen will die Linke sofort verbieten, Stromsperren aufheben. Die Fraktion verlangt auch einen sofortigen Stopp aller Abschiebungen. Die Schuldenbremse des Landes soll ausgesetzt werden.

+++ Wichtige Telefonnummern bei Fragen zum Coronavirus +++

Die hessische Staatskanzlei hat bei Twitter noch einmal auf die Ansprechpartner für Ihre Anliegen rund um das Coronavirus hingewiesen. Bei medizinischen Fragen zum Coronavirus können Sie sich unter der Hotline 0800-555 4 666 (täglich zwischen 8 und 20 Uhr) melden. Für alle anderen Fragen oder Anliegen steht das Bürgerbüro unter der Telefonnummer 0611-32 111 000 zur Verfügung.

+++ Verbände fordern besondere Hilfe für Behinderte und psychisch Kranke +++

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung fordern besonderen Schutz und Hilfe für Menschen mit Behinderung und psychischen Krankheiten. Für viele Betroffene sei das Coronavirus lebensbedrohlich, aufgrund von Vorerkrankungen, Immunschwäche und der Notwendigkeit von Betreuung, heißt es in einer Mitteilung der Verbände vom Mittwoch. Gerade der Infektionsschutz benötige noch mehr Personal und Aufwand.

Die Fachverbände verwiesen zudem darauf, dass Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, durch einen Rettungsschirm geschützt werden müssten – damit sie nicht ohne Geld und Versorgung dastehen.

+++ DGB: Azubis nicht vernachlässigen +++

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat Unternehmen davor gewarnt, in der Coronakrise ihre Auszubildenden zu vernachlässigen oder sogar zu entlassen. "Auszubildende sind keine Beschäftigten oder Angestellten, sondern befinden sich in einem besonders schutzbedürftigen Lernverhältnis im Unternehmen oder Betrieb", sagte der Vizevorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt. Er warnte davor, Ausbildungsverhältnisse zu beenden, da damit die Zukunft der jungen Menschen und auch die Fachkräftesicherung für die Betriebe verspielt würden. Sollten Auszubildende mit ins Kurzarbeitergeld genommen werden, benötigten sie Aufzahlungen bis zum aktuellen Niveau ihrer Vergütungen, verlangte der Gewerkschafter.

+++ Ärztekammer fordert, Arztpraxen nur im äußersten Notfall zu schließen +++

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus könnten die Gesundheitsämter auch in Hessen vereinzelt Arztpraxen schließen. Diese Vorgehensweise solle "unter maximaler Nutzung des Ermessensspielraums auf das absolut notwendige Maß" begrenzt werden, fordert der Präsident der hessischen Ärztekammer, Edgar Pinkowski. Er rief dazu auf, neben den zunehmenden Corona-Infizierten die Versorgung der anderen Patienten nicht zu vernachlässigen.

Pinkowski forderte zudem nachdrücklich, die Kindernotbetreuung in Hessen auch Eltern zu ermöglichen, bei denen nur ein Elternteil Angehöriger eines sogenannten kritischen Berufs ist. "Wir brauchen in der aktuellen Situation alle Kräfte an Bord. Jede Pflegekraft, jede Praxismitarbeiterin wird dringend benötigt."

+++ Spielplätze in Hessen dicht +++

Spielplätze, Kinos, Theater und manche Läden sind seit Mittwoch dicht: Im Kampf gegen das Coronavirus hat Hessen die Maßnahmen verschärft. Supermärkte, Apotheken, Banken und Tankstellen bleiben aber offen. Hier finden Sie eine Übersicht zu den beschlossenen Maßnahmen.

Videobeitrag

Video

zum Video Läden und Spielplätze geschlossen

hs
Ende des Videobeitrags

+++ Pfingstturnier in Wiesbaden abgesagt +++

Das traditionsreiche Pfingstturnier in Wiesbaden fällt aus. Das teilten die Organisatoren der Reitveranstaltung am Mittwoch mit. "Es war für uns eine sehr schwierige Entscheidung", sagte Kristina Dyckerhoff, die Präsidentin des veranstaltenden Wiesbadener Reit- und Fahr-Clubs. Keiner wisse, wie lange das Verbot von Großveranstaltungen bestehen bleibe.

Das Pfingstreitturnier in Wiesbaden

Ein Turnier ohne Zuschauer sei nicht in Frage gekommen. "Ein leerer Park, leere Tribünen – das wäre nicht das Pfingstturnier, zumal für uns und unsere Partner das Turnier ohne Zuschauer auch finanziell nicht tragbar wäre." Zu dem Turnier kommen jährlich rund 60.000 Besucher. Dieses Jahr sollte es vom 29. Mai bis zum 1. Juni stattfinden. Mehr dazu in unserem Artikel.

+++ Finanzielle Schieflage bei Kommunen befürchtet +++

Mit Schließungen und Einschränkungen im Handel und in der Gastronomie könnten auch die Kommunen in eine finanzielle Schieflage geraten. Das befürchtet der Hessische Städte- und Gemeindebund. "Dass es bei den Gewerbesteuern Einbrüche geben kann, ist ganz klar", sagte der Geschäftsführende Direktor, Karl-Christian Schelzke, am Mittwoch. Auch ein Ladensterben in den Innenstädten sei nicht auszuschließen. Es müsse für die Kommunen Geld aus Fördertöpfen fließen. "Da muss man sich dann auch von der schwarzen Null verabschieden."

+++ Bad Homburg untersagt Ansammlungen von mehr als fünf Menschen +++

Die Stadt Bad Homburg untersagt ab sofort Ansammlungen von mehr als fünf Menschen auf öffentlichen Plätzen und in Parks. Wie die Stadt am Mittwoch auf ihrer Homepage mitteilt, gilt die Regelung zum Beispiel für den Kurpark, den Kurhausvorplatz, den Marktplatz, den Rathausplatz oder den Bahnhofsvorplatz.

Für alle anderen öffentlichen Bereiche verweist die Stadt auf die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, einen Abstand von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten. "In den kommenden Wochen wird entscheidend sein, die Regeln konsequent zu beachten, um die in anderen Ländern beobachtete, rasche Ausbreitung des Virus bei uns zu vermeiden", begründet Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) den Schritt. Auch die Trauerhallen auf den Friedhöfen in Bad Homburg werden geschlossen. Bestattungen können stattfinden, der Aufenthalt der Trauergäste ist laut Stadt dann nur im Freien möglich.

+++ Condor-Maschinen bei Rückholaktion voll besetzt +++

Bei der Rückholaktion für im Ausland gestrandete Touristen sind die Maschinen des Ferienfliegers Condor voll besetzt. In einigen Zielländern wie beispielsweise der Dominikanischen Republik hatte es zunächst geheißen, dass gar keine Flieger aus Europa mehr landen dürften. Inzwischen habe man die Hindernisse aber abgeklärt, berichtete eine Sprecherin am Mittwoch in Frankfurt. Condor werde in den nächsten Tagen rund 50.000 Urlauber zurückholen. Das geschehe in einer Mischung aus dem eigenen Flugprogramm, Rückholflügen der Veranstalter und auch der "Luftbrücke" der Bundesregierung.

Ein Mann mit Gesichtsmaske und Einmal-Handschuhen wartet auf dem Frankfurter Flughafen.

Betroffen sind vor allem Urlauber in Marokko, der Dominikanischen Republik, auf den Philippinen, in Ägypten, auf den Malediven, Malta und in Argentinien. Nach Schätzungen des Auswärtigen Amts sind noch weit mehr als 100.000 Deutsche im Ausland unterwegs.

+++ Radklassiker Eschborn-Frankfurt wegen Corona abgesagt +++

Videobeitrag

Video

zum Video Radklassiker Eschborn-Frankfurt abgesagt

hessenschau kompakt von 16:45 Uhr vom 18.03.2020
Ende des Videobeitrags

Der 1. Mai gehört in Frankfurt traditionell den Fahrradfahrern. Nicht so in diesem Jahr. Der Klassiker muss wegen der Corona-Pandemie verlegt werden und reiht sich damit in eine prominente Liste von Sport-Veranstaltungen ein, die nicht wie geplant stattfinden können. Einen neuen Termin gibt es bislang noch nicht. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel.

+++ Wie lange hält sich das Virus auf Oberflächen? +++

Die Türklinke, der Knopf im Aufzug, der Stift des Paketboten: Wer diese Dinge im Moment anfasst, fragt sich oft, wie lange sich das Coronavirus auf den Oberflächen halten kann. Laut US-Wissenschaftlern bleibt es bis zu 72 Stunden auf Kunststoff erhalten, bei Papier sollen es bis zu 24 Stunden sein. Warum diese Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten sind, erklärt ein Virologe auf tagesschau.de.

+++ Fehler in unserer Karte +++

Bei der Aktualisierung der Karte war uns in der Nacht (18. März 2020) ein gravierender Fehler unterlaufen: Wir haben die Zahlen der "Gemeldeten Fälle" versehentlich als "Verstorbene" bezeichnet. Wir bitten Sie sehr, diesen Fehler zu entschuldigen. Es tut uns leid, dass wir Sie damit möglicherweise verunsichert haben. Wie ist es passiert? Wir haben die Daten gegen Mitternacht zuhause eingegeben. Dabei waren wir in der Bearbeitungszeile verrutscht, so dass automatisch alle "Gemeldeten Fälle" als "Verstorbene" ausgewiesen wurden. Vielen Dank für Ihre Hinweise auf diesen Fehler. Wir haben so schnell wie möglich reagiert und die Funktionalität wiederhergestellt.

+++ Hilfsorganiationen schlagen Alarm: So leiden Geringverdiener +++

Verzögerte Sozialleistungen, geschlossene Tafeln, Zwangsräumungen: Das Coronavirus hat vor allem für arme Menschen in Hessen massive Folgen. Spezielle Maßnahmen, um ihnen zu helfen, seien aktuell aber nicht geplant, teilte das Sozialministerium auf Nachfrage mit. Nun schlagen Hilfsorganisationen Alarm und Politiker fordern ein "Coronageld". Mehr dazu in unserem Artikel.

+++ Applaus für Helferinnen und Helfer +++

Spanien hat es vorgemacht, am Dienstagabend zogen die Hessen nach: Gegen 21 Uhr öffneten Menschen an vielen Orten die Fenster und applaudierten. Der Beifall galt vor allem medizinischem Personal wie Ärzten und Pflegern, deren Engagement in der Corona-Krise besonders wichtig ist. Wie das in Frankfurt aussah, sehen Sie bei uns auf Twitter im Video.

+++ Entscheidung über Abi-Prüfungen am Mittwoch +++

Noch ist unklar, ob die anstehenden schriftlichen Abiturprüfungen stattfinden werden. Aus der Schülerschaft traten zuletzt Forderungen auf, die Prüfungen aus Sicherheitsgründen abzusagen. Das Kultusministerium wird heute entscheiden, ob das Abi geschrieben wird oder nicht. Die Entscheidung soll im Anschluss "möglichst schnell" mittgeteilt werden, wie ein Sprecher hessenschau.de sagte.

+++ Stimmungsbild aus Marburg: Floristen verschenken Ware, Einzelhändler verzweifelt +++

Ab heute gelten die verschärften Maßnahmen der Landesregierung: Zahlreiche Geschäfte müssen geschlossen bleiben, auch Kneipen und Bars sind zu. Schon jetzt sind viele Unternehmer und Einzelhändler in Hessen verzweifelt. In der Marburger Oberstadt verschenken Blumenhändler ihre Waren, damit sie sie nicht wegschmeißen müssen, berichtet unsere Reporterin Anna Spieß.

Manche Ladeninhaber erzählen unter Tränen, dass sie um ihre Existenz fürchten und keine großen Rücklagen haben, obwohl sie seit 20 Jahren in der Stadt verwurzelt seien. Einige fühlen sich mit ihren Problemen allein gelassen. Wie und wo man zum Beispiel Kurzarbeit anmelden müsse, wissen sie nicht. Telefonisch sei niemand erreichbar, weil die Hotlines überlastet seien.

+++ Einreisestopp: 5.000 Nicht-EU-Bürger kontrolliert +++

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ist ein Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger in die Europäische Union verhängt worden. Am Frankfurter Flughafen wurden deswegen bis um 8 Uhr am Mittwochmorgen rund 5.000 Menschen kontrolliert, wie ein Sprecher der Bundespolizei auf hr-Anfrage mitteilte. Allein heute seien über 100 Flüge von der Regelung betroffen. Menschen, die nicht einreisen dürfen, müssen im Transitbereich des Flughafens auf einen Rückflug warten. Nicht-EU-Bürger, die in Deutschland leben, dürfen aber weiterhin einreisen.

+++ Handball-Nationalspieler Kohlbacher infiziert +++

Corona-Fall in der deutschen Handball-Nationalmannschaft: Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen hat sich nach Informationen von SID und dpa mit dem Virus infiziert, nun begibt sich das gesamte Team von Bundestrainer Alfred Gislason in häusliche Quarantäne. "Ein bei einem Nationalspieler am Montag, 16. März, durchgeführter Test auf das Coronavirus ergab ein positives Ergebnis. Dies ist seit Dienstagabend bekannt", teilte der Deutsche Handballbund (DHB) mit. Kohlbachers Namen bestätigte der Verband offiziell nicht. Der Kreisläufer stammt aus Bensheim und spielte lange für die HSG Wetzlar.

Jannik Kohlbacher

+++ DRK ruft zu weiteren Blutspenden auf +++

Die Blutspende-Aufrufe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben Wirkung gezeigt: Nach einer ungewöhnlich langen Flaute während der Fastnachtszeit und in den Tagen danach kämen mittlerweile wieder mehr Menschen zu den Terminen, sagte Eberhard Weck, Leiter Spendenmarketing beim DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen. Zugleich mahnte er: "Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt." Auch in Zeiten der Coronakrise gelte es, nicht nachzulassen, da der Bedarf an Blutprodukten weiterhin hoch sei. So würden alleine 19 Prozent der Blutprodukte für die alltägliche Versorgung von Krebspatienten benötigt. Weitere jeweils 16 Prozent brauchten Patienten mit Herzerkrankungen sowie Magen- und Darmkrankheiten.

+++ Erster Todesfall in Wiesbaden +++

In Hessen gibt es den ersten Corona-Todesfall. Wie die Stadt Wiesbaden am Dienstag mitteilte, sei der Patient zuvor auf einer Intensivstation in einer Wiesbadener Klinik behandelt worden. Dort sei der Patient sofort nach der Einlieferung isoliert worden. Es handelt sich nach Angaben der Stadt um einen 68-jährigen Mann, der durch das Virus an einer Lungenentzündung erkrankt war.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir geschrieben, dass der Mann an einer Vorerkrankung gelitten habe. Dazu machten die zuständigen Behörden bislang aber keine Angaben. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (17. März 2020):
+++ Erster Todesfall in Hessen +++ Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger am Frankfurter Flughafen +++ 381 Corona-Fälle +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (16. März 2020):
+++ Weitere Maßnahmen ab Mittwoch +++ Eine Milliarde Euro Soforthilfe +++ 342 Fälle in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (14. und 15. März 2020):
+++ Fallzahlen steigen um 50 Prozent +++ Gottesdienste abgesagt +++ Veranstaltungen ab 100 Personen verboten +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (13. März 2020):
+++ Kein Unterricht ab Montag, Kitas zu +++ Krankenhäuser verhängen Besuchsverbote +++ Kirchen sagen Gottesdienste ab +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (10. März bis 12. März 2020):
+++ Abiturienten vom Unterricht freigestellt +++ Absage von Großveranstaltungen bis 10. April +++ Kassel schließt Theater und Kinos +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (6. März bis 9. März 2020):
+++ Arzt-Praxis unter Quarantäne +++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++ Blutreserven halten 2,2 Tage +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2020):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

Weitere Informationen

Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
Ende der weiteren Informationen
Weitere Informationen

Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

Ende der weiteren Informationen