Das Coronavirus hat Hessen erreicht. Unser Ticker-Meldungen zum Nachlesen vom 17. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen im Ticker

Die wichtigsten Meldungen:

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung in den vergangenen Tagen bereits eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Den aktuellen Stand der Verordnungen finden Sie auf www.hessen.de.

MELDUNGEN VOM DIENSTAG, 17. MÄRZ

+++ Wetteraukreis testet doch weiter auf Corona +++

Anders als zuvor gemeldet, werden im Wetterauskreis doch weiterhin Corona-Tests durchgeführt. Das hat die Landesregierung nun klar gestellt. Man halte sich dabei nach wie vor an die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts, heißt es in der Mitteilung. Zuvor hatte der Wetteraukreis mitgeteilt, die Tests würden eingestellt, weil das dafür benötigte medizinische Personal an anderer Stelle fehle.

+++ Erster Todesfall in Wiesbaden +++

In Hessen gibt es den ersten Corona-Todesfall. Wie die Stadt Wiesbaden mitteilte, sei der Patient zuvor auf einer Intensivstation in einer Wiesbadener Klinik behandelt worden. Dort sei der Patient sofort nach der Einlieferung isoliert worden. Nach hr-Informationen handelt es sich um einen 68-jährigen Mann, der durch das Virus an einer Lungenentzündung erkrankt war.

Heute ist ein stationär in einer Wiesbadener Klinik behandelter Patient an den Folgen einer COVID-19-Infektion verstorben. https://t.co/2AANJKtIzJ #wiesbaden #coronavirusdeutschland #CoronaVirusDE

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+++ Videobotschaft von Ministerpräsident Bouffier +++

In einer Videobotschaft erklärt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), warum die für Hessen beschlossenen Maßnahmen - wie die Schließung von Freizeiteinrichtungen und vielen Geschäften - notwendig sind. Gleichzeitig bittet der Ministerpräsident die Bevölkerung darin noch einmal um Verständnis: "Wir können und müssen alles tun, diesen gefährlichen Virus und die Ausbreitung zu verhindern." Bouffier versprach zudem, dass die wichtigsten Geschäfte geöffnet bleiben, ebenso Einrichtungen der medizinischen Versorgung. Das komplette Video finden Sie hier.

+++ Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger am Frankfurter Flughafen +++

Über den Frankfurter Flughafen dürfen künftig nur noch EU-Bürger einreisen. Der Grund sind neue Einreisebeschränkungen für Nicht-EU-Bürger, die in ganz Deutschland gelten sollen und die Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zur Eindämmung des Coronavirus angeordnet hat. Aus dem Ministerium hieß es am Dienstagabend, das betreffe den internationalen Luft- und Seeverkehr bei Reiseverbindungen, die außerhalb der Europäischen Union starten. Ausnahmen von der Einreisebeschränkung gibt es demnach für Drittstaatangehörige mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einem EU-Staat. Nach Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll die Einreisebeschränkung ab sofort und für einen Zeitraum von 30 Tagen gelten.

+++ 381 Corona-Infektionen in Hessen

Die bestätigten Corona-Infektionen in Hessen sind auf 381 gestiegen. Das teilte das Sozialministerium am Dienstagabend mit. Allein in Frankfurt gab es 30 neue Infektionen. Am Montag waren es noch insgesamt 342 Infizierte in Hessen.

+++ Frankfurter Bürgermeister Becker nach Kontakt mit Merz in Quarantäne +++

Der Frankfurter Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) hat sich am Dienstag in häusliche Quarantäne begeben. Wie er auf Twitter mitteilte, reagierte er damit auf ein Treffen mit dem Kandidaten für den CDU-Bundesvorsitz, Friedrich Merz. Merz hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er positiv auf den Coronavirus getestet worden sei.

Becker sagte dem hr am Abend, er habe Merz am Donnerstag in Berlin getroffen und "Stuhl an Stuhl" neben ihm gesessen. Anlass war ein Treffen der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und CSU Deutschlands (KPV). Die KPV sei mit den drei prominenten Kandidaten für den CDU-Vorsitz zusammengekommen - neben Merz auch mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Becker erledigt seine Amtsgeschäfte nun von zuhause aus - nichts, was man sich aussuche, sagte er. "Noch ist das Gefühl der Eingeschränktheit begrenzt."

Friedrich Merz wurde positiv auf Corona getestet. Da ich direkten Kontakt mit ihm hatte, werde ich nun vorsorglich in häusliche Quarantäne gehen und Homeoffice praktizieren. Meine Amtsgeschäfte werde ich von dort aus leisten.Gute Besserung an Friedrich Merz.

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Merz war unter anderem am Mittwoch vergangener Woche (11. März) beim Frühlingsempfang der CDU in Frankenberg vor 700 Gästen aufgetreten. Wie die HNA berichtet, arbeitet der Frankenberger CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Müller ab sofort vorsichtshalber im Homeoffice. Er stehe im Austausch mit dem Gesundheitsamt.

+++ Wie sich das Coronavirus in Hessen bemerkbar macht +++

Verlassene Straßenbahnen, leergefegte Fußgängerzonen, Schlangen vor den Corona-Testcentern - in Hessen sind die Auswirkungen des Coronavirus schon an vielen Orten zu spüren. In einer Bildergalerie haben wir ein paar Eindrücke zusammengefasst.

Bildergalerie

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+++ Landtag trifft sich zur Not-Tagesordnung +++

Trotz der Corona-Krise tritt der Landtag kommende Woche in Wiesbaden zusammen. Allerdings wird das Parlament nur einmal und nur zu besonders dringlichen Themen tagen, am Dienstag. Die zwei außerdem vorgesehenen Sitzungen am Mittwoch und Donnerstag entfallen, wie ein Sprecher von Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden sagte. Auf das Vorgehen hatten sich die Fraktionen zuvor geeinigt.

Im Mittelpunkt stehen eine Regierungserklärung zur aktuellen Lage sowie die eilige Verabschiedung eines Nachtragsetats mit Geldern zur Bewältigung der Krise. Es geht um insgesamt sechs Milliarden Euro. Um in den engen Sitzreihen des Plenarsaals Ansteckungen vorzubeugen und den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten, haben die Fraktionen eine reduzierte Anwesenheit beschlossen. Es werden deutlich weniger als alle 137 Abgeordnete teilnehmen. Die Fraktionen haben zudem bei den Abstimmungen Fairness verabredet: Die gewählte Mehrheit von Schwarz-Grün soll gewahrt werden.

+++ Frankfurt lädt zum Wandern +++

Während sich das ganze Bundesland den Kopf über mögliche Freizeitaktivitäten zerbricht, wird in Frankfurt gehandelt. Die Stadt empfiehlt allen Menschen mit Bewegungsdrang, auch weiterhin den Grüngürtel rund um die City für Ausflüge zu nutzen. Wandern, Fahrradfahren, Skaten, das sei alles auch in Zeiten von Corona erlaubt. "Ich bitte aber auch dort darum, die bekannten Empfehlungen bezüglich sozialer Kontakte zu achten. Auch wenn es sicher dort nun noch voller wird als üblich", ermahnte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

+++ Feldbergschule in Oberursel verschiebt Abitur +++

Weil sich ein Abiturient mit dem Coronavirus infiziert hat, verschiebt die Feldbergschule in Oberursel die Abiturprüfungen für den gesamten Jahrgang. Das teilte der zuständige Hochtaunuskreis mit. Der Infizierte habe in der vergangenen Woche im Zuge der Prüfungsvorbereitungen Kontakt mit vielen anderen Abiturienten gehabt. Wer davon betroffen sei und wer nicht, könne das Gesundheitsamt nicht mehr nachvollziehen. Deshalb sollen nun alle Schüler das Abitur erst nach Ostern schreiben.

+++ Krisenstab hat Arbeit aufgenommen +++

Der am Montag vom Kabinett aktivierte Krisenstab der Landesregierung hat seine Arbeit aufgenommen. Chef des Gremiums ist Innenminister Peter Beuth (CDU). Neben Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) gehören dem Stab Staatssekretäre aller Ministerien sowie weitere Experten an. Der Krisenstab soll ressortübergreifende Maßnahmen in der Corona-Krise steuern, den "Kabinettsausschuss Corona" unter Regierungschef Volker Bouffier (CDU) beraten sowie zentraler Ansprechpartner für Kommunen und Behörden sein. Er arbeitet in einem zur Bewältigung landesweiter Gefahrenlagen vor 15 Jahren eigens eingerichteten Krisenzentrum in Wiesbaden. Das Zentrum mit 58 Arbeitsplätzen ist laut Landesregierung auf dem modernsten Stand der Technik. Es gibt als Reserve ein zweites Krisenzentrum in Kassel.

+++ Rewe-Märkte bleiben sonntags zu +++

Die Rewe- und Penny-Märkte in Hessen sollen sonntags weiterhin geschlossen bleiben - trotz des ausgesetzten Verkaufsverbots. Das teilte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von hessenschau.de mit. Es gebe sowohl in den Geschäften als auch beim Lieferservice eine hohe Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln und Drogerieartikeln, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme. "Die Frequenz der Belieferung der Rewe- und Penny-Märkte haben wir entsprechend erhöht bzw. angepasst." Die Warenversorgung sei deshalb stabil. "Vor diesem Hintergrund sehen wir derzeit keine Veranlassung die bestehenden Öffnungszeiten auszudehnen."

+++ Kirche in Zeiten von Corona +++

Gottesdienste finden wegen des Coronavirus nicht statt. Wie Gläubige trotz Quarantäne beten, Gottesdienst halten und auf gute Gedanken kommen können, hat die hr-Kirchenredaktion hier zusammengestellt. 

+++ WHO rät zu Paracetamol statt Ibuprofen +++

Seit dem Wochenende kursieren Warnungen im Netz, dass Ibuprofen die Lungenerkrankung Covid-19 verschlimmern oder sogar die Sterblichkeit erhöhen würde. Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Studien. Doch auch die Weltgesundheitsorganisation WHO rät mittlerweile bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus davon ab, Ibuprofen ohne ärztlichen Rat einzunehmen. Die Experten prüften zurzeit, ob von Ibuprofen eine Gefahr ausgehe, teilte ein Sprecher mit. "Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen." Dies beziehe sich aber ausschließlich auf die Einnahme ohne ärztlichen Rat.

Ibuprofen

+++ Erste Maßnahmen gegen Hamsterkäufe +++

In einem Kasseler Supermarkt gibt es einen ersten Aushang und erste konkrete Maßnahmen gegen Hamsterkäufe. Wie auf dem Bild zu sehen ist, wurden bestimmte Lebensmittel und Haushaltswaren mengenmäßig beschränkt. Dazu noch einmal der Hinweis von Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne): "Die Lieferketten halten, die Waren kommen verlässlich zu den Kunden.“ Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund.

Das Foto zeigt einen Aushang vor einem Supermarkt vom Ladenbetreiber, auf dem steht, dass ab sofort nur noch Höchstmengen von bestimmten Produkten abgegeben werden.

+++ Unis setzen Prüfungen aus +++

Die fünf hessischen Universitäten setzen wegen des Coronavirus einen Großteil ihrer Prüfungen aus. Diese Regelungen wurden getroffen:

  • TU Darmstadt: Ab sofort sind sämtliche Präsenzprüfungen bis zum 20. April ausgesetzt. Für mündliche Prüfungen und Disputationen können in Härtefällen Videokonferenzen durchgeführt werden.
  • Uni Frankfurt: Alle Präsenzprüfungen werden bis zum 20. April ausgesetzt. Die Abgabefrist für Hausarbeiten und Abschlussarbeiten wird um drei Wochen verlängert.
  • Uni Gießen: Alle Prüfungen werden auf den Zeitraum nach dem 20. April verlegt.
  • Uni Kassel: Alle Prüfungen werden bis zum 20. April ausgesetzt.
  • Uni Marburg: Alle Klausuren und E-Klausuren wurden abgesagt. Mündliche Prüfungen finden statt.

+++ 46ers bieten Einkaufshilfe an +++

Falls Sie im Supermarkt Ihres Vertrauens schon immer mal etwas aus dem oberen Regal kaufen wollten, dafür bislang aber schlicht zu klein waren, gibt es jetzt Abhilfe: Die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers bieten ab sofort ihre Hilfe im Alltag an. Da der Spiel- und Trainingsbetrieb derzeit ruht, stehen die großgewachsenen Profisportler für Dienste des täglichen Corona-Lebens bereit, wie der Club am Dienstag mitteilte. Hilfsbedürftige Menschen, für die beispielsweise das Einkaufen eine Gesundheitsgefahr darstellt, sollen den Verein per Telefon oder Mail kontaktieren.

John Bryant von den Gießen 46ers

+++ Justiz in Zeiten von Corona +++

Wie gehen die hessischen Gerichte mit dem Coronavirus um? Die meisten Prozesse müssen der Öffentlichkeit zugänglich sein. Dieser Anspruch beißt sich allerdings mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ein Mordprozess am Landgericht in Limburg wurde deshalb bereits abgesagt. Wie es sonst um die hessische Justiz steht, lesen Sie in unserem Artikel.

+++ Wenige Einschränkungen im Zugverkehr +++

Der regionale Schienenverkehr in Hessen soll nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die ganze Woche lang normal fahren. Bis einschließlich Freitag werden Regionalzüge und S-Bahnen nach dem üblichen Wochenfahrplan verkehren, hieß es. Da krankheitsbedingt allerdings einzelne Fahrten ausfallen können, sollten sich Fahrgäste kurzfristig informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt. Bei den Bussen und Straßenbahnen werden ab Mittwoch weitere Linien auf den Ferienfahrplan umgestellt: Das gilt für Frankfurt, Hanau, den Kreis Groß-Gerau, Limburg-Weilburg und die Stadt Limburg. In Darmstadt werden die Fahrpläne ab Donnerstag reduziert. 

+++ Kultusministerium: Abitur findet statt +++

Die schriftlichen Abiturprüfungen sollen nach Einschätzung der Landesregierung wie geplant am Donnerstag beginnen. Die notwendigen Bedingungen wie etwa ein ausreichender Sicherheitsabstand könnten eingehalten werden, teilte das Kultusministerium mit. Die Schulen seien angewiesen worden, die Prüfungsgruppen so klein wie möglich zu halten, am besten unter zehn Schülern. Es seien genügend Räume und Lehrkräfte als Aufsichtspersonal vorhanden.

"Abi 2020" steht auf einem selbst gemalten Abi-Plakat, das vor dem Goethe-Gymnasium in Kassel aufgehängt ist.

+++ Wiesbaden setzt Beitragseinzug für Kitas aus +++

Der Magistrat der Stadt Wiesbaden hat beschlossen, Beiträge für Kitas im April zunächst nicht einzuziehen. Damit wolle man Eltern in finanziell schwierigen Zeiten entlasten, teilte Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) mit. Die Regelung gelte für Krippen, Kindergärten und Horte städtischer und freier Träger, außerdem für die öffentlich geförderte Kindertagespflege sowie die Betreuung an Grundschulen. Bei städtischen Einrichtungen werde auch auf die Abbuchung des Verpflegungsgeldes verzichtet.

Ob den Eltern die Beiträge erstattet werden, bleibt mit dem Beschluss zunächst noch offen. Darüber wollen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung gemeinsam mit den freien Kita-Trägern  entscheiden. Rechtlich geregelt sei eine Erstattung der Beiträge bislang zwar nur im Fall eines Streiks. "Im Magistrat herrscht aber Einigkeit darüber, dass die Eltern durch die Schließung von Kitas und Schulen vor große Herausforderungen gestellt werden und sie auf diesem Weg wenigstens teilweise finanziell entlastet werden sollen", teilte Manjura mit.

+++ OFC verkauft 1.000 Geistertickets +++

Es gibt sie noch; die guten Nachrichten in Zeiten des Coronavirus. Die Offenbacher Kickers, die durch die Zwangspause in der Regionalliga Südwest in finanzielle Schieflage geraten sind, bekommen Unterstützung von ihren – alles andere als verwöhnten – Fans. Wie der OFC am Dienstag mitteilte, wurden innerhalb weniger Tage bereits 1.000 sogenannter Geistertickets verkauft. Diese besonderen Eintrittskarten gelten für die womöglich bald stattfindenden Geisterspiele – ins Stadion kommt damit also niemand.

Leere Tribüne im OFC-Stadion

+++ GEW-Kritik an Umgang mit Lehrern +++

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat eine klare Aussage von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) zur Aufhebung der Präsenzpflicht für Lehrer an hessischen Schulen gefordert. Der GEW werde "fortlaufend" berichtet, dass einige Schulen noch immer die Anwesenheit von Lehrkräften anordneten - unter anderem für Konferenzen, Planungs- oder Arbeitsgruppen. Das widerspreche den gesundheitspolitischen Notwendigkeiten und den Verordnungen der Landesregierung. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) habe selbst angesichts der dramatischen Situation gesagt, es wäre eigentlich am besten, es träfe sich niemand mehr. Hessens Schüler sind seit Montag vom Schulbesuch befreit.

+++ Hinz: "Lieferketten halten, Lebensmittel werden aufgefüllt" +++

Angesichts vielerorts leerer Regale im Supermarkt appelliert Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) an die Bevölkerung, Hamsterkäufe zu unterlassen. Dazu gebe es keinen Grund: Der Lebensmittel-Einzelhandel sei auch in der aktuellen Situation gut aufgestellt. "Die Lieferketten halten, die Waren kommen verlässlich zu den Kunden. Ich bin guter Dinge, dass das auch so bleiben wird."

Hinz appellierte an die Bevölkerung: "Machen Sie es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Märkten nicht unnötig schwer, denn es ist genug von allem und für alle da!" Die hessische Landesregierung kümmere sich darum, die Abläufe an vielen Stellen zu erleichtern. Dazu zähle z.B. die Aufhebung von LKW-Fahrverboten. Auch das Sonntagsverkaufsverbot soll laut Hinz ausgesetzt werden.

+++ Flixbus und Blablabus stellen Reiseverkehr ein +++

Die beiden auch in Hessen operierenden Fernbusunternehmen Flixbus und Blablabus stellen wegen des Coronavirus ab Mittwoch ihren Betrieb vorübergehend ein. Wie die beiden Unternehmen am Dienstag kurz hintereinander mitteilten, gilt die Verordnung ab Mitternacht. Flixbus hat in Hessen insgesamt 14 Haltestellen, Blablabus verkehrte von Frankfurt und Gießen.

+++ Jobcenter: Telefonnetz überlastet +++

Jobcenter und Arbeitsagenturen bekommen im Moment zehn Mal mehr Anrufe als üblich. Das berichtet die hessische Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Das Telefonnetz des Providers sei überlastet, man sei derzeit telefonisch nur eingeschränkt erreichbar. "Wir bitten darum, Anrufe auf Notfälle zu beschränken", heißt es in einer Mitteilung. Termine müssten nicht abgesagt werden, Fristen in Leistungsfragen würden vorerst ausgesetzt.

+++ Lufthansa plant Luftbrücke +++

Die Lufthansa prüft, ob sie in der Coronavirus-Krise ihre Passagier-Jumbos vom Typ Boeing 747 als Frachtmaschinen einsetzt. Wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte, solle so die Produktionskette aufrechterhalten und Verbrauchsgüter für die Bevölkerung transportiert werden. Grundsätzlich wird Luftfracht vor allem für höherwertige Güter eingesetzt. Der Preis pro Kilo beträgt zu normalen Zeiten etwa das 40-fache der Seefracht. "Lufthansa wird alles dafür tun, um auch die Lieferketten für die Versorgung der deutschen Bevölkerung aus der Luft aufrechtzuerhalten. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Luftbrücke für ganz Deutschland", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Eine Boeing vom Typ 747-8.

+++ Motsi Mabuse tanzt im Livestream +++

Die verschärften Maßnahmen gegen das Coronavirus machen auch vor Tanzschulen nicht halt. Manche gehen mit der Situation kreativ um, so auch Motsi Mabuse. Sie musste ihre Tanzschule in Eschborn schließen und bietet dafür jetzt Kurse per Livestream an, wie sie auf Facebook verkündete. Heute unter anderem im Programm: Kindertanz, Hip Hop und Paartanz.

+++ Corona verändert Nahverkehr +++

Der Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Nahverkehr. Vor allem in Kassel fahren Busse und Straßenbahnen seit Dienstag nach dem Sonntags-Fahrplan. Die weiteren Einschränkungen hat die hessenschau in einem Videobeitrag zusammengefasst.

Videobeitrag

Video

zum Video Coronavirus - Änderungen im Nahverkehr

startbild-nahverkehr
Ende des Videobeitrags

+++ Polizei warnt vor Corona-Enkeltrick +++

Das in Wiesbaden ansässige Bundeskriminalamt warnt vor einer neuen Enkeltrick-Masche. Wie die Beamten am Dienstag mitteilten, würden Kriminelle die aktuelle Panik rund um das Coronavirus ausnutzen und sich am Telefon als infizierte Angehörige ausgeben. Die Betrüger geben vor, dringend Geld für Behandlungen zu brauchen. Die Polizei rät: Geben Sie niemals Geld an Unbekannte. Dem schließen wir uns an.

+++ Facebook-Gruppe: "Coronavirus in Hessen" +++

Informiert bleiben, Fragen stellen, im Austausch sein: In unserer Facebook-Gruppe "Coronavirus in Hessen" bündeln wir Informationen aus Hessen und ordnen sie ein. Wir freuen uns auf zielgerichtete und wertschätzende Diskussionen.

+++ Rheinhessischer Corona-Hoffnungsschimmer +++

Normalerweise berichten wir an dieser Stelle nur über hessische Themen. Da wir von "normal" derzeit aber wohl meilenweit entfernt sind, ziehen wir an dieser Stelle den Rheinhessen-Joker und nehmen die schöne Stadt Mainz kurzzeitig in unser Bundesland auf. Der Grund dafür: Das in Sichtweite des hessischen Gebiets ansässige Unternehmen Biontech ist offenbar einer der größten Hoffnungsträger im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Biontech erhält vom chinesischen Arzneimittelhersteller Fosun Pharma eine 120 Millionen Euro starke Finanzspritze, um die Forschung an einem Impfstoff voranzutreiben. Was das Besondere an der Arbeitsweise von Biontech ist und warum der Mainzer ausgewählt wurde, haben die Kollegen von boerse.ard.de an dieser Stelle zusammengetragen.

+++ Wetterau stoppt Corona-Tests +++

Der Wetterau-Kreis hat am Dienstag beschlossen, ab sofort keine Corona-Tests mehr durchzuführen. Das dafür benötigte medizinische Personal sei derzeit an anderen Stellen wichtiger, so die Begründung. "Das Virus ist unter uns", teilte der Kreis mit. Nun gelte es, die Ausbreitung zu verhindern. "Wer Symptome hat, bleibt zu Hause." Da der Coronavirus in den meisten Fällen harmlos verlaufe, sei eine Diagnose letztlich zweitrangig. Die Wetterauer Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Am Vormittag hatte es zunächst gehießen, dass auch der Werra-Meißner-Kreis vorerst keine Corona-Tests mehr durchführen würde. Diese Information beruhte jedoch auf einer missverständlich formulierten Mitteilung. Wie ein Sprecher bestätigte, werde in "medizinischen oder epidemiologischen Ausnahmefällen" weiter getestet.

Videobeitrag

Video

zum Video Coronavirus: Wie gut sind hessische Kliniken aufgestellt?

hessenschau vom 17.03.2020
Ende des Videobeitrags

+++ Kritik an Sonntagsöffnung der Supermärkte +++

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen (DGB) hat die Lockerung des Sonntagsöffnungsverbots kritisiert. "Das Hessische Ladenöffnungsgesetz ist bereits völlig liberalisiert und erlaubt die Öffnung von montags, Null Uhr bis samstags, 24 Uhr", so der Vorsitzende, Michael Rudolph. Für eine weitere Ausweitung auf den Sonntag bestehe keine Notwendigkeit, weil es keinerlei Anzeichen gebe, dass die Versorgungssicherheit gefährdet sein könnte.

Die erweiterte Ladenöffnung stelle eine unnötige, weitere Belastung für die Beschäftigten dar. "Bereits jetzt werden Arbeitsschutz- und Hygienestandards für die Beschäftigten vernachlässigt. Durch den engen Kundenkontakt sind sie zudem einer erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt." Am Ende gefährde man dadurch die Versorgungssicherheit eher noch, weil Mitarbeiter ausfallen könnten.

+++ Klose verteidigt Vorgehen +++

Der Eindruck, Hessen habe zu zögerlich gehandelt, sei schlicht falsch, glaubt Sozialminister Kai Klose (Grüne). "Wir haben möglicherweise nicht immer als Erste reagiert, aber wir agieren eng an dem, was das Robert-Koch-Institut uns vorgegeben hat," sagte er am Dienstagmoren bei hr-iNFO. "Als wir unsere Entscheidung getroffen haben, gab es Länder, die hatten weder Empfehlungen noch Verordnungen, was die Veranstaltungen angeht." Er finde es gut, dass die Ministerpräsidenten sich jetzt verständigten und ein bundeseinheitliches Vorgehen anstrebten.

+++ SVWW-Profi mit Coronavirus infiziert +++

Der Coronavirus ist auch im hessischen Profifußball angekommen. Wie der SV Wehen Wiesbaden soeben mitteilte, wurde Tobias Mißner positiv auf das Coronavirus getestet. Der 20 Jahre alte Außenverteidiger hatte sich aufgrund eines Covid-19-Falls in seiner Familie einem Test unterzogen und befindet sich nun in häuslicher Quarantäne. Er soll sich bei einem Familienbesuch in Dortmund infiziert haben, Krankheitssymptome habe er noch nicht. Der SVWW reagierte und verordnete dem gesamten Team sofort häusliche Quarantäne, das Training war zuvor sowieso schon eingestellt worden.

+++ RKI erhöht Einstufung der Gefährdungslage +++

Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahren durch das Coronavirus als schlimmer ein, als bisher befürchtet. Die Gefährdungslage werde ab sofort als "hoch" eingestuft, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag. Grund dafür sei die große Dynamik der Pandemie und der starke Anstieg der Fallzahlen. In einigen Regionen könnte das Risiko sogar "sehr hoch" sein. Wieler führte weiter aus, dass das RKI mit einer mehrjährigen Dauer der weltweiten Infektionen rechne. "Wir gehen von einem Zeitraum von zwei Jahren aus."

+++ So ernst ist die Lage für Hotels und Restaurants +++

Ab Mittwoch gelten verschärfte Regeln für Hotels und Restaurants. Für viele Betriebe wird das zum Problem. In einem Interview mit hr-iNFO hat der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) erklärt, wie ernst die Situation ist: Kleinere und mittelgroße Betriebe könnten in dieser Situation im Schnitt ein bis zwei Monate durchhalten, sagte Julius Wagner. Diese Gruppe mache in Hessen immerhin 85 Prozent der Branche aus. "Es kommt daher umso mehr darauf an, dass wir die angekündigten Soforthilfen der Landes- und der Bundesregierung in Anspruch nehmen können."

Audiobeitrag

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dehoga-Geschäftsführer zu Auswirkungen von Corona

Leere Stühle vor Restaurant
Ende des Audiobeitrags

+++ Ikea-Märkte schon heute zu +++

Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres. Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden.

+++ Justiz nach Möglichkeit telefonisch kontaktieren +++

Staatsanwaltschaften und Gerichte sollen wegen des Coronavirus nach Möglichkeit zunächst telefonisch kontaktiert werden. Es gehe darum, die Funktionsfähigkeit der Justiz aufrechtzuerhalten, heißt es in einer Mitteilung des hessischen Justizministeriums vom Dienstag. Gerichte oder Staatsanwaltschaften sollen nur "in dringenden und unaufschiebbaren Angelegenheiten" aufgesucht werden.

In Zweifelsfällen solle vorher telefonisch abgeklärt werden, ob eine persönliche Kontaktaufnahme erforderlich ist und welche Unterlagen benötigt werden. Bei vielen Anliegen könne der Digitale Service Point der Justiz weiterhelfen, der unter der kostenlosen Rufnummer 0800/96 32 147 erreichbar ist. Zuvor hatte auch schon die Polizei in Süd- und Mittelhessen dazu aufgerufen, Besuche auf den Polizeiwachen wenn möglich zu vermeiden - und in jedem Fall vorher telefonisch anzukündigen.

+++ Platzt der Traum von Olympia - oder nicht? +++

Noch gibt es keine konkreten Anzeichen, dass die Olympischen Spiele in Tokio verschoben werden sollen. Die Eröffnungsfeier ist weiterhin für den 24. Juli geplant, trotz der rasanten Ausbreitung des Coronavirus. Eine ungewisse Situation für die Sportler, denen nicht viel anderes übrig bleibt, als sich weiter auf ihre Wettkämpfe vorzubereiten. So geht es auch dem hessischen Sprinter Michael Pohl, der seit langem für Olympia trainiert. Wie er damit umgeht, darüber berichtet Radioreporterin Martina Knief.

Audiobeitrag

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Michael Pohl: Mein Traum von Tokio

Pohl gewinnt 100m
Ende des Audiobeitrags

+++ Touristen hängen in Reiseländern fest +++

Videobeitrag

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zum Video Coronavirus: Hessische Urlauber hängen im Ausland fest

hessenschau vom 17.03.2020
Ende des Videobeitrags

Wer noch zu Hause ist, soll wegen der Corona-Krise jeden Urlaub absagen. Aber was ist mit denen, die an ihrem Urlaubsort festsitzen? Tausende Flüge wurden gestrichen. Bei der Rückreise deutscher Touristen sind derzeit viele Fragen offen, Pauschalreisende können immerhin auf Hilfe ihrer Veranstalter hoffen. Am Dienstagmorgen kündigte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) an, eine Rückholaktion für tausende Deutsche zu starten. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel.

+++ Personalmangel auf Spargelfeldern +++

In der Rhein-Main- und in der Rhein-Neckar-Region beginnt in dieser Woche die Spargelernte. Allerdings könnte die Coronakrise den Landwirten das Geschäft verhageln. Wegen der Reisebeschränkungen fehlt es auf den Höfen an Saisonarbeitern. "Das spitzt sich ganz, ganz extrem zu", sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. Viele Saisonarbeitskräfte kommen aus Ost- und Südosteuropa.

Deutschland hatte zur Eindämmung einer Ausbreitung des Coronavirus an den Übergängen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sowie zur Schweiz strenge Grenzkontrollen angeordnet. Polen und Tschechien hatten zuvor von sich aus strengere Regeln erlassen.

Videobeitrag

Video

zum Video Corona macht Landwirten die Ernte schwer

hessenschau vom 16.03.2020
Ende des Videobeitrags

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (16. März 2020):
+++ Weitere Maßnahmen ab Mittwoch +++ Eine Milliarde Euro Soforthilfe +++ 342 Fälle in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (14. und 15. März 2020):
+++ Fallzahlen steigen um 50 Prozent +++ Gottesdienste abgesagt +++ Veranstaltungen ab 100 Personen verboten +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (13. März 2020):
+++ Kein Unterricht ab Montag, Kitas zu +++ Krankenhäuser verhängen Besuchsverbote +++ Kirchen sagen Gottesdienste ab +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (10. März bis 12. März 2020):
+++ Abiturienten vom Unterricht freigestellt +++ Absage von Großveranstaltungen bis 10. April +++ Kassel schließt Theater und Kinos +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (6. März bis 9. März 2020):
+++ Arzt-Praxis unter Quarantäne +++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++ Blutreserven halten 2,2 Tage +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2020):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

Weitere Informationen

Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
Ende der weiteren Informationen
Weitere Informationen

Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

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