Corona Coronavirus Sujet

Das Coronavirus hat Hessen erreicht. Unser Ticker-Meldungen zum Nachlesen vom 14. und 15. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen im Ticker

Die wichtigsten Meldungen:

+++ Fallzahl steigt um rund 50 Prozent auf 282 +++

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hessen ist bis Sonntagmittag auf 282 gestiegen. Das waren etwa 50 Prozent mehr als am Vortag. Nach Angaben des Sozialministeriums vom Nachmittag gab es die meisten neuen Fälle in Fulda (19) und im Kreis Marburg-Biedenkopf (15). In Fulda gibt es damit aktuell mit 29 die meisten bestätigten Fälle, gefolgt von Marburg-Biedenkopf (23), Region Kassel (22), Main-Kinzig und Frankfurt (je 21). Aus Frankfurt wurden am Sonntag keine neuen Fälle gemeldet. Über die Schwere von Symptomen berichtete das Ministerium am Sonntag nichts. Unsere Hessen-Karte mit allen bestätigten Corona-Fällen finden Sie hier.

+++ Lufthansa holt bis zu 4.000 Urlauber zurück +++

Mit 15 Sonderflügen will die Lufthansa bis Mittwoch Urlauber zurück nach Deutschland bringen. Das teilte ein Lufthansa-Sprecher am Sonntag mit. Es handele sich dabei um Urlauber, die wegen der Reisebeschränkungen sonst nicht hätten zurückkehren können - wie Feriengäste von Inseln oder Kreuzfahrtpassagiere.

Acht der Sonderflieger würden in Frankfurt landen. Die Urlauber kämen von den Inseln Barbados in der Karibik, Teneriffa in Spanien und dem Ort Punta-Cana in der Dominikanischen Republik zurück. Zu den bundesweit 15 Sonderfliegern kämen zwei planmäßige Flüge hinzu - insgesamt hole die Lufthansa etwa 3.000 bis 4.000 Urlauber zurück, wie ein Sprecher mitteilte.

+++ Vermehrt Besuchsverbote für Krankenhäuser +++

Um die Patienten und Mitarbeiter zu schützen, richten immer mehr Krankenhäuser strikte Besuchsverbote ein. Dies gilt beispielsweise für das Klinikum Fulda, alle Hanauer Krankenhäuser und das Klinikum Hersfeld-Rotenburg. Auch in den Krankenhäusern im Main-Kinzig-Kreis gilt ab Montag ein umfassendes Besuchsverbot. Ausnahmen gibt es für Seelsorger, Eltern minderjähriger Kinder oder Besucher der Palliativstation. Diese Sonderregelungen hängen vom jeweiligen Krankenhaus ab. Am Klinikum Hersfeld-Rotenburg trifft die Einschränkung auch die Begleitung von Geburten, dort sei nur noch eine Begleitperson zugelassen. Zuvor hatten am Freitag das Klinikum Frankfurt Höchst und das Markus Krankenhaus in Frankfurt einen generellen Besuchsstopp verhängt.

+++ Finanzämter bleiben geschlossen +++

Alle Bürger und Bürgerinnen, die in den kommenden Tagen aufs Finanzamt wollen, können sich diesen Weg sparen. Wie das Ministerium mitteilte, bleiben wegen des Coronavirus vorerst alle Servicestellen geschlossen. Die Service-Hotlines sind aber weiterhin besetzt.

+++ Regionalfahrplan der Bahn wird eingeschränkt +++

Die Deutsche Bahn bestätigte am Sonntag, dass ab Dienstag ein reduzierter Fahrplan gelte. Als Vorbild diene der Sonntagsfahrplan. Auch Fahrkartenkontrollen sollten dann ausgesetzt werden. Der Grund sei, dass viele Mitarbeiter aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung in der kommenden Woche nicht zur Arbeit kommen könnten. Wie genau sich die Einschränkungen auf den hessischen Fahrplan auswirken, ist noch nicht bekannt. Zuvor hatte der Spiegel darüber berichtet.

+++ Literarischer Frühling im Herbst +++

Der "Literarische Frühling in der Heimat der Brüder Grimm" wird in diesem Jahr aufgrund der Coronakrise zum "Literarischen Herbst in der Heimat der Brüder Grimm". Wie die Veranstalter am Sonntag mitteilten, soll das Literatur-Festival vom 6. Bis zum 15. November stattfinden.

+++ Sechs Bürgermeisterwahlen am Sonntag +++

Trotz des Coronavirus finden am Sonntag landesweit gleich sechs Bürgermeisterwahlen statt. So sind die Bürger von Breitenbahn am Herzberg (Hersfeld-Rotenburg), Edermünde (Schwalm-Eder), Groß-Rohrheim (Bergstraße), Niddatal (Wetterau), Schwalbach am Taunus und Langen (Offenbach) aufgefordert, ihre Stimme für einen neuen Rathaus-Chef abzugeben. Bei Stimmabgabe und Auszählung gibt es spezielle Hygiene-Vorsichtsmaßnahmen. Wie die Wahlleiter mitteilten, sollen die Türen offen bleiben, die Kugelschreiber werden öfter getauscht, der Abstand zwischen Wählern und Wahlhelfer ist größer. Vielerorts wurden zudem die Briefwahl-Fristen verlängert.  

+++ Auch Hochzeit in Kelkheim abgebrochen +++

Die Polizei hat am Samstag neben einer Hochzeit in Hattersheim (Main-Taunus) auch eine Hochzeit im benachbarten Kelkheim aufgelöst. Laut einer Mitteilung vom frühen Sonntagmorgen waren auch auf dieser Veranstaltung knapp 400 Gäste anwesend. Die Feierlichkeiten konnten ohne besondere Vorkommnisse beendet werden.

+++ Verhaltenstipps für die Krise +++

Sind Hamsterkäufe wirklich nötig? Wie ist Deutschland auf eine Krise vorbereitet? Ist es sinnvoll, dass das öffentliche Leben eingestellt wird? Krisenforscher Frank Roselieb erklärt in der hessenschau, wie man sich in den Zeiten des Coronavirus verhalten sollte. Und was alle aus dieser Krise lernen können.

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+++ Anti-Corona-Initiative aus Nordhessen +++

Die Jugendorganisationen von CDU, FDP, Linke, SPD und Grünen aus dem Werra-Meißner-Kreis haben eine gemeinsame Initiative zur Eindämmung des Coronavirus gestartet. In einer Mitteilung, die inzwischen schon hundertfach auf Twitter geteilt wurde, appellierten sie daran, möglichst zu Hause zu bleiben und auf soziale Kontakte zu verzichten. Außerdem kündigten sie an, über eine Hotline Einkaufshelfer für Menschen der Risikogruppe vermitteln zu wollen.

Initiative

+++ TG Bornheim stoppt Sportkurse +++

Die TG Bornheim, mit über 30.000 Mitgliedern der zweitgrößte Verein Hessens, reagiert auf das Coronavirus und setzt ab Montag mit den Sportkursen aus. Wie die TG auf ihrer Webseite mitteilte, findet in den vereinseigenen Sportstätten in Frankfurt kein Sport mehr statt. Die Fitnessstudios sollen hingegen weiter geöffnet haben, die Anzahl von 200 gleichzeitig trainierenden Mitgliedern dürfe aber nicht überschritten werden.

+++ Corona-Pause im Frankfurter Nachtleben +++

Das Coronavirus hat sich an diesem Wochenende auch im Frankfurter Nachtleben bemerkbar gemacht. Während die meisten Kneipen und Restaurants weiterhin geöffnet haben, wird in den größeren Clubs erst einmal nicht mehr getanzt. In Frankfurt sind unter anderem das Tanzhaus West und das Gibson geschlossen, die Eröffnung von Ardi Goldmans neuem Vergnügungstempel Fortuna Irgendwo wurde verschoben. In Offenbach stellte das Robert Johnson den Betrieb vorsorglich bis Ostern ein.

MELDUNGEN VOM SAMSTAG, 14. MÄRZ

+++ Veranstaltungen ab 100 Personen verboten +++

In Hessen sind Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen ab sofort verboten. Das hat Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Samstagabend in der hessenschau gesagt. Das Kabinett habe diese Entscheidung am Samstag in einer Sondersitzung getroffen. Die Regelung soll für öffentliche und auch private Veranstaltungen gelten. Bis dato hatten Städte und Kreise eigene Obergrenzen festgelegt, die zwischen 50 und 200 Personen lagen.

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Außerdem werden alle Museen des Landes geschlossen. Die Aufführungen an den hessischen Staatstheatern werden eingestellt. Die Schließungen gelten bis zum 19. April. Den Kommunen wird empfohlen, dies auch für ihre Theater und Museen anzuwenden. Die Mitglieder der Landesregierung haben alle öffentlichen Termine abgesagt.

+++ Zu große Hochzeitsfeier aufgelöst +++

Die Polizei hat am Samstagabend in Hattersheim (Main-Taunus) eine Hochzeit mit rund 400 Teilnehmern aufgelöst. Hintergrund ist das jüngste Verbot der Landesregierung von allen Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern. Laut den Beamten zeigten sich die Hochzeitsgäste einsichtig.

+++ 191 Corona-Fälle +++

In Hessen ist die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, auf 191 gestiegen. Das hat das Sozialministerium am Samstag mitgeteilt. Damit sind seit gestern Mittag 58 Fälle hinzugekommen, die meisten davon im Kreis Bergstraße (9), im Main-Taunus-Kreis (8), in Frankfurt (6) und Kassel (6). Nach Angaben des Ministeriums weisen alle erkrankten Personen aktuell milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf. Unsere Hessen-Karte mit allen bestätigten Corona-Fällen finden Sie hier.

+++ Marburg-Biedenkopf: Veranstaltungen nur bis 50 Leute +++

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf verbietet öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Außerdem werden alle Schwimmbäder und Sportstätten geschlossen. Es müsse alles getan werden, um die empfindliche Altersgruppe der über 60-Jährigen sowie die Menschen mit relevanten Vorerkrankungen als wichtigste Risikogruppen zu schützen und vor allem auch um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, erklärte Landrätin Kirsten Fründt (SPD) am Samstag.

Der Landkreis hat zwei Info-Hotlines eingerichtet. Unter 06421/405-1888 stehen Mitarbeitende der Kreisverwaltung von 9 Uhr bis 16 Uhr für Fragen und Informationen rund um die Einstellung des Unterrichtsbetriebs an Schulen und die Schließung von Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Unter der Rufnummer 06421/405-4444 stehen Mitarbeitende des Gesundheitsamtes täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr für Fragen rund um das Coronavirus zur Verfügung.

+++ Freiwillige Quarantäne empfohlen +++

Eine Information aus der Landesmeldestelle der Polizei: Die Sicherheitsbehörden empfehlen allen Reisenden, die aus Risikogebieten anderer Länder zurückkehren, 14 Tage zu Hause zu bleiben und direkte soziale Kontakte zu meiden. Diese Empfehlungen gelten unabhängig davon, ob sie Symptome haben oder nicht. So helfen Sie, sich und ihr Umfeld zu schützen. Zu den angrenzenden Risikogebieten zählen nach Einstufung des Robert-Koch-Instituts: Italien, die Region Grand Est in Frankreich, das Bundesland Tirol in Österreich und die spanische Hauptstadt Madrid.

+++ Kassel schließt Museen und Kurhessentherme +++

Nach Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und dem Werra-Meißner-Kreis verbietet auch die Stadt Kassel ab Sonntag kleinere Veranstaltungen. Zusammenkünfte von mehr als 149 Personen sind von Sonntag an bis zum 30. April untersagt, wie die Stadt am Samstag mitteilte. Das gilt auch für private Veranstaltungen. Ausgenommen sind Einzelhandelsbetriebe, Betriebstätten, Restaurants und Gastronomiebetriebe.

Bowlinganlagen, Fitnesscenter, Tanzschulen, Kulturzentren, Stadtteilzentren, private Theater und Konzerteinrichtungen, Museen, Ausstellungshäuser, Spielhallen, Wettbüros, die Spielbank, Bäder und die Kurhessentherme müssen aber schließen. Vereine müssen zudem den Spiel- und Trainingsbetrieb komplett ausgesetzen.

+++ Eintracht Frankfurt setzt Training aus +++

Als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus setzt Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt in der kommenden Woche komplett mit dem Mannschaftstraining aus. Das nächste Teamtraining mit Trainer Adi Hütter ist erst für den 23. März angesetzt. Für Dienstag ist ein Laktattest geplant. "Es ist eine außergewöhnliche Situation, die auch von uns außergewöhnliche Maßnahmen erfordert", sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic laut Mitteilung vom Samstag: "Die Jungs sollen in den kommenden Tagen möglichst auf soziale Kontakte abseits der eigenen Familie verzichten. Reisen oder Heimatbesuche unserer ausländischen Spieler müssen ausbleiben." Mit individuellen Trainingsplänen sollen sich die Profis im privaten Umfeld fit halten, dürfen aber auch in den Trainingsbereichen der Arena trainieren. Damit die Profis auf Restaurantbesuche verzichten, werden Mahlzeiten zum Mitnehmen zur Verfügung gestellt.

+++ Einkaufshilfe vom TV Hüttenberg +++

In der Coronavirus-Krise setzt sich der Handball-Zweitlist TV05/07 Hüttenberg (Lahn-Dill) für ein besseres Miteinander ein: Weil der Spielbetrieb bis Ende April ausgesetzt wird, wollen die Handballer des Vereins für Menschen in Quarantäne oder Risikogruppen das Einkaufen übernehmen. "Vielleicht sind es nur kleine Taten, doch wir sind uns sicher, dass die Hilfebedürftigen hiermit unterstützt werden", sagte Trainer Frederick Griesbach laut Mitteilung vom Samstag. Natürlich werde darauf geachtet, dass sich kein Spieler einem Risiko ausgebe. "Einen Salat und ein paar Äpfel mehr einzukaufen und den Menschen in der Region vorbeizubringen, ist aber sicherlich nicht zu viel verlangt." Von Dienstag an sollen die Einkaufslisten telefonisch oder per E-Mail durchgegeben werden können.

+++ Auch Bistum Limburg sagt Gottesdienste ab ++

Nach den Bistümern Mainz und Fulda hat am Samstag auch das Bistum Limburg auf die Ausbreitung des Corona-Virus reagiert: Ab Montag finde kein katholischer Gottesdienst mehr im Bistum statt. Die Regelung gelte zunächst bis zum 4. April, erklärte das Bistum. Kirchen würden weiterhin geöffnet bleiben. Das Bistum bietet als Alternative ab Dienstag täglich einen Gottesdienst-Livestream aus der Kapelle des Bischofshauses an. Die Absage gelte auch für Erstkommunionfeiern und für Firmungen. Tauffeiern könnten "im kleinsten Rahmen" weiterhin stattfinden. Dies gelte auch für Beerdigungen.

+++ Intensiv-Patient am Klinikum Kassel infiziert +++

Ein 62 Jahre alter Patient auf einer Intensivstation im Klinikum Kassel ist nach hr-Informationen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Was genau das für die anderen Patienten auf der Station und das medizinische Personal dort bedeutet, ist noch unklar. Zuständig für weitere Maßnahmen ist das Gesundheitsamt des Landkreises und der Stadt Kassel. Ein Sprecher des Landkreises bestätigte am Samstag lediglich, dass ein mit dem Coronavirus infizierter Patient im Klinikum Kassel liege. Die Stadt Kassel erklärte, zum Schutz der Persönlichkeitsrechte gebe das Gesundheitsamt der Region Kassel grundsätzlich keine Informationen über die Umstände erkrankter Personen heraus. Nachrichten, wonach eine Intensivstation im Klinikum Kassel gesperrt worden sei, seien falsch.

+++ Grimmwelt Kassel schließt +++

Die Grimmwelt in Kassel schließt bis auf Weiteres. "Es ist mir ein Anliegen, weder Besucherinnen und Besucher noch Mitarbeitende an der Infotheke, im Aufsichtsdienst, in der Gastronomie oder in der Verwaltung zu gefährden", so Peter Stohler, Geschäftsführer und Programmleiter. Am Samstag hatte das Museum noch bis 18 Uhr geöffnet. Es finden vorbeugend bis Ende April keine öffentlichen Veranstaltungen und Führungen statt. Auch das Café-Restaurant Falada ist bis auf Weiteres für den öffentlichen Betrieb geschlossen.

+++ So kommt es zu Hamsterkäufen +++

Ob per WhatsApp oder Facebook: Viele posten oder verschicken momentan Bilder von leeren Supermarktregalen in ganz Hessen. Auch Rewe stellt seit Mittwoch eine deutlich erhöhte Nachfrage fest, vor allem bei Nudeln, Reis, Konserven und Drogerieartikel, wie der Konzern am Samstag mitteilte. Es gebe aber kein Problem bei der Warenversorgung. Die Hersteller lieferten weiterhin und die Regale würden zügig nachgefüllt. "Es wäre nur sinnvoll, wenn die Leute, denen es möglich ist, den Einkauf auf die Woche verteilen, und nicht nur Freitagnachmittag und Samstagmorgen einkaufen," sagte ein Sprecher. Dann hätten Mitarbeiter auch die Chance, die Regale schnell genug wieder zu befüllen.

Auch Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonte am Freitag: "Ich will ausdrücklich sagen, dass es nicht so ist, dass wir von irgendetwas zu wenig haben. Die Zentrallager sind gut gefüllt." Doch warum kommt es trotzdem zu Hamsterkäufen? Neue Risiken verunsichern Menschen - statt auf Fakten zu vertrauen, beobachten sie dann das Verhalten anderer. Das haben die Kollegen von tagesschau.de hier anschaulich erklärt (zum Video kommen Sie per Klick auf "zum Tweet mit Bild". Für Appbenutzer: Bitte auf das Twitter-Symbol klicken).

Es gibt laut Bundesregierung "keine Versorgungsengpässe". #Hamsterkäufe sind demnach unnötig. Bitte verbreiten Sie keine Bilder von leeren #Klopapier -Regalen - das schürt unnötig Panik. #WirvsVirus #Cornavirus

[zum Tweet mit Bild]

+++ Wiesbaden schließt Schwimmbäder +++

Ab Sonntag sind die Wiesbadener Hallenbäder, das Thermalbad Aukammtal und die Kaiser-Friedrich-Therme nicht mehr für Besucher geöffnet. Der Schritt sei nötig, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das teilte die Stadt am Samstag mit. Zu den geschlossenen Wiesbadener Hallenbädern zählen das Frei- und Hallenbad Kleinfeldchen, das Hallenbad Kostheim sowie das Freizeitbad Mainzer Straße. Zuvor hatte schon die Stadt Darmstadt angekündigt, die Bäder zu schließen.

+++ Lufthansa setzt Dividende aus +++

Die Lufthansa will wegen der schweren Krise durch das Coronavirus die Dividende für ihre Aktionäre streichen. Der Schritt soll helfen, die Zahlungsfähigkeit des Dax-Konzerns zu sichern, wie die Lufthansa in Frankfurt mitteilte. Zudem nimmt der Konzern zusätzliche Kredite auf und bringt seine Flugzeugflotte als Sicherheit ein.

Auslöser der drastischen Schritte sind der Einbruch der Ticketnachfrage und die internationalen Reisebeschränkungen. "Unsere Airlines erhalten inzwischen jeden Tag mehr Stornierungen als Buchungen", hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Freitag in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter gesagt. Der Konzern streicht sein Flugprogramm für die kommenden Wochen daher um bis zu 70 Prozent zusammen. Mehr als zwei Drittel der Flugzeuge stehen dann am Boden.

+++ Unis: Sport gestrichen, Bibliotheken zu +++

Die Landesregierung hat den Vorlesungsbeginn zum Sommersemester um eine Woche nach hinten verschoben. Auch die Universitäten selbst reagieren auf die Corona-Krise. So sind alle Kurse des Hochschulssports in Frankfurt, Kassel, Gießen und Marburg vorerst abgesagt.

Absperrung des Loungebereichs in der Universitätsbibliothek Marburg

Die Prüfungen sollen stattfinden, allerdings gelten verschärfte Hygienemaßnahmen. In Marburg sollen Studenten zum Beispiel bei Bedarf auf verschiedene Räume aufgeteilt werden oder die Prüfung zeitlich gestaffelt ablegen. Für die Bibliotheken gibt es Einschränkungen: In Frankfurt ist die Universitätsbibliothek ab Montag nur noch zur Ausleihe für Studierende und Mitarbeiter geöffnet (Mo bis Fr, 10 bis 18 Uhr), in Marburg wird die Hälfte der Plätze gestrichen. Dort werden als Ausgleich die Fristen für Hausarbeiten verlängert. 

+++ Gelnhausen: 30 Klinikmitarbeiter in Quarantäne +++

An einem der beiden Standorte der Main-Kinzig-Kliniken in Gelnhausen (Landkreis Main-Kinzig) sind seit Freitag 30 Mitarbeiter vorsorglich in Quarantäne. Es handele sich dabei um Personal aus dem medizinischen wie pflegerischen Bereich, wie eine Sprecherin am Samstag auf Anfrage mitteilte.

Standort der Main-Kinzig-Klinik in Gelnhausen

Der Grund: Drei andere Mitarbeiter hätten der Klinik am späten Donnerstagabend mitgeteilt, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert hätten. Sie hatten Kontakt zu den Mitarbeitern, die nun in häuslicher Quarantäne sind. Bisher seien alle 30 Betroffenen symptomfrei, so die Sprecherin. 

+++ Kommentar zum Krisenmanagement +++

Großveranstaltungen absagen, Schulen schließen? Der Kurs der Landesregierung in Sachen Coronavirus war in den vergangenen Tagen nicht immer klar. Jetzt gibt es drastische Maßnahmen - und das ist gut so, findet hr-Landtagskorrespondentin Ute Wellstein. Der Kommentar zum Nachlesen und Anschauen.

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+++ Bistum Fulda sagt Gottesdienste ab +++

Am Freitag hatte bereits das Bistum Mainz alle Gottesdienste vorsorglich abgesagt, nun zieht auch das Bistum Fulda Konsequenzen aus der aktuellen Situation. Bis zum 3. April sollen vorerst sämtliche Gottesdienste ausfallen. Das teilte das katholische Bistum Fulda am Samstag mit. Alternativ solle in den nächsten Tagen ein täglicher digitaler Gottesdienst bereitgestellt werden. Zudem empfiehlt das Bistum, die bald anstehenden Erstkommunionfeiern auf die Zeit nach den Sommerferien zu verschieben. Die Kirchen würden geöffnet bleiben. Im gesamten Bistum Fulda leben nach eigenen Angaben rund 380.000 Katholiken, zum hessischen Teil des Bistums zählen unter anderem Marburg, Kassel, Fulda und Hanau.

+++ DGB fordert Krisen-Elterngeld +++

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen (DGB) fordert eine schnelle und unbürokratische Hilfe für Eltern in Form eines Krisen-Elterngeldes. Die Schul- und Kitaschließungen seien wichtig, aber sie stellten berufstätige Eltern vor enorme Herausforderungen, so der Vorsitzende Michael Rudolph am Samstag. "Home Office-Regelungen gehen an den Realitäten vieler Beschäftigter vorbei. Auch unbezahlter Urlaub oder die Kinder mit auf Arbeit zu nehmen werden weder den Interessen der Beschäftigten noch den Bedürfnissen der Kinder gerecht." Ein Krisen-Elterngeld, finanziert aus Steuermitteln, sei eine wirksame Möglichkeit für Eltern, das Einkommen zu schützen und gleichzeitig die familiären Aufgaben zu bewältigen.

+++ Wiesbaden verbietet Veranstaltungen ab 150 Teilnehmern +++

Die Liste der Städte, die auch kleinere Veranstaltungen verbieten, wird immer länger: In Wiesbaden ist die maximale Teilnehmerzahl auf 149 beschränkt worden. Das teilte die Stadt am Freitagabend mit. Diese Regelung gelte für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wie Tagungen, Tanzveranstaltungen und Konzerte, aber auch für Betriebsversammlungen. Für kleinere Veranstaltungen in geschlossenen Räumen gelten ab sofort strengere Regeln: So müsse beispielsweise eine Liste mit den Namen und Adressen der Teilnehmer geführt werden - auch bei privaten Treffen.

Zuvor hatten schon Frankfurt, Offenbach und der Werra-Meißner-Kreis beschlossen, auch kleinere Veranstaltungen zu verbieten.

+++ Marburg: Eine Million Euro für Kulturvereine und Verbände +++

Die Stadt Marburg hat auf die zunehmende Verunsicherung unter Veranstaltern reagiert: Sie stellt Vereinen und Verbänden, die ihre kommenden Veranstaltungen wegen der Corona-Krise beispielsweise vorsorglich absagen, ein finanzielles Hilfspaket zur Verfügung. Dabei handele es sich um insgesamt eine Million Euro, wie der Magistrat am Freitagabend mitteilte. Das Geld solle vor allem an kulturschaffende Vereine und Verbände gehen.

+++ Offenbach verbietet Veranstaltungen ab 100 Menschen +++

Ab Montag sind in Offenbach alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern untersagt. Das Verbot betrifft laut Stadt auch Diskotheken, Konzertsäle und Kinos, wenn dort mehr als 100 Menschen gleichzeitig zusammentreffen. "Wir rufen ferner alle Organisatoren kleinerer Veranstaltungen auf, sich diesem Schritt ebenfalls anzuschließen. Auch im privaten oder familiären Bereich", sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Zusätzlich bleiben viele städtische Einrichtungen wie Museen, die Bibliothek, das Schwimmbad und weitere Sportanlagen geschlossen.

+++ Quarantäne für Rückkehrer dieser Berufsgruppen +++

Angehörige bestimmter Berufsgruppen werden nach ihrer Rückkehrer aus Coronavirus-Risikogebieten für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Das sei nötig, um eine Ansteckung von Kollegen und damit einen Ausfall in wichtigen Bereichen zu verhindern, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag. Weitere Details zu der Anordnung und für wen sie gilt, hat das Ministerium auf seiner Internetseite zusammengestellt.

+++ Für diese Berufsgruppen gibt es eine Kinderbetreuung +++

Wenn die Schulen ab Montag geschlossen sind, soll es für einige Kinder eine Notbetreuung geben. Abhängig ist das vom Beruf der Eltern: Für die Kinder von Ärzten und Pflegepersonal sowie für die Kinder von Amtsträgern, beispielsweise in Feuerwehr und Polizei, ist eine Betreuung geplant. Welche Berufsgruppen noch dazu gehören, hat das Ministerium auf seiner Homepage veröffentlicht. Allerdings gilt laut Ministerium: Beide Eltern des Kindes müssen zu einer dieser Gruppen gehören, außer im Fall von Alleinerziehenden.

+++ Lernen trotz Schulschließung +++

Schulschließung bedeute nicht, dass die Schülerinnen und Schüler ab Montag Ferien haben, stellte der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (CDU), am Freitag klar. Im Laufe der kommenden Woche solle eine Cloudlösung angeboten werden: Lehrer und Schüler könnten so digital kommunizieren und Dokumente oder Lernaufträge austauschen.

Im Lahn-Dill-Kreis ist man sogar schon einen Schritt weiter: Dort gibt es bereits eine Art digitales Klassenzimmer. "Schülerinnen und Schüler einer Klasse können sich untereinander und mit der Lehrkraft über einen Messenger-Dienst austauschen und einen gemeinsamen Unterricht haben. Hausaufgaben und Arbeitsaufträge können ausgeteilt werden", teilte der Kreis mit. Auf dieses System könnten 85 Prozent der Schulen des Kreises zugreifen. Es werde seit längerer Zeit als Ergänzung zum analogen Schulunterricht genutzt, um digital Unterrichtsmaterialien auszutauschen.

+++ hessen extra: Droht uns der totale Stillstand? +++

Schulschließungen, Kurzarbeit, Reisebeschränkungen: Das Coronavirus beeinflusst inzwischen viele Bereiche des täglichen Lebens. Droht uns in Hessen jetzt der totale Stillstand? Das war das Thema der Sondersendung hessen extra, die am Freitagabend ausgestrahlt wurde. Hier können Sie die Sendung nachschauen:

Videobeitrag

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zum hr-fernsehen.de Video Corona in Hessen - Droht der Stillstand ?

Ein leeres Klassenzimmer in einer Schule.
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+++ Pressekonferenz zum Nachschauen +++

Kein Unterricht mehr, Notbetreuung in Kitas, Besuchseinschränkungen in Kliniken und Altenheimen: Die Landesregierung hat am Freitag neue Maßnahmen gegen die Corona-Epidemie verkündet. Die Pressekonferenz können Sie sich hier noch einmal ansehen.

+++ Arbeitsrechtler im Interview +++

Ab Montag bleiben die Schulen und Kitas in ganz Hessen geschlossen. Berufstätige Eltern stellt das vor viele Fragen: Was passiert, wenn ich die Kinder zu Hause betreuen muss und auf der Arbeit fehle? Wer zahlt dafür, wenn ich anderweitig eine Betreuung organisieren muss? Peter Wedde, Professor für Arbeitsrecht in Frankfurt, beantwortet diese Fragen in unserem Interview. Er erklärt auch, unter welchen Bedingungen Arbeitnehmer in Quarantäne weiter ihr Gehalt bekommen.

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (13. März 2020):
+++ Kein Unterricht ab Montag, Kitas zu +++ Krankenhäuser verhängen Besuchsverbote +++ Kirchen sagen Gottesdienste ab +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (10. März bis 12. März 2020):
+++ Abiturienten vom Unterricht freigestellt +++ Absage von Großveranstaltungen bis 10. April +++ Kassel schließt Theater und Kinos +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (6. März bis 9. März 2020):
+++ Arzt-Praxis unter Quarantäne +++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++ Blutreserven halten 2,2 Tage +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2020):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

Weitere Informationen

Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
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Weitere Informationen

Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

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