Das Coronavirus verbreitet sich in Hessen. Unser Ticker zum Nachlesen vom 21. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen

Die wichtigsten Meldungen:

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung in den vergangenen Tagen bereits eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Den aktuellen Stand der Verordnungen finden Sie auf www.corona.hessen.de.

+++ Harsche Kritik an Spahn-Plänen +++

Mit Milliardenhilfen will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Gesundheitswesen angesichts der Coronavirus-Pandemie stützen. Bei Kliniken löste der angekündigte Gesetzesentwurf am Sonntag bundesweit regelrecht Bestürzung aus. Von einem "Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter" sprach die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG), die nach eigenen Angaben mehr als 150 Kliniken vertritt. "Kommt das Gesetz in dieser Form, gehen die Kliniken in die Knie", sagte HKG-Präsident Christian Höftberger.

Der Schutzschirm reiche für die Kiniken bei weitem nicht, zumal diese einen Großteil ihrer Einnahmen durch die Absage geplanter Patientenaufnahmen verlören. Hilfe bräuchten auch die Reha-Kliniken. Sie könnten allein in Hessen mehr als 15.000 zusätzliche Betten zur Verfügung stellen, "wenn es hart auf hart kommt". Aufgrund der harschen Kritik der Kliniken kündigte Spahn am Samstagabend Nachbesserungen an.

+++ Ministerpräsidenten beraten am Sonntag über Ausgangssperre +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und die Ministerpräsidenten der anderen Länder beraten am Sonntag ab 14 Uhr in einer Telefonkonferenz über weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, ob es zu bundesweiten Ausgangsbeschränkungen kommt. "Die Ausgangssperre wäre die letzte Maßnahme", hatte Bouffier noch am Freitag gesagt. Die Landesregierung setze darauf, dass die seit Samstag geltende strengere Regelung in Hessen wirke.

Ministerpräsident Volker Bouffier

+++ Eintracht-Fans singen Hymne in eigenen vier Wänden +++

Am Fenster, auf dem Balkon, im Garten: Fans von Eintracht Frankfurt haben am Samstag um 15.30 Uhr weit voneinander getrennt – und doch gemeinsam – die Hymne "Im Herzen von Europa" gesungen. Die Anhänger folgten damit einem Aufruf unseres Eintracht-Videopodcasts FUSSBALL 2000, der die Aktion #polizeichor2000 ins Leben gerufen hatten, und sorgten somit  für Stadionstimmung in den Straßen Hessens.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von YouTube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von YouTube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

+++ Zweiter Eintracht-Spieler positiv getestet +++

Ein zweiter Spieler von Eintracht Frankfurt hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das gab der Verein per Twitter bekannt. 23 weitere Personen seien negativ getestet worden. Die restlichen Ergebnisse würden in den kommenden Tagen folgen. Am Donnerstagabend hatten die Hessen den ersten Fall in der Mannschaft offiziell gemeldet. Um welche Spieler es sich dabei handelt, teilten die Frankfurter aber nicht mit.

⚠️ Das Ergebnis der ersten #Corona -Testreihe ist da. 23 Personen wurden negativ auf COVID-19 getestet, ein weiterer Spieler ist positiv. Die weiteren Ergebnisse folgen in den kommenden Tagen. #SGE #inEINTRACHT ❤️

[zum Tweet]

+++ Klose: "Ende März zählt’s" +++

Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) ist trotz der stetig wachsenden Zahl der Corona-Infizierten nicht beunruhigt. "Das verwundert nicht, weil die ergriffenen drastischen Maßnahmen zur Kontaktreduzierung erst seit einer Woche wirken und die Inkubationszeit des Virus bis zu zwei Wochen beträgt", schrieb er am Samstag bei Twitter. Die Auswirkungen der Maßnahmen müssten demnach erst in den kommenden Tagen zu sehen sein, so Klose: "Ende März zählt's."

Die hessische Kurve steigt weiterhin linear an. Das verwundert nicht, weil die ergriffenen drastischen Maßnahmen zur Kontaktreduzierung erst seit einer Woche wirken und die Inkubationszeit des Virus bis zu zwei Wochen beträgt. Ende März zählt's. #coronavirus @SozialHessen

[zum Tweet mit Bild]

+++ Waffeln für Ärzte und Krankenschwestern +++

Während die Restaurants in Hessen - abgesehen von Abholtheken - ab Samstag geschlossen bleiben müssen, hat sich das "House of Waffles" in Frankfurt eine besondere Aktion ausgedacht: Alle Beschäftigten im Gesundheitswesen erhalten dort eine kostenlose Waffel, natürlich to go und unter Einhaltung der gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln. "Auch wir stehen vor einer existenzbedrohenden Situation. Trotzdem aber wollen wir, so lange es uns möglich ist, unsere Solidarität mit denen zeigen, die rund um die Uhr in vorderster Reihe gegen das Virus kämpfen", heißt es auf der Facebookseite.

+++ Polizei: Corona-Auflagen werden gut eingehalten +++

In Hessen werden die strikteren Corona-Auflagen und Schutzmaßnahmen, die seit heute Mittag in Kraft sind, bisher gut eingehalten. So lautet die vorläufige Einschätzung der hessischen Polizeipräsidien. Auf hr-Nachfrage erklärten die zuständigen Polizeisprecher, dass sich Gaststättenbetreiber und Ladenbesitzer, aber auch Privatpersonen weitgehend an die Regeln der Landesregierung hielten. Selbst an beliebten Hotspots in Innenstädten oder Parks seien kaum größere Menschenansammlungen unterwegs.

Allerdings könnte nach Einschätzung eines Polizeisprechers auch das kühle Wetter zur ruhigen Lage beigetragen haben. Entgegen diesem Resümee war der Wochenmarkt in Frankfurt-Bornheim am Nachmittag gut besucht - auch trotz des wolkenverhangenen Himmels. Mehr zum Thema können Sie in unserem Artikel auf hessenschau.de lesen.

Trotz der strengeren Corona-Maßnahmen war der Wochenmarkt in Frankfurt-Bornheim am Samstagnachmittag gut besucht.

+++ Junge Union verschiebt 100. Landestag +++

Die Junge Union (JU) verschiebt wegen des Coronavirus ihren 100. Landestag. Die Gesundheit der Teilnehmer habe oberste Priorität, teilte der JU-Landesvorsitzende Sebastian Sommer mit. Angesichts der Diskussion über Ausgangssperren wolle die JU Hessen mit gutem Vorbild vorangehen. Der Landestag war für den 30. und 31. Mai in Gießen geplant. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

+++ Toter aus Flörsheim war in Österreich +++

Der Main-Taunus-Kreis hat weitere Details zu dem Toten in Flörsheim mitgeteilt. Demnach war der Mann 72 Jahre alt. Er habe Vorerkrankungen gehabt und zur Risikogruppe gezählt. Nach Angaben von Gesundheitsdezernentin Madlen Overdick (Grüne) sprechen die Umstände aus medizinischer Sicht für Corona als Todesursache – damit wäre es der dritte Corona-Tote in Hessen. Das Sozialministerium listete in seiner offiziellen Statistik am Nachmittag aber weiterhin nur zwei Todesfälle auf. Der in Flörsheim verstorbene Mann war nach Angaben des Main-Taunus-Kreises bereits mit Krankheitssymptomen aus einem Urlaub in Österreich zurückgekehrt. Es sei lediglich eine Kontaktperson ermittelt worden, die allerdings in einem anderen Kreis lebe.

+++ 1.166 Corona-Infizierte in Hessen +++

In Hessen haben sich laut Sozialministerium 1.166 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Freitag waren es noch 962 Infizierte, somit stieg die Zahl um 21 Prozent. Die meisten bestätigten Infektionen gibt es weiterhin in Frankfurt (148), gefolgt von den beiden Landkreisen Fulda (77) und Offenbach (64). Die komplette Übersicht finden Sie auf der Seite des Ministeriums.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir geschrieben, die meisten Fälle gebe es in Frankfurt, Fulda und Offenbach. Abgesehen von Frankfurt handelt es sich hierbei jedoch nicht um die Städte, sondern um die jeweiligen Landkreise. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

+++ Marburg-Biedenkopf verbietet Hamsterkäufe +++

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat strengere Regeln für Geschäfte erlassen. Hamsterkäufe sind in dem Landkreis nun offiziell verboten. Alle Läden, die noch geöffnet sein dürfen – etwa Supermärkte, Apotheken und Drogerien – dürfen ab sofort nur noch maximal einen Kunden je angefangener Verkaufsfläche von 20 Quadratmetern rein lassen. Das bedeutet, bei einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern sind beispielsweise nur noch 40 Kunden gleichzeitig erlaubt. Alle anderen müssen vor der Tür warten. Kunden und Verkäufer sollen außerdem überall, wo es möglich ist, einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. "Diese Schritte sind notwendig, um die dauerhafte Aufrechterhaltung unseres Gesundheitssystems sicherzustellen und die Infektionsgefahr für jeden Einzelnen deutlich zu senken", sagte Landrätin Kirsten Fründt.

Kunde mit Mundschutz im Supermarkt

+++ FFC-Manager Dietrich: "Frauenfußball nicht bedroht" +++

Die ausbleibenden Zuschauer-Einnahmen im Frauenfußball machen Siegfried Dietrich, Ligaausschuss-Boss und Manager des 1. FFC Frankfurt, nur wenig Sorgen. "Ich glaube, dass alle Clubs die Situation meistern können, weil die Zuschauereinnahmen nicht so entscheidend sind wie beispielsweise in der 3. Liga und den Regionalligen der Männer", sagte Dietrich in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die zwölf Erstliga-Clubs finanzierten sich im Wesentlichen über Vermarktungserlöse. Sie seien deshalb aktuell besonders auf die Unterstützung ihrer Sponsoren angewiesen.

FFC-Frankfurt-Manager Siegfried Dietrich

+++ Weniger Polizeieinsätze wegen Coronakrise +++

Viele Hessen werden wegen der Coronakrise notgedrungen zu Stubenhockern - was sich offenbar auch auf den Polizeirevieren bemerkbar macht. Mehrere Polizeisprecher berichteten, dass es am Samstag ruhiger sei als sonst. Die Menschen seien seltener draußen, das wirke sich auch auf die Einsätze aus. Genug zu tun haben die Beamten trotzdem: Die Polizei hat bereits angekündigt, die kommunalen Ordnungsbehörden bei der Umsetzung der strengeren Maßnahmen zu unterstützen.

+++ Darmstädter Plexiglas bei Supermärkten sehr gefragt +++

Die Wirtschaft stürzt die Corona-Pandemie in eine Krise, aber es gibt auch Unternehmen, die davon profitieren. So etwa das Darmstädter Chemieunternehmen Röhm, dessen Plexiglas gerade sehr gefragt ist. Supermärkte schützen damit zum Beispiel ihre Mitarbeiter an den Kassen. Seit ein paar Tagen liege die Nachfrage deshalb zehn- bis zwölfmal so hoch wie üblich, sagte Unternehmenschef Michael Pack dem Magazin "Wirtschaftswoche".  Allein für den jetzigen Auftragsbestand werde man zwei Monate benötigen. Es würden deshalb bereits Mitarbeiter aus anderen Unternehmensbereichen zur Verstärkung in dem Werk in Weiterstadt eingesetzt, wo das Plexiglas produziert wird.

+++ Überregionaler Liveblog bei tagesschau.de +++

Während wir Sie über das aktuelle Geschehen in Hessen auf dem Laufenden halten, sind natürlich auch unsere Kollegen von tagesschau.de nicht untätig. Sie berichten auch am Wochenende über die wichtigsten Meldungen aus Deutschland und der Welt - hier ein kleiner Auszug:

  • Die John Hopkins Universität zählt bereits 20.142 Infektionen in Deutschland, dem Robert-Koch-Institut sind 16.662 Corona-Infizierte bekannt.
  • Die Getränkebranche appelliert derweil an alle Menschen, zuhause kein Leergut zu "hamstern", damit auch hier keine Engpässe entstehen.
  • Außerdem soll Mietern, die mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, wegen der Corona-Krise künftig nicht mehr gekündigt werden dürfen. Das geht aus einer Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft hervor.

Hier geht es zum Corona-Liveblog von tagesschau.de mit weiteren Meldungen.

+++ WHO warnt Jugendliche: "Ihr seid nicht unverwundbar" +++

Diese Meldung betrifft nicht nur Hessen, sollte aber angesichts von Corona-Partys und weiterhin vollen Innenstädten auch hierzulande ernst genommen werden: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt junge Menschen davor, das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus zu unterschätzen. "Ihr seid nicht unverwundbar", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Das Virus könnte auch Euch wochenlang ins Krankenhaus bringen - oder Euch sogar töten."

Ghebreyesus appellierte an Jugendliche und junge Erwachsene, soziale Kontakte zu vermeiden und auf Abstand zu gehen - um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und auch, um andere Menschen zu schützen. "Die Entscheidung, wohin Ihr geht, könnte für jemand anderen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen", warnte Ghebreyesus.

+++ Erfolgreiche Fan-Aktion: OFC verkauft "Geistertickets" +++

Wie viele andere Sportvereine auch stehen die Offenbacher Kickers durch die Corona-Krise vor großen finanziellen Herausforderungen. Für den Regionalligisten sind die Ticketeinnahmen die wichtigste Einnahmequelle überhaupt, doch die brechen momentan komplett weg. Auf eines können sich die Kickers in dieser dramatischen Situation allerdings verlassen: die Solidarität von Fans und Sponsoren. Unter dem Motto "Volle Hütte" haben einige Anhänger eine Aktion ins Leben gerufen. Über den OFC-Online-Ticketshop werden symbolische "Geistertickets" für Spiele verkauft, die gar nicht stattfinden. Bislang sind davon schon über 1.500 über die virtuelle Ladentheke gegangen, diverse Sponsoren haben gleich vielfach zugeschlagen. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag auf hessenschau.de.

+++ Polizei kündigt Kontrollen an - und setzt auf Aufklärung +++

Die hessischen Polizeipräsidien haben am Samstag noch einmal an alle Menschen appelliert, sich an die schärferen Regeln zu halten. "Die Maßnahmen dienen allein einem Zweck: dem Schutz besonders Gefährdeter", teilten sie auf Twitter mit. Die Polizei wird nach Angaben mehrerer Sprecher die Ordnungsbehörden unterstützen und auch Kontrollen durchführen. Dabei setzen die Beamten aber weniger auf Strafen als vielmehr auf Kommunikation: Man wolle bei Verstößen vor allem aufklären, hieß es etwa aus dem Polizeipräsidium Mittelhessen in Gießen. Die Einsatzkräfte wollen demnach das Gespräch mit den Bürgern suchen und hoffen auf die Einsicht der Menschen.

Weitere Maßnahmen der Landesregierung #Hessen : Die Polizei Hessen unterstützt die örtlich zuständigen Ordnungsbehörden bei der Umsetzung der Maßnahmen. Wir appellieren an die Vernunft aller! Die Maßnahmen dienen allein einem Zweck: dem Schutz besonders Gefährdeter. // #Corona

[zum Tweet mit Bild]

+++ Musikverband unterstützt Götterfunken-Flashmob +++

In den sozialen Netzwerken werden Musiker in Deutschland derzeit aufgerufen, sich am Sonntag um 18 Uhr am bundesweiten Flashmob "Götterfunken am Fenster" zu beteiligen. Musiker sollen dann aus ihren Fenstern oder von ihren Balkonen Beethovens Schlusschoral "Freude schöner Götterfunken" spielen - und alle sind eingeladen mitzusingen. Für diejenigen, die schon einmal üben möchten, hat der Hessische Musikerverband auf Facebook Text und Noten bereitgestellt. "Als Zeichen der Solidarität in Zeiten von Corona unterstützen wir den Flashmob", schreibt der Verband. Hier finden Sie Text und Noten.

Text und Noten von "Freude schöner Götterfunken"

+++ Konsumräume für Drogenabhängige in Frankfurt noch offen +++

Frankfurt will die Versorgung Drogenabhängiger weiter gewährleisten. "Wir sind bemüht, alles an Angeboten aufrecht zu erhalten, was geht", sagte Gabi Becker von der Integrativen Drogenhilfe (IDH). Das gelte für Obdachlosen-Unterkünfte ebenso wie Konsumräume. "Es wird aber immer schwieriger", sagte Becker. Mitarbeiter würden krank, und Desinfektionsmittel seien schwer nachzubestellen. Schützende Masken oder Kleidung seien weder vorhanden noch verfügbar. In den insgesamt vier Frankfurter Konsumräumen, von denen sich drei im Bahnhofsviertel befinden, können sich Schwerstabhängige unter hygienischen Bedingungen und legal Drogen verabreichen. Dort werde nun nach Möglichkeit auf ausreichend Abstand geachtet, sagte Becker. Die Zahl der Plätze, an denen die Abhängigen Drogen konsumieren können, sei reduziert worden.

+++ Weitere Maßnahmen in Kraft +++

Seit Samstag gelten weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die das Land am Freitag in einer Sonderkabinettssitzung beschlossen hat. Die Obergrenze für Versammlungen liegt jetzt bei fünf Personen, zuvor waren es 100. Ab 12 Uhr werden zudem Gaststätten und Restaurants geschlossen. "Alles, was wir tun, dient dem Zweck, der weiteren Ausbreitung dieser schlimmen Bedrohung entgegenzutreten, so gut wir es können", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) auf einer Pressekonferenz. Alle Infos zu den neuen Maßnahmen finden Sie in der Pressemitteilung der Landesregierung.

+++ Corona-Infizierter tot aufgefunden +++

Die schlechte Botschaft hat ihn nicht mehr erreicht: Dem älteren Mann, der am Freitagabend tot in seiner Wohnung in Flörsheim (Main-Taunus) aufgefunden wurde, sollte eigentlich das positiv ausgefallene Testergebnis auf den Erreger Sars-CoV-2 überbracht werden. Das teilte ein Polizeisprecher am Samstag mit. Als der Bewohner die Tür nicht öffnete, seien die Einsatzkräfte in Vollschutzkleidung in die Wohnung gegangen und hätten die Leiche gefunden. Es ist aber weiterhin unklar, ob der infizierte Mann tatsächlich an dem Virus gestorben ist. Die Behörden gehen jedoch davon aus. Damit wäre es der dritte Corona-Todesfall in Hessen. Nach Angaben des Main-Taunus-Kreises gehörte der Mann wegen seines hohen Alters und Vorerkrankungen zur Risikogruppe, das genaue Alter wurde nicht genannt. "Eine traurige Nachricht für uns alle", sagte Gesundheitsdezernentin Madlen Overdick.

+++ Landeselternbeirat schlägt Alarm wegen Homeschooling +++

Der Begriff Homeschooling ist derzeit in aller Munde. Weil die Schulen geschlossen sind, bekommen Schülerinnen und Schüler auf den unterschiedlichsten Wegen Aufgaben zugeschickt, die sie zu Hause erledigen sollen. Das geschieht teilweise per Mail, über verschiedene Messenger oder schuleigene Portale, in die sich die Kinder und Jugendlichen einloggen können. Damit soll die Schulbildung auch in Zeiten von Corona gesichert bleiben. Aber offenbar sind viele Familien damit überfordert, der Landeselternbeirat schlägt Alarm und fordert das Ende von Homeschooling. Ein Schulleiter sieht in der Situation dagegen eine große Chance. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag auf hessenschau.de.

+++ Klinik-Chef verärgert über Hochschulprofessor +++

Der Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken, Dieter Bartsch, hat verärgert auf einen Beitrag in unserem Corona-Ticker reagiert. Darin hatte ein Professor für Pflegemanagement von der Frankfurt University of Applied Sciences, Thomas Busse, den Kliniken vorgeworfen, mit Schuld an dem derzeitigen Materialmangel zu sein. In einer Mitteilung, die er dem hr am Freitag zukommen ließ, zeigt sich Bartsch verärgert: "Es ist mir unbegreiflich, wie ein Hochschulprofessor solche Behauptungen in die Welt setzen kann, ohne dies mit konkreten Fakten belegen zu können." Busses Äußerungen hätten für große Empörung bei den Krankenhäusern gesorgt. "Die Aussage von Herrn Professor Busse macht mich fassungslos. Er sollte eigentlich wissen, wie Krankenhäuser sich finanzieren", schreibt Bartsch. In den vergangenen Jahrzehnten sei es nie zu Lieferengpässen bei Schutzmaterial gekommen, die Branche hätte sich daher vielmehr an den sicheren Lieferketten orientiert.

Hier noch einmal unsere Meldung aus dem Corona-Ticker vom 19. März im Wortlaut:

Dass es in vielen Kliniken derzeit an dringend benötigten Desinfektionsmitteln und Atemmasken mangelt, haben die Krankenhäuser in den Augen des Frankfurter Gesundheitsökonomen Thomas Busse zum großen Teil selbst zu verantworten. Große Einsparungen bei den Materialkosten hätten dazu geführt, dass die Lager der Kliniken leer und diese somit nicht mehr ausreichend für Notlagen gewappnet seien. Die Materialkosten betrügen "zwischen 30 und 40 Prozent eines Krankenhausbudgets", erklärte der Professor für Pflegemanagement an der Frankfurt University of Applied Sciences am Donnerstag. Um diese zu reduzieren, hätten viele Kliniken ihre Lagerhaltung massiv verkleinert. Zudem hätten die Krankenhäuser massiven Preisdruck auf die Lieferanten ausgeübt, so dass sich die Anzahl der Lieferanten reduziert haben. "Das fällt uns nun auf die Füße", so Busse.

+++ Coronavirus belastet Pflegedienste +++

Auch vor der Corona-Pandemie hatten Pflege- und Betreuungsdienste in Hessen schon mit vielen Problemen zu kämpfen, durch die aktuelle Situation kommen neue hinzu: Ambulante Pflegedienste berichten von Patienten, die aus Angst vor dem Virus keine Pfleger mehr zu sich lassen und kündigen. Und vielen Betreuungsdiensten fällt es schwer, neues Personal aus dem osteuropäischen Ausland zu finden. Hinzu kommen die Engpässe bei Desinfektionsmitteln, Handschuhen und Mundschutzen. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag auf hessenschau.de.

+++ Frankfurter Virologin hofft auf baldige Medikamentenstudie +++

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hofft drauf, bereits in wenigen Monaten Medikamente gegen Covid-19 testen zu können. Die größten Hoffnungen ruhen laut Ciesek darauf, dass ein Medikament anschlägt, das bereits auf dem Markt ist - wenn auch für eine andere Krankheit. In dem Fall könnten klinische Studien nach Einschätzung der Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Universitätsklinik "mit etwas Glück in wenigen Monaten" beginnen. Ciesek ist eine der führenden Forscherinnen für Sars-CoV-2 in Deutschland. "Wenn es schon zugelassene Medikamente sind, kann man direkt einen Heilversuch bei Patienten machen", sagte Ciesek. Auch andere Forschungseinrichtungen verfolgen diesen Ansatz. In der Diskussion sind zum Beispiel Medikamente gegen HIV oder Malaria. Sollte das nicht klappen, wäre die nächste Hoffnung, Komponenten zu finden, die sich immerhin bereits in klinischen Studien befinden.

+++ Corona sorgt für Schwung im Bett +++

Die Corona-Krise hat auch schöne Nebenwirkungen: Wer viel zuhause ist, verbringt auch mehr Zeit mit seinem Partner - und das wirkt sich offenbar auch auf das Liebesleben aus. Die Nachfrage nach Kondomen und Sextoys ist in den letzten Tagen in Deutschland stark gestiegen. Der Kondomhersteller Ritex etwa teilte mit, dass im März im Vergleich zum Vorjahresmonat doppelt so viele Kondome gekauft wurden. Gleitgel werde ebenfalls mehr nachgefragt. Auch Sexspielzeug wird seit dem Ausbruch der Pandemie beliebter. Die Bestellzahlen bei dem Online-Erotikshop "Eis.de" steigen eigenen Angaben zufolge parallel zum Auftauchen des Coronavirus. Auch im Onlineshop von Orion ist mehr los seit der Corona-Krise, sagte eine Sprecherin.

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (20. März 2020):
+++ Infizierter tot in Wohnung gefunden +++ 962 Infizierte in Hessen +++ Restaurants ab Samstagmittag geschlossen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (19. März 2020):
+++ 89-Jährige im Kreis Offenbach gestorben +++ 740 bestätigte Fälle +++ Lufthansa und Tui kämpfen um Existenz +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (18. März 2020):
+++ Abiturprüfungen finden statt +++ Strengere Corona-Maßnahmen gelten ab heute +++ 547 Infizierte in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (17. März 2020):
+++ Erster Todesfall in Hessen +++ Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger am Frankfurter Flughafen +++ 381 Corona-Fälle +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (16. März 2020):
+++ Weitere Maßnahmen ab Mittwoch +++ Eine Milliarde Euro Soforthilfe +++ 342 Fälle in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (14. und 15. März 2020):
+++ Fallzahlen steigen um 50 Prozent +++ Gottesdienste abgesagt +++ Veranstaltungen ab 100 Personen verboten +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (13. März 2020):
+++ Kein Unterricht ab Montag, Kitas zu +++ Krankenhäuser verhängen Besuchsverbote +++ Kirchen sagen Gottesdienste ab +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (10. März bis 12. März 2020):
+++ Abiturienten vom Unterricht freigestellt +++ Absage von Großveranstaltungen bis 10. April +++ Kassel schließt Theater und Kinos +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (6. März bis 9. März 2020):
+++ Arzt-Praxis unter Quarantäne +++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++ Blutreserven halten 2,2 Tage +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2020):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

Weitere Informationen

Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
Ende der weiteren Informationen
Weitere Informationen

Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

Ende der weiteren Informationen