Das Coronavirus verbreitet sich in Hessen. Unser Ticker zum Nachlesen vom 20. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen im Ticker

Die wichtigsten Meldungen:

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung in den vergangenen Tagen bereits eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Den aktuellen Stand der Verordnungen finden Sie auf www.corona.hessen.de.

+++ Flörsheim: Coronavirus-Infizierter tot in Wohnung gefunden +++

Ein mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Mann ist in Flörsheim gestorben. Das gab der Main-Taunus-Kreis am späten Freitagabend bekannt. Er wurde laut Kreisgesundheitsamt tot in seiner Wohnung gefunden, nachdem zuvor seine Infektion bestätigt worden war. Aufgrund seines hohen Alters und seiner Vorerkrankungen gehörte er zur sogenannten Risikogruppe. "Eine traurige Nachricht für uns alle", teilte Gesundheitsdezernentin Madlen Overdick mit.

+++ Arzt am Klinikum Werra-Meißner infiziert +++

Ein Mediziner am Klinikum Werra-Meißner ist mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Geschäftsführung des Krankenhauses am späten Freitagabend mit. Der Arzt habe sich vermutlich während einer Urlaubsreise angesteckt. Es handelte sich den Angaben zufolge bei dem Urlaubsort um kein vom Robert-Koch-Institut definiertes Risikogebiet. "Im Verlauf kam es zur Erkrankung des Mitarbeiters mit für eine Coronavirus-Infektion untypischen Beschwerden", teilte die Klinikleitung mit. Patienten des Krankenhauses sind demnach informiert und werden vom Gesundheitsamt betreut. Beim Klinikpersonal erfolge die weitere Diagnostik, hieß es.

+++ Diskussion um mögliche Ausgangssperre in Hessen +++

Die Landesregierung hat die Freiheiten des Einzelnen im Kampf gegen das Coronavirus weiter eingeschränkt. Ob das reicht, soll beobachtet werden. Sonst droht in Hessen womöglich doch eine Ausgangssperre. Hier sehen Sie das Video aus der hessenschau mit einem Kommentar dazu:

Videobeitrag

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zum Video Diskussion um Ausgangssperre

hs
Ende des Videobeitrags

+++ Wetzlar tagt mit Sicherheitsabstand +++

Die Wetzlarer Stadtparlamentssitzung hat am Freitagnachmittag mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen über den städtischen Haushalt und den umstrittenen Bau eines Parkhauses debattiert. Die Sitzung war vom Rathaus in die größere Stadthalle verlegt worden, die Tische der einzelnen Parlamentarier standen ausreichend weit voneinander entfernt. Alle Abgeordneten und die Besucher mussten sich zudem am Eingang einem kurzen Gesundheitscheck unterziehen.

+++ Keine 1.-Mai-Kundgebungen +++

Der DGB hat die 1.Mai-Kundgebungen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise abgesagt. „Die Solidarität, die die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus uns allen abverlangt, zwingt uns auch zu einer historisch einmaligen Entscheidung“, erklärte der Geschäftsführer der DGB-Region Mittelhessen, Matthias Körner, am Freitag. "Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten!" Man werde sich aber Gedanken machen, wie man an dem Tag sichtbar sei, "ohne dafür auf den Straßen zu stehen." Die Entscheidung zur Absage der Mai-Kundgebungen hatte zuvor der DGB-Bundesvorstand getroffen und darüber auf seiner Homepage informiert.

+++ Corona-Fall im Gesundheitsamt +++

Auch im Frankfurter Gesundheitsamt gibt einen Corona-Fall. Laut einer Mitteilung vom Freitag wurde ein Mitarbeiter positiv getestet und direkt umgehende Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet. Alle Kontaktpersonen wurden am Freitag untersucht, eine weitere Infizierung wurde dabei nicht festgestellt. Eine Aussetzung der Sprechstunden soll es nicht geben, die Kollegen und Kolleginnen würden ab sofort eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen, hieß es.

+++ Corona-Informationen in verschiedenen Sprachen +++

Das Sozialministerium hat aktuelle Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Hier finden Sie die entsprechenden PDFs:

+++ Aufruf zur Quarantäne +++

Die Bürger von Battenberg und Allendorf (Waldeck-Frankenberg) sollen sich in den kommenden Tagen möglichst in freiwillige Quarantäne begeben. Laut einer Mitteilung des Landkreises sind in den beiden Gemeinden vermehrt Erkrankungsfälle aufgetreten. Ein zurückgekehrte Skigruppe wird in Zusammenhang mit der Häufung gebracht. (Hinweis d. Red.: Ein Sprecher der Gruppe hat uns darauf hingewiesen, dass sie entgegen anderslautender Meldungen - auch hier im Ticker - aus keinem Gebiet kam, das zu der Zeit als Risikogebiet eingestuft war. Die Teilnehmer berichten von Anfeindungen.)

+++ Kritik an "Ausgangssperre light" +++

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Klaus Peter Schellhaas (SPD), der Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg, haben den Umfang des Maßnahmen-Pakets der Landesregierung kritisiert. "Das, was das Land Hessen heute verfügt hat, ist eine Ausgangssperre light", teilten die beiden in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Der Coronavirus könne nur gestoppt werden, "wenn wir an einem Strang ziehen und wenn jeder Einzelne seine Sozialkontakte auf das Minimum reduziert". Sollten sich die Bürger weiterhin nicht an die Vorgaben halten, wollen Partsch und Schellhaas selbst aktiv werden und weitere Maßnahmen für Stadt und Kreis ergreifen.

+++ Öffentliches Grillen in Frankfurt verboten +++

"Grillen verboten", heißt es auf allen Frankfurter öffentlichen Grillplätzen. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, gilt das Verbot ab 21. März bis auf weiteres. Die Maßnahme solle dazu beitragen, die Ausbreitung des Corona-Virus weiter möglichst einzudämmen.

+++ Zwei Bürgermeister in Quarantäne +++

Die Bürgermeister von Eschborn (Main-Taunus) und Königstein (Hochtaunus) verrichten ihre Arbeit vorübergehend im Homeoffice. Wie die beiden Städte am Freitag kurz hintereinander mitteilten, müssen der Eschborner Rathaus-Chef Adnan Shaikh (CDU) und sein Königsteiner Amtskollege Leonhard Helm (CDU) ab sofort in Quarantäne. Der Grund: Beide hatten in den vergangenen Tagen direkten Kontakt mit einer infizierten Person. Symptome seien bei beiden noch nicht aufgetreten.

+++ Lufthansa verzichtet auf 920.000 Masken +++

Der Lufthansa-Konzern hat 920.000 bereits bestellte Mundschutzmasken den Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt. Da für die eigenen Mitarbeiter noch genügend Masken vorhanden seien, verzichtet das Unternehmen auf die Lieferung. Das teilte die Lufthansa am Freitag mit, die Kosten für die Masken übernehmen die Behörden.

+++ hessen extra mit Experten-Gesprächsrunde +++

Das hr-fernsehen sendet heute Abend ab 20:45 Uhr ein "hessen extra" zur Corona-Krise. Im Rahmen einer Experten-Gesprächsrunde begrüßt Moderator Andreas Hieke Innenminister Peter Beuth (CDU), Pneumologe David Groneberg von der Uniklinik Frankfurt, Arbeitsrechtlerin Saskia Steffen und Kriminal-Psychologe Jens Hoffmann. Am Freitag hat die Landesregierung zwei weitere verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus beschlossen.

+++ Aufenthaltsverbote in Rüsselsheim +++

Rüsselsheim (Groß-Gerau) hat weitere Maßnahmen zum Kampf gegen das Coronavirus ergriffen. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, sind Bereiche, an denen sich häufig größere Gruppen treffen, ab sofort für alle Bürger tabu. Betroffen sind: Landungsplatz, der Parkplatz an der Großsporthalle, die Grünanlage rund um das Opel-Mausoleum, den Horlachgraben inklusive des Bereichs mit Fitnessgeräten, den Böllenseeplatz sowie die große Liegewiese im Ostpark. Das Aufenthaltsverbot trifft sofort in Kraft.

+++ Studenten sollen helfen - Corona wird Studienfach +++

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat alle Medizinstudenten dazu aufgerufen, die Arbeit der Unikliniken zu unterstützen und sich im Kampf gegen das Coronavirus zu engagieren. Die Goethe-Universität in Frankfurt, die Gießener Justus-Liebig-Universität und die Philipps-Universität aus Marburg veröffentlichten auf ihren Webseiten bereits Aufrufe, um Studierende zur Mithilfe zu bewegen.

Bislang hätten sich rund 650 Studenten gemeldet, hieß es am Freitag. In Frankfurt gibt es zudem ab sofort das neu geschaffene Studienfach "Covid-19". "Für Studierende ergibt sich daraus die außergewöhnliche Gelegenheit, sich mit den Besonderheiten der klinischen Medizin in Notlagen und Krisen vertraut zu machen", sagte der Frankfurter Medizin-Studiendekan Professor Robert Sader. Man bemühe sich, dies als Studienleistung anerkennen zu lassen. 

+++ Massiver Anstieg bei Kurzarbeit-Anzeigen +++

Auch die Arbeitsagenturen in Hessen sind in dieser Woche mit Anzeigen auf Kurzarbeit überschwemmt worden. Nach Angaben der Regionaldirektion Hessen zeigten in dieser Woche 7.300 Unternehmen Kurzarbeit an. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2019 waren es 1.100 Unternehmen. "In dieser Dimension haben wir das noch nie erlebt", sagte der Chef der Direktion Hessen, Frank Martin. Man setze alles daran, die Anzeigen schnell zu bearbeiten und die Anträge auf Kurzarbeitergeld entgegenzunehmen.

Kurzarbeit könne ausschließlich von den Unternehmen und nicht von den Arbeitnehmern beantragt werden, so Martin. Dazu sei gesetzlich ein dreistufiges Verfahren zwingend vorgeschrieben. Die Agenturen hätten dazu eine Arbeitgeber-Hotline geschaltet und begleiten die Unternehmen durch den Prozess. Selbstständige könnten kein Kurzarbeitergeld beantragen.

+++ Land verlängert Investitionsprogramme für Kommunen +++

Hessens Landkreise, Städte und Gemeinden sollen während der Corona-Krise mehr Zeit zur Umsetzung der kommunalen Investitionsprogramme im Land erhalten. Die Landesregierung werde dafür die Laufzeiten der Programme von "KIP" und "KIP macht Schule" um jeweils ein Jahr verlängern, teilte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Freitag mit.

Während "KIP"-Mittel etwa für die Renovierung von Kitas und Krankenhäusern sowie die Sanierung von Straßen und die Schaffung von Wohnraum eingesetzt werden können, ist "KIP macht Schule" speziell auf die Bedürfnisse der Schulträger ausgerichtet. Bund und Land stellen dafür gemeinsam insgesamt über 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

+++ Frankfurt meldet die meisten Corona-Fälle +++

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektion in Hessen ist auf 962 gestiegen, wie Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Freitagmittag bekanntgab. Das waren 222 Fälle mehr als noch am Donnerstag. Hochburg ist Frankfurt: Allein dort gibt es insgesamt 122 Infektionen. Im Landkreis Fulda ist die Zahl auf 73 gestiegen, im Schwalm-Eder-Kreis auf 58, im Hochtaunuskreis und in Wiesbaden auf jeweils 52.

+++ Kurzarbeit am Flughafen +++

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport fährt seinen Betrieb in der Corona-Krise auf ein Minimum herunter und schickt mindestens 18.000 seiner 22.000 Beschäftigten in Kurzarbeit. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Drastische Lohnausfälle sollen über Sozialleistungen und Zuzahlungen der Fraport ausgeglichen werden. "Mit der Kurzarbeit sichern wir unsere Arbeitsplätze auch in Krisenzeiten. Es ist unser erklärtes Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte laut einer Mitteilung. Die Kurzarbeit ist zunächst bis Ende Mai bei der Arbeitsagentur beantragt.

Eine Flugbegleiterin der Lufthansa

+++ Uni Gießen: 150 Medizin-Studierende melden sich zur Corona-Pflege +++

Rund 150 Medizin-Studierende der Justus-Liebig-Universität Gießen haben sich bereits freiwillig zur Versorgung von Corona-Patienten gemeldet. Sie seien einem Aufruf des Fachbereichs Medizin und der Uni-Klinik Gießen gefolgt, teilte Dekan Wolfgang Weidner am Freitag auf hr-Anfrage mit. Die Zahl der Studenten, die sich melden, steige täglich. 21 der Studenten seien pflegerisch vorqualifiziert und sechs weitere in sonstigen medizinischen Assistenzberufen. Die Universität sei sehr stolz auf die vielen Studierenden, die dem Aufruf bislang gefolgt seien, sagte Weidner. Mit dem Aufruf wolle man vorsorgen für den Fall, dass es bald deutlich mehr Fälle von Corona-Infektionen in der stationären Krankenversorgung geben könnte.

+++ Eingeschränkter Betrieb an den Gerichten +++

An hessischen Gerichten sollen vorerst nur noch dringend erforderliche Verhandlungen und Eilverfahren durchgeführt werden. Wie das Justizministrium am Freitag mitteilte, zählen dazu insbesondere Strafverfahren in Haftsachen, Haftprüfungsentscheidungen, einstweilige Anordnungen in Familiensachen sowie sonstige zivilrechtliche Eilverfahren. "Ich bin sehr froh, dass die Bediensteten der hessischen Gerichte und Staatsanwaltschaften Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen und den schwierigen Spagat zwischen der Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Gerichte auf der einen Seite und der Minimierung des Risikos für die Bediensteten und die Öffentlichkeit auf der anderen Seite hervorragend meistern", lobte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann.

+++ Bouffier will Ausgangssperre vermeiden +++

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat am Freitag um Verständnis für die nächste Stufe der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus geworben und erneut betont, eine Ausgangssperre vermeiden zu wollen. "Freiheit ist ein kostbares Gut", sagte Bouffier auf einer Pressekonferenz. Jetzt müsse jeder Verantwortung übernehmen, "für sich, aber auch für alle anderen". Die Landesregierung setze darauf, dass die nun eingeleiteten Anordnungen (Restaurants müssen schließen, Versammlungen nur noch mit maximal fünf Personen) ausreichen, um das Virus einzudämmen. "Die Ausgangssperre wäre die letzte Maßnahme, das ist in der Diskussion. Aber ich setze darauf, dass das jetzt wirkt", so Bouffier und appellierte: "Verhaltet euch vernünftig."

+++ 962 bestätigte Corona-Fälle +++

Wie Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Freitag mitteilte, gibt es in Hessen mittlerweile 962 bestätigte Corona-Fälle. Zwei Menschen in Hessen starben bislang an dem Virus. Einmal mehr appellierte der Minister an die Hessen, ihrer Verantwortung nachzukommen, sich an die verschärften Maßnahmen zu halten.

+++ Baubranche setzt Arbeit trotz Coronakrise fort +++

Das Baugewerbe in Hessen setzt seine Arbeit trotz der Coronakrise fort. Die meist kleinen und mittelständischen Firmen in der Branche würden weiter zu den Baustellen im Land fahren, teilte der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen am Freitag mit. Die Aufträge könnten abgearbeitet werden und auf Hygiene am Bau werde geachtet, erklärte Hauptgeschäftsführer Rainer von Borstel.

Auch bei Hessen Mobil laufen die Bauprojekte nach aktuellem Stand weiter wie bisher. Neue Projekte werden weiterhin ausgeschrieben und vergeben. "Sicherlich sind wir im Baubereich von ausführenden Baufirmen abhängig. Wir stimmen uns eng mit Ihnen ab", sagte Präsident Gerd Riegelhuth. "Wir haben genau wie die Baufirmen ein großes Interesse daran, dass weiter in die Infrastruktur investiert wird."

+++ Hanau sagt Brüder Grimm Festspiele ab +++

Die Brüder Grimm Festspiele 2020 finden angesichts der Corona-Krise nicht statt. Das hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Freitag in Absprache mit dem Festspiel-Intendanten Frank-Lorenz Engel entschieden. Die Festspiele waren eigentlich für den Zeitraum vom 15. Mai bis 27. Juli geplant, übernächste Woche hätten die Proben beginnen sollen. Aufgrund der aktuellen Lage sei eine professionelle Vorbereitung nicht möglich, sodass nun die Absage folgte. Für die Festspielsaison wurden bislang im Vorverkauf rund 33.000 Karten verkauft. Wie damit umgegangen wird, ist laut Stadt unklar. Klar ist dagegen: Auch das Märchenfest und das Lamboyfest fallen in diesem Jahr aus.

#coronavirus #hanau #aktuell Wir müssen handeln und schweren Herzens die Brüder Grimm Festspiele, Hanauer Märchenfest und Lamboyfest absagen. Alle Informationen in PM: https://t.co/t8bDf8Vr9P Aktuelle Informationen zur Lage in Hanau: https://t.co/Ua0foOMajr #hanaustehtzusammen

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+++ Polizei setzt auf Dialog +++

Die Behörden in Hessen greifen bei Verstößen gegen die beschlossenen Corona-Schutzregeln vielerorts noch nicht mit Bußgeldern durch. Stattdessen versuchen Polizei und Ordnungsämter, die Bürger im Dialog von der Notwendigkeit der Maßnahmen zu überzeugen, wie eine dpa-Umfrage in mehreren Städten ergab. "Es ist nicht unsere Intention, Bußgelder zu verhängen, um Einnahmen zu generieren", sagte ein Sprecher des Frankfurter Ordnungsamtes. Stattdessen setzten die Mitarbeiter bei ihren Kontrollgängen auf Kommunikation. "In der Regel klappt das ganz gut, wenn wir mit den Betroffenen sprechen", sagte er.

+++ Frankfurter Ultras grüßen Bergamo +++

Die Ultras von Eintracht Frankfurt haben mit einem am Main aufgehängten Spruchband aufmunternde Grüße in Richtung Bergamo geschickt. Die Stadt in Norditalien ist vom Coronavirus besonders getroffen, die Ultras von Atalanta sind mit denen der Eintracht befreundet.

Ultras Eintracht Bergamo

+++ Kliniken fordern mehr Geld und Hilfe +++

Nicht nur viele Unternehmen und Selbstständige kämpfen in der Corona-Krise um ihre Existenz. Auch zahlreiche Krankenhäuser "wüssten derzeit nicht, wie sie Personal, Material und zusätzliche Bettenkapazitäten bezahlen sollen", sagte der Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Christian Höftberger, der Deutschen Presse-Agentur. Der angestrebte Schutzschirm für Kliniken sei "in seiner derzeit diskutierten Form leider noch weit davon entfernt, die Gesundheitsversorgung in Deutschland in der aktuellen Krise wirklich zu sichern", so Höftberger.

Die Krankenhausgesellschaft fordert auch, dass Reha-Kliniken zur Entlastung der Akutkrankenhäuser umgerüstet werden. Wenn die Kliniken weniger schwer erkrankte Patienten nicht verlegen könnten, "dann bricht das System zusammen. Dann müssen wir triagieren, im Wortsinn also (aus-)sortieren. Und genau das wollen wir nicht."

+++ Frankfurt stoppt Nachtverkehr +++

In Frankfurt werden ab sofort nachts keine Busse und Bahnen mehr fahren. Wie der VGF mitteilte, starten die letzten Fahrten um 0.30 Uhr, los geht es dann wieder ab 4.30 Uhr. Insgesamt gelte erst einmal weiter der Fahrplan der Sommerferien, in den kommenden Tagen könnten jedoch weitere Fahrten gestrichen werden. Zu Veränderungen kommt es auch im Fahrtbetrieb: Die Vordertür bleibt geschlossen, alle anderen Türen werden automatisch an jeder Haltestelle geöffnet.

+++ Nacht der Museen fällt aus +++

Die Nacht der Museen, die am 25. April in Frankfurt und Offenbach stattfinden sollte, ist abgesagt worden. Das teilte die Stadt Frankfurt am Freitagmittag mit. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht absehbar, inwieweit die Ausbreitung des Coronavirus bis Ende April eingedämmt werden kann", erklärte die zuständige Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Es sei denkbar, die Veranstaltung im Laufe des Jahres nachzuholen, zunächst müsse man aber die Entwicklung der Lage abwarten.

+++ Regionalverkehr wird ausgedünnt +++

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) streicht zahlreiche Bahnfahrten und konzentriert sich darauf, ein stabiles Grundangebot sicherzustellen: Alle S-Bahnen fahren seit Freitag nur noch im 30-Minuten-Takt, also ohne Verstärkerfahrten auf den Linien S1, S2, S5, S6 und S8, wie der RMV mitteilte. Alle Nachtfahrten ab 1:30 Uhr entfallen, nur die S8 wird weiterhin stündlich zwischen Wiesbaden und Hanau fahren. Ab Montag fahren viele Regionalzüge nach dem Samstagsfahrplan, bereits jetzt entfallen Fahrten auf einzelnen Strecken.

Auch beim Darmstädter Verkehrsunternehmen Heag mobilo gilt ab Montag an den Werktagen für alle Bus- und Straßenbahnlinien der Samstagsfahrplan - jedoch ohne die sonst üblichen Nachtfahrten ab Mitternacht.

In Nordhessen fahren ab Montag Regionalbahnen ab Fulda und Kassel nur noch alle zwei Stunden. Die meisten Buslinien in Hessen sind bereits auf den Ferienfahrplan umgestellt. Alle Nachtbusse werden eingestellt, davon sind zum Beispiel Frankfurt und Kassel betroffen.

+++ Bouffier ruft eindringlich zur Vernunft auf +++

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat in der Corona-Krise eindringlich dazu aufgerufen, alle sozialen Kontakte zum Schutz der Bevölkerung auf ein Minimum zu reduzieren. Der große Teil der Gesellschaft verhalte sich vernünftig, sagte der Regierungschef der Bild-Zeitung. "Aber es gibt leider auch eine Menge Menschen, die das nicht tun. Wir sind deshalb in großer Sorge. Corona-Partys sind das irrste, was man sich vorstellen kann. Das ist in höchstem Maße unsolidarisch."

Es werde zunehmend Stichproben und Kontrollen geben, kündigte er an. "Ich appelliere an die Bevölkerung: Es ist wirklich ernst gemeint, wenn wir sagen: 'Bitte so wenig wie möglich soziale Kontakte!' Wer das nicht einhält, zwingt uns zu weiteren Maßnahmen." Wenn dieser Appell an die Vernunft auf Dauer nicht fruchte, dann bleibe nur der Zwang, sagte Bouffier zu einer möglichen Ausgangssperre. Ein Verstoß dagegen wäre eine Ordnungswidrigkeit, vielleicht sogar eine Straftat.

+++ Land beschließt weitere Maßnahmen +++

Nächste Stufe beim Versuch der Eindämmung des Coronavirus: In einer Sonderkabinettssitzung hat die Landesregierung am Freitag weitere Maßnahmen zur Begrenzung sozialer Kontakte beschlossen. Das teilte die Staatskanzlei am Freitag in Wiesbaden mit. Demnach wird die bisherige Obergrenze für Versammlungen von bislang 100 Personen auf fünf Personen reduziert. Diese Regelgung gilt ab Mitternacht. Zudem werden Restaurants und Gaststätten ab Samstag 12 Uhr geschlossen.

In einer Pressekonferenz wollen Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) ab 14.30 Uhr darüber informieren. hessenschau.de überträgt live.

+++ Gastronomie-Initiative fordert im Videoclip: "Bleibt zuhause"!+++

Sie gehören zu denen, die von den Einschränkungen der Corona-Krise wirtschaftlich rasch am kräftigsten betroffen waren. Nicht trotzdem, sondern deshalb fordert eine Initiative aus rund 50 Betreibern von Restaurants, Kneipen und Cafés im Raum Limburg-Weilburg in einem Videoclip: "Bleibt zuhause...nur dann feiern wir bald wieder Feste."

Verwaiste Straßen sind zu sehen, in leeren Gasträumen machen Unternehmer sich und uns Mut: "Gemeinsam sind wir stark!" Am Ende steht eine bunte Konzertparty. Ein beteiligter Taxiunternehmer machte den Vorschlag. "Wer jetzt nicht richtig handelt, gefährdet auch die Gesundheit anderer und erst recht unsere Existenz", sagt Videomacher Gebhard Deda. Auch der Villmarer sieht mit seiner Produktionsfirma schwierigen Zeiten entgegen. Gearbeitet hat er für die Initiative gratis. "Wir ziehen alle an einem Strang."

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+++ Kickers Offenbach verkaufen 1.400 "Geistertickets" +++

Große Solidarität der Fans mit Kickers Offenbach in schweren Zeiten: Die Anhänger des Fußball-Regionalligisten haben bislang mehr als 1.400 "Geistertickets" gekauft. Die teilte der Verein am Freitag mit. Mit der Aktion "Volle Hütte" soll der OFC während der Coronavirus-Krise finanziell unterstützt werden.

Die Solidarität reiche mittlerweile über die Grenzen der Rhein-Main-Region hinaus, hieß es in der Mitteilung. Der Fandachverband "Nordkurve 12 Leverkusen" habe auch ein Geisterticket für 1.901 Euro gekauft und damit seine Verbundenheit mit dem OFC einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Online-Ticketshop können die Tickets ab 5 Euro erworben werden.

+++ Dorn: Kulturschaffende bekommen Hilfe +++

Das angekündigte Corona-Hilfspaket der Landesregierung mit einem Volumen von 7,5 Milliarden Euro wird auch den Kulturschaffenden zugute kommen. Das erklärte Kunst- und Kulturministerin Dorn (Grüne) laut einer Mitteilung. Durch die Absage von Veranstaltungen und die Schließung von Theatern "brechen vielen im Kulturbereich tätigen Menschen und Einrichtungen Einnahmen weg, die oft keine oder nur geringe Rücklagen haben. Das wissen wir, und wir werden sie gemeinsam mit dem Bund bei der Bewältigung dieser Situation unterstützen", so Dorn.

+++ Programmänderungen im hr-fernsehen bis nach Ostern +++

Der Hessische Rundfunk stellt sein Fernsehprogramm wegen der Corona-Krise für die kommenden Wochen deutlich um. Bis nach Ostern entfallen die Sendungen "defacto", "MEX" und "Alles Wissen". Dafür werden vermehrt "Hessen extra"-Ausgaben gesendet, Sondersendungen aus dem Ersten werden ebenfalls im hr-fernsehen gezeigt. "Wir haben es mit einer Situation zu tun, wie es sie in der Geschichte Hessens noch nicht gegeben hat", so hr-Intendant Manfred Krupp. "Wir wollen die Menschen aktuell und auf allen Kanälen informieren, aber sie auch dabei unterstützen, mit dieser Lage bestmöglich umzugehen. Deshalb sind weitere Programmaktionen in Vorbereitung."

Informationen zu weiteren speziell zusammengestellten Angeboten des hr - zum Beispiel zum Kinderprogramm in der hr-Mediathek und Lernangeboten für Schülerinnen und Schüler - finden Sie hier.

+++ Handel und Märkte gegen Sonntagsöffnung +++

Der Handel wehrt sich gegen eine Öffnung von Geschäften an Sonn- und Feiertagen in der Corona-Krise. Die Lockerung der sonst üblichen Verkaufsverbote sei eine Vorsichtsmaßnahme der Politik, sagte Thomas Scherer, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland (HDE) für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Ob ein Tag pro Woche mehr einen großen Effekt habe, sei aber zu bezweifeln.

Außerdem müsse auch an den Schutz der hochbelasteten Beschäftigten in den Supermärkten gedacht werden, sagte Scherer. Zuvor hatten die großen Supermarktketten Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und tegut erklärt, sonntags nicht öffnen zu wollen – auch um ihre Mitarbeiter zu schützen.

Eine Kunde im Supermarkt

+++ Abitur jeden Tag auf dem Prüfstand +++

Im Zweifel kann das Abitur in den kommenden zwei Wochen immer noch abgebrochen werden. "Wir werden fortlaufend, das heißt Tag für Tag, in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden beurteilen und entscheiden, ob die Fortsetzung der Prüfungen bis zum Ende vertretbar ist", sagte Kultusminister Minister Lorz am Mittwoch in einer Videobotschaft an die Schüler. Er versicherte aber, dass jede geschriebene Klausur in jedem Fall auch als Abiturleistung angerechnet werde. Letzter planmäßiger Termin der schriftlichen Prüfungen ist der 2. April.

+++ Mehr Schutz für Kassenpersonal in Aldi-Märkten +++

In Aldi Süd-Supermärkten sollen die Mitarbeiter an den Kassen besser vor dem hohen Infektionsrisiko geschützt werden. "Es werden aktuell in einer Vielzahl von Filialen Plexiglasscheiben an den Kassen installiert", sagte eine Sprecherin dem hr. "Unter anderem bitten wir unsere Kunden, verstärkt kontaktlos und mit Karte zu bezahlen." Um Kunden auf den nötigen Abstand zueinander hinzuweisen, habe man im Kassenbereich Klebestreifen auf dem Boden angebracht.

+++ Lokale starten Gutschein-Aktion +++

Die angeordneten Schließungen wegen der Corona-Pandemie bringen viele Cafés, Bars, Clubs, Restaurants aber auch kleine Theater und Museen ganz schnell in existenzielle Not. In Wiesbaden haben sich Betreiber von betroffenen Locations zusammengetan und die Aktion "Heimatliebe" ins Leben gerufen. Die Idee: Kunden kaufen für ihre Lieblingsorte Gutscheine und überweisen den Betrag, den sie sonst im Lokal ausgeben würden. Die Gutscheine können dann eingelöst werden, wenn die Locations wieder öffnen dürfen.

Auch andernorts helfen Kunden ihren Lieblingsorten. In Poppenhausen (Fulda) etwa zahlt eine Kundin ihrem Lieblingsrestaurant, dem "Fuldaer Haus", schon jetzt 5.000 Euro an für einen runden Geburtstag, der erst in drei Jahren gefeiert werden wird. Restaurantbetreiberin Jutta Rau berichtet von dem Anruf: "Wir waren zu Tränen gerührt und sprachlos, wie Menschen mithelfen wollen, unser Lokal und Arbeitsplätze zu erhalten."

+++ Darmstadt 98 richtet Anlaufstelle für Hilfesuchende ein +++

Fußball-Zweitligist Darmstadt 98 richtet mit Unterstützung der Wissenschaftsstadt Darmstadt ab sofort eine zentrale Anlaufstelle für Hilfswillige und Hilfesuchende ein. Das teilte der Verein am Freitag mit. Auf einer Koordinierungsplattform vermittelt der SV 98 unter dem Motto #soliDArisch Hilfeleistungen per Telefon, auf der Internetseite oder per Mail.

Die bereits vorhandenen, zum größten Teil privaten Initiativen wolle man ausdrücklich miteinbeziehen, hieß es in einer Mitteilung. Ziel sei es, die ganze Bandbreite an Unterstützungsmöglichkeiten abzudecken. "Auch und vor allem in dieser gesellschaftlichen Krise wollen wir unserer sozialen Verantwortung gerecht werden", sagte 98-Präsident Rüdiger Fritsche.

+++ Nicht in Gruppen in den Wald +++

Im Wald besteht keine Ansteckungsgefahr - darauf weist HessenForst hin. Das gelte, wenn auch dort die Regeln strikt eingehalten würden. "Wenn Sie in den Wald kommen möchten, dann kommen Sie bitte allein oder zu zweit, aber auf keinen Fall in der Gruppe und halten Sie Abstand, auch schon auf dem Weg zum Wald", appelliert Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs. Ansonsten sei der Wald bestens geeignet, Stress abzubauen, bei Eltern, Kindern und natürlich auch bei Hunden.

+++ Vogelsbergkreis: Tagesmütter sollen Jahresurlaub opfern +++

Tageseltern im Vogelsbergkreis stehen wegen der Corona-Krise vor einer schwierigen Wahl: Lieber auf einen Monatslohn verzichten oder auf den bezahlten Jahresurlaub? Denn der Kreis will Tagesmüttern und -vätern im April nur dann ihr übliches Honorar auszahlen, wenn sie Urlaub nehmen. Schuld ist eine Satzung des Kreises. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel.

+++ Unsere Facebookgruppe für alle Fragen zu Corona +++

Informiert bleiben, Fragen stellen, im Austausch sein: In unserer Facebook-Gruppe "Coronavirus in Hessen" bündeln wir Informationen aus Hessen und ordnen sie ein. Wir freuen uns auf zielgerichtete und wertschätzende Diskussionen.

+++ Zahnärzte sehen Übertragungsgefahr durch Bohr-Behandlung +++

Zahnärzte haben darauf aufmerksam gemacht, dass durch das Bohren Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus besteht. Schutzbrille und Mundschutz würden nicht reichen, sagte eine Zahnärztin aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf dem hr. Ein Zahnarzt aus Bensheim (Bergstraße) erklärte:  "Das Wasser beim Bohren verteilt sich als feiner Nebel in der Luft und bleibt bis zu 30 Minuten nachweisbar. In diesem Sprühnebel sind die ganzen Viren. Die Ansteckungsgefahr ist noch lange da, nachdem der Patient den Raum verlassen hat." Seine Praxis hat beschlossen, nur noch notwendige Schmerzbehandlungen zu machen.

Derweil machen sich Hausärzte Gedanken um ihre Ausrüstung. "Bald gehen uns die Handschuhe und die Händedesinfektion aus", sagte ein Allgemeinmediziner aus Petersberg (Fulda).  Mundschutz sei ebenfalls "ein rares und kostbares Gut". Der Arzt schätzte, dass seine Vorräte noch zwei bis drei Wochen reichen. Ärzte in und um Fulda wollten eine Chatgruppe bilden und sich darüber austauschen, wer was braucht und wo unterstützt werden kann.

+++ Diese digitalen Ausstellungen bieten Museen an +++

Mehrere hessische Museen und Ausstellungshäuser verlegen geplante Ausstellungen ins Internet. So zum Beispiel das Frankfurter Museum für Kommunikation: Ab Mittwoch gibt es dort online die Ausstellung "#neuland. Ich, wir und die Digitalisierung" zu sehen. Die Museumslandschaft Hessen Kassel bietet ab kommendem Sonntag eine digitalen Reise durch die Kunstgeschichte an, in kurzen Video-Clips und Interviews mit Mitarbeitern. Weitere Tipps haben wir in unserem Artikel für Sie zusammengestellt.

+++ Deutsche Bank sieht sich für Krise besser gerüstet +++

Die Deutsche Bank sieht sich mit Blick auf die Corona-Krise besser für wirtschaftliche Turbulenzen gerüstet als vor einem Jahr. Allerdings sei es derzeit "noch nicht möglich, sämtliche Folgen für die Gesamtwirtschaft abzuschätzen", sagte Vorstandschef Christian Sewing am Freitag anlässlich der Veröffentlichung des Geschäftsberichts in Frankfurt.

Ein anhaltender Abschwung könnte die Bank "in erheblicher Weise" negativ beeinträchtigen, heißt es im Ausblick des Finanzberichts. So könnte sich die Krise auf die wichtigsten Leistungsindikatoren und Risikokennzahlen des Instituts auswirken. Der Einfluss lasse sich aufgrund der bisherigen Unsicherheiten bisher nicht beziffern, "weder in Bezug auf die Richtung noch auf die Ausprägung".

+++ Betrüger bieten Corona-Tests an Haustür an +++

Die Polizei Frankfurt warnt auf Twitter vor einer neuen Betrugsmasche. Demnach bieten Betrüger vor allem älteren Menschen Corona-Tests an der Haustür an. Sie hätten meist das Ziel, in die Wohnung der Opfer zu gelangen, um dort nach Bargeld, Schmuck oder ähnlichem zu suchen.

⚠️ #Uffbasse #Frankfurt ⚠️ ❗ BITTE RT ❗ Betrüger nutzen die Angst vor #Corona aus und bieten Tests an der Haustür an. Informiert bitte Nachbarn und ältere Menschen in eurem Umfeld über diese neue Masche ↘️ ↘️ ↘️ https://t.co/loRMSaYzng // #FFM #COVID19

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+++ Stadt Hanau startet Notfall-Lieferdienst +++

"Hanau lässt keinen allein" - unter diesem Motto bietet die Brüder-Grimm-Stadt ab Freitag einen kommunalen Lieferservice an. Hanauer Bürger, die sich in einer Notlage befinden, in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und keine Hilfe haben oder wegen Quarantänemaßnahmen die Wohnung nicht verlassen können, sollen grundversorgt werden.

Ab dem morgigen Freitag kooperiert die Stadt dazu mit einem Hanauer Rewe-Markt. Betroffene Personen können sich beim laut Stadt speziell gebildeten Versorgungsteam melden. Hier wird dann die Notfall-Bestellung aufgenommen und am Folgetag von Mitarbeitern der Stadt geliefert. Alle Informationen dazu hat die Stadt auf ihrer Seite veröffentlicht.

+++ Dunlop setzt Produktion in Fulda und Hanau aus +++

Der Reifenhersteller Goodyear Dunlop schließt seine Werke in Europa, auch in Fulda und Hanau. Die Produktion wird Ende dieser Woche bis mindestens zum 3. April ausgesetzt. Als Gründe nannte das Unternehmen die rasche Ausbreitung der Pandemie, den Schutz der Mitarbeiter sowie den plötzlichen Rückgang der Marktnachfrage.

Um den Kundenservice aufrechtzuerhalten, sollen Lagerhäuser mit einem reduzierten Personaleinsatz weiter betrieben werden, "wobei starke soziale Distanzierungspraktiken angewandt werden", wie Dunlop mitteilte. Nach vorherigen Angaben des Unternehmens arbeiten an den beiden Standorten in Hessen rund 2.900 Beschäftigte.

Vulkanisierungspresse im Hanauer Werk von Goodyear Dunlop

+++ Kurzarbeit: Arbeitsagenturen werden von Anfragen überrollt +++

Die Arbeitsagenturen in Hessen erhalten derzeit täglich Tausende Beratungsanfragen zur Kurzarbeit. "In dieser Dimension haben wir das noch nie erlebt", sagte der Chef der Direktion Hessen, Frank Martin, der Nachrichtenagentur dpa. Man setze alles daran, die Anzeigen schnell zu bearbeiten und die Anträge auf Kurzarbeitergeld entgegenzunehmen.

Arbeitnehmer sollten sich allerdings in erster Linie an die Personalabteilungen ihrer Arbeitgeber wenden, erklärte Martin. Kurzarbeit könne ausschließlich von den Unternehmen beantragt werden. Dazu sei gesetzlich ein dreistufiges Verfahren zwingend vorgeschrieben. "Eine Kurzberatung durch uns, die auch telefonisch erfolgen kann, der formale Antrag und zeitversetzt dann die Abrechnung der tatsächlich von Kurzarbeit betroffenen Personen." Die Agenturen hätten dazu eine Arbeitgeber-Hotline geschaltet und begleiten die Unternehmen durch den Prozess. Selbstständige könnten kein Kurzarbeitergeld beantragen.

+++ Gottesdienste im Livestream, Gebetswünsche per Mail +++

Öffentliche Gottesdienste sind verboten, Chöre und Gemeindegruppen dürfen sich nicht mehr treffen: Die Einschnitte wegen des Coronavirus treffen Kirchen und Gläubige hart. Doch es gibt kreative neue Angebote von katholischen und evangelischen Kirchen in Hessen: Ob Live-Übertragungen von Gottesdiensten, Gebetswünsche, die online eingereicht werden, Facebook-Gruppen, Kerzenentzünden oder Messen übers Telefon - überall ergeben sich gerade neue Möglichkeiten zum gemeinsamen Beten. Viele Kirchen halten ihre Türen derweil trotz Corona offen - zwar nicht für Gottesdienste, aber für das stille Gebet oder für seelsorgerische Einzelgespräche.

+++ Steinfurther Rosenfest abgesagt +++

Das Rosenfest in Steinfurth, das für den 10. bis 13. Juli geplant war, ist abgesagt. Das gab der Kultur- und Sportausschuss Bad Nauheim am Donnerstag auf seiner Internetseite bekannt. Grund für diese Entscheidung sei gewesen, dass auch der Hessentag in Bad Vilbel abgesagt wurde. "Die Verantwortlichen sind sich einig und sprechen sich gemeinsam für eine Verschiebung ins Jahr 2021 aus", heißt es in der Mitteilung. Das Steinfurther Rosenfest wird alle zwei Jahre gefeiert, die Stadt rechnete mit rund 30.000 Besucherinnen und Besuchern.

Die Freiwillige Feuerwehr erinnerte sich an Columbus' Schiff und schickte die "Santa Maria" auf die Straßen.

+++ Medizinhistoriker: Aus vergangenen Epidemien lernen +++

Aus dem Umgang mit vergangenen Epidemien kann man Lehren für die Corona-Krise ziehen, sagt der Medizinhistoriker Volker Roelcke aus Gießen. Das Beispiel Spanische Grippe zeige etwa: "Das Bagatellisieren oder das Wegschauen und Verleugnen einer Seuchengefahr ist ein Problem und etwas, was wir immer wieder sehen." Auch aus Infektionswellen der jüngeren Geschichte könne man lernen: "Man sieht, dass in südostasiatischen Gesellschaften sehr konsequent Lehren gezogen worden sind aus der Sars-Epidemie 2002/2003." Man sei damals mit sehr strikten Maßnahmen vorgegangen - was sich gelohnt habe. Die Frage sei, wie solche Maßnahmen kommuniziert würden. "Wenn das transparent und glaubwürdig begründet wird, ist das ein entscheidender Faktor, damit die Bevölkerung Vertrauen gewinnen kann", sagt Roelcke.

+++ Bahnhofsmission braucht Desinfektionsmittel +++

In der Bahnhofsmission in Frankfurt wird das Desinfektionsmittel knapp. Der Leiter der Einrichtung, Carsten Baumann, bat über Twitter dringend um Sterilium und Flächendesinfektion, um das Angebot aufrechtzuerhalten. Die Mission wird nach seinen Angaben noch von etwa 300 Menschen besucht.

Wer kann uns mit #Sterilium und #Flächendesinfektion unterstützen? Bin dankbar für jede #Unterstützung ! Derzeit werden wir noch von ca. #300 #Menschen besucht...um unserer Angebot aufrechtzuerhalten brauchen wir ausreichend #Deinfektionsmittel ! Bitte melden!!!

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Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (19. März 2020):
+++ 89-Jährige im Kreis Offenbach gestorben +++ 740 bestätigte Fälle +++ Lufthansa und Tui kämpfen um Existenz +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (18. März 2020):
+++ Abiturprüfungen finden statt +++ Strengere Corona-Maßnahmen gelten ab heute +++ 547 Infizierte in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (17. März 2020):
+++ Erster Todesfall in Hessen +++ Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger am Frankfurter Flughafen +++ 381 Corona-Fälle +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (16. März 2020):
+++ Weitere Maßnahmen ab Mittwoch +++ Eine Milliarde Euro Soforthilfe +++ 342 Fälle in Hessen +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (14. und 15. März 2020):
+++ Fallzahlen steigen um 50 Prozent +++ Gottesdienste abgesagt +++ Veranstaltungen ab 100 Personen verboten +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (13. März 2020):
+++ Kein Unterricht ab Montag, Kitas zu +++ Krankenhäuser verhängen Besuchsverbote +++ Kirchen sagen Gottesdienste ab +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (10. März bis 12. März 2020):
+++ Abiturienten vom Unterricht freigestellt +++ Absage von Großveranstaltungen bis 10. April +++ Kassel schließt Theater und Kinos +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (6. März bis 9. März 2020):
+++ Arzt-Praxis unter Quarantäne +++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++ Blutreserven halten 2,2 Tage +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2020):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

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Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
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Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

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