Das Coronavirus hat Hessen erreicht. Unser Ticker-Meldungen zum Nachlesen vom 13. März 2020.

Corona in Hessen: Aktuelle Meldungen im Ticker

MELDUNGEN VOM FREITAG, 13. März

+++ Staatstheater unterbrechen Spielbetrieb +++

Die hessischen Staatstheater in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden setzen ihren Spielbetrieb aus. Das Staatstheater Darmstadt pausiert bis voraussichtlich Sonntag, 19. April. Es betreffe alle Spielstätten und Formate, auch Führungen und Workshops, teilte das Haus am Freitag mit. Auch das Staatstheater in Wiesbaden stellt den Spielbetrieb bis zum 19. April ein, das Staatstheater in Kassel sagt alle Veranstaltungen bis zum 30. April ab. Die Abonnenten und Käufer, die ihre Daten hinterlegt hätten, würden kontaktiert. Wer seine Daten nicht hinterlegt habe, solle das jeweilige Ticketcenter kontaktieren. Es bestehe auch die Möglichkeit, auf eine Erstattung zu verzichten und die Theater damit zu unterstützen.

+++ Kultusminister will "Alternativen zum Präsenzunterricht" +++

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) setzt darauf, die Zeit in der Schulen geschlossen bleiben auf Übungsaufgaben beispielsweise per Email. Schüler sollten "im Lernprozess gehalten" werden, so Lorz. Gerade in der Oberstufe und den älteren Jahrgängen der Sekundarstufe eins, wo Schüler auch eigenständig Aufgaben bearbeiten könnten, sei dies möglich. Bei Grundschülern würde dies hingegen schwieriger, räumte Lorz ein. Er erklärte auch: "Es kann immer nur um Kompensation gehen. Die drei Wochen sollen unter Lernaspekten nicht vollkommen verloren gehen." Derzeit sei man nicht soweit, dass man komplett auf digitalen Fernunterricht umstellen könnte.

+++ Ausfälle im Frankfurter Nahverkehr möglich +++

Man werde alles dafür tun, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, sagte Wirtschaftsminister Al-Wazir am Freitag. Nur wenige Minuten später wies die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) über Twitter auf mögliche Ausfälle im U-Bahn- und Straßenbahn-Verkehr ab Montag hin. Wegen des Unterrichtsausfalls müssten Kinder von Fahrerinnen und Fahrern betreut werden. Die Fahrerinnen und Fahrer gehörten nicht zu den Berufsgruppen, deren Kinder auch während des Unterrichtsausfalls in Schulen betreut werden sollten, teilte die VGF mit.

+++ Al-Wazir: Infrastruktur aufrechterhalten +++

"Der Alltag in Hessen wird ab Montag ein anderer sein", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Freitag in Wiesbaden. Man werde alles dafür tun, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Es gebe klare Empfehlungen für den öffentlichen Nahverkehr, wie z.B. nicht mehr vorne in den Bus einzusteigen. Auch die richtige Reinigung der Verkehrsmittel sei wichtig. Auch zum Thema Hamsterkäufe äußerte er sich: "Ich will ausdrücklich sagen, dass es nicht so ist, dass wir von irgendetwas zu wenig haben. Die Zentrallager sind gut gefüllt. Man muss nur dafür sorgen, dass die Waren in die Märkte vor Ort kommen." Im Laufe der Woche hatte das Land das Sonntagsfahrverbot für LKW gelockert, um die Versorgung der Supermärkte sicherzustellen.

+++ Urlaubsrückkehrer mit bestimmten Berufen müssen in Quarantäne +++

Angehörige bestimmter Berufsgruppen werden nach ihrer Rückkehrer aus Coronavirus-Risikogebieten in Hessen unter Quarantäne gestellt. Dazu zählen laut Sozialminister Klose unter anderem Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter der Justiz, des Rettungsdienstes und medizinisches Personal. Das sei nötig, um eine Ansteckung von Kollegen und damit einen Ausfall in wichtigen Bereichen zu verhindern.

Zudem soll es für Menschen, die aus Risikogebieten zurückkommen, Besuchseinschränkungen und -verbote in Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeheimen geben.

+++ Kein Unterricht an Schulen, Kitas werden geschlossen +++

An hessischen Schulen wird es ab Montag bis zum Ende der Osterferien keinen regulären Unterricht mehr geben. Die Schulen bleiben aber offen, da für einzelne Berufsgruppen eine Betreuung der Kinder sichergestellt werden muss. Das teilte Ministerpräsident Bouffier (CDU) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts mit. Für Lehrer gilt die Dienstverpflichtung. Alle Kinder könnten am Montag noch einmal zur Schule, zum Beispiel um ihre Sachen und Aufgaben für die freie Zeit abzuholen.

Um die Funktionsfähigkeit des pflegerischen Bereichs aufrecht zu erhalten, wird es für einzelne Berufe Sonderregelungen geben. Für die Kinder von Ärzten und Pflegepersonal sowie für die Kinder von Amtsträgern, beispielsweise in Feuerwehr, Polizei und Justiz, ist eine Notbetreuung in den Schulen geplant. Gleiches wird für die Kitas im Lande gelten, teilte Bouffier mit. Grundsätzlich bleiben die Kitas geschlossen, eine Notversorgung soll es geben.

Zum Thema Abitur erklärte Bouffier: "Wir haben die Absicht, dass das Abitur abgelegt werden kann. Niemand soll ein Schuljahr verlieren." Das gelte auch für andere Formen von Prüfungen. Wie die Regelungen genau aussehen werden, müsse noch im Detail geklärt werden. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) kündigte an, dass die Abiturprüfungen am Donnerstag wie geplant beginnen sollen. Dies sei "aus heutiger Sicht möglich und vertretbar". Lorz kündigte an, dass es bis zum Sommer verschiedene Nachschreibetermine geben wird.

+++ Frankfurt verbietet Veranstaltungen ab 200 Personen +++

In Frankfurt dürfen ab sofort keine Veranstaltungen mit mehr als 200 Menschen stattfinden. Diese Anordnung machte die Stadt am Freitagnachmittag. Sie gelte für öffentliche und private Veranstaltungen. "Hierunter fallen nicht nur Sportereignisse mit einer entsprechenden Zuschauerzahl, sondern insbesondere auch Kongresse, Messen und Tagungen, Theater, Konzerte und ähnliche Festivitäten, aber auch Personal-, Betriebs-, Aktionärs- und Gesellschafterversammlungen. Ausgenommen sind Besuche von Bildungseinrichtungen. Die Anordnung gelte bis zum 10. April.

+++ Landesregierung informiert um 17.30 Uhr +++

Regierungschef Volker Bouffier (CDU) hat sich in einer Sondersitzung des Kabinetts mit seinen Ministern über Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise beraten. Im Anschluss wird die Landesregierung ab 17.30 Uhr über die eingeleiteten Schritte informieren.

+++ Lufthansa prüft temporäre Stilllegung des Flugbetriebs +++

Die Lufthansa zieht bei einer weiteren Verschlimmerung der Corona-Krise staatliche Hilfen und ein noch stärkeres Einstellen des Flugbetriebs in Betracht. Die Auswirkungen der Krise würden "immer dramatischer", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter. Täglich gebe es bei den Airlines mehr Stornierungen als Buchungen. Die Lage verschärfe sich noch durch Reisebeschränkungen, wie zuletzt am wichtigen Markt USA. Statt 70 Flügen täglich könne die Lufthansa nur noch vier dorthin anbieten. "Ab den nächsten Tagen werden mindestens zwei Drittel unserer fast 800 Flugzeuge am Boden stehen", sagte Spohr. Da die Auswirkungen der Krise auf die Weltwirtschaft noch nicht absehbar seien, prüfe die Lufthansa weitere Krisenmaßnahmen. "Dazu gehören auch potenzielle temporäre Schließungen von Flugbetrieben oder einzelner Hubs", ergänzte er.

+++ Krisenforscher zu Corona-Pandemie +++

Oft hagelte es in den letzten Tagen Kritik an dem Umgang einiger Politiker mit der Corona-Krise. Doch zumindest die Bundesregierung mache vieles richtig, sagt Krisenforscher Frank Roselieb. Jedoch müsste die Öffentlichkeit mehr über positive Entwicklungen informiert werden. Im Interview mit den Kollegen von tagesschau.de erklärt er, warum Corona seiner Meinung nach kein Stresstest für unser Gesundheitssystem ist.

+++ Darmstadt: Theater und Bäder zu +++

Immer mehr Städte reagieren mit Schließungen auf die Ausbreitung des Coronavirus. In Darmstadt bleiben bis Ende April die Schwimmbäder zu, alle Veranstaltungen im Staatstheater, in der Centralstation und an einigen weiteren Orten werden abgesagt. Auch alle Veranstaltungen der Stadt fallen aus. Museen dürfen nur eine beschränkte Anzahl an Besucher in ihre Räume lassen und müssen personenbezogene Daten erheben.

+++ Frankfurt schließt Museen, Zoo und Palmengarten +++

Ab morgen bleiben in Frankfurt alle städtischen Museen, der Zoo und der Palmengarten bis zum 10. April geschlossen. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Im selben Zeitraum fallen alle Kulturveranstaltungen aus, die von der Stadt selbst ausgerichtet werden. Die Stadtbücherei bleibt geschlossen. Auch das Deutsche Filmmuseum wird bis zum 10. April schließen. Das Haus am Museumsufer zählt nicht zu den städtischen Museen.

+++ Neue Umbuchungsmöglichkeiten für Lufthansa-Kunden +++

Die Lufthansa ermöglicht ihren Kunden die erweiterte Umbuchung von Tickets. Sie müssen sich bei einer Flugabsage oder auch bei stattfindenden Verbindungen, die der Kunde nicht wahrnimmt, zunächst nicht auf ein neues Flugdatum festlegen, wie der Konzern für seine Fluggesellschaften Lufthansa, Swiss, Brussels, Austrian und Air Dolomiti in Frankfurt mitteilte. Bis zum 1. Juni könnten die Kunden dann ohne zusätzliche Gebühren entscheiden, wann sie das Ticket im Laufe dieses Jahres nutzen wollen. Die Regelung gilt zunächst für Tickets, die bis einschließlich Donnerstag gebucht worden waren und ein bestätigtes Reisedatum bis einschließlich 30. April tragen. 

+++ Fußball-Bundesliga stellt Spielbetrieb ab sofort ein +++

Der Profi-Fußball in Deutschland legt nun doch ab sofort eine Zwangspause ein. Das hat die DFL am Freitagnachmittag mitgeteilt. Damit finden auch an diesem Wochenende keine Spiele statt - anders als noch am Freitagmorgen angekündigt. Mehr dazu:

+++ Mehrere Städte schließen Rathäuser +++

In Hanau bleiben bis zum 10. April unter anderem Museen, das Kulturforum, Jugendzentren, Bürgerhäuser und zwei Bäder geschlossen. Auch die städtischen Kindertagesstätten bleiben von Montag an zu, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Maintal schließt ebenfalls ab Montag alle städtischen Kitas.

Mehrere Kommunen im Rheingau-Taunus haben entschieden, ihre Rathäuser bis auf Weiteres zu schließen, so zum Beispiel Idstein, Eltville, Taunusstein und Bad Schwalbach. Auch in Büdingen und Münster bleiben die Rathäuser vorerst zu.

+++ Tägliche Desinfektion in Frankfurter U- und Straßenbahnen +++

In den Frankfurter Straßen- und U-Bahnen sollen von Montag an Haltestangen, Schlaufen und Türgriffe täglich desinfiziert werden. Zudem werden die Fahrer angewiesen, an den wichtigsten Haltestellen die Türen zentral zu öffnen und zu schließen - damit Reisende nicht mehr die Taster berühren müssen. Mit den Maßnahmen will die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. "Die VGF wird jeden Tag weitgehend saubere Fahrzeuge auf die Strecke bringen", kündigte ein Unternehmenssprecher am Freitag an. Eine dauerhaft wirksame Desinfizierung sei aber nicht realistisch. Mit den zusätzlichen Reinigungsarbeiten soll in der Nacht zum Montag begonnen werden.

+++ Mehr Teststationen in Hessen +++

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen eröffnet in der kommenden Woche weitere Coronavirus-Testcenter. Zu den bereits arbeitenden zehn Einrichtungen sollen sechs hinzukommen, wie ein Sprecher in Frankfurt berichtete. "Wir sorgen mit der Aufstockung der Testcenter dafür, dass fast jeder Bürger Hessens innerhalb eines Radius von 30 Kilometer ein Testcenter erreichen kann", teilte die Vereinigung (KV) weiter mit. Es sei allerdings "realitätsfremd", in jedem Landkreis ein Testcenter einzurichten, da es dafür nicht genügend Personal gebe.

Corona-Testcenter in Fuldatal von außen

Es sei medizinisch auch nicht sinnvoll, Massentests auf den Erreger Sars-CoV-2 ohne Indikation durchzuführen, betonten die KV-Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Eckhard Starke der Mitteilung zufolge. "Denn auch die Labore sind mittlerweile an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen - deshalb müssen wir die Tests dringend auf diejenigen Patienten beschränken, bei denen eine medizinische Indikation nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts besteht."

+++ Messe Prolight + Sound endgültig abgesagt +++

Die zunächst nur verschobene Frankfurter Messe für Veranstaltungstechnik "Prolight + Sound" ist am Freitag endgültig abgesagt worden. Grund sei die Anweisung des hessischen Sozialministeriums im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagt. Auch die ursprünglich noch geplanten Nebenveranstaltungen "Plaza" und "Festival" der Musikmesse finden nicht statt.

+++ Corona-Fall bei VW in Baunatal +++

Ein Mitarbeiter von Volkswagen in Baunautal ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er sei in häuslicher Quarantäne, hieß es am Freitag aus dem Konzern. Dem Mann gehe es gut, nähere Angaben machte das Unternehmen nicht. Fünf Kollegen, die Kontaktpersonen waren, seien vorsorglich ebenfalls nach Hause geschickt worden.

+++ IHK sagen Prüfungen ab +++

Die hessischen Industrie- und Handelskammern (IHK) haben sämtliche Prüfungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) abgesagt. Betroffen davon sind alle Prüfungen ab Montag, 16. März. Die Absage gilt vorerst bis zum 24. April. Wann die Prüfungen nachgeholt werden können, ist derzeit noch offen.

+++ 133 Corona-Fälle +++

In Hessen steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, auf 133. Das meldet das Sozialministerium am Freitagnachmittag. Damit sind seit gestern Mittag 42 Fälle hinzugekommen, die meisten davon im Main-Kinzig-Kreis (9), im Rheingau-Taunus-Kreis (9) und in der Region Kassel (8). Nach Angaben des Ministeriums wiesen alle erkrankten Personen aktuell milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf.

+++ Wiesbaden schließt Kultureinrichtungen +++

Ab Montag bleiben zahlreiche Kultureinrichtigungen in Wiesbaden geschlossen. Das teilte der zuständige Kulturdezernent, Axel Imholz, am Freitagmittag mit. Betroffen sind unter anderem die Bibliotheken, das Stadtmuseum am Markt, die Caligari FilmBühne, das Literaturhaus Villa Clementine und das Stadtarchiv. Außerdem bittet der Wiesbadener Sozialdezernent alle Eltern, ihre Kinder ab Montag wenn möglich nicht mehr in die Kindertagesstätten zu bringen.

+++ Bistum Mainz sagt alle Gottesdienste ab +++

Das katholische Bistum Mainz hat wegen des Coronavirus für die kommenden 14 Tage sämtliche Gottesdienste abgesagt. Bis zum 27. März sollen auch alle Veranstaltungen und Treffen von kirchlichen Gruppen ausfallen, wie das Bistum am Freitag mitteilte. In dem Bistum leben rund 740.000 Katholiken, davon 540.000 im hessischen Teil. Dazu zählen unter anderem Darmstadt, Offenbach, Gießen, Rüsselsheim und Alsfeld, aber auch die Bergstraße und die Wetterau. Neben dem Mainzer Dom werden auch einige andere, häufig von Touristen besuchte Kirchen geschlossen. Die übrigen sollen für Gläubige offen bleiben. Die Priester im Bistum werden dazu aufgerufen, "die Eucharistie alleine und stellvertretend für die Gemeinde zu feiern."

Der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf befindet sich mittlerweile unter häuslicher Quarantäne. Er habe sich vor einigen Tagen mit einer infizierten Person in einem Raum aufgehalten, teilte das Bistum mit. Es gehe ihm aber gut, und er sei frei von Symptomen. Wie das Bistum mit den Feiern zur Erstkommunion und den Gottesdiensten zur Osterzeit verfahren will, ist noch offen. Informationen dazu sollen Anfang der übernächsten Woche bekanntgegeben werden.

+++ Sondersendungen im hr +++

Der Hessische Rundfunk bringt heute mehrere Sondersendungen zur Ausbreitung und den Folgen des Coronavirus. Ab 18 Uhr werden alle sechs Radioprogramme des hr für zwei Stunden zusammengeschaltet. Hörerinnen und Hörer können anrufen und ihre Fragen stellen, Experten im Studio beantwortet sie. Um 20.15 Uhr zeigt das hr-fernsehen ein hessen extra zu den Folgen des Coronavirus, unter anderem mit Kultusminister Lorz (CDU).

Die Pressekonferenz der Landesregierung zu weiteren Maßnahmen werden ab 17.30 Uhr bei uns auf hessenschau.de, im hr-fernsehen und auf hr-iNFO übertragen.

+++ Hessen plant Schließungen der Schulen +++

Wegen des Coronavirus sollen auch in Hessen landesweit die Schulen geschlossen werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Wiesbaden am Freitag aus Regierungskreisen. Unter Führung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will das Kabinett am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen und ein Maßnahmenpaket beschließen.

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Schüler
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+++ Geplanter Castortransport nach Biblis gestoppt +++

Der für dieses Frühjahr geplante Castortransport ins Zwischenlager Biblis wird wegen der Corona-Krise verschoben. Die zuständigen Behörden hätten mitgeteilt, dass der notwendige Polizeieinsatz "derzeit nicht verantwortbar" sei, teilte die beauftragte Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) am Freitag in Essen mit.

Wann die sechs Behälter mit hoch-radioaktivem Müll aus der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage im britischen Sellafield nach Südhessen gebracht werden, ist nach Aussage eines Unternehmenssprechers derzeit unklar. "Das ist im Moment noch alles offen", sagte er. Ursprünglich lag eine Transportgenehmigung für die Castoren ab dem 1. März vor.

+++ Uni Gießen mit neuen Maßnahmen +++

Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat alle öffentlichen Veranstaltungen bis zunächst Mitte April abgesagt. Zudem sollen sämtliche Lehrveranstaltungen des auslaufenden Wintersemesters wie Praktika oder Blockkurse vom 16. März an nicht mehr stattfinden, wie die Hochschule mitteilte. Prüfungen Mitte April finden unter besonderen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen statt.

+++ EKKW empfiehlt Gottesdienst-Absagen +++

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck empfiehlt, nicht nur Veranstaltungen, sondern auch Gottesdienste abzusagen. Diese Regelung solle vorerst bis Ende April gelten. Auf der Homepage der Landeskirche gibt es Links zu online abrufbaren Gottesdiensten. Außerdem soll das Angebot an geistlichem Zuspruch über Internet und Telefon ausgebaut werden. Konfirmationen, Taufen und Trauungen sollen nach Möglichkeit auf Sommer oder Herbst verschoben werden.

Im katholischen Bistum Limburg wird es weiter Gottesdienste geben. "Es wird - anders als in anderen Diözesen - am Wochenende keine generellen Absagen von Gottesdiensten geben", sagte der Pressesprecher des Bistums Limburg. Im Zweifel entschieden die jeweiligen Pfarreien selbst, ob Gottesdienste abgesagt würden.

+++ SV Wehen Wiesbaden sieht Existenz bedroht +++

Für Fußball-Zweitligist SV Wehen Wiesbaden ist der Notbetrieb im Fußball existenzbedrohend. "Wenn bis zum Saisonende keine Zuschauer zugelassen werden - und davon gehe ich persönlich aus - dann ist das durchaus existenzbedrohend", sagte der Sprecher der Geschäftsführung des hessischen Zweitligisten, Nico Schäfer, am Freitag. Der Etat des Aufsteigers sei mit rund acht Millionen Euro "auf Kante genäht". Schäfer bezifferte den wirtschaftlichen Schaden pro verbleibendem Heimspiel auf durchschnittlich 200.000 Euro.

Am Wochenende soll ein Notplan erstellt werden. Das DFL-Präsidium hat vorgeschlagen, den Spielbetrieb vom kommenden Dienstag an bis zum 2. April auszusetzen. Betroffen wäre damit erst einmal nur ein Spieltag wegen der folgenden Länderspielpause.

+++ Das bedeutet "häusliche Quarantäne" +++

Das Coronavirus und die Folgen: Auch in Hessen müssen immer mehr Menschen in Quarantäne. Was gilt es dabei zu beachten? Was darf ich, was nicht? Auf was müssen meine Mitmenschen achten? Antworten aus dem Rheingau-Taunus-Kreis.

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Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

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Weitere Informationen

Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
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+++ Regierung sagt Kredite ohne Begrenzung zu +++

Es ist eine bundesweite Entscheidung, die auch für viele Hessen wichtig ist: Die Bundesregierung will Unternehmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen helfen. Das sagten Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Freitag in Berlin. Über einen drastisch erhöhten Garantierahmen bei der Staatsbank KfW könnten eine halbe Billion Euro zur Verfügung gestellt werden, so Altmaier. Die Regierung stelle der KFW zunächst 20 Milliarden Euro zur Verfügung. Scholz sagte: "Es gibt keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme, die die KfW vergeben kann."

Scholz betonte, angesichts der guten Haushaltslage könne der Staat das tun, "was jetzt notwendig ist". Es gehe darum Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Hilfsprogramme über die KfW helfe kleinen, mittleren und auch sehr, sehr großen Firmen. Mehr dazu erfahren Sie bei tagesschau.de.

+++ Hessentag auf der Kippe? +++

Das Coronavirus bringt auch die Organisatoren des Hessentags in Bad Vilbel unter Druck. In den kommenden Tagen werde sich der Veranstaltungsstab des Landesfests mit allen Beteiligten zu Gesprächen treffen, um gemeinsam eine Vorgehensweise abzusprechen, teilte die Stadt am Freitag mit. Derzeit werde an einer Risikoanalyse gearbeitet, die alle Unwägbarkeiten erfassen und abwägen soll, sagte ein Sprecher. Der 60. Hessentag ist für den 5. bis 14. Juni geplant. Rheinland-Pfalz hatte bereits am Mittwoch sein diesjähriges Landesfest abgesagt.

+++ Rheingau-Taunus-Kreis schließt alle Kitas +++

Ab Montag bleiben alle Kindertagesstätten im Rheingau-Taunus-Kreis geschlossen. Die Regelung betrifft sowohl Einrichtungen von städtischen als auch von privaten Trägern. Das teilte der Landkreis am Freitagmittag mit. Die flächendeckende Schließung sei in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden verfügt worden. Mit der Maßnahme solle die weitere Verbreitung des Coronavirus verhindert werden. Sie gilt zunächst bis zum 10. April.

+++ WMK verbietet Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen +++

Der Werra-Meißner-Kreis verbietet öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als 100 erwarteten Gästen. Ausgenommen von diesem Verbot ist der Besuch von Bildungseinrichtungen. Bei Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen muss eine Teilnehmerliste geführt werden. "Wir haben uns zu dieser drastischen Maßnahme entschieden, weil wir momentan in der Situation sind, dass es noch keinen bestätigten Corona-Fall gibt und wir diesen Umstand möglichst lange auch erhalten wollen", erklärte Landrat Stefan Reuß am Freitag. Die Verfügung gilt vorerst bis zum 10. April.

+++ Evangelische Kirchen: Alles bis auf Gottesdienste streichen +++

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat ihre Gemeinden eindringlich gebeten, alle Publikumsangebote ab sofort einzustellen. Das betreffe unter anderem Kirchenkonzerte, Gemeindekreise und Freizeiten. Gottesdienste bilden die Ausnahme: Sie sollen weiter abgehalten werden, da sie eine wichtige seelsorgliche Funktion hätten. Dabei soll die Situation vor Ort geprüft werden und Schutzmaßnahmen wie ein größerer Sitzabstand eingehalten werden.

Noch ist unklar, wie sich das auf die Konfirmationsgottesdienste und die Gottesdienste rund um Ostern auswirkt. Das soll in den nächsten Tagen geklärt werden.

+++ Landesregierung informiert um 17.30 Uhr +++

In einer Sondersitzung des Kabinetts berät die Landesregierung heute über die Auswirkungen des Coronavirus und notwendige Maßnahmen. Im Anschluss daran soll in einer Pressekonferenz über die Ergebnisse informiert werden. Wir übertragen die Veranstaltung ab 17.30 Uhr im Livestream.

+++ BiZ schließen bis zum Ende der Osterferien +++

Wer eine Berufsberatung braucht, muss bis zum Ende der Osterferien warten. Die Berufsinformationszentren (BiZ) der hessischen Agenturen für Arbeit schließen bis zum 19. April für den Besucherverkehr. Die Agenturen für Arbeit bleiben geöffnet und alle übrigen Serviceleistungen stehen ebenfalls zur Verfügung, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Freitag mit.

+++ Krankenhäuser verhängen Besuchsverbote +++

Zum Schutz der Patienten vor dem Coronavirus haben zahlreiche Krankenhäuser in Hessen ihre Besuchszeiten teilweise drastisch eingeschränkt. Das Klinikum Frankfurt Höchst und das Markus Krankenhaus in Frankfurt verhängten sogar einen generellen Besuchsstopp.

In den Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar und im Universitätsklinikum in Frankfurt darf jeder Patient pro Tag nur noch einen Besucher empfangen. "Besucher mit Erkältungssymptomen werden abgewiesen. Dies wird direkt am Haupteingang des Klinikums kontrolliert", sagte die Leitende Ärztin der Krankenhaushygiene der Lahn-Dill-Kliniken, Ute Hiller, am Freitag in Wetzlar. Im Universitätsklinikum in Frankfurt dürfen Patienten zudem nur noch zwischen 16.00 und 18.00 Uhr Besucher empfangen. Im Sana Klinikum Offenbach werden Kinder unter zwölf Jahren nicht mehr zu den Patienten gelassen. Zudem rief das Krankenhaus dazu auf, Besuche auf ein Minimum zu reduzieren.

+++ TU Darmstadt sagt Veranstaltungen ab +++

Die TU Darmstadt hat zahlreiche Veranstaltungen abgesagt. Dabei handelt es sich um Führungen, Preisverleihungen und Gesprächsrunden. Auch der Girls‘ Day am 26. März ist gestrichen. Nur wenige Veranstaltungen sind von den Absagen nicht betroffen. Hier eine Übersicht aller Ausfälle der TU Darmstadt.

+++ Weitere Schulen geschlossen +++

Wegen eines Corona-Verdachtsfalls sind drei Schulen in Lampertheim geschlossen worden. Ein Lehrer der Alfred-Delp-Schule werde momentan auf das Virus getestet, teilte der Kreis mit. Vorsorglich wurden auch drei benachbarte Schulen - die Biedensandschule, die Elisabeth-Selbert-Schule und das Lessing-Gymnasium - geschlossen.

Auch in Wiesbaden sind mehrere Schulen zu: die Fritz-Gansberg-Schule, die Diesterwegschule, die Geschwister-Scholl-Schule und die Luise-Schroeder-Schule. In Geisenheim bleiben die St. Ursula-Schule und die Berufliche Schule Geisenheim geschlossen, in Idstein betrifft es die Montessori-Schule.

+++ Coronafall bei Opel in Rüsselsheim +++

Beim Autobauer Opel in Rüsselsheim gibt es einen bestätigten Coronafall. Wie der Wiesbadener Kurier meldet, arbeitet die Person im Adam-Opel-Haus und wurde in häusliche Quarantäne geschickt. Auch Mitarbeiter, die mit dem Kollegen in Kontakt standen, sind mittlerweile in Quarantäne. Weitere Mitarbeiter aus dem Adam-Opel-Haus seien ins Home Office geschickt worden. Die Produktion im Werk sei nicht betroffen.

+++ SPD und FDP fordern Schließung aller Schulen +++

Der Forderung mehrerer Verbände nach landesweiten Schulschließungen schließen sich nun auch SPD und FDP an. Das oberste Ziel müsse es sein, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, schrieben Nancy Faeser (SPD) und René Rock (FDP) in einer gemeinsamen Mitteilung. "Was auch immer erforderlich ist, um dieses Ziel zu erreichen, muss getan werden. Deswegen fordern wir die Landesregierung auf, dem Beispiel Bayerns und des Saarlandes zu folgen und die Schulen zu schließen."

Die kommenden fünf Wochen könnten entscheidend sein für die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie, deswegen dürften die Verantwortlichen nicht länger warten. Für Schüler bis zur 8. Klasse müsse eine Notbetreuung sichergestellt werden, um berufstätige Eltern zu unterstützen, so Faeser.

+++ Oldtimermesse Technorama in Kassel abgesagt +++

Die Technorama in Kassel, bei der sich die Oldtimerszene am Wochenende zum Saisonstart treffen wollte, ist abgesagt. Die Messe mit rund 400 internationalen Ausstellern wird voraussichtlich in den Juni verschoben.

+++ Landrat poltert gegen Ministerium: Keine Führungsstärke +++

Der Landrat des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Schuster (SPD), hat das Hessische Gesundheits-und Sozialministerium für mangelnde Führungsstärke und fehlende Unterstützung hart kritisiert. "Wir stehen ziemlich alleine da", schreibt Schuster auf seiner Facebook-Seite. Das Ministerium habe zwar eine "tolle Presseabteilung", aber das reiche nicht, so Schuster, in dessen Kreis am 28. Februar der erste hessische Corona-Fall gemeldet wurde.

Der Landrat konstatiert nun: "Nach über zwei Wochen muss ich leider sagen: Das Hessische Gesundheitsministerium führt nicht. Es ist nicht mehr und nicht weniger als eine gesundheitspolitische Selbsthilfegruppe", so Schuster. Der Landrat fordert: "Was wir brauchen, ist ein Landesgesundsheitsamt. Dieses muss fachlich und personell die Gesundheitsämter vor Ort unterstützen." Schuster kritisierte auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessens (KV). Diese könne Geld für Krankenhäuser verteilen. "In Zeiten wie diesen versagt die KV total", so Schuster. Im Lahn-Dill-Kreis gibt es mittlerweile fünf bestätigte Corona-Fälle (Stand 12. März).

+++ Verbände fordern Schulschließungen +++

Das Saarland, Bayern, Niedersachsen und offenbar auch Rheinland-Pfalz haben beschlossen, flächendeckend alle Schulen zu schließen. In Hessen ist noch keine Entscheidung gefallen, doch der Handlungsdruck wächst. Der Philologenverband hat eine unverzüglich Schließung der Schulen in Hessen gefordert. Es bestünden deutliche Hygiene- und damit verbunden Infektionsrisiken an den Schulen, da Tausende Kinder und Jugendliche in den Klassenräumen und in den Pausen aufeinandertreffen, mahnte der Verband am Freitag in Wiesbaden.

Ähnlich sieht es auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE). In einem offenen Brief hat sich der VBE am Freitag an Kultusminister Lorz (CDU) gewandt. "Es ist aus Sicht der VBE Hessen sehr bedenklich, dass Schulen erst dann geschlossen werden, wenn es bereits zu spät ist, wenn es also konkrete Verdachtsfälle oder belegte Fälle gibt, wenn das Infektionsschutzgesetz greift und die Gesundheitsbehörde die Schule schließt."

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt, die Notwendigkeit einer Schließung der Bildungseinrichtungen bis zu den Osterferien müsse "ernsthaft geprüft" werden.

+++ Festakt in Paulskirche abgesagt +++

Eigentlich sollte am Samstag der Festakt zum Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter Preis in der Paulskirche stattfinden. Passenderweise geht der mit 120.000 Euro dotierte Medizinpreis in diesem Jahr an einen Immunologen. Doch die Preisverleihung an den Japaner Shimon Sakaguchi ist abgesagt.

+++ Fußball-Bundesliga unterbricht Spielbetrieb +++

Die Deutsche Fußball Liga will den Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga vom kommenden Dienstag an bis zum 2. April unterbrechen. Aus hessischer Sicht betrifft das die Spiele von Eintracht Frankfurt (gegen Bayern München), Darmstadt 98 (gegen St. Pauli) und Wehen Wiesbaden (gegen Heidenheim). Der Spieltag an diesem Wochenende solle aber so weit möglich weiter ohne Zuschauer in den Stadien stattfinden, teilte die DFL am Freitag mit.

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+++ Was Eltern im Fall von Schulschließungen beachten sollten +++

Wenn Schulen und Kitas wegen der Corona-Krise geschlossen werden, stellt sich für Eltern die Frage: Was mache ich mit den Kindern? Peter Wedde, Professor für Arbeitsrecht an der University of Applied Sciences in Frankfurt, zeigt im hr-iNFO-Interview die Möglichkeiten auf, die Arbeitnehmer haben. Sich einfach krank zu melden, ohne krank zu sein, ist zum Beispiel keine gute Idee. Fest steht: Kinderbetreuung ist Elternsache und so liegt die Last – auch die finanzielle – bei den Arbeitnehmern. Sollte der Urlaub schon verbraucht sein, kann man unbezahlten Urlaub nehmen. Ob man im Härtefall auch seinen Job verlieren kann und ob es Hoffnung auf eine Erstattungsmöglichkeit für externe Kinderbetreuung gibt, erklärt Wedde im Interview.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sich einfach krank melden, ist keine gute Idee!

Kita-Kinder haben sich für einen Aufenthalt im Freien angezogen. Man sieht nur ihre Füße.
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+++ DRK gibt Tipps für häusliche Quarantäne +++

Mit den steigenden Fallzahlen nimmt auch die Anzahl der Menschen zu, die in häusliche Quarantäne geschickt werden. Doch zwei Wochen daheim könnten für einige Menschen eine größere Herausforderung darstellen, befürchtet der DRK-Landesverband Hessen. Für die Betroffenen hat das DRK deswegen jetzt Tipps zusammengestellt, damit sie die Zeit "gut physisch und psychisch überstehen".

In einer Mitteilung sind insgesamt 13 Empfehlungen genannt, darunter Tipps wie "Sorgen Sie zu Hause für einen geregelten Alltag und geben Sie ihm Struktur", "Sorgen Sie für Privatsphäre für jedes Familienmitglied" und "Bestimmen Sie fixe Zeitpunkte, an denen die Familie (sofern alle gesund sind) sich zur gemeinsam Mahlzeit trifft." Der vielleicht wichtigste Tipp folgt zum Schluss: "Bleiben Sie trotz des Ausnahmezustandes positiv und gelassen. Diese Krise wird vorbeigehen!"

+++ Landtag tagt ohne Besucher +++

Der Landtag reagiert mit Einschränkungen für Besucher auf die Ausbreitung des Coronavirus. Zu den Sitzungen des Landtags im März werden keine Besuchergruppen zugelassen, teilte Landtagspräsident Boris Rhein mit. "Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger hat für uns höchste Priorität und wir müssen entsprechende Vorkehrungen treffen." Bis zum Ende der Osterferien fallen außerdem alle Veranstaltungen im Landtag aus. Nach eigenen Angaben besuchen an Plenartagen etwa 2.000 Menschen das Parlament. Mit den Maßnahmen solle die Ansteckungsgefahr für Besucher, Mitarbeiter und Abgeordnete vermieden werden. Die parlamentarische Arbeit sei nicht beeinträchtigt, der Landtag bleibe handlungsfähig.

+++ Verwirrung um Quarantäne im Kreis Bergstraße +++

Knapp 100 Rimbacher Schüler kamen vergangene Woche von einer Skifreizeit im Corona-Risikogebiet Südtirol zurück. Der Kreis Bergstraße schickte sie und ihre zehn Betreuer sofort in häusliche Quarantäne. Zum Teil sollten auch ihre Eltern zu Hause bleiben, hieß es zuerst vom Kreis Bergstraße. Doch in einem späteren Brief des Landrats war ausdrücklich nur noch von "freiwilliger Quarantäne" für die Eltern die Rede. Ein Hin und Her, das die Eltern ärgert. Vor allem, weil sich dieser Punkt als entscheidend bei der Frage erweisen könnte, ob sie ihr Gehalt weiter beziehen. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

+++ Fraport in der Corona-Krise: unbezahlter Urlaub, Kurzarbeit, keine Neueinstellungen +++

Fraport rechnet mit deutlichen Belastungen durch das Coronavirus. Seit Wochen kommt es nach Angaben des Frankfurter Flughafenbetreibers zu massiven Flugstreichungen. In der ersten Märzwoche brach die Passagierzahl um 30 Prozent ein. "Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass sich die starken Verkehrsrückgänge in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen, ohne dass wir Ausmaß und Dauer der Rückgänge verlässlich abschätzen können", sagte Vorstandschef Stefan Schulte am Freitag bei der Bilanzvorlage. Eine konkrete Prognose könne er daher derzeit nicht abgeben.

Schulte kündigte umfassende Sparmaßnahmen an, unter anderem sollen Personalkosten gesenkt werden. Mitarbeitern werde unbezahlter Urlaub angeboten, außerdem bereite das Unternehmen Kurzarbeit für die Beschäftigten vor. Neueinstellungen fänden bis auf weiteres nicht mehr statt.

+++ Grundschule in Fuldatal wegen Coronavirus geschlossen +++

Wegen des Verdachts auf das Coronavirus in Fuldatal-Ihringshausen (Kassel) ist am Freitag die Ludwig-Emil-Grimm-Grundschule geschlossen. Das entschieden Schulleitung und Gesundheitsamt, wie die Polizei in der Nacht zum Freitag mitteilte. Der Vater zweier Schüler sei positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Die Schüler waren am Mittwoch noch zum Unterricht erschienen. Wie lange die Schule geschlossen bleibt, wollten die Verantwortlichen am Freitag klären.

Auch an der Diesterwegschule und der Fritz-Gansberg-Schule in Wiesbaden sowie an der Grundschule Dutenhofen in Wetzlar fällt der Unterricht wegen des Coronavirus aus. Hier finden Sie eine Liste weiterer, aktueller Schulausfälle.

+++ Kein Vordereinstieg und kein Fahrkartenverkauf in Bussen +++

Auf mehreren Buslinien im Rhein-Main-Verkehrsverbund dürfen Fahrgäste nicht mehr vorne beim Fahrer einsteigen und auch keine Fahrkarten im Bus kaufen. Es handle sich um eine Schutzmaßnahme, teilte der RMV mit.

Fahrgäste könnten Tickets vor Fahrtantritt als Zeitkarten, über die App oder spätestens beim Umstieg an einer Station mit Fahrkartenautomat kaufen. Auf welchen Linien die Einstiegstür beim Fahrer geschlossen bleibt, steht hier. Der Linienbetrieb ist laut RMV derzeit durch die Ausbreitung des Coronavirus nicht beeinträchtigt.

Bus Corona

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (10. März bis 12. März 2020):
+++ Abiturienten vom Unterricht freigestellt +++ Absage von Großveranstaltungen bis 10. April +++ Kassel schließt Theater und Kinos +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (6. März bis 9. März 2020):
+++ Arzt-Praxis unter Quarantäne +++ Deutsche Bank sagt 150-Jahrfeier ab +++ Blutreserven halten 2,2 Tage +++

Corona-Meldungen im Ticker zum Nachlesen (28. Februar bis 5. März 2020):
+++ 99 Schüler in Quarantäne +++ Lufthansa streicht Israel-Flüge +++ 1.000 Anrufe bei Hotline +++

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Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • Abstand halten beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
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Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

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