In unserem Ticker informieren wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Hessen.

  • SPD und Linke kritisieren Schul-Strategie

    SPD und Linke kritisieren die Schulpolitik der Landesregierung in der Corona-Krise. Den eigenen Stufenplan, der Verlässlichkeit geben sollte, werfe man über den Haufen und ordne sich bedingungslos dem Kurs der Kanzlerin unter, kritisierte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, am Donnerstag. Bestes Beispiel sei, dass die aktuelle und anhaltende Aussetzung der Präsenzpflicht im Stufenplan gar nicht vorkomme und damit viele Schulen ratlos mache.

    Die Linke wirft Kultusminister Alexander Lorz (CDU) vor, an einer falschen Strategie festzuhalten. Mit der reinen Aussetzung der Präsenzpflicht und dem Distanzunterricht sei die denkbar schlechteste Variante gewählt worden, erklärte die bildungspolitische Sprecherin Elisabeth Kula. Abgesehen von Abschlussklassen würden nun etwa genauso viele Schülerinnen und Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen wie im letzten Frühjahr an der Notbetreuung.

  • So feiern Narren die alternative Corona-Fastnacht

    Trotz abgesagter Fastnachtsveranstaltungen kämpfen einige hessische Karnevalsvereine in diesem Jahr kreativ gegen die spaßbefreite Corona-Pandemie an. In Fulda heißt es etwa "Einkauf statt Einmarsch". Was die Narren sich sonst noch alles einfallen lassen, lesen Sie hier.

  • 82.000 Menschen in Hessen haben Erstimpfung

    Seit Beginn der Impfungen haben insgesamt rund 82.000 Menschen in Hessen die Erstimpfung gegen das SARS-COV-2 erhalten. Mehr als 12.000 Menschen wurde bereits die wichtige zweite Schutzimpfung verabreicht, das teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit.

  • Friseurinnung appelliert an Kundschaft

    Die Friseure haben zu, und auf dem Kopf herrscht Wildwuchs? Manch einer kommt da auf die Idee, seine Friseurin privat am heimischen Küchentisch zu beschäftigen. Der Landesinnungsverband Friseurhandwerk Hessen appelliert an seine Kundinnen und Kunden, keine Termine "im Verborgenen" wahrzunehmen.

    Mit der Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. Februar steige mit jedem Tag die Gefahr, dass das Arbeitsverbot aus der Not heraus auch von bisher redlichen Friseuren umgangen werde, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. "Damit erhöht sich auch eine Ansteckungsgefahr, zumal im Privatbereich nicht die Hygiene- und Arbeitsschutzstandards eines Friseursalons gegeben sind." Weiter heißt es in dem Appell: "Danke an alle, die sich an die Corona-Verordnung halten und die zu ihrem aktuell ungewöhnlichen Look stehen!"

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  • Top-Thema

    Impfzentrum ist für Bouffier "Ort, wo Hoffnung realisiert wird"

    Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich nach einem Besuch im Impfzentrum Gießen zufrieden und optimistisch gezeigt. "Das ist ein Ort, wo Hoffnung realisiert wird", sagte er am Donnerstag nach dem Rundgang in dem früheren Möbelhaus, das zur Impfzentrale umfunktioniert wurde.

    Hessen werde ununterbrochen weiter impfen. "Wir machen keine Pause." Allerdings müsse man angesichts der noch knappen Impfstoffmengen um Geduld werben: "Wenn wir hinreichend Impfstoff haben, werden wir die Kapazitäten auch erhöhen."

    Ministerpräsident Volker Bouffier beim Besuch im Impfzentrum Gießen

    Seit Dienstag haben sechs regionale Impfzentren in Hessen geöffnet, wo derzeit insbesondere über 80-Jährige die Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Anfang Februar sollen die 22 weiteren Zentren im Land an den Start gehen.

  • ÖPNV-Nutzer im Schwalm-Eder-Kreis halten sich an Regeln

    Bei einer Corona-Sonderkontrolle im Schwalm-Eder-Kreis haben Polizei und Ordnungsamt am Mittwoch 140 Menschen im öffentlichen Personennahverkehr überprüft. An Busbahnhöfen in Treysa, Homberg, Melsungen und Fritzlar, sowie in 46 Bussen des ÖPNV wurde das Tragen der aktuell noch ausreichenden Mund-Nasen-Bedeckung kontrolliert. Nur eine Person am Busbahnhof Melsungen trug keine Maske, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

    Ab Samstag gilt im öffentlichen Personennahverkehr eine verschärfte Maskenpflicht. Dann müssen medizinische Masken, also entweder OP-Masken oder FFP2-Masken, getragen werden.

  • Top-Thema

    Deutlicher Rückgang von Infektionskrankheiten

    Die Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus haben einen Nebeneffekt: Die Zahlen anderer meldepflichtiger Krankheiten, wie Masern, Grippe, Tuberkulose, Windpocken oder Noroviren gehen deutlich zurück.

    Hessen habe einen Rückgang um 38 Prozent zu verzeichnen und liege damit über dem Bundesdurchschnitt von 30 Prozent Rückgang, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Donnerstag mitteilte. Mit Blick auf bislang unveröffentlichte Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) für Hessen seien landesweit rund 21.000 Fälle gemeldet worden - im Vorjahr waren es noch 34.000.

    Besonders deutlich war der Rückgang bei den gemeldeten Windpockenfällen. Die gingen von 1.196 (2019) auf 604 Erkrankungen im Jahr 2020 zurück. Auch die aktuelle Grippe-Saison habe nach bisherigen Meldedaten sehr verhalten begonnen. Seit Anfang Oktober wurden zehn im Labor bestätigte Fälle erfasst. In den Vorjahren seien um diese Zeit wesentlich mehr solcher Infektionen gemeldet worden, berichtete die Arbeitsgemeinschaft Influenza.

  • Mai-Termine für Hochzeiten sind gefragt

    Vielen Paaren hat das Coronavirus einen Strich durch die Hochzeitsplanung gemacht. Die Kontaktbeschränkungen erlaubten im vergangenen Jahr meist keine großen Feierlichkeiten - viele Trauungen wurden abgesagt. Die Standesämter in Hessen verzeichneten 2020 einen Rückgang bei den Eheschließungen.

    Neues Jahr, neues Hochzeitsglück. Je nach Verlauf der Pandemie könnten also in diesem Jahr einige Nachholtermine stattfinden. Darauf sei man vorbereitet, erklärt Frank Müsken, Vorsitzender des Fachverbands der hessischen Standesbeamten. Ein besonders nachgefragtes Datum sei der gut zu merkende Termin 21.5.21 - aber auch viele andere Mai-Termine stünden hoch im Kurs.

  • Wiesbaden erstattet Kita-Beiträge

    Die Stadt Wiesbaden erstattet Beiträge für Kinder-Betreuung, die im Januar und Februar nicht in Anspruch genommen wurde. Die Regelung gilt für Krippe, Kindergarten, Hort, Kindertagespflege, Betreuende Grundschule und Grundschulkinderbetreuung bei städtischen und freien Trägern. Damit sollen Wiesbadener Eltern, aber auch die pädagogischen Fachkräfte entlastet werden, teilte Sozialdezernent Christoph Manjura am Donnerstag mit.

    Eltern, deren Kind im Januar nicht betreut wird, erhalten den kompletten Betrag erstattet. Bei einer Betreuung bis zu zehn Tagen pro Monat erfolgt eine Erstattung in Höhe von 50 Prozent. Bei einer Betreuung von mehr als zehn Tagen pro Monat erfolgt keine Erstattung. Diese Regelung gilt analog auch für Februar.

  • Studie: 85 Prozent der Kommunen planen Steuererhöhungen

    Einer Studie zufolge planen in Hessen 85 Prozent der Städte und Gemeinden eine Erhöhung von Steuern und Abgaben, um somit die Einnahmeausfälle durch die Corona-Pandemie zu kompensieren. Wie aus der Untersuchung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervorgeht, sollen vor allem Gebühren für Müll und Straßenreinigung angehoben werden. Die Mehrheit der hessischen Kommunen (52 Prozent) rechnet den Angaben zufolge 2020 mit einem Haushaltsdefizit. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 legten lediglich sieben Prozent einen defizitären Haushalt vor.

    Zudem wollen 37 Prozent ihre Leistungen kürzen. Geplant sei, an einigen Orten etwa Schwimmbäder, Bibliotheken oder kulturelle Einrichtungen zu schließen. Angebote der Jugendarbeit und Seniorenbetreuung sollen reduziert, Straßenbeleuchtungen mitunter abgeschaltet, manche Kitas geschlossen werden. Insgesamt fahren prozentual in keinem anderen Bundesland so viele Kommunen ihre Leistungen zurück wie in Hessen. Für die Studie wurden im November Finanzverwaltungen von 300 deutschen Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern befragt.

  • Top-Thema

    1.583 Neuinfektionen, 67 Todesfälle

    Die Zahl der in Hessen registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist binnen 24 Stunden um 1.583 gestiegen. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Donnerstag (Stand 0 Uhr) mit. Im selben Zeitraum meldeten die Gesundheitsämter 67 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Die Gesamtzahl der Todesopfer stieg damit auf 4.257. Insgesamt wurden in Hessen seit Beginn der Pandemie 162.321 Corona-Fälle registriert.

    Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Kreis Fulda auf 281,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen. Es folgen der Kreis Hersfeld-Rotenburg (176,4), die Stadt Offenbach (164,3) sowie die Kreise Bergstraße (146,9) und Odenwald (142,7). Eine Übersicht gibt es hier.

  • Top-Thema

    Sterbefälle bei Älteren deutlich gestiegen

    Die Sterblichkeit älterer Menschen über 65 Jahre ist im Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Das belegen Daten des hessischen Landesprüfungsamts des Gesundheitswesens: Während 2019 in dem Monat insgesamt 5.700 Über-65-Jährige starben, erhöhte sich die Zahl im Dezember 2020 auf insgesamt 7.400 Todesfälle. "In den höheren Altersgruppen nimmt die Übersterblichkeit mit steigendem Alter deutlich zu", sagte Statistiker Helmut Uphoff. Er macht dafür die anhaltende Belastungssituation durch Corona verantwortlich. Im Gesamtjahr 2020 seien jedoch nicht signifikant mehr Menschen gestorben als sonst.

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    hs
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  • Schulen kritisieren Lockdown-Regelung

    Bis Mitte Februar sind die Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 1 bis 6 noch von der Präsenzpflicht im Unterricht befreit. Das Land verlängerte die Corona-Maßnahmen am Mittwoch bis zum 14. Februar. Viele Schulen überfordert diese Situation. An der Grundschule der Schulleiterin Heike Talberg im Frankfurter-Ostend kommt trotz der Regelung noch rund die Hälfte der Schüler in die Schule. Schulvertreter fordern von der Landesregierung eine klare Linie bis zum Ende des Schuljahres.

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    zum Video Schulen im Lockdown: Eigenverantwortung statt klarer Linie

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  • Land fördert Innenstädte mit 40 Millionen Euro

    Um den stationären Einzelhandel in den Innenstädten nach der Corona-Pandemie wieder zu beleben, stellt die Landesregierung 40 Millionen Euro Fördergelder aus dem Corona-Sondervermögen bereit. "Die Corona-Pandemie hat die strukturelle Entwicklung in unseren Innenstädten zusätzlich verschärft und vor viele Probleme gestellt", sagte Heiko Kasseckert, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

    Mit dem Geld sollen die Innenstädte attraktiver gestaltet werden. Denkbar seien laut Kasseckert Veränderungen wie mehr Grünflächen in den Innenstädten, mehr Gastronomieangebote, weitere Außengastronomieflächen oder bessere digitale Angebote. Besonders regionale Produkte sollen davon profitieren - durch Regionalmärkte oder Markthallen.

  • Top-Thema

    Weiter Kontrollen am Hohen Meißner

    Der Werra-Meißner-Kreis will weiterhin den Besuch des Hohen Meißners bei Bedarf beschränken. Wie der Kreis am Mittwoch mitteilte, halte er an dem bisher gültigen Sicherheitskonzept fest. Demnach dürfen die Behörden die Zufahrten zu den beliebten Skigebieten bei Bedarf regulieren und kurzfristig absperren. Erholungsuchende sollten den Hohen Meißner dennoch meiden, appellierte der Kreis. Bloß durch einen "reduzierten Besucherstrom" könnten ein Verkehrschaos und eine allgemeine Sperrung des Wintergebiets vermieden werden. Die Zufahrt über den Frau-Holle-Teich bleibe bis auf Weiteres gesperrt.

  • Corona-Mutationen: Warum die Analyse so lange dauert

    Seit Tagen ist klar: Auch in Hessen haben sich Menschen mit dem veränderten Coronavirus infiziert, zuletzt in einem Limburger Altenheim. Gewissheit gibt es aber oft erst nach Wochen, denn die Proben müssen extra nach Berlin in ein Speziallabor geschickt werden. Ein organisatorischer Aufwand, der Zeit kostet und somit Leben gefährdet. Das soll sich nach einer neuen bundesweiten Verdordnung aus dieser Woche nun ändern. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag auf hessenschau.de.

  • Top-Thema

    Heim-Besuch nur mit negativem Test

    Besucher in Alten- und Pflegeheimen müssen künftig einen negativen Corona-Test vorlegen. Das teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch mit. Hier genüge ein Schnelltest, den jeder Besucher selbst organisieren könne. "Der Grundgedanke ist, alles zu tun, um in diesem Bereich die älteren Menschen zu schützen", sagte Bouffier. "Wir glauben auch, dass das machbar ist ohne zusätzliche Belastung der Heime." Bislang muss sich das Personal zweimal die Woche testen lassen.

  • RMV plant erneut Masken-Verteilaktion

    Wenn künftig in Bus und Bahn medizinische Masken getragen werden müssen, will der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seine Fahrgäste unterstützen. "Wir werden auch zur Verschärfung der Maskenpflicht im ÖPNV nochmals Verteilaktionen starten, bei der wir medizinische Masken an Fahrgäste ausgeben", sagte eine Sprecherin. "Wann und wo diese Masken verteilt werden können, erarbeiten wir derzeit." Außerdem werde intensiv geprüft, wie Fahrgäste kurzfristig bei der Beschaffung von FFP2-Masken unterstützt werden könnten.

    Mann mit Maske
  • Top-Thema

    Novemberhilfe zu einem Viertel ausgezahlt

    Vor einer Woche hat das Land damit begonnen, die Novemberhilfen auszuzahlen. Seitdem wurden rund 30,7 Millionen Euro an 4.500 berechtigten Unternehmen überwiesen, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. "Damit ist nach einer Woche ein Viertel der offenen Anträge erledigt", sagte Minister Tarek Al-Wazir (Grüne).

    In Hessen haben nach Angaben des Ministeriums bislang 18.200 Unternehmen und 6.100 Soloselbstständige die Novemberhilfe und insgesamt 15.800 die Dezemberhilfe beantragt. Die Auszahlung der Dezemberhilfe soll Ende Januar starten.

  • Frankfurt bittet: Maximal 15 Minuten vor Impftermin erscheinen!

    Frankfurt bittet alle Impfberechtigten, frühestens 15 Minuten vor dem vereinbarten Termin im Impfzentrum in der Festhalle zu erscheinen. "So werden unnötige Schlangen vermieden – und Seniorinnen und Senioren müssen nicht unnötig lange in der Kälte warten", teilte die Stadt am Mittwoch mit.

    Dabei müsse auch niemand fürchten, den Termin zu verpassen. "Wer zum Beispiel wegen der Verkehrssituation leicht verspätet zum Termin erscheint, muss keine Angst haben, dass dieser verfällt", heißt es in der Mitteilung.

  • Theater warten auf den Startschuss

    Seit Wochen sind die Theater geschlossen. Sie würden sich gern auf die neue Spielzeit vorbereiten, doch die Unsicherheit ist zu groß. Dabei gibt sogar positive Erkenntnisse aus dem Lockdown. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag auf hessenschau.de.

  • Top-Thema

    15-Kilometer-Regel wird abgeschafft

    Die 15-Kilometer-Regel ist in Hessen Geschichte: Im Zuge der Lockdown-Verlängerung bis zum 14. Februar streicht das Land diese Regel komplett aus der Allgemeinverfügung. Die Entscheidung des Corona-Kabinetts teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden mit.

    Stattdessen sieht das Land vor, ab einer Inzidenz von 200 besonders frequentierte Orte zu sperren. Damit soll verhindert werden, dass sich viele Menschen etwa an touristischen Ausflugszielen ballen und somit die Einhaltung der Abstandsregeln nicht mehr möglich ist.

  • Top-Thema

    Neue Corona-Regeln gelten ab Samstag

    In einer Pressekonferenz hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Beschlüsse erläutert, die das hessische Corona-Kabinett auf Basis der Bund-Länder-Gespräche vom Dienstag ausgearbeitet hat. "Der Lockdown hat sich gelohnt, die Zahlen gehen runter", sagte Bouffier am Mittwoch. Dennoch hätten sich Bund und Länder auch vor dem Hintergrund der Virus-Mutation aus Großbritannien darauf verständigt, den Lockdown noch einmal bis zum 14. Februar zu verlängern. "Denn die Wahrheit ist auch, dass wir noch nicht weit genug sind", so der Ministerpräsident.

    Über allem schwebe das große Ziel, die Sieben-Tage-Inzidenzen auf unter 50 zu drücken, so dass die Gesundheitsämter wieder in der Lage wären, jeden einzelnen Corona-Fall zurückzuverfolgen. Viel ändert sich nicht im neuen Lockdown, der am Samstag in Kraft tritt. An manchen Stellen hat das Land jedoch nachjustiert. Die wichtigsten Beschlüsse:

    • Maskenpflicht: In Gottesdiensten, Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr besteht ab Samstag eine Pflicht zum Tragen medizinischer FFP2- oder OP-Masken. Für Bedürftige will das Land eine Million Masken über die Tafeln kostenfrei ausgeben.
    • Homeoffice: Arbeitgeber müssen, wo immer es möglich ist, Homeoffice anbieten. Tun sie dies nicht, sind sie in der Beweispflicht. Zudem müssen Arbeitgeber Masken am Arbeitsplatz stellen.
    • Schulen und Kitas: Hier ändert sich nichts, die Kitas bleiben weiterhin offen. Wer sein Kind nicht zuhause betreuen kann, darf es in die Kita bringen. Auch in den Schulen bleibt alles, wie es ist. Die Präsenzpflicht ist aufgehoben, Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 6 können die Schule besuchen. Das Land empfiehlt jedoch dringend, die Kinder zuhause zu lassen. Ab Klasse 7 findet Distanzunterricht statt, mit Ausnahme der Abschlussklassen. Das Land behält sich jedoch vor, die Maßnahmen noch einmal zu verschärfen, sollte die Inzidenz "nicht wie gewünscht sinken", so Bouffier.
    • Kontaktregeln: Weiterhin sind Kontakte im öffentlichen Raum auf einen Haushalt plus eine weitere Person beschränkt.
    • Alten- und Pflegeheime: Hier gibt es eine kleine Änderung. Künftig müssen Besucher auf Nachfrage einen negativen Corona-Test vorweisen können.
    • Alkoholverbot: Bislang war der Verzehr von Alkohol im gesamten öffentlichen Raum verboten. Als Reaktion auf die juristischen Probleme in Bayern hat Hessen das Verbot nun auf "besonders frequentierte Bereiche" beschränkt, wie Bouffier erläuterte.
  • Corona-Hilfen für Kleinunternehmen verlängert

    Kleinunternehmen in Hessen können im fortgesetzten Lockdown länger Hilfen beantragen. Das Programm Hessen-Mikroliquidität sei in Abstimmung mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium in Wiesbaden bis Ende Juni verlängert worden, teilte die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) am Mittwoch mit. Dazu stelle das Land 150 Millionen Euro zusätzlich bereit.

    Hessen-Mikroliquidität richtet sich an Kleinunternehmen mit maximal 50 Beschäftigten sowie Selbstständige, die wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Die Überbrückungskredite von 3.000 bis maximal 35.000 Euro und sieben Jahren Laufzeit sollen Liquiditätslöcher in der Corona-Krise decken. Antragsteller müssten weder Sicherheiten geben, noch würden ihnen Gebühren berechnet, erklärte die WIBank mit Sitz in Offenbach. Das Programm war zunächst bis Jahresende befristet und auf großes Interesse gestoßen. Neue Anträge können voraussichtlich aber erst ab Anfang Februar gestellt werden, so die Förderbank.

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    Gießener Virologe erkennt "Kurve der Hoffnung"

    Mit Blick auf die leicht sinkenden Corona-Fallzahlen sieht der Gießener Virologe Friedemann Weber ein kleines Licht am Ende des Tunnels. "Für mich ist es schon eine Kurve der Hoffnung", sagte der Leiter des Instituts für Virologie der Uni Gießen. Die Daten würden jetzt, nach den Feiertagen mit unregelmäßigeren Meldungen, repräsentativer. Man könne trotz Unsicherheiten "ganz vorsichtig" einen Trend nach unten ablesen.

    Dennoch sieht Weber weitere und auch schärfere Maßnahmen angesichts der mutierten Varianten des Coronavirus als sinnvoll an. "Ich halte das nicht für Alarmismus", sagte der Professor. Die Infektionszahlen seien in Großbritannien nach oben geschossen - "Das Szenario ist real, die Möglichkeit besteht auch hier". Die Verlängerung des Lockdowns und die Verschärfung der Maskenpflicht hält Weber für angebracht, sagt aber auch: "Aus virologischer Sicht wäre es wirklich besser, drei Wochen komplett den Laden dicht zu machen. Aber natürlich muss die Gesellschaft aushandeln, was sie möchte."