In unserem Ticker informieren wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Hessen. Unser Ticker zum Nachlesen vom Freitag, 5. Juni 2020.

Die wichtigsten Meldungen:

+++ Kultusminister wollen schnelle Rückkehr zu Schulregelbetrieb +++

17.44 Uhr: Die Kultusminister der Länder haben noch einmal offiziell ihr Ziel bekräftigt, so bald wie möglich wieder zu einem normalen Schulbetrieb zurückzukehren. In einer Mitteilung der Kultusministerkonferenz (KMK) vom Freitag heißt es, die Bildungsministerien der Länder strebten im Interesse der Schülerinnen und Schüler so schnell wie möglich eine Wiederaufnahme des schulischen Regelbetriebs an, sofern das Infektionsgeschehen dies zulasse. Bereits am Dienstagabend hatten sich die Minister bei einer Schaltkonferenz auf diese Formel verständigt. Genaue Aussagen, wie es wann in den Schulen weitergeht, werden nicht getroffen. Das regelt jedes Land für sich, weil Schulpolitik Ländersache ist. Die Ministerpräsidenten mehrerer Bundesländer hatten in den vergangenen Wochen bereits erkennen lassen, dass sie nach den Sommerferien zu einem normalen Schulbetrieb zurückkehren wollen.

Mädchen geht Treppe hoch mit Abstandsschild

+++ RMV will mit Polizei Maskenpflicht durchsetzen +++

17.25 Uhr: Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will zusammen mit der Polizei dafür sorgen, dass alle Fahrgäste zum Schutz vor einer Corona-Infektion den obligatorischen Mund-Nasen-Schutz tragen. Der allergrößte Teil der Kunden verhalte sich verantwortungsvoll, erklärte der RMV am Freitag. "Uns wird jedoch immer wieder von einigen wenigen Fahrgästen berichtet, die sich weigern, Mund und Nase zu bedecken, ohne einen medizinischen Grund dafür zu haben. Das ist unsolidarisch und rücksichtslos gegenüber den Mitfahrenden und ein Verhalten, das wir nicht tolerieren", erklärte Geschäftsführer Knut Ringat.

Für alle Fahrgäste, die sich ohne medizinischen Grund dennoch weigerten, Mund und Nase zu bedecken, planten der RMV und weitere Partner gemeinsame Kontrollen mit der Polizei. "Darüber hinaus weist der RMV darauf hin, dass die Verkehrsunternehmen bei absolut uneinsichtigen Fahrgästen auch von ihrem Hausrecht Gebrauch machen können", heißt es in der Mitteilung.

Der RMV verteilt Einmal-Masken an seine Fahrgäste.

+++ Kultursommer Südhessen findet trotz Corona statt +++

16.48 Uhr: Der 27. Kultursommer Südhessen findet in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen statt. Für den 20. Juni bis zum 15. November haben Künstler aus den Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Offenbach, dem Odenwaldkreis sowie der Stadt Darmstadt corona-spezifische Angebote zusammengestellt. Theater, Musik, Literatur und Kabarett soll es in diesem Jahr sowohl im Autokino, als auch in größeren Hallen oder im kleineren Rahmen mit wenigen Zuschauern geben. Für Kunstinteressierte bieten sich außerdem die "Tage der offenen Ateliers" am 19. und 20. September an. "Es ist uns wichtig, unsere Kulturschaffenden in dieser schwierigen Zeit bestmöglich zu unterstützen", sagte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), Vorstandsvorsitzender des Kultursommer Südhessen e.V. "Deswegen haben wir neben der Verlängerung des Zeitraums weitere Maßnahmen entwickelt, damit Kultur trotz Corona stattfinden kann."

+++ Tafeln erhalten Soforthilfen +++

16.17 Uhr: Die 57 hessischen Tafeln haben am Freitag Soforthilfen in Höhe von insgesamt 1,25 Millionen Euro erhalten. Das teilte das Sozialministerium mit. Damit sei eine unbürokratische Hilfe für alle Tafeln geleistet worden, sagte Minister Kai Klose (Grüne). Die Soforthilfe gleiche die gemeldeten pandemiebedingten Mehrkosten sowie 85 Prozent der nachgewiesenen Betriebskosten für 3,5 Monate aus. Damit könnten die Tafeln auch eigene Hygienekonzepte finanzieren und umsetzen. Alle Tafeln würden nach und nach wieder öffnen.

+++ Fußballvereine fordern Aufstiegsregel für Saisonabbruch +++

16.05 Uhr: Noch immer ist nicht final geklärt, wie bei einem Saisonabbruch im hessischen Amateurfußball mit der Aufstiegsregelung umgegangen werden soll. Nun setzen 45 Vereine den Landesverband unter Druck. In einem Brief fordern sie: Alle zweitplatzierten Vereine, die entweder über die Relegation oder die Quotientenregelung die Chance auf den Aufstieg hätten, sollen bei einem Corona-bedingten Saisonabbruch automatisch mit dem Tabellenersten aufsteigen dürfen. 

+++ Corona in Deutschland und der Welt +++

15.56 Uhr: Während wir Sie in unserem Ticker über die Corona-Krise in Hessen auf dem Laufenden halten, informieren unsere Kollegen auf tagesschau.de über das deutschland- und weltweite Geschehen. Hier ein Auszug aus den Meldungen vom Freitag:

  • Ab dem 15. Juni dürfen deutsche Touristen wieder nach Italien reisen. Tschechien hat seine Grenze bereits am heutigen Freitag wieder geöffnet. Die innereuropäischen Grenzkontrollen sollen zum Monatsende aufgehoben werden.
  • In Frankreich verläuft die Ausbreitung des Coronavirus nach Aussage der Regierung nun kontrolliert. Während vor der Ausgangssperre täglich rund 80.000 neue Fälle aufgetreten seien, liege die Zahl aktuell nur noch bei 1.000 pro Tag.
  • Der pazifische Inselstaat Fidschi ist eigenen Angaben zufolge frei vom Coronavirus. Es gebe keine aktiven Fälle mehr.
  • In Deutschland scheint die Phase der Übersterblichkeit überwunden. In der ersten Maiwoche seien etwas weniger Menschen gestorben als im Vergleichszeitraum der Vorjahre, teilte das statistische Bundesamt mit.

+++ Studie: Gartenbesitzer sind zufriedener +++

15.34 Uhr: Während der Frühling sonst die Jahreszeit ist, in der die Menschen ins Freie strömen, ist dies zurzeit nur bedingt möglich. Dabei hat eine Studie der Hochschule Geisenheim nun ergeben: Wer einen eigenen Garten hat, ist in Zeiten der Pandemie glücklicher. Von den knapp 500 Befragten gaben die Teilnehmer mit Garten ihre Zufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 im Schnitt mit 7,4 an – gegenüber 6,3 bei den Befragten ohne Garten.

Dieser Unterschied lasse sich zwar auch darauf zurückführen, dass Gartenbesitzer in der Regel ein höheres Einkommen hätten, so die Autoren der Studie. "Doch wir können erkennen, dass aktuell die Nutzung sowohl von privaten Gärten als auch von öffentlichen Grünanlagen einen positiven Einfluss auf die Lebenszufriedenheit haben." Im Mittel hielten sich die Befragten etwa zehn Stunden pro Woche im Freien auf. Bei den Gartenbesitzern kämen weitere acht Stunden für Hobbyarbeiten hinzu. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zeit im Freien, die mit Gartenarbeit verbracht werde, besonders stark gestiegen.

Erlebnis Hessen: Der Traum vom Schrebergarten

+++ Konjunkturpaket könnte Hessen 1,2 Milliarden Euro kosten +++

14.58 Uhr: Das vom Bund geplante Corona-Konjunktur-Paket wird die Bundesländer mit rund 15 Milliarden Euro belasten. Das ergab eine erste Schätzung des hessischen Finanzministeriums. Dort hieß es am Freitag, auf Hessen komme eine Mehrbelastung von geschätzt 1,2 Milliarden Euro zu, wenn das Paket wie vom Bund vorgesehen umgesetzt werde. "Dabei gehen wir davon aus, dass die Senkung der Umsatzsteuer vollständig vom Bund finanziert wird", sagte Finanzminister Michael Boddenberg (CDU).

Das Land arbeitet derzeit an einem weiteren Nachtragshaushalt, mit dem die Folgen der Corona-Krise finanziert werden sollen. Bis zum Jahr 2023 rechnet das Finanzministerium für Land und Kommunen mit Steuerausfällen von rund zehn Milliarden Euro. Hinzu kommen Mehrausgaben, etwa für Schutzausrüstung. Der Nachtragshaushalt soll am kommenden Montag vom Kabinett beschlossen und am 16. Juni in den Landtag eingebracht werden.

+++ Datenbank für Reserve-Pflegekräfte +++

14.44 Uhr: Fachkräfte aus der Pflege und Personen mit anderen pflegenahen Qualifikationen, die derzeit nicht in einem Pflegeberuf arbeiten, können sich ab sofort auf der Online-Plattform "Pflegereserve" registrieren. So können Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie Gesundheitsämter bei plötzlich auftretenden lokalen Corona-Ausbrüchen mit ihnen in Kontakt treten und Unterstützung anfordern. Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) rief alle Hessen mit Pflegeerfahrung am Freitag dazu auf, sich auf der Plattform vorsorglich zu registrieren.

"Die Covid-19-Pandemie hat uns alle in den vergangenen Monaten intensiv beschäftigt. Mit vereinten Kräften konnten wir das Schlimmste verhindern. Nun gilt es, weiterhin wachsam zu sein und auf möglich neue Ausbrüche zielgerichtet zu reagieren", sagte Klose. Die Plattform wird von der Bertelsmann Stiftung betrieben und unter anderem von der Bundespflegekammer, dem Deutschen Pflegerat und dem Roten Kreuz empfohlen. Ziel sei es, während der Covid-19-Pandemie möglichst schnell, unbürokratisch und zielgerichtet freiwillige Helfende und medizinische bzw. pflegerische Einrichtungen zusammenzubringen.

+++ Corona-Fall in Gemeinschaftsunterkunft in Taunusstein +++

14.10 Uhr: In einer Gemeinschaftsunterkunft im südhessischen Taunusstein ist ein junger Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Kreis am Freitag mitteilte, habe der Erkrankte auf eigene Initiative den Hausarzt aufgesucht. Der Mann zeige Symptome und habe in einem Seniorenheim in Wiesbaden gearbeitet, indem es unlängst bereits Fälle von Corona gab. Der junge Mann sei noch am Donnerstag in eine Unterkunft für Corona-Patienten in Lorch gebracht worden. Die anderen Bewohner stünden unter Quarantäne. Sie sollen in den kommenden Tagen ebenfalls getestet werden.

+++ VGH entscheidet kommende Woche über Bordelle +++

13.50 Uhr: Die Öffnung von Bordellen in der Corona-Pandemie wird in der kommenden Woche Hessens oberstes Verwaltungsgericht beschäftigen. Der 8. Senat wolle über ein einstweiliges Rechtsschutzverfahren eines Bordellbetreibers entscheiden, der sich gegen die Schließung wende, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel am Freitag. Dort seien mehrere Eilanträge anhängig. Unter anderem hatten sich elf Bordellbetreiber aus Frankfurt gegen die Corona-Beschränkungen gewehrt. Trotz Lockerungen der Maßnahmen dürfen Bordelle in Hessen weiterhin nicht öffnen. Die Bordellbetreiber hatten ein Hygienekonzept für die Wiedereröffnung vorgelegt.

+++ Koalition plant milliardenschweres Corona-Sondervermögen +++

13.34 Uhr: Die Landesregierung will mit einem Corona-Sondervermögen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie über das laufende Jahr hinaus abmildern. Bis 2023 müsse dies ein "erheblicher Milliardenbetrag" sein, etwa um die gewaltigen Steuerausfälle beim Land und bei den Kommunen auszugleichen, sagte Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) am Freitag in Wiesbaden, ohne die konkrete Zahl zu nennen. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beläuft sich die Summe auf zwölf Milliarden Euro.

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zum Video Sondervermögen wegen Corona-Krise

hessenschau vom 05.06.2020
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"Wir sind mit der größten Krise der Nachkriegsgeschichte konfrontiert und müssen daher mehr tun, als uns nur um den Haushalt des laufenden Jahres zu kümmern", sagte Boddenberg. Nach jüngsten Schätzungen summierten sich die Steuerausfälle für das Land bis 2023 auf rund 6,4 Milliarden Euro. Zusätzlich müssten die Kommunen auf voraussichtlich 3,5 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verzichten. Das Sondervermögen solle nicht nur der Wirtschaft und damit den Arbeitnehmern dienen, sagte Boddenberg. Mit dem Geld solle außerdem die Digitalisierung vorangetrieben und gezielt der Klimaschutz sowie Gesundheitsschutz unterstützt werden. Die schwarz-grüne Landesregierung benötigt für ihre Pläne aber eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag und ist daher auf Stimmen aus der Opposition angewiesen.

+++ Museen verzeichnen weniger Besucher +++

13.02 Uhr: Nach den corona-bedingten Schließungen haben zwar viele Museen wieder geöffnet - die Besucherzahlen seien aber noch verhalten, sagt Lena Pralle von der Museumslandschaft Hessen-Kassel. Vor der Öffnung habe es viele Nachfragen gegeben. Doch im Kasseler Schloss Wilhelmshöhe kamen in der zweiten Woche nur rund 300 Besucher. Ähnliches berichten andere Museen: Im Städel in Frankfurt sei das Niveau "weit von der Normalität entfernt". Auch ins Hessische Landesmuseum Darmstadt kämen nur 80 Besucher pro Woche.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Leere in Hessens Museen

Schloss Wilhelmshöhe Kassel Gemäldegalerie
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+++ Gießen startet wieder mit Stadtführungen +++

12.41 Uhr: In Gießen werden die Stadtführungen schrittweise wieder aufgenommen - natürlich unteren besonderen Hygiene- und Abstandsbedingungen. So dürfen die Gruppen nicht größer als zehn Personen sein, die Teilnehmer müssen vorab ein Ticket bei der Touristen-Information besorgen und während der Führung besteht eine Maskenpflicht. Die erste Führung soll am übernächsten Samstag (13. Juni) stattfinden, es gibt dann einen Rundgang durch das historische Gießen.

+++ hr2 präsentiert: Karl May-Hörspiel auf der Autobühne +++

12.26 Uhr: Karl May-Festspiele für die Ohren: Am übernächsten Sonntag (14. Juni) um 16 Uhr präsentiert das hr2-RadioLiveTheater seinen Hörspiel-Western "Old Shatterhand unter Kojoten" für Familien auf der Autobühne in Frankfurt-Höchst. Die Stage Drive Kulturbühne vor der Jahrhunderthalle funktioniert wie ein Autokino, nur eben mit Live-Auftritten von Künstlern. Auf dem Parkplatz finden ca. 300 Autos Platz. Zwei Leinwände vergrößern das Bühnengeschehen für das Publikum in den Fahrzeugen, der Ton ist über eine UKW-Frequenz empfangbar.

Old Shatterhand unter Kojoten

+++ Marburg will Mieter vor Wohnungsverlust schützen +++

12.13 Uhr: Um ihre Bewohner in der Corona-Krise vor Wohnungsverlust oder dem Verlust ihres Eigenheims zu schützen, hat die Stadt Marburg ein Hilfspaket auf den Weg gebracht. Rund 210.000 Euro aus dem Fonds "Marburg Miteinander" sollen Mieter und Eigentümer unterstützen. "Wir müssen dort unterstützen, wo Menschen in ihrer Existenz gefährdet sind und wo Maßnahmen von Bund und Land nicht weit genug reichen. Wir wollen nicht, dass jemand wegen der Corona-Pandemie seine Wohnung verlieren muss", sagte Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD). Finanzielle Nothilfe soll es für Menschen geben, denen eine Räumung droht, weil sie Corona-bedingte Einnahmeverluste und keine eigenen Reserven haben. Aus dem Paket soll auch der Marburger Mieterverein eine Sonderförderung erhalten. Die Stadtwerke würden bei Zahlungsverzug während der Pandemie außerdem auf Sperrungen verzichten.

+++ Kaum freiwillige Helfer auf den Spargelfeldern +++

11.54 Uhr: Zur Spargelernte fehlten aufgrund der Reisebeschränkungen viele ausländische Erntehelfer. Tausende Beschäftigte in Kurzarbeit und Studierende meldeten sich zu Beginn der Saison freiwillig als Erntehelfer. Wieso sie auf den hessischen Feldern aber kaum noch zu finden sind, erfahren Sie im Audio.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wie läuft es bei den Erntehelfern in Hessen?

Erntehelfer auf einem Spargelfeld in Weiterstadt
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+++ Regionale Unterschiede bei der Kurzarbeit +++

11.37 Uhr: Angesichts der gestiegenen Kurzarbeit seit Beginn der Corona-Pandemie weisen Forscher der Frankfurter Goethe-Universität auf große regionale Unterschiede hin. Firmen hätten von März bis Mai für knapp ein Drittel der Beschäftigten im Land Kurzarbeit angemeldet, stellte das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität fest. Während aber in Darmstadt nur für einen von fünf Beschäftigten Kurzarbeit beantragt worden sei, treffe dies im Kreis Groß-Gerau auf jeden zweiten zu. "Dies liegt daran, dass die einzelnen Wirtschaftszweige in unterschiedlichem Maße von Kurzarbeit betroffen sind", sagte Christa Larsen, Geschäftsführerin des IWAK, am Freitag. So sei im Gastgewerbe von März bis Mai für 91 Prozent der Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet worden und in der Logistik sowie Industrie jeweils für rund die Hälfte. Kaum ein Thema sei Kurzarbeit dagegen in der Verwaltung sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern.

+++ Hilfsprogramm für Kunst und Kultur gestartet +++

11.18 Uhr: Seit dem 1. Juni können Festival-Veranstalter und Künstler, die durch die Corona-Pandemie Einschränkungen hinnehmen mussten, finanzielle Unterstützung beantragen. Für freischaffende Künstler wurde ein Antragsportal für Arbeitsstipendien über je 2.000 Euro bei der Hessischen Kulturstiftung eingerichtet. Antragsberechtigt sind nach Angaben des Kunstministeriums alle in Hessen lebenden und in der Künstlersozialkasse versicherten Kulturschaffenden. Die Stipendien sollen ihnen ermöglichen, neue Projekte für den Übergang aus der Pandemie-Zeit zu erarbeiten. In der kommenden Woche sollen die ersten Stipendien bewilligt werden, 500 Anträge seien bislang eingegangen.

"Nach knapp einer Woche haben wir schon viele interessante Projekte und Ideen kennengelernt, die mit den Arbeitsstipendien realisiert werden können", sagte die Geschäftsführerin der Kulturstiftung, Eva Claudia Scholtz, am Freitag. Auch Kulturfestivals, die als Großveranstaltung aufgrund der Pandemie abgesagt oder in den digitalen Raum verlagert werden müssen, können Hilfen beim Kunstministerium beantragen. Die Höhe richtet sich nach der Zahl der in den Vorjahren verkauften Eintrittskarten.

+++ Keine Prozessionen an Fronleichnam +++

10.54 Uhr: In diesem Jahr werden nahezu alle katholischen Kirchengemeinden in Hessen auf die traditionellen Fronleichnams-Prozessionen verzichten. Eine klare Anweisung an alle Pfarrerein, die Prozessionen am kommenden Donnerstag (11. Juni) ausfallen zu lassen, gibt es allerdings lediglich im Bistum Limburg. Die übrigen Diözesen verweisen auf staatliche Vorgaben, die die Feierlichkeiten nicht komplett verbieten, aber mit einer Reihe von Infektionsschutz-Auflagen verbinden.

Das Bistum Fulda hat ein Konzept für eine "stellvertretende Prozession" an seine Gemeinden verschickt. Denkbar wäre es demnach, dass vor Ort eine kleine Anzahl von Vertretern der jeweiligen Pfarrei-Gruppe und des öffentlichen Lebens daran teilnehmen. Auf dem Domplatz in Fulda soll es außerdem zu einer "Stehenden Prozession" kommen: Die Gemeinde werde dabei auf ihren Plätzen verbleiben, und lediglich Bischof Michael Gerber werde den Dom umrunden. Im nordhessischen Kaufungen (Kassel) findet zu Fronleichnam ein ökumenischer Auto-Gottesdienst statt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Auto-Gottesdienst in Kaufungen

Ein Autogottesdienst im niedersächsischen Hildesheim.
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+++ Eltern bekommen länger Lohnersatz +++

10.39 Uhr: Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Lohnersatz. Der Bundesrat billigte am Freitag ein entsprechendes Gesetz aus dem Bundestag. Der Lohnersatz wird damit von bisher sechs auf bis zu 20 Wochen verlängert. Jedes Elternteil erhält Anspruch auf zehn Wochen Entschädigung, Alleinerziehende auf 20 Wochen. Die Arbeitgeber zahlen 67 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens aber 2.016 Euro im Monat. Dieses Geld bekommen sie auf Antrag vom Land erstattet. Den entsprechenden Antrag können Arbeitgeber seit dem 1. Juni hier stellen, zuständig ist das Regierungspräsidium Darmstadt.

+++ K+S Aufsichtsrat spendet Teil seines Einkommens +++

10.08 Uhr: Der Aufsichtsrat des Kasseler Dünger- und Salzproduzenten K+S verzichtet wegen der Corona-Krise auf einen Teil seines Einkommens. Die Mitglieder des Gremiums würden ein Fünftel ihrer Gesamtvergütung für 2019 zugunsten karitativer Zwecke im Umfeld der K+S-Standorte einsetzen, teilte das MDax-Unternehmen am Freitag mit. Insgesamt gehe es dabei um 350.000 Euro. Der Vorstand von K+S werde sich ebenfalls an dieser Initiative beteiligen. In den vergangenen Wochen hatten auch Manager anderer deutscher Unternehmen den Verzicht auf Teile ihres Gehalts erklärt, zum Beispiel bei der Deutschen Bank.

K+S Speicher

+++ Deutschlands erstes Motorradkino startet in Marburg +++

9.53 Uhr: Wenn es einen Gewinner der Corona-Krise gibt, dann sind es wohl die Autokinos. Das Konzept kommt derzeit so gut an, dass es bereits weiterentwickelt wird - für Gottesdienste, Konzerte und jetzt auch für andere Gefährte. In Marburg findet nämlich heute Abend Deutschlands erstes Motorradkino statt. Auf dem Messeplatz läuft ab 22 Uhr der Film "Island mit dem Motorrad" von Valentin Müller. Der Filmemacher wird auch selbst vor Ort sein. 500 Besucher sind zugelassen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Erstes Motorradkino startet am Freitag in Marburg

Laith Al-Deen Autokino
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+++ Corona lässt die Arbeitszeit schrumpfen +++

9.34 Uhr: Der Wegfall der Kinderbetreuung während der Corona-Pandemie wirkt sich deutlich auf die Arbeitszeit berufstätiger Eltern aus. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universitäten Frankfurt, Bonn und Mannheim. Demnach ist der Anteil der Eltern, die von geschlossenen Schulen und Kindergärten betroffen sind, doppelt so hoch wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland (im April 5,8 Prozent). Selbst wenn man berücksichtige, dass ältere Geschwister oder ein nicht arbeitender Elternteil die Betreuung übernehme, seien immer noch 21 Prozent der Erwerbstätigen von geschlossenen Schulen und Kitas betroffen. Müsse ein Elternteil zu Hause bleiben, würden den Arbeitgebern rund elf Prozent der Erwerbstätigen fehlen. Berücksichtige man reduzierte Arbeitszeiten, blieben es immer noch 8,4 Prozent. Das entspreche dem achtfachen kurzarbeiterbedingten Stundenausfall während der Finanzkrise 2009.

+++ Verfahren gegen Bouffier und Klose wegen #Fahrstuhlgate +++

9.02 Uhr: Mitte April ging ein Foto von hessenschau.de durch die Medien: Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Sozialminister Kai Klose (Grüne) standen in der Corona-Pandemie dicht gedrängt mit anderen Personen in einem Aufzug im Gießener Uni-Klinikum - darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Der Kreis Gießen hat deswegen bislang gegen fünf Personen Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte. Die Verfahren richten sich nach Angaben der Staatskanzlei auch gegen Bouffier und Klose.

Die Staatskanzlei hatte nach dem Vorfall auf Twitter eingeräumt: "Da muss man nicht groß drumherum reden: Das hätte nicht passieren dürfen. Auch wenn alle Mundschutz tragen... in diesem Aufzug stehen zu viele Menschen." Sie machte am Freitag ebenso wie der Kreis Gießen mit Verweis auf das laufende Verfahren keine weiteren Angaben.

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zum Video Fahrstuhlgate: Kreis leitet Verfahren gegen Bouffier und Klose ein

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+++ Dielmann beantragt Schutzschirmverfahren +++

8.53 Uhr: Als Folge der Corona-Pandemie hat die Schuh-Handelskette Dielmann mit Sitz in Darmstadt ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das Amtsgericht Darmstadt habe dem für die Schuhhaus Dielmann GmbH & Co. KG und die Sporthaus Robert Hübner GmbH stattgegeben, teilte das Unternehmen bereits am Donnerstag mit. Es sei die vorläufige Eigenverwaltung über beide Gesellschaften angeordnet worden. Der Geschäftsbetrieb in den bundesweit 48 Filialen sowie des Online-Shops solle aufrecht erhalten bleiben. Im Zuge der bundesweit für mehrere Wochen angeordneten Kontaktbeschränkungen und flächendeckenden Schließungen von Filialgeschäften sei der Umsatz von Dielmann komplett weggebrochen, erklärte das Unternehmen. In der vergangenen Woche sei zudem ein Kreditantrag für eine Überbrückungsfinanzierung abgelehnt worden. Das Unternehmen beschäftigt 890 Mitarbeiter.

+++ Schon über 7.800 Anträge auf Soforthilfe abgelehnt +++

7.10 Uhr: Über 7.800 Anträge auf Gewährung von Corona-Soforthilfen für Unternehmer hat das Land Hessen bisher abgelehnt. Häufig von Ablehnungen betroffen seien Branchen, die "naturgemäß keine laufenden betrieblichen Kosten haben", sagte ein Sprecher des zuständigen Regierungspräsidiums Kassel. Dazu gehörten Künstler, freiberufliche Dozenten und Vertreter. Die häufigsten Gründe für Ablehnungen seien Doppelanträge gewesen, der Betrieb des Unternehmens nur als Nebenerwerb oder eine zu späte Gründung des Unternehmens. So musste für einen Anspruch auf Soforthilfe das Gewerbe schon 2019 angemeldet worden sein.

Genau das ist auch das Problem von Autohändler Rainer Frank aus Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg), den die hessenschau getroffen hat. Frank hatte sich wenige Wochen vor dem Lockdown selbstständig gemacht. Alle anderen Bundesländer haben einen späteren Stichtag festgelegt - das empfindet Frank als besonders ungerecht. Er hat deshalb Widerspruch gegen seinen Ablehnungsbescheid eingelegt. An welchen Stellen sich Selbstständige und Kleinunternehmen noch um Hilfe bemühen können, haben wir an dieser Stelle übersichtlich aufgelistet.

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zum Video Corona-Hilfen: Autohändler fällt durch Raster

hessenschau vom 04.06.2020
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+++ 34 Neuinfektionen, keine weiteren Todesfälle +++

7.00 Uhr: Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Hessen im Vergleich zum Vortag um 34 Fälle angestiegen. Das meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) mit Stand Freitag, 0 Uhr. Es gab im selben Zeitraum keine weiteren Todesfälle, so dass die Gesamtzahl der an oder mit Covid-19 Gestorbenen in Hessen weiterhin bei 482 liegt. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Hessen insgesamt 10.163 Ansteckungen gezählt. Davon gelten etwa 9.200 (rund 90 Prozent) als genesen.

Bei den regionalen Fallzahlen sind die hessischen Kreise und kreisfreien Städte weiterhin deutlich von der Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen entfernt. Beim Erreichen dieser Marke drohen wieder Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Der höchste Wert liegt nach RKI-Angaben vom Freitag bei 13 Fällen im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Eine Übersicht mit allen Kreisen und kreisfreien Städten finden Sie hier.

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Den aktuellen Stand der Verordnungen finden Sie auf www.corona.hessen.de.

Weitere Informationen

Hygiene schützt

Am besten schützen Sie sich vor einer Corona-Infektion, indem Sie

  • Abstand halten,
  • Hände regelmäßig und gründlich waschen (mind. 20 Sekunden mit Seife),
  • anderen bei der Begrüßung nicht die Hand geben,
  • beim Husten und in die Armbeuge niesen,
  • in beheizten Räumen oft stoßlüften.
Ende der weiteren Informationen
Weitere Informationen

Im Verdachtsfall anrufen

Das hessische Sozialministerium hat eine landesweite Hotline für Fragen rund um das Coronavirus geschaltet. Sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar: 0800/5554666.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, gehen Sie bitte nicht in die Praxis Ihres Hausarztes, sondern rufen Sie dort vorher an. So vermeiden Sie, möglicherweise andere Patienten im Wartezimmer anzustecken.

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