Die hochansteckende Coronavirus-Variante aus Großbritannien ist erstmal auch in Hessen nachgewiesen worden. Nach Angaben des Sozialministeriums wird der betroffene Mann aus Frankfurt intensivmedizinisch behandelt.

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Röhrchen im Labor
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Die mutierte Variante B.1.1.7 des Coronavirus ist zum ersten Mal auch in Hessen nachgewiesen worden. Der betroffene Mann werde derzeit in einer hessischen Klinik intensivmedizinisch behandelt, teilte das Sozialministerium am Mittwoch in Wiesbaden mit. Wo der Mann derzeit behandelt wird, nannte das Ministerium nicht. Auf Twitter teilte Sozialminister Kai Klose (Grüne) mit, dass es sich bei der infizierten Person um einen Mann aus Frankfurt handele.

Die Mutation B.1.1.7, die bisher vor allem in Großbritannien auftrat, wurde nun auch bei einem Patienten in Frankfurt nachgewiesen. Das Klinikum der @goetheinstitut konnte das Virus für Forschungszwecke isolieren. Umso wichtiger: Bitte AHA- und Quarantäneregeln einhalten! 😷

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Über Kontaktperson aus Großbritannien angesteckt

Der Infizierte habe sich im direkten Kontakt zu einer Person angesteckt, die aus Großbritannien nach Deutschland eingereist war. Bei der Einreise sei der Mann symptomfrei gewesen. Ein Corona-Test sei zunächst negativ ausgefallen. Wenige Tage später zeigte die Person den Angaben zufolge Symptome und danach auch die Person, bei der die mutierte Variante B.1.1.7 nun nachgewiesen wurde.

"Der Fall zeigt noch einmal, wie wichtig es ist, die Quarantänemaßnahmen einzuhalten. Die Tests nach der Einreise sind wichtig, den größten Schutz vor einer Infektion bietet aber die Quarantäne", sagte Gesundheitsminister Klose. Er betonte, dass es umso wichtiger sei, auf alle vermeidbaren Auslandsreisen demnächst zu verzichten.

Eine Probe der Mutation wurde von der behandelnden Klinik an das Institut für medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt geschickt. Das Nationale Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité Berlin bestätigte den Nachweis der Variante B.1.1.7 inzwischen. Die Virusmutation werde nach Angaben des Ministeriums nun in Frankfurt untersucht.

Virologe Stürmer: Zu wenige positive Tests werden untersucht

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer geht noch nicht von einer flächendeckenden Ausbreitung der neuen Virus-Mutation aus. Um diese Vermutung jedoch eindeutig bestätigen zu können, fehle es an umfangreichen und bundesweit geregelten genetischen Untersuchungen von positiven Testergebnissen - sogenannten "Sequenzieranalysen". Er forderte den Bund auf, schnellstmöglich eine flächendeckende Infrastruktur zur Untersuchung von Virus-Mutationen aufzubauen und auf bereits bestehende Labore mit der entsprechenden Technik zuzugehen. So könne Zeit gespart werden.

Um eine flächendeckende Ausbreitung der hochansteckenden Mutation aus Großbrtiannirn zu verhindern, sei es umso notwendiger, sich an die bestehenden Corona-Maßnahmen zu halten. "Sonst kann es sein, dass wir noch tiefer reinrutschen und die Maßnahmen noch weiter verstärken und verschärfen müssen", sagte Stürmer. Durch eine flächendeckende Analyse könnten die Maßnahmen besser auf die Situation abgestimmt werden.

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Mutation ist inzwischen in 50 Ländern nachgewiesen worden. Eine Infektion mit dieser Variante war in Deutschland erstmals kurz vor Weihnachten nachgewiesen worden.

Sendung: hr-iNFO, 13.01.2020, 16 Uhr