Kleine Dose, große Wirkung: Beim Aufräumen einer Garage hat ein Mann in Neu-Isenburg eine Dose mit radioaktivem Inhalt gefunden. Erst nach Stunden alarmierte er die Polizei, die sofort mit einem Großaufgebot anrückte.

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Eine alte Kaffeedose, ein handschriftliches Zeichen für Radioaktivität und große Aufregung: Beim Aufräumen hat ein 32-Jähriger in Neu-Isenburg (Offenbach) am Montag in einer Garage, die er sich mit seinem Vermieter teilt, den ominösen Behälter gefunden. "Ich bin mit der Angelausrüstung gegen die Dose gestoßen", berichtet der Mann am Dienstag dem hr. Sie sei runtergefallen, und der Inhalt auf dem Boden gelandet. "Ich habe die Steine aufgelesen und in die Dose zurück getan." Erst danach habe er auf der Dose das handgeschriebene Zeichen für Radioaktivität und das Wort "Uranerz" entdeckt.

"Dann ging die Panik los", so der 32-Jährige. Er habe sich im Internet informiert, was zu tun sei, habe seine Eltern, seinen Bruder und Facebook zu Rate gezogen - und schließlich nach Stunden die Polizei angerufen. "Die standen 15 Minuten später mit der ganzen Brigade vor der Tür", erklärt der aufgeschreckte Garagen-Entrümpler. Er kam daraufhin sofort in ein Krankenhaus. Dort folgte umgehend die Entwarnung: Er trug keine Verletzungen davon.

Iridium-192 - radioaktiv, aber nicht gefährlich?

Die Feuerwehr, die mit Spezialfahrzeugen wie einem Messzug, einem Dekontaminierungsfahrzeug und Spezialkräften zur Stoffbestimmung anrückte, untersuchte die drei Materialbrocken in der Dose, verschloss den Fund in einem Fass und versiegelte die Garage, wie die Polizei am Dienstagmorgen bestätigte.

Die Einsatzkräfte stellten fest, dass es sich bei dem Inhalt um das Isotop Iridium-192 handelte. An dem Behälter seien mehrere Messungen durchgeführt und eine geringe radioaktive Strahlung festgestellt worden, teilte die Feuerwehr mit. "Wir gehen davon aus, dass das Material wertvoll ist", so ein Polizeisprecher am Dienstag. Ob es auch gefährlich sei, müsse nun geklärt werden.

Auch die Kriminalpolizei ermittelt

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Großeinsatz der Feuerwehr in Neu-Isenburg
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Das Regierungspräsidium Darmstadt wollte das Fass im Tagesverlauf abholen, und den Fall weiter untersuchen. Offene Fragen wie etwa, wem das Iridium-192 gehört, wie es in die Garage gelangte, ob es möglicherweise aus einem Diebstahl stammt und wozu es genutzt werden sollte, klärt nun die Kriminalpolizei. "Ich weiß nicht, warum man so etwas hier bunkert", sagt der mit dem Schrecken davongekommene 32-Jährige.