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Auftakt im Berufungsprozess um A49-Proteste

Die weiterhin namenlose Angeklagte im A49-Prozess versteckt ihr Gesicht hinter einem Aktenordner.

Im Juni war eine anonyme Teilnehmerin des Protestcamps im Dannenröder Forst zu zwei Jahren Haft verurteilt wurden. Nun geht der Prozess in Gießen in die Berufung. Ihre Identität hat die Angeklagte immer noch nicht preisgegeben.

Begleitet vom Protest von rund 70 Umweltaktivisten ist am Montag in Gießen ein Berufungsprozess im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Ausbau der Autobahn 49 gestartet. Angeklagt ist eine Aktivistin unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung.

Angeklagte beteuert Unschuld

Der Frau, die sich weigert Angaben zu ihrer Person zu machen, wird vorgeworfen, im November 2020 in einem Protestcamp im Dannenröder Forst in Mittelhessen in rund 15 Metern Höhe einen Polizisten mehrfach ins Gesicht und einmal gegen den Kopf getreten sowie einem weiteren Beamten ihr Knie ins Gesicht gerammt zu haben. Kurz darauf wurde die Frau, die inzwischen in der Szene unter dem Pseudonym "Ella" firmiert, festgenommen. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft.

Zu Beginn des Berufungsprozesses beteuerte die Angeklagte auf Englisch ihre Unschuld. Sie habe keinen der Polizisten angegriffen. Vielmehr hätten die Beamten während des Einsatzes ihr Schmerzen zugefügt.

Prozesstermine bis März

In einem ersten Prozess vor dem Amtsgericht Alsfeld (Vogelsberg) war die als "uwP1 (unbekannte weibliche Person) geführte Angeklagte im Juni 2021 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Gießen eröffnete ihr zu Prozessbeginn nun die Möglichkeit, wieder auf freien Fuß zu kommen.

Da mehr als die Hälfte der Haftzeit bereits durch die Untersuchungshaft abgegolten sei, wäre dies möglich - unter der Voraussetzung, dass die Angeklagte zumindest ihre Nationalität preisgibt. Die Angeklagte bat sich Bedenkzeit aus. Für den Berufungsprozess sind bislang Verhandlungstage bis in den März angesetzt.

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