Der Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen wird von heftigem Protest begleitet. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

  • Top-Thema

    450 Straftaten seit Einsatzbeginn festgestellt

    Die Polizei hat Bilanz gezogen zu dem seit 1. Oktober laufenden Großeinsatz mit bis zu 2.000 Beamten aus ganz Deutschland. Demnach sind im Rahmen der Rodungen für den A49-Ausbau 450 Straftaten begangen worden, wie die Beamten bei einer Pressekonferenz mitteilten. Dazu zählen aber nicht nur Aktionen von Waldbesetzern und Demonstranten, sondern mitunter auch vom eigenen Personal. Eine genaue Verteilung wurde nicht genannt. Zudem habe die Polizei mehr als 1.500 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. In mehr als 1.000 Fällen nahmen die Beamten Menschen vorübergehend in Gewahrsam.

    Polizei-Pressekonferenz zum Einsatz im Dannenröder Forst

    Beim Einsatz im Dannenröder Forst und in zwei weiteren Waldstücken zuvor habe es 3.200 Identitätsfeststellungen gegeben, in 1.000 Fällen sei das nicht möglich gewesen, weil Personen ihre Identität verschleierten. Rund 2.500 Platzverweise wurden ausgesprochen und Hunderte von Barrikaden und Baumhäusern geräumt.

    Die Polizei bilanzierte 60 Widerstandshandlungen, vier tätliche Angriffe und zwei Ermittlungsverfahren wegen versuchten Tötungsdelikten gegen Beamte. Es gab 80 verletzte Einsatzkräfte durch Fremdeinwirkung oder Eigenverschulden.

    Die Polizei wird mit reduziertem Personal vor Ort bleiben, um die Bauarbeiten zu schützen - Dauer unbekannt. Wenn an anderen Orten neue Baumhäuser gebaut werden, will die Polizei frühzeitig eingreifen, wie zwei Polizeisprecher berichteten.

  • Waldbesetzer wollen weiter Mahnwache halten

    Die Waldbesetzer wollen auch nach der abgeschlossenen Rodung im Dannenröder Forst präsent bleiben und weiter protestieren. Die Mahnwache in Homberg (Ohm) etwa werde bis zum Ende der Rodungssaison Ende Februar erhalten bleiben, teilten sie am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Wald bei Homberg (Ohm) mit.

    Man werde "neue Konzepte des Widerstands entwickeln", sagte Barbara Schlemmer vom Aktionsbündnis "Keine A49". Die Grünen-Kommunalpolitikerin sprach angesichts der Rodung im Dannenröder Forst von einem "brutalen Ökozid". Die freigeschlagene Trasse wirke nun wie ein "Todesstreifen".

    Wald-Pressekonferenz im Dannenröder Forst

    "Wir sind wütend", beschrieb eine Sprecherin des Bündnisses "Wald statt Asphalt" die Gemütslage der Ausbaugegner nach der Rodung der Bäume. Sie kündigte Proteste auch gegen andere Autobahnprojekte an: "800 Kilometer Autobahn heißt auch 800 Kilometer Widerstand", sagte sie. Man wolle auch weiterhin der "Auto-Lobby und den Großkonzernen" die Stirn bieten. Angesichts der Proteste in Hessen bilanzierte sie: "Auto-Deutschland hat dicken Dellen bekommen."

    Die Stellungnahmen der Redner bei der Pressekonferenz sind hier nachzulesen.

  • Autobahn-Gegner kündigen weiter Widerstand an

    Nach den am Dienstag abgeschlossenen großangelegten Rodungen im Dannenröder Forst haben die Gegner des A49-Weiterbaus Widerstand angekündigt. Via Twitter äußerten diverse Gruppen und Akteure ihre Kritik und betonten ihre Bereitschaft, sich weiter für den Klimaschutz zu engagieren und gegen den Bau von Autobahnen-Abschnitten zu kämpfen. Der Protest soll weitergehen: "Die A49 ist noch nicht gebaut, und wir werden weiter dafür einstehen, dass das auch nie passiert!", hieß es vonseiten der Waldbesetzer.

    Die Klimaschutz-Gruppe "Sand im Getriebe" kündigte etwa via Twitter an: "Wir haben eine Nachricht an alle, die glauben der Kampf gegen die A49, gegen alle weiteren Autobahnen und für eine dringend notwendige Verkehrswende ist vorbei: Das war gerade erst der Anfang. Jeder neue Kilometer Autobahn bedeutet Widerstand!"

  • Beuth dankt Polizisten für Einsatz

    Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hat zum Abschluss der Rodungsarbeiten zum Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen der Polizei gedankt. Sie sei mit den Herausforderungen, die sich ihr dort gestellt hätten, höchstprofessionell umgegangen, sagte er am Dienstag im Landtag in Wiesbaden. Die Beamten seien mit großer Sorgfalt, Umsicht und Konsequenz vorgegangen. Polizeibeamte seien teils von Umweltaktivisten angegriffen und mit Fäkalien beworfen worden. "Doch der Fortgang der Arbeiten und der heutige Abschluss der Rodungsarbeiten zeigt, dass die Polizei mit einem klugen, klaren und umsichtigen Einsatzkonzept diese große Herausforderung meistern konnte", sagte Beuth.

  • Projektbetreiber des A49-Ausbaus rechnet weiter mit Störaktionen

    Der Projekt-Betreiber Deges befürchtet, dass es auch nach dem Abschluss der Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst Probleme geben wird. "Aufgrund zahlreicher Aufrufe im Internet ist auch nach dem Ende der Fällungen mit Protesten und Störaktionen zu rechnen. Daher müssen die im Trassenbereich stattfinden Arbeiten weiterhin geschützt werden, ebenso die notwendigen Gerätschaften."

    Die Umzäunung der etwa 2,8 Kilometer langen Schneise sowie das Logistikzentrum für die Polizei und das Maschinendepot der Deges bleiben bis auf weiteres zur Sicherstellung der weiteren forstwirtschaftlichen Arbeiten bestehen, wie die Firma erläuterte.

  • Top-Thema

    Letzter Baum auf Rodungsschneise gefällt

    Letzter Baum auf Rodungstrasse in Dannenröder Forst gefällt

    Der letzte Baum auf der Rodungstrasse im Dannenröder Forst ist am Dienstagnachmittag gefällt worden. Im Wipfel des Baumes befand sich auch das letzte Baumhaus, das damit niedergerissen wurde. Zuvor hatte die Polizei die letzten Umweltaktivisten heruntergeholt, die gegen den Weiterbau der A49 demonstrierten.

  • Top-Thema

    Letztes Baumhaus geräumt

    Die Räumungsarbeiten im Dannenröder Forst sind nach Polizeiangaben abgeschlossen. "Die letzte Person ist durch unsere Einsatzkräfte sicher aus der Höhe zurück auf den Boden gebracht worden", berichteten die Beamten am Dienstag via Twitter. Ein Sprecherin der Polizei in Gießen sagte am 29. Einsatztag auf Nachfrage, dass zwar die letzte Person am Mittag aus einem Baumhaus geholt worden sei, aber noch nicht alle Behausungen niedergerissen worden seien.

    Damit stehen auch die Rodungsarbeiten für den Weiterbau der A49 vor ihrem Abschluss. Die Aktivsten kündigten an, auch nach Ende der Räumung und Baumfällungen ihren Protest gegen den Autobahnausbau fortzusetzen.

    Audiobeitrag

    Audio

    Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizei beendet Räumung

    Polizisten schleifen einen Aktivisten im Dannenröder Forst weg.
    Ende des Audiobeitrags
  • Top-Thema

    Letztes Baumhaus soll geräumt werden

    Räumung und Rodung im Dannenröder Forst gehen dem Ende entgegen. Voraussichtlich werde heute das letzte Baumhaus geräumt und der letzte tragende Stamm gefällt, schätzte einer der hr-Reporter vor Ort am Morgen. Es seien nur noch fünf Baumhäuser abzureißen, die meisten davon sind schon unbewohnt.

    letzte Baumhäuser im Dannenröder Forst

    Fraglich ist, wie zeitaufwendig sich die Räumung am 29. Einsatztag im Forst gestaltet. Das Areal mit den letzten Bäumen, Behausungen und etwa einem Dutzend A49-Gegnern wurde von der Polizei eingezäunt. Die Beamten waren am Morgen mit Hebebühnen im Einsatz, außerdem standen Baumerntemaschinen und Bagger bereit.

    Rodungsschneise im Dannenröder Forst
  • Top-Thema

    Abseil-Aktion über A5 bleibt verboten

    Eine für Dienstag geplante Abseil-Aktion von Umweltaktivisten über der A5 bei Neu-Isenburg bleibt untersagt. Das Bundesverfassungsgericht lehnte einen Eilantrag der Autobahngegner gegen das Verbot ab und bestätigte damit den Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs von vergangener Woche. Die Richter begründeten ihre Entscheidung vor allem mit den möglichen Gefahren durch eine erforderliche Sperrung des Autobahnabschnitts. Dies könne "zu Staus und in der Folge zu Auffahrunfällen sowohl auf der A5 selbst als auch auf anderen Autobahnen und Straßen führen", heißt es.

  • Rodungsschneise im Video - Kreuze für gefällte Bäume

    Wann wird der letzte Baum in der Rodungsschneise im Dannenröder Forst gefällt? hr-Reporter im Waldgebiet schätzen, dass es am Dienstag, vielleicht auch erst am Mittwoch passieren wird.

    Für die bereits gefällten Bäume haben Waldbesetzer symbolisch weiße Kreuze aufgestellt. Aus im Internet kursierenden Videos geht hervor, dass die Waldbesetzer zu den Bäumen im Forst mitunter ein inniges Verhältnis pflegten und ihnen sogar Namen gaben.

    Kreuze für gefällte Bäume im Dannenröder Forst

    In anderen Videos berichteten Umweltaktivisten, dass sie fassungslos seien beim Anblick der gerodeten Fläche. Dort befanden sich vor Wochen noch zahlreiche Baumhäuser, die Waldbesetzter ihr Zuhause nannten.

  • Polizei will Ausbaugegner für Räumungseinsätze zahlen lassen

    Die Kosten für die Räumungseinsätze im Dannenröder Forst und für die Abseil-Aktionen von Autobahnbrücken sollen die Verursacher selbst übernehmen. Das will die Polizei erreichen. Auf hr-Anfrage teilten die Beamten mit: Man werde auf jeden Fall versuchen, die Einsätze den festgenommenen Umweltaktivisten in Rechnung zu stellen. Ob das funktioniert - beziehungsweise wenn ja, wie lange es dauert - ist aber unklar. Aktuell ermittelt die Polizei noch gegen die Täter. Am Ende werden wohl Gerichte darüber entscheiden müssen.

    Umweltaktivisten haben sich von einer Autobahnbrücke abgeseilt.

    Wie hoch die Kosten für die Räumung im Dannenröder Forst und die Abseil-Aktionen von Autobahnbrücken sind, will die Polizei aktuell noch nicht beziffern. Es komme darauf an, wie lange Beamte und die Spezialeinheiten aus dem Höheninterventionsteam im Einsatz waren. Kostspielig sei auch der Einsatz von speziellem technischem Gerät, um die Ausbaugegner von den Bäumen und Brücken zu holen.

  • Top-Thema

    Fahndung nach Verdächtigem nach Gestell-Einsturz

    Nach dem Einsturz eines Baumstamm-Gestells in Richtung von Polizisten im Dannenröder Forst wird nach einem Tatverdächtigen gefahndet. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des versuchten Totschlags, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie der Sachbeschädigung eingeleitet worden, berichteten die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei in einer Mitteilung. Mehrere Zeugen hätten beobachtet, dass ein Halteseil des Gestells von einem unbekannten Mann vor dem Umstürzen durchtrennt worden sei.

    Bei dem Gestell handelte es sich um einen sogenannten Duopod. Auf solchen Gebilden aus Baumstämmen haben im Dannenröder Forst zuletzt immer wieder Aktivisten ausgeharrt, um die Rodungen aufzuhalten. Das Gestell war am 23. November in Richtung der Einsatzkräfte gekippt. Sie konnten gerade noch rechtzeitig zur Seite springen und blieben unverletzt. Die Baumstämme schlugen zudem gegen die Sicherheitskabine eines Baggers. Der Fahrer blieb aber unverletzt. Es entstand jedoch Sachschaden.

  • Waldbesetzer verbinden sich mit Lock-on

    Im letzten Protestcamp im Dannenröder Forst hat die Polizei am Montag Waldbesetzer entdeckt, die ihre Arme in Rohren feststeckend miteinander verbunden haben. Sie saßen und lagen aneinander fixiert auf dem Waldboden und konnten nicht einzeln weggetragen werden. Das Angebot von der Feuerwehr, aus der Konstruktion befreit zu werden, schlugen sie aus. Somit musste sich die Polizei darum kümmern.

    Zudem befreite die Polizei eine Person aus einem Lock-on in einem Erdloch im Wald. Zuvor musste erst noch von einem Bagger Erdreich ausgehoben werden, um zur Stelle vorzudringen, wie in einem Video der Polizei zu sehen war. Gegen die Person wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie die Beamten via Twitter berichteten.

    Waldbesetzer im Dannenröder Forst hängen in einem Lock-on fest.

    Die Polizei trifft seit Beginn des Räumungseinsatzes in dem Waldgebiet in Homberg (Ohm) immer wieder auf Umweltaktivisten mit sogenannten Lock-ons. Darunter sind fixierende Aktionen zu verstehen, die es den Einsatzkräften schwer machen, die Demonstranten von ihrem Aufenthaltsort zu entfernen.

  • Noch 80 Meter Wald zu roden

    Auf der Trasse für den A49-Ausbau sind nur noch etwa 80 Meter Wald im Dannenröder Forst zu roden. Die Polizei ist seit dem frühen Morgen damit beschäftigt, die Überreste des einzig verbliebenen Protestcamps und neu erbauter Barrikaden zu räumen, damit die letzten Bäume gefällt werden können. Bagger, Baumerntemaschinen und Hebebühnen für die Kletter-Cops waren im Einsatz. Dass die Arbeiten noch am Montag beendet werden, ist der Polizei zufolge unwahrscheinlich.

    Räumung im Dannenröder Forst

    In dem Waldgebiet bei Homberg (Ohm) sind noch fünf Baumhäuser von A49-Gegnern. Etwa 50 Waldbesetzer halten sich noch im Protestcamp auf. Zahlreiche Aktivisten waren am Morgen in Bäume geklettert, um die Fällarbeiten zu verzögern. Einige hatten sich zum Schutz vor der Kälte in goldene Rettungsfolien gehüllt.

    Goldene Rettungsfolien wärmen Waldbesetzer auf Bäumen
  • Polizei räumt letzten Abschnitt

    Im Dannenröder Forst hat die Polizei am Montagmorgen damit begonnen, den verbliebenen Abschnitt zu räumen. Dort sollen im Laufe des Tages die Rodungsarbeiten weitergehen.

    Im Wald ist eine große Rodungsfläche zu sehen.
  • Top-Thema

    600 Gegner protestieren bei Versammlungen

    Am Sonntag haben nach Polizeiangaben rund 600 Menschen friedlich gegen den Ausbau der A49 protestiert. Es habe im Dannenröder Forst am Sonntag zwei Versammlungen gegeben, teilte die Polizei in ihrer Tagesbilanz mit. Im Bereich einer Polizeiabsperrung kam es jedoch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegnern: Einige Personen seien den mehrfachen Aufforderungen der Polizei, sich aus dem Bereich zu entfernen, nicht nachgekommen. Die Polizei habe daher körperliche Gewalt, Schlagstock und Pfefferspray einsetzen müssen, hieß es in der Mitteilung am Abend. Die Polizei nahm am Sonntag insgesamt drei Personen in Gewahrsam. Drei Ermittlungs- und acht Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden eingeleitet sowie zwei Platzverweise ausgesprochen.

  • Top-Thema

    Räumung im Dannenröder Forst geht weiter

    Nach Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und der Polizei hat sich die Situation im Dannenröder Wald am Sonntag zunächst etwas entspannt. Man versuche Konflikte kommunikativ zu lösen, was bisher gut gelinge, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittag. Das Waldstück nahe Homberg/Ohm wird für den Weiterbau der A49 geräumt. Dabei hatte die Polizei am Samstag einen Wasserwerfer gegen protestierende Aktivisten eingesetzt.

    Die Rodungen stehen kurz vor dem Abschluss. Am Sonntagmorgen hätten sich die Spitzen mehrerer Umweltverbände, die Fridays-For-Future-Sprecherin Luisa Neubauer und weitere Akteure vor die letzten noch stehenden Bäume und auf eine Baumhaus-Plattform gesetzt, teilte die Nichtregierungsorganisation Campact mit. Man wolle damit unterstreichen, wie breit der Widerstand gegen eine "zukunftsfeindliche Verkehrspolitik" inzwischen sei.

    Die Räumung im Dannenröder Forst geht am Sonntag mit vielen Polizisten weiter.
  • Vom Kampf um den Wald in den 1980ern

    Den Kampf um den Wald gab es auch früher schon, etwa in den 1980ern. Damals wurde die Startbahn West am Frankfurter Flughafen gebaut. Auch da haben Aktivisten protestiert, auch da stießen sie mit der Polizei zusammen. Die Gewalt eskalierte.

    hessenschau-Reporter Franco Foraci hat Ausbaugegner aus dieser Zeit getroffen und mit ihnen über die Parallelen, aber auch die Unterschiede zum heutigen Protest gesprochen.

  • Top-Thema

    Polizei nimmt mehrere Ausbaugegner fest

    Die Polizei hat im Dannenröder Forst im Verlauf des Nachmittags sechs Aktivisten festgenommen und sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zuvor seien Beamte beleidigt und mit einem Nagelbrett beworfen worden, teilten die Einsatzkräfte am Abend mit. Am späten Nachmittag setzten sie nochmals Wasserwerfer ein, um Barrikaden auf dem Rettungsweg zu einem Logistiklager zu räumen, wie sie auf Twitter meldeten. Schon am Vormittag war ein Wasserwerfer trotz niedriger Temperaturen zum Einsatz gekommen. Rodungsarbeiten gab es am Samstag nicht.

  • Top-Thema

    Aktivisten sollen für Polizeieinsätze bezahlen

    Die Polizei prüft, ob sie A49-Gegnern die Kosten für Polizei- und Rettungskräfteeinsätze bei Abseil-Aktionen an Autobahnen in Rechnung stellen kann. Dies betreffe unter anderem die Abseil-Aktionen an der A485 vom 27. November und an der A5 bei Reiskirchen (Gießen) vor einigen Wochen. Auch für die Bergungseinsätze bei der Räumung von Baumhäusern im Dannenröder Forst sollen die jeweils Verantwortlichen bezahlen.

    Auch die Stadt Gießen will sich das Geld für den Einsatz auf der A485 von den Ausbau-Gegnern zurückholen, wie die Gießener Allgemeine am Samstag berichtete. Damals hatten sich mehrere Personen von einer Autobahnbrücke abgeseilt, die Feuerwehr musste anrücken.

    Unklar sei, wie die Polizei und die Kommune an ihr Geld kommen wollen. Die Polizei geht dem Zeitungsbericht zufolge davon aus, dass die Verfahren vor Verwaltungsgerichten landen und sich länger hinziehen könnten. Die A49-Gegner argumentieren, nicht sie sondern die Polizei hätte die Autobahnen gesperrt, sie hätten sich bewusst oberhalb der Fahrspuren abgeseilt.

  • Top-Thema

    Wasserwerfer gegen Barrikaden-Bauer

    Im Dannenröder Forst haben A49-Gegner am Samstag erneut Barrikaden errichtet und Pyrotechnik abgebrannt. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben am Morgen trotz niedriger Temperaturen einen Wasserwerfer gegen Aktivisten ein. Sie twitterte dazu auch ein Foto. Vor dem Tor zum Logistikzentrum seien Ausbaugegner dabei gewesen, eine Barrikade zu errichten. Dies müsse man unterbinden, da der Weg ein wichtiger Rettungsweg sei, der immer frei sein müsse, erklärte die Polizei.

    Wasserwerfer im Dannenröder Forst

    Gegner des umstrittenen Autobahn-Lückenschlusses zwischen Kassel und Gießen hatten für dieses Wochenende Blockaden angekündigt. Die Räumungs- und Rodungsarbeiten für die Trasse durch den alten Mischwald stehen kurz vor dem Abschluss.

    A49-Gegner im Dannenröder Forst
  • Nacktprotest vor deutscher Botschaft in Wien

    In Wien haben am Freitag an der deutschen Botschaft Umweltaktivisten zum Teil nackt oder halbnackt gegen den Ausbau der A49 demonstriert. Auf einem Balkon vor der Botschaft brachten drei unbekleidete Ausbaugegnerinnen und -gegner ein Transparent mit der Aufschrift "Mit Vollgas in die Klimakrise - Bundesregierung: Stopp die A49!" an. Etwa ein Dutzend weitere Aktivisten stand mit weiteren Transparenten auf der Straße. Sie hätten verlangt, mit jemandem von der Botschaft zu sprechen, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei dem hr. Ob dies erfolgt sei, konnte er nicht sagen. Dem Sprecher zufolge war die Aktion nicht angemeldet. Es werde geprüft, inwieweit die Demonstranten "Verwaltungsübertretungen" (in Deutschland vergleichbar mit einer Ordnungswidrigkeit) begangen hätten.

    +++Nackte Aktivist*innen besetzen deutsche Botschaft+++ Wir fordern von der deutschen Bundesregierung - mit Bauherren @AndiScheuer (CSU) - einen sofortigen Rodungsstop im #DanniBleibt , sowie die Einstellung des Autobahnausbaus der A49 in Hessen. #keinea49 #WaldStattAsphalt

    [zum Tweet mit Bild]

  • Polizei tritt Ausbaugegner

    Gegner des A49-Ausbaus werfen der Polizei einen neuen Fall von Gewalt bei der Räumung des Dannenröder Forstes vor. Ein über Twitter verbreitetes kurzes Video zeigt, wie Einsatzkräfte einen Mann von einem Kran herunterholen und ihn zu Boden bringen. Dabei versetzt einer dem liegenden Mann zwei Tritte gegen die Beine.

    Die Polizei bestätigte den Vorfall: "Um die Grundverfügung durchzusetzen, kam es auch zur Anwendung einfacher körperlicher Gewalt", twitterte sie. Der Mann habe Widerstand geleistet.

    Die hessische Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig hat die Aktion nach eigenen Angaben als Augenzeugin anders miterlebt: "Der Aktivist hat zu dem Zeitpunkt bereits auf dem Rücken gelegen, war unter der Kontrolle der Polizisten und hat sich nicht gewehrt", sagte Leidig dem hr. Das Verhalten der Beamten sei "völlig unangemessen" gewesen.

    Die Polizei hat heute einen Menschen aus zwei Metern Höhe von einem Kran gezogen. Ein Polizist tritt daraufhin den wehrlos am Boden liegenden Menschen zwei Mal. #Danni0412 #dannibleibt #waldstattasphalt #keineA49 @keinea49 @DanniTicker

    [zum Tweet mit Bild]

  • Polizei räumt letztes Camp

    Im Dannenröder Forst gehen die Räumungsarbeiten weiter. Am Donnerstag hatte die Polizei die Baumhäuser im letzten verbliebenen Camp der Waldbesetzer entfernt. Einzelne "Gebilde" und mehrere Menschen befänden sich aber noch in den Bäumen, teilte die Polizei am Freitag mit.

  • Top-Thema

    Pianist Igor Levit: "Trauriger Tag"

    Mit einem kurzen Auftritt direkt an der gerodeten Schneise im Dannenröder Forst hat der Pianist Igor Levit am Freitag ein Zeichen gegen die Rodungsarbeiten gesetzt. Mit dem Song "Danny Boy" - ein altes irisches Volkslied - wolle er auch den Aktivisten danken, die das möglich gemacht hätten, sagte Levit. "Ihr habt eine Situation nicht nur wach gehalten, ihr habt sie mit neuem Leben gefüllt." Trotzdem sei es ein "trauriger Tag". Levits Spiel wurde per Lautsprecher zu den letzten verbliebenen Baumhäusern übertragen. Während des Auftritts sicherte ein Großaufgebot der Polizei den bereits gerodeten Bereich.

    Begleitet wurde Levit von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die ebenfalls erklärte, die Aktion sei eine "ganz großartige Wertschätzung an die Aktivistinnen und Aktivisten, die diesen Widerstand zu dem gemacht haben, was er ist." Die Auseinandersetzung um das Waldstück werde "schnell reduziert auf irgendeinen Konflikt zwischen Aktivisten und Polizei, aber letztendlich ist es der Versuch, Ökosysteme und unsere Lebensgrundlagen zu verteidigen, zu schützen", sagte Neubauer. 

    Scharfe Kritik an dem Auftritt kam von der AfD-Fraktion im Landtag. Es gebe keinen Grund, "gewalttätige Ökoextremisten mit einem Konzert zu feiern", hieß es in einer Mitteilung von Klaus Herrmann, dem verkehrspolitischen Sprecher.