Penis Brunnen in Jossgrund

Seit rund einer Woche bleibt in Jossgrund kein Auge mehr trocken. Grund ist ein neu errichteter Brunnen, der aussieht wie ein Penis und Schaulustige aus der ganzen Region anzieht. Sogar der Pfarrer findet's lustig.

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zum hr-fernsehen.de Video Penis-Brunnen in Jossgrund gebaut - der neue Gag in der ganzen Gemeinde

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Stellen Sie sich vor, Sie sind Pfarrer, arbeiten in einer katholischen Gemeinde in einem kleinen Dorf im Main-Kinzig-Kreis und machen sich wie jeden Morgen auf den Weg zu ihrer Kirche. Beim Bäcker vielleicht noch schnell einen Latte Macchiato und eine Käse-Stange in die Hand, und dann ab in Richtung Pfarramt.

Die kleine Baustelle auf dem Franz-Korn-Platz, der in seiner ganzen Pracht direkt unterhalb des Gotteshauses liegt, ist abgebaut. Endlich können Sie den neuen Brunnen, so wie Gott (und ein Planungsbüro) ihn schuf, begutachten. Doch dann das: Jossgrunds ganzer Stolz sieht aus wie ein Penis. Heiliger Bimbam!

Penis-Brunnen regt den Tourismus an

"Die Form ist vorher niemandem aufgefallen", lacht Pfarrer Daniel Göller im Gespräch mit dem hr. Erst als die Bauarbeiter sprichwörtlich ihre Hose runterließen und die Bauzäune wegtrugen, sah man das ganze Ausmaß. "Als er enthüllt wurde, dachte ich: Das ist ja ein ganz schönes Phallus-Symbol!"

Am unteren Ende zwei wohlgeformte Halbkugeln, in der Mitte ein mit Wasser gefüllter Schacht. Klarer Fall: Im Spessart plätschert es aus einem Piepmatz. Das ist jawohl der Zipfel, äh Gipfel!

Wer jetzt aber glaubt, dass das gemauerte Gemächt das ganze Dorf auf die Palme bringt, der irrt. Statt der Rute gibt es Beifall und viel Gelächter. "Selbst die älteren Kirchenmitglieder lachen sich kaputt", so Göller. Zahlreiche Schaulustige aus den benachbarten Gemeinden seien bereits angereist, um den Penis-Brunnen zu bestaunen und ein Schniedel-Selfie zu schießen.

Wenn man wegen der Coronakrise schon nicht ins Ausland reisen kann, dann zumindest nach Jossgrund. "Gerade in dieser Zeit ist es doch auch gut, wenn man mal lachen kann." Pullermann statt Ballermann.

Penis-Brunnen

Kommt ein weibliches Gegenstück?

Warum genau der Brunnen im Adamskostüm daherkommt und unfreiwillig zur Touristen-Attraktion aufstieg, weiß übrigens niemand so genau. Verantwortlich für den Bau war und ist die Kommune, mit der Umsetzung wurde dann ein Architekten-Büro betraut, wie Göller erklärt. "Die Erscheinungsform ist gewöhnungsbedürftig. Aber er gehört jetzt zu uns."

Alle potenziellen Penis-Pilger, die bereits eine Spritztour nach Jossgrund planen, könnten unter Umständen schon bald eine zweite Anlaufstelle für anstößige Aufnahmen erhalten. Laut Pfarrer Göller habe die Frauenbeauftragte bereits scherzhaft ein weibliches Gegenstück gefordert. Ein Penis-Brunnen-Pendant also. Wie das dann aussehen und heißen könnte, das dürfen Sie gerne selbst entscheiden.

Sendung: hr-fernsehen, maintower, 05.08.20, 18 Uhr