Die Stadt Frankfurt hat ein Pfandringprojekt gestartet.

Nach der Freiluftparty ist vor dem Müllberg: Damit Pfandflaschen nicht im Müll, sondern wieder im Supermarkt landen, hat die Stadt Frankfurt Pfandringe aufgestellt. In Offenbach ist der gleiche Versuch bereits gescheitert.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found In Frankfurt werden Pfandringe getestet

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) präsentiert das neue Pfandringprojekt in Frankfurt.
Ende des Audiobeitrags

Gefeiert wird in Coronazeiten draußen. Leere Bierflaschen und andere Pfandflaschen landen dabei häufig im Gebüsch, bleiben an der Bushaltestelle stehen oder werden unter Mülltonnen abgestellt. Wenn kein Flaschsammler vorbeikommt, dann landen die Flaschen und Dosen im Müll und nicht im Supermarkt.

Die Stadt Frankfurt hat deshalb an 15 Orten in der Innenstadt Pfandringe angebracht, etwa am Hauptbahnhof, am Liebfrauenberg oder an der Hauptwache. Die grünen Metallhalter fassen drei bis sechs Flaschen und sind in unmittelbarer Nähe von Mülleimern angeschraubt worden.

23 Millionen Pfandflaschen im Müll

"23 Millionen Pfandflaschen landen in Deutschland jedes Jahr im Müll", sagt Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Die Pfandringe sollen einen Beitrag gegen diese Ressourcenverschwendung leisten. Außerdem soll es weniger Glasscherben auf den Gehwegen der Frankfurter Innenstadt geben.

Die Idee: Der Feiernde, der wegen 8 oder 25 Cent Pfand nicht den Weg zum Supermarkt auf sich nehmen will, stellt seine leere Flasche in einen Pfandring. Flaschensammler können sich das Leergut nehmen ohne im Mülleimer suchen zu müssen und bringen die Flaschen wieder in den Supermarkt. "Das ist ja auch sozial eine gute Idee, finde ich", sagt Rosemarie Heilig.

In Offenbach hat es nicht funktioniert

Doch Pfandringe sind keine neue Idee in Hessen. Sie gibt es unter anderem in Rotenburg an der Fulda, in Hofheim am Taunus oder in Marburg. In Offenbach ist der Versuch bereits gescheitert. Dort wurden eher "Coffee to go"-Becher als Pfandflaschen abgestellt. "Genau wie in Hamburg", sagt Claudia Gabriel, die Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Sie hat im Vorfeld in Offenbach, Hamburg, Köln und Bremen nachgefragt. "Wir sehen, dass Dinge oft in kleineren Städten funktionieren, die in Großstädten nicht funktionieren", sagt sie.

Ihre Beobachtung: Wer sich in seinem Kiez bewegt, geht mit seinem Umfeld achtsamer um. "Außer der Alkoholspiegel liegt über 1,5 Promille."  Doch auch wenn der Versuch in Offenbach nicht funktioniert hat, hätten viele Frankfurter den Wunsch geäußert, dass Pfandringe angebracht werden. Bisher hat die Stadt gezögert. Doch in Coronazeiten "hat sich das Abfallverhalten sehr verschlechtert", sagt Heilig.

Ein Schild wurde aufgestellt mit der Aufschrift: "Ringelpietz mit Pfandflaschen".

Projekt könnte ausgeweitet werden

Die Stadt Frankfurt hat die Pfandringe zunächst für ein Jahr angebracht - ein 12.400 Euro teurer Test. Bis zum Ende des Jahres soll bereits geschaut werden, ob er funktioniert. "Wird es ein Erfolg, dann weiten wir das System in andere Stadtteile aus", sagt Heilig. Auf ihrer Liste stehen unter anderem der Friedberger- und der Luisenplatz. Doch sollten die Frankfurter nur "Coffee to go"- Becher in den Pfandringen abstellen, könnten sie auch wieder abgeschraubt werden.