Blaulicht

Hier eine Krokodil-Sichtung, da ein unverbesserlicher Suff-Fahrer und dort mutige Nachwuchs-Polizisten - das Jahr 2020 hielt manch ungewöhnliche Blaulicht-Meldung bereit.

Das Krisenjahr 2020 lieferte gemeinhin wenig Grund zum Lachen. Auch für die Polizei dürfte es oft nicht vergnügungssteuerpflichtig gewesen sein - Corona hier, Großeinsatz dort. Doch einige Kuriositäten dürften nicht nur die Ordnungshüter zum Schmunzeln, Staunen oder Kopfschütteln gebracht haben.

Hier eine Auswahl von verrückten und aufsehenerregenden Fällen:

Das rätselhafte Wetterau-Krokodil

Auf Trab hielt die Beamten ein vermeintliches Krokodil im Wetteraukreis. Ende August wurde es angeblich in einem Bachlauf in Ortenberg entdeckt. Die Polizei warnte: Bei einer Sichtung vorsichtshalber Abstand halten. Auch wenn es sich um ein eher kleineres Reptil gehandelt haben soll.

Später wuchsen die Zweifel: Sollte es sich wirklich um ein echtes Krokodil handeln? Oder war es nur eine Plastik-Attrappe? Das Rätsel wurde nicht aufgelöst. Gesehen wurde das Krokodil aber auch nicht mehr.

Dieses Krokodil macht die Wetterau unsicher.

Der Unverbesserliche

Gleich zweimal in einer Nacht zogen die Beamten im September in Heppenheim (Bergstraße) einen betrunkenen Autofahrer aus dem Verkehr. Der 29-Jährige fiel wegen unsicherer Fahrweise auf. Beim Alkoholtest wurde dann auch klar warum: Der Fahrer brachte es auf einen Wert von 2,16 Promille.

Den Führerschein konnte die Polizei dann aber nicht einziehen: Der Autofahrer hatte ihn schon früher abgeben müssen. Die Weiterfahrt wurde ihm zwar verboten. Doch nur wenige Stunden später fiel der Mann erneut am Steuer auf - diesmal mit 2,51 Promille.

Der Blender im Lastwagen

Im wahrsten Sinne des Wortes als blendende Erscheinung fiel der Polizei im August in Frankfurt ein Lkw-Fahrer auf. Er hatte insgesamt 19 Scheinwerfer an der Fahrzeugfront montiert. Das Fernlicht war nach Angaben der Polizei so eingestellt, dass sämtliche Scheinwerfer bei Aktivierung nach vorne leuchteten. Weil weitere Mängel auffielen, durfte der Mann schließlich nicht mehr weiterfahren - auch nicht mit weniger Lichtspektakel.

Der U-13-Hilfspolizist

Unverhoffte Unterstützung von einem Jungen aus Wiesbaden bekam die Polizei im Juli auf der ostfriesischen Urlaubsinsel Borkum. Der zwölfjährigen Willi verfolgte an der Strandpromenade einen Dieb und half so den Beamten, den Mann zu schnappen. Er hatte diesen zuvor beobachtet, wie er ein Portemonnaie klaute. Die Polizei handelte den mutigen Willi später in ihrer Mitteilung als neues Mitglied der legendären Hörspiel-Detektive "Die drei ???".

Der Einbrecher in Badelatschen

Recht leicht machte es ein mutmaßlicher Serien-Einbrecher der Polizei im nordhessischen Homberg (Efze). Er trug ein so auffälliges Hipster-Outfit, dass ihm die Ermittler im Mai auf die Schliche kamen. Der Mann trug eine Bommelmütze, eine tarnfarbene Jacke, eine Jogginghose und Marken-Badeschlappen und war - was er vermutlich nicht wusste - von Überwachungskameras gefilmt worden. "Es ist nur zu vermuten, dass er auf Grund seiner eng getakteten Einbruchsvorhaben möglicherweise keine Zeit dazu gefunden hat, die Kleidung zu wechseln", kommentierte die Polizei den Fall.

Die Babysitter in Uniform

Polizeischutz der besonderen Art bekam Anfang April ein zweijähriges Kind in Vöhl (Waldeck-Frankfenberg). Weil die alleinerziehende Mutter zur Entbindung ihres zweiten Kindes mitten in der Nacht ins Krankenhaus musste und die Babysitterin noch nicht da war, sprangen kurzerhand die Beamten ein. Sie passten auf das Kind auf, bis das echte Kindermädchen eintraf.

Der explosive Fang

Und dann war da noch der Angler in Wiesbaden, der im Mai eine scharfe Handgranate aus dem Rhein fischte. Er reagierte aber bedacht und legte den Sprengkörper vorsichtig ab. Die alarmierte Polizei schaltete den Kampfmittelräumdienst ein. Die Experten für explosive Funde konnten die Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefahrlos abtransportieren.