Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Absperrung
Die Feuerwehr pumpte die Wassermassen stundenlang ab. Bild © Feuerwehr Frankfurt

Im Technikraum einer Tiefgarage des Frankfurter Einkaufszentrums MyZeil sind zigtausende Liter Wasser aus einer Wand gekommen. Es roch nach faulen Eiern. Der Schaden hält sich dennoch in Grenzen.

Mit 50 bis 100 Liter pro Minute strömte einem Feuerwehrsprecher zufolge am Dienstagnachmittag Wasser aus der Wand eines Technikraums in der Tiefgarage des Einkaufszentrums MyZeil in Frankfurt. Bis zum späten Abend waren 25 bis 30 Einsatzkräfte damit beschäftigt, die Wassermassen abzupumpen und in die Kanalisation zu führen.

Bei dem in der Tiefgarage #MyZeil eingedrungenem Wasser handelt es nach einer Analyse des Umweltamtes um sulfidhaltiges Grundwasser, welches einen Geruch nach faulen Eiern aufweist. Derzeit wird die Leckage provisorisch von uns abgedichtet und danach der Einsatz beendet. ^rh

Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits mindestens 30.000 Liter aus der Wand geflossen, schätzte die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte schlossen die undichte Stelle in der Nacht zum Mittwoch wieder ab. Dort hatte die Verwaltung des Einkaufszentrums zuvor ein Loch bohren lassen, um Sensorkabel für die Gebäudemessung zu verlegen. Offensichtlich war die Abdichtung des Bohrlochs defekt und ließ das Wasser durch, wie der Feuerwehrsprecher zu hessenschau.de sagte.

Grundwasser? "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit"

Weil das Wasser nach faulen Eiern roch, wandte sich die Feuerwehr an das Umweltamt. Ein Experte kam vor Ort zu dem Schluss, dass es sich bei der eindringenden Flüssigkeit "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" um Grundwasser handelte. Zuvor waren auch eine geborstene Leitung oder Geothermie-Wasser aus größeren Tiefen in Erwägung gezogen worden.

Verletzt wurde niemand. Nach Angaben von Annett Guczinski vom MyZeil-Management ist der Schaden auch eher gering, weil der Technikraum eher als Putzraum verwendet wurde und keine technischen Geräte beinhaltete. Die Einkaufszentrumsverwaltung versuchte demnach zunächst selbst, das Leck zu stopfen, nachdem sie es am Dienstagmorgen entdeckt hatte. Den angrenzenden Teil der Tiefgarage ließ sie daher vorsorglich geschlossen. Autos wurden daher nicht durch das Wasser beschädigt.

Während des Feuerwehreinsatzes wurde am Dienstagabend eine angrenzende Straße gesperrt. Weil zu dieser Zeit wenige Autos unterwegs waren, hielten sich die Behinderungen in Grenzen.

Sendung: hr4, hessenschaureport, 11.07.2018, 6.30 Uhr