Demo für den Bürgermeister von Neukirchen, der wegen des Ertrinkens von drei Kindern verurteilt wurde

In einem Dorfteich von Neukirchen ertranken im Sommer 2016 drei Kinder. Weil der Teich nicht ausreichend gesichert war, wurde der Bürgermeister der Gemeinde verurteilt. Das hat nun Unterstützer des Politikers auf den Plan gerufen.

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hessenschau vomn 29.02.2020
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Rund 150 Menschen haben in Schwalmstadt zur Unterstützung des Bürgermeisters demonstriert, der wegen des Ertrinkens von drei Kindern in einem Dorfteich in Neukirchen (beides Schwalm-Eder-Kreis) verurteilt worden war. Nach Angaben der Polizei dauerte die Protestaktion am Samstag etwa eine halbe Stunde und verlief friedlich.

Klemens Olbrich, Bürgermeister von Neukirchen

Bürgermeister Klemens Olbrich (CDU) war vor gut einer Woche wegen fahrlässiger Tötung zu 12.000 Euro Geldstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er 4.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Laut Amtsgericht Schwalmstadt hatte er die Verkehrssicherungspflicht für den Teich verletzt, der erhebliches Gefahrenpotenzial aufweise.

Im Juni 2016 waren dort drei Geschwister ertrunken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

"Kein Angriff auf Gericht"

Zur Teilnahme an der Demonstration hatte der Stadtverordnetenvorsteher von Niedenstein, Erich Sommer (Freie Wählergemeinschaft), aufgerufen. Die Demonstranten versammelten sich auf den Stufen der Heilig-Geist-Kirche, die gegenüber dem Amtsgericht Schwalmstadt liegt. Sommer betonte, es sei bei der Aktion nicht darum gegangen, das Gericht zu verunglimpfen oder anzugreifen. Die Demonstranten hätten nur den Bürgermeister moralisch unterstützen wollen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 29.02.2020, 19.30 Uhr