Honigbiene sitzt auf Kornblume in Blühstreifen

Schön fürs Auge, gut für die Bienen: In diesem Jahr gibt es deutlich mehr Blühstreifen in Hessen. Doch nicht alle nützlichen Bestäuberinnen profitieren davon so sehr wie die Honigbiene.

Den hessischen Bienen stehen deutlich mehr Blühstreifen zur Verfügung als noch 2020. Insgesamt fördert das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium nach eigenen Angaben in diesem Jahr fast 4.000 Hektar solcher Blumenflächen, die meist am Rand von Äckern ausgesät werden. Das entspricht rund 5.600 Fußballfeldern - und 17 Prozent mehr als voriges Jahr.

Besonders groß ist der Zuwachs bei den einjährigen Blühstreifen: Hier verzeichnet das Umweltministerium ein Plus von fast 400 Hektar, also rund einem Viertel. Bei den mehrjährigen Blühstreifen hat die Fläche um gut zehn Prozent zugenommen.

Land investiert mehrere Millionen

Das freut den Landesverband hessischer Imker, der rund 12.000 Mitglieder vertritt. Verbandschef Manfred Ritz lobt die Bauern für ihr Engagement: "Die Landwirte tun sehr viel, was Blühaktivitäten angeht."

Fläche mit verschiedenen Blumen am Rand eines Getreidefeldes

Rund 2,65 Millionen Euro investiert das Land über Förderprogramme in diesem Jahr in die Blumenstreifen, wie eine Sprecherin in Wiesbaden sagte. Dazu kämen rund zwei Millionen Euro für rund 2.200 Hektar sogenannter Honigbrachen als ökologische Vorrangflächen.

Wildbienen haben wenig davon

Für Wildbienen sind Blühstreifen nach Angaben des Naturschutzbundes Hessen (Nabu) nicht unbedingt geeignet. "Die Wildbienenarten brauchen oft andere Strukturen", erläuterte Nabu-Experte Mark Harthun. Ihr Problem sei, dass unsere Landschaften und Gärten viel zu aufgeräumt seien. Wildbienen benötigten eine reich strukturierte Landschaft, in der zum Beispiel auch mal totes Holz als Unterschlupf rumliege. Auch eine blühende Vielfalt über den gesamten Sommer hinweg sei wichtig, weil die Tiere jeweils an bestimmte Pflanzenarten angepasst seien.

Wildbiene an Holzloch

Deutschlandweit gibt es dem Nabu zufolge etwa 550 Wildbienenarten, einige von ihnen gelten als selten. Anders als die Honigbiene leben sie nicht in Völkern. Auch Gartenbesitzer könnten etwas für die wilden Arten tun und beispielsweise heimische Stauden mit reichlich Blüten anpflanzen, informiert der Nabu. "Honigbienen brauchen Futter. Die Wildbienen brauchen einen Lebensraum, wo sie auch ihre Eier ablegen und den Winter überstehen können", so Harthun.

Honigbienen starten in neue Saison

Den Winter haben die Honigbienen nach einer ersten Einschätzung des Imkerverbands gut überstanden. Etwa 65.300 Völker gibt es demnach in Hessen - für sie hat nun die neue Saison begonnen. Die Kälte im Februar sei für die Insekten in der Regel kein Problem gewesen, da sie noch in ihrer Winterpause gewesen seien, sagte Verbandsvorsitzender Ritz.

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen seien die Bienen vor kurzem aus ihren Stöcken gekommen. Ihren Reinigungsflug hätten sie gut absolviert und "kräftig Weidepollen eingetragen". Neben Weiden steuern die Tiere derzeit Haselnuss und bestimmte Frühblüher an.