Züchter Hill mit den beiden Weihnachtsbaum-Königinnen

Die Weihnachtsbaum-Saison hat offiziell begonnen. Der erste Baum, der zur Weihnachtszeit geschmückt in einem Wohnzimmer stehen könnte, wurde im Vogelsberg geschlagen. Die Dürre-Verluste waren hier enorm.

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hessenschau kompakt - 16:45 Uhr - 07.11.2019
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Großer Bahnhof für Dirk Hill und seine Tannenbaum-Schonung in Antrifttal-Ohmes (Vogelsberg): Die deutsche und die hessische Weihnachtsbaum-Königin sind am Donnerstag gekommen, ebenso Vertreter des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger (BVWE) und des Arbeitskreises Hessischer Weihnachtsbaum.

Gemeinsam schlagen sie in Hills Plantage einen Baum, um offiziell die Eröffnung der Weihnachtsbaum-Saison zu feiern - dass der Frankfurter Weihnachtsbaum schon seit Tagen auf dem dortigen Römerberg steht, tut der Feierlichkeit keinen Abbruch.

Jedes Jahr ist ein anderes Bundesland mit der Saisoneröffnung dran. "Das geht reihum", sagt BVWE-Sprecherin Saskia Blümel. "Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern waren schon dran."

Trockenheit hat fast ganzen Bestand vernichtet

Dieses Jahr fiel die Wahl auf Hessen und auf Hills Betrieb. Rund 1.500 Bäume hatten der passionierte Weihnachtsbaumzüchter und seine Frau Iris im vergangenen Jahr angepflanzt. Die Arbeit wäre fast vergebens gewesen.

"Man kann sagen, 90 Prozent der Bäume, die wir angepflanzt haben, sind nicht über den Sommer gekommen", erzählt Hill. Ursache war die extreme Trockenheit, die in diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal hintereinander zuschlug.

"Bitte keine Plastikbäume"

Die Bäume, die in diesem Jahr geerntet werden, sind davon aber nicht betroffen. Sie sind schon vor etwa zehn Jahren angepflanzt worden, erklärt Holger Schneider vom Arbeitskreis Hessischer Weihnachtsbaum. "Gerade die Nordmanntanne hat so eine tiefe Pfahlwurzel, die kommt dann immer noch an Wasser."

Die Flinte ins Korn werfen will Hill trotz der diesjährigen Verluste nicht und appelliert an die Verbraucher, jetzt erst recht keine Plastikbäume zu kaufen. "Geholfen ist uns, wenn wir mit dem Geld, das wir hier verdienen, nächstes Jahr wieder neue Bäume setzen, die dann auch wieder Sauerstoff produzieren und Insekten und Vögeln ein Zuhause geben."

Überhaupt ist Hill die Nachhaltigkeit sehr wichtig. Nordmanntannen, Blaufichten und Korktannen baut die Familie auf der drei Hektar großen Schonung ausschließlich ökologisch an. Schädlinge wie Mäuse werden mit Eulen und Greifvögeln bekämpft, für die eigens Sitzstangen installiert wurden. Auch Insektenhotels stehen verteilt in der Schonung.

Regional kaufen, Umwelt schonen

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Dirk Hill - Weihnachtsbaum-Züchter aus Passion

Dirk und Iris Hill mit Tochter Sara vor dem ersten Weihnachtsbaum der Saison
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Carsten Thiel vom Hessischen Waldbesitzerverband hebt die Bedeutung der regionalen Erzeugung hervor. "Wer in seiner Heimat einen Weihnachtsbaum kauft, tut doppelt Gutes: Er vermeidet umweltschädliche Ferntransporte, und er unterstützt die regionale Wirtschaft."

Und er tut obendrein etwas für den guten Zweck: Seit September haben die Weihnachtsbaumerzeuger für SOS-Kinderdörfer gesammelt. Ein symbolischer erster Scheck in Höhe von 6.000 Euro wird zur Feier des Tages den Abgesandten eines Frankfurter Kinderdorfs übergeben. Fröhliche Weihnachten!

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 7.11.2019, 16.45 Uhr