Die Sprengung des Frankfurter AfE-Turm im Jahr 2014

Am Samstag wird die Salzbachtalbrücke mit 220 Kilo Dynamit in die Luft gejagt. Mehr Wumms geht nicht? Oh doch. Die Top 7 der größten Knalleffekte der letzten Jahre in Hessen im Video.

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Wenn Hessens Sprengmeister aufs Knöpfchen drücken, gibt es kurz danach meist den großen Knall. Innerhalb von Sekunden verwandeln sie Türme und Gebäude in tonnenweise Trümmer, Schutt und Asche. Alle wichtigen Fragen und Antworten zur Brückensprengung finden Sie hier.

Am Samstag geht es der Salzbachtalbrücke an den Kragen (ab 10 Uhr im Livestream bei hessenschau.de sowie im Liveticker) - nach fast 150 Tagen Vollsperrung. Mit 220 Kilo Sprengstoff soll sie in ihre Einzelteile zerlegt werden. Nicht die erste spektakuläre Sprengung in Hessen. Wir haben im Vorfeld die Top 7 zusammengestellt.

Platz 7: Militärturm, Hoher Meißner

Er war ein weithin sichtbares Relikt aus dem Kalten Krieg: der sogenannte ELOKA-Turm (kurz für "elektronische Kampfführung") auf dem Hohen Meißner. Mit dem Aufklärungsturm hat die Bundeswehr seinerzeit den Funkverkehr der DDR-Truppen abgehört. Es heißt, man habe aufgrund der besonderen geologischen Verhältnisse auf dem Meißner sogar Gespräche auf dem Roten Platz in Moskau mitbekommen.

1990 wurde die Anlage geschlossen, im November 2002 schließlich gesprengt. 35 Kilo Sprengstoff ließen den Turm wie geplant fallen - und mit ihm ein Stück Kalter Krieg mitten in Osthessen.

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Militärturm Sprengung
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Platz 6: Autobahnbrücke, Südkreuz Kassel (heute: Kreuz Kassel-West)

Besonders alt war die 1964 gebaute Brücke am Kasseler Südkreuz - der Verbindung von A44 und A49 - zwar noch nicht, aber schlechter Beton und eine hohe Belastung hatten sie so marode gemacht, dass sie weg musste.

Hierbei war chirurgische Präzision gefragt, denn nur die Hälfte des Bauwerks durfte fallen - die entgegengesetzte Richtungsfahrbahn unmittelbar daneben sollte als Umleitung dienen. 900 Löcher wurden in den Asphalt gebohrt und mit Sprengstoff gefüllt. Am Ende fielen 2.500 Tonnen Stahl und Beton am 18. März 2000 auf spektakuläre Weise in sich zusammen.

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Platz 5: Lahntal-Brücke, Limburg

Auch die A3-Lahntalbrücke bei Limburg wurde erst 1964 gebaut. Und trotzdem: 2017 musste die alte Brücke hoch über der Lahn weichen, das Verkehrsaufkommen war zu groß geworden. Bereits im Vorjahr wurde ein parallel verlaufender Neubau für den Verkehr freigegeben und die Fahrbahn der alten Brücke abgerissen. Übrig blieben sechs Brückenpfeiler.

Die sollten bei der Sprengung am 27. August dank 80 Kilogramm Dynamit wie Dominosteine umfallen. Aber etwas ging schief: Nur vier der Pfeiler sanken in sich zusammen. Wegen eines technischen Fehlers funktionierte die Sprengung bei zwei der massiven Betonstützen nicht. Eine knappe halbe Stunde später wagte der Sprengmeister einen zweiten Versuch - diesmal mit Erfolg.

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Platz 4: Sprengung im Main, Frankfurt

Dem großen Knall gingen hier mehrere kleine voraus - erst einmal mussten Fische vertrieben werden: Bei Arbeiten an der Alten Brücke in Frankfurt wurde 2019 eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Main gefunden. Zunächst plante der Kampfmittelräumdienst, den Zünder ganz unspektakulär unter Wasser zu entfernen und den Sprengkörper somit unschädlich machen.

Weil der Zünder aber zu verkrustet war, entschied man sich doch für eine Sprengung. Rund 600 Menschen mussten am 12. April 2019 in Sicherheit gebracht werden, der Straßen- und Schifffahrtsverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr wurden teilweise gesperrt oder umgeleitet, Museen und Kirchen blieben geschlossen. Nachdem auch die Fische aus der Gefahrenzone verschwunden waren, kam es zur großen Sprengung. Das Ergebnis: eine 30 Meter hohe Fontäne und ein etwa fünf Meter breiter und 1,50 Meter tiefer Krater.

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Platz 3: Allianz-Haus, Frankfurt-Westend

Ein neunstöckiger Bau aus den Siebzigern im Frankfurter Westend: Durch ihren Umzug ans südliche Mainufer machte die Allianz Platz auf dem Grundstück am Kettenhofweg. Besonders heikel an dieser Sprengung: Das Bürogebäude lag in unmittelbarer Nähe zu Wohngebäuden und den Türmen der Deutschen Bank. Es durfte also auf keinen Fall zu viel Sprengstoff verwendet werden.

130 Kilogramm machten den Bau dann am 1. Dezember 2002 dem Erdboden gleich - zumindest fast: Zwei Treppenhäuser hielten der Wucht stand und ragten aus den Trümmern hervor. Sie mussten hinterher mit Baggern abgerissen werden.

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Platz 2: Sinntalbrücke, A7 Fulda - Würzburg bei Bad Brückenau

Die Sinntalbrücke an der hessisch-bayerischen Grenze gehörte mit rund 750 Metern Länge zu den größten Brücken der A7. Doch das 1967 fertiggestellte Bauwerk war marode geworden, immer wieder wurden Risse in den Schweißnähten festgestellt. Kein Wunder, schließlich hatte sich die Verkehrsbelastung seit den Sechzigern versechsfacht.

Die Beseitigung der Sinntalbrücke wurde zu einem der gewaltigsten Sprengvorhaben in Deutschland. Das Problem: Die neue Brücke direkt neben der alten durfte nichts abbekommen. Außerdem standen unmittelbar nebenan Wohnhäuser. Doch alles ging gut, die Betonpfeiler knickten bei der Sprengung am 22. Juni 2013 ein wie Streichhölzer. Zehn Wochen dauerte es anschließend, 11.000 Tonnen Stahl und Beton abzutransportieren.

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Platz 1: AfE-Turm, Frankfurt-Westend

Hässlich, betongrau, vollgeschmiert mit Graffiti: Generationen von Studenten verbanden mit dem alten Uniturm in Frankfurt-Bockenheim eine Hassliebe. Ursprünglich sollte er mit Baggern abgetragen werden, doch das dauerte den Anwohnern zu lange. Und so entschied sich die Eigentümergesellschaft dazu, den 116 Meter hohen Turm sprengen zu lassen - als höchstes Gebäude, das bislang in Europa gesprengt wurde.

Es wurde eine Sprengung der Superlative: Ganze 950 Kilo Sprengstoff wurden in insgesamt 1.400 Bohrlöchern an den Stützpfeilern eingebracht. 30.000 Menschen waren vor Ort, mehr als zehn Mal so viele verfolgten die Live-Übertragung im hr-fernsehen, als am Morgen des 2. Februar 2014 das Gebäude gesprengt wurde. Zuerst wurde das äußere Betonskelett zu Fall gebracht, wenige Sekunden später der Gebäudekern. Frankfurt erlebte die wohl spektakulärste Sprengung, die es in Hessen je gegeben hat. Übrigens: Der damalige Sprengmeister Eduard Reisch legt auch an der Salzbachtalbrücke Hand an.

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Sprengung AFE-Turm
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Weitere Informationen

hessenschau extra - Sprengung der Salzbachtalbrücke

10 bis 13 Uhr live bei hessenschau.de und im hr-fernsehen sowie im Liveticker bei hessenschau.de

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Livestream

zum Livestream Sondersendung zur Sprengung der Salzbachtalbrücke

Ein Mann in schwerer Schutzkleidung bearbeitet mit Feuer und Funkenflug einen Pfleiler der Brücke. Auf dem Foto steht in großen Lettern "LIVE-STREAM".
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