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zum Video Bärenjungtiere müssen aus Wildpark Knüll umziehen

Bären-Nachwuchs im Wildpark Knüll

Bärenmama Onni bekam vor zwei Jahren im Wildpark Knüll überraschend Drillinge. Die jungen Bären haben inzwischen nicht mehr genug Platz im Gehege. Ronja, Wilma und Felix müssen deshalb nun umziehen.

Nur noch etwa zwei Wochen lang können Besucherinnen und Besucher die drei Jungtiere Ronja, Felix und Wilma besuchen, bevor sie ihre Mutter und den Wildpark Knüll verlassen müssen. Ronja und Wilma finden im Anholter Wildpark Schweiz am Niederrhein ein neues Zuhause, Felix dagegen muss sich tapfer alleine durchschlagen. Er wird voraussichtlich schon nächste Woche in den Wildpark Hexentanzplatz im Harz gebracht. Dort soll eine neues Bärengehege entstehen.

Braunbären sind erst mit vier, fünf Jahren ausgewachsen, aber es sei "kein Problem, junge Bären mit zwei Jahren von ihrer Mutter zu trennen", sagte Wildparkleiter Wolfgang Fröhlich hessenschau.de. Bären sind demnach Einzelgänger und verbringen in der freien Natur die meiste Zeit alleine. "Bärenmutter Onni wird wohl nur ein paar Tage nach ihren Jungen suchen, bevor der normale Alltag für sie weitergeht."

Jungtier Felix wiegt schon 100 Kilogramm

Alle drei Jungtiere haben eine sehr eigene Persönlichkeiten, betonte Fröhlich. Man kann sie zudem äußerlich gut unterscheiden: Felix ist mit rund 100 Kilogramm der größte und vorsichtigste der drei Jungtieren. "Er war anfänglich ein richtiges Mamakind", scherzt der Biologe. Bei der kleinsten Überraschung sei er immer zu seiner Mutter gerannt. Inzwischen sei er wasserbegeistert und verbringe viel Zeit im Teich.

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Bären leben in Ost- und Südeuropa

In Deutschland gibt es über 150 Wildparks und Bären sind dort keine Seltenheit. In freier Wildbahn gibt es Bären nur in Süd- und Osteuropa. Ab und zu verirrt sich auch mal ein Bär nach Deutschland, aber das ist laut Wildparkleiter Fröhlich aber eher selten.

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Seine Schwestern Wilma und Ronja dagegen sind unabhängiger. Während Wilma, die ihrer Mutter sehr ähnlich sieht, ihren Bruder immer zum Spielen nötigt, wandert Ronja am liebsten alleine durch den Park. Sie liebe es zu klettern, so der Wildparkleiter.

Drei Bärenbabys im Wildpark Knüll

Platzmangel zwingt zum Umzug

Die Geburt von Felix, Wilma und Ronja war vor zwei Jahren die große Überraschung. Ein Tierpfleger entdeckte die drei kleinen Bärenbabys eher aus Zufall, denn er hatte gar nicht bemerkt, dass Bärenmutter Onni schwanger war.

Braunbären brauchen ein Gehege von mindestens 5.000 Quadratmetern, erklärte Fröhlich. Im Wildpark Knüll wollte man aus Platzmangel deswegen keinen Nachwuchs und ließ Bärenmutter Onni mit der Pille verhüten. Aber die Natur spielte dem Wildpark eine Schnippchen, sehr zur Freude der Besucherinnen und Besucher. Die Geburt von Felix, Wilma und Ronja waren eine kleine Sensation. Nun aber heißt es Abschied nehmen.

Wölfe und Luchse im Wildpark ausgebüxt

Der Wildpark Knüll hatte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Nach einem Sturm im Jahr 2019 waren drei Luchse aus ihrem Gehege ausgebrochen, weil ein umgestürzter Baum den Zaun beschädigt hatte. Die Tiere konnten aber wieder eingefangen werden. Zuvor waren bereits zwei Wölfe entkommen. Ein Wolf wurde damals erschossen, der andere wenig später überfahren.

Sendung: hr1, 19.3.2021, 13.00 Uhr