Silke Hansen im neuen Studio des ARD-Wetterkompetenzzentrums in Frankfurt - Silke Hansen steht vor einer sehr grünen Wand, umgeben von Scheinwerfern und Kameras.

Wenn künftig im Ersten ein Wetterbericht zu sehen ist, dann kommt er aus dem neuen Wetterkompetenzzentrum in Frankfurt. Ein 75-köpfiges Team produziert täglich 100 Minuten Wetterprogramm. Leiterin Silke Hansen erklärt im Interview, was sich für die Zuschauer ändert.

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Am 1. Januar startet der Hessische Rundfunk das ARD-Wetterkompetenzzentrum in Frankfurt unter der Leitung von Silke Hansen. Seit fast 60 Jahren macht der hr Wetterberichte für die ARD. Was jetzt neu ist, was die Zuschauer erwartet und wie die ersten Tage im Probebetrieb gelaufen sind, berichtet Hansen im Interview.

hessenschau.de: Der hr wird zum Wetterkompetenzzentrum für die gesamte ARD. Was bedeutet das genau?

Silke Hansen: Wir bündeln die Wetterberichterstattung für "Das Erste" und "Tagesschau 24" in Frankfurt und bieten den Landesrundfunkanstalten die passenden Bausteine für die Wetterberichterstattung in ihren regionalen Programmen.

hessenschau.de: Wetterberichterstattung, das ist weit mehr als der Wetterbericht in der Tagesschau. Was liefert das Kompetenzzentrum noch alles?

Hansen: Wir machen ab 1. Januar 2020 von Frankfurt aus das komplette Wetter für "Das Erste" und "Tagesschau 24". Das Wetter für alle Ausgaben der Tagesschau, das ARD-Mittagsmagazin oder das ARD Buffet machen wir ja schon sehr lange. Ab Januar kommen noch das Wetter für die Tagesthemen und das "Wetter vor acht" dazu. Außerdem das Wetter im Morgenmagazin, das allerdings im Studio beim WDR in Köln gemacht wird.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found ARD-Wetterkompetenzzentrum startet am 1. Januar

Silke Hansen
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Darüber hinaus erstellen wir zukünftig auch mehr Wetter für die regionalen Fernsehprogramme anderer Landesrundfunkanstalten. Seit Beginn dieses Jahres machen wir schon das Wetter für den Saarländischen Rundfunk (SR). Ab Januar dann noch das Fernsehwetter für den SWR, den rbb, den WDR und NDR Niedersachsen. Und wir machen nicht nur Fernsehen, sondern für den SR und den WDR auch Wetterberichte für Online, Videotext und Hörfunk.

Und 2020 ist erst der Anfang. Für 2021 haben wir schon Pläne, unsere Zusammenarbeit mit den anderen Landesrundfunkanstalten auszubauen und mehr Sender "ins Boot" zu holen.

hessenschau.de: Durch das Kompetenzzentrum werden in Frankfurt Kräfte gebündelt und jährlich 700.000 Euro eingespart. Bekommen die Zuschauer für weniger Geld auch weniger Angebot?

Hansen: Im Gegenteil! Wir schaffen Synergien und können dadurch mit weniger deutlich mehr erreichen. Eine Grafik, die erklärt, wie Nebel oder Glatteisregen entsteht, muss ja in der ARD nicht mehrmals gemacht werden - und nicht nur das.

Wettervorhersage an einem gewöhnlichen Tag ist nett. Viele möchten ja wissen, ob sie abends nochmal an den See fahren oder am Wochenende eine Gartenparty machen können. Entscheidend ist Wetter aber in den kritischen Situationen. Dann wenn Wetter eine Gefahr für "Leib und Leben" wird. In Unwettersituationen können wir nun noch schneller, noch besser und noch umfangreicher reagieren. Wir können Kräfte schnell bündeln und den Fokus auf die kritische Situation richten. Und das für Fernsehen, Hörfunk, Online und Videotext.

hessenschau.de: Was ändert sich für die Zuschauer? Müssen die womöglich auf liebgewonnene Gesichter verzichten?

Hansen: Nein, die Moderatoren, die bisher das Wetter in den Tagesthemen und vor acht präsentiert haben, werden das auch zukünftig tun - nur jetzt eben von Frankfurt aus. Was sich ändert, ist das Design des Wetters in den Tagesthemen. Das passt sich dem Design des Wetters in Tagesschau und Nachtmagazin an.

hessenschau.de: Am 1. Januar geht es los. Seit einigen Tagen läuft der Probebetrieb. Wie sind die ersten Erfahrungen?

Hansen: Es läuft sehr gut. Ich war gleich am ersten Tag des Probebetriebs im Studio und habe ein paar Wettersendungen moderiert. Das war toll! Das neue, supermoderne Studio ist klasse. Wahnsinn, was die Kollegen da in so kurzer Zeit geschaffen haben. Das Studio-Regieteam ist einfach großartig und die Kollegen in Wetterredaktion und -grafik bewältigen die neuen Aufgaben mit Begeisterung und Bravour. Anders kann man das nicht sagen. In den vergangenen Wochen war sicher nicht alles einfach, aber es macht richtig Spaß zu sehen, was da entstanden ist. Ich freue mich sehr auf den 1. Januar und all die Dinge, die wir vorhaben.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 11.12.2019, 19.30 Uhr