Eine Frau hält sich ein Taschentuch vor die Nase - sie steht neben einem Rapsfeld

Frühlingszeit ist Allergiezeit. Aktuell sorgen besonders Birke und Esche für tropfende Nasen. Eine neue Prognose des Deutschen Wetterdienstes hilft Allergikern, sich besser zu schützen.

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alle wetter! Interview mit Christina Endler vom DWD zur Pollen-Vorhersage

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Die Augen sind geschwollen und jucken, die Nase läuft. Eigentlich könnte der Frühlingsbeginn so schön sein, doch für Allergiker ist die Zeit häufig eine sehr zehrende. Sobald Hasel, Erle und Birke anfangen zu blühen, können ihre Pollen bei Menschen mit einer Allergie heftige Reaktionen auslösen.

Wer weiß, wo die Pollenbelastung besonders stark ist, kann und sollte diese Orte meiden. Ein neues Wettermodell des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Offenbach hilft Allergikern dabei: Die Karte der "ICON-ART Pollenprognose" ist deutlich kleinteiliger und räumlich hochauflösender als bisherige Vorhersagen des DWD.

Prognose funktioniert sechs Tage im Voraus

Der Pollenflug von Erle, Birke, Gräsern und Ambrosia könne auf sechseinhalb Kilometer genau vorhergesagt werden, erklärt Christina Endler, Meteorologin und Pollenexpertin am Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD.

"So können allergiegeplagte Menschen bereits sechs Tage im Voraus verfolgen, ob und wann beispielsweise höhere Konzentrationen von Birkenpollen an ihrem Wohnort zu erwarten sind", sagt Endler, "und entsprechende Vorkehrungen treffen." Bisher konnten die Meteorologen lediglich zwischen Nord- und Südhessen unterscheiden.

Eine Landkarte, die anzeigt, wie stark Birkenpollen am 23. April fliegen könnten

Das Vorhersagemodell bezieht nach Angaben von Endler auch den Wind mit ein. Pollen werden teilweise über hunderte Kilometer hinweg transportiert. Bei einer Nord- oder Nordost-Strömung im späten Frühjahr zum Beispiel können Birkenpollen aus Skandinavien nach Hessen geblasen werden. Auch im hr-Videotext können Allergiker nachlesen, wie stark die örtliche Pollenbelastung ist.

In Hessen blühen derzeit besonders Birke und Esche

Nach Angaben des DWD leiden Allergiker besonders häufig unter den Pollen von Frühblühern (Hasel, Erle, Birke, Esche) sowie von Gräsern und Kräutern (Beifuß und Ambrosia). Derzeit blühen in Hessen vor allem Birke und Esche.

"In den höheren Lagen blüht die Esche später", erklärt Christina Endler. Das heißt konkret: Während die Belastung durch die Pollen der Esche im nordhessischen Raum derzeit mittel bis stark sei, klinge die Blüte im Rhein-Main-Gebiet zum Monatsende bereits wieder ab.

Die aktuell starke Belastung durch Birkenpollen wird laut Vorhersage zum Wochenwechsel am Montag deutlich nachlassen: Das Modell zeigt dann nur noch eine mittlere Belastung im Rhein-Main-Gebiet, um Kassel und Darmstadt. Im Nordwesten Hessens fliegen die Birkenpollen demnach auch in der kommenden Woche noch etwas stärker.

Blüte beginnt immer früher

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes beobachten, dass insbesondere Pflanzen, die im Frühjahr blühen, deutlich früher damit anfangen als noch vor einigen Jahren. "Insbesondere bei Hasel und Erle sehen wir Verschiebungen", sagt Endler. Im Schnitt blühen Pflanzen in Hessen demnach eine bis zweieinhalb Wochen früher.

Pollen vom Hasel fliegen durch eine Parkanlage. (dpa)

An der Phänologischen Uhr des DWD lässt sich ablesen, welche Blüte sich im Vergleich zu den Vorjahren um wie viele Tage verschiebt. So blühte die Hasel in Hessen in diesem Jahr bereits am 23. Januar statt - wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich - Anfang oder Mitte Februar.

Was Allergiker tun können: Tipps gegen den Pollenfrust

Um den Pollen nicht völlig ausgeliefert zu sein, gibt es einige Tipps und Tricks: Laut der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hilft es, eine Sonnenbrille oder Mund-Nase-Maske zu tragen sowie spezielle Pollenschutzgitter zu Hause oder Pollenfilter im Auto einzubauen.

Zudem sollten Fenster auch in den milden Nächten geschlossen werden, da der Pollenflug meist schon sehr früh am Morgen beginnt. Haare sollten besser abends als morgens gewaschen werden, um die Pollen, die sich im Laufe des Tages darin gesammelt haben, zu entfernen.

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